Kieferbeschwerden
Kieferschmerzen und andere Kieferbeschwerden sind relativ häufig. Kieferschmerzen und Kieferspannungsgefühle werden bewusst wahrgenommen, während andere Kieferbeschwerden wie Zähneknirschen oder Kieferfehlstellungen oft gar nicht als solche registriert werden.
Zu den Kieferschmerzen und Kieferbeschwerden gehören:
- Kieferschmerzen
- Kieferspannungsgefühle
- Zähneknirschen (Bruxismus)
- Kieferfehlstellungen
- Knackgeräusche
- Kiefersperre
- Zahnschmerzen ohne Zahnbefund
Ursachen von Kieferbeschwerden
Kieferbeschwerden liegt im Allgemeinen eine chronische Verspannung der Kaumuskulatur zugrunde. Viele Mensche reagieren auf emotional negative Reize, allgemeine Belastungen und Leistungsdruck mit einer verstärkten Anspannung der Kiefermuskulatur, meist in Kombination mit Nackenverspannungen (siehe die Artikel »Alles psychosomatisch? (PDF)« und »Psychosomatik – eine neue Sichtweise (PDF)«). Viele haben den Spruch „Zähne zusammenbeißen und durch!“ zu wörtlich genommen und sich die „Verbissenheit“ regelrecht eintrainiert.
Schläfen- und Kieferschmerz kann auch z.B. durch überlange Zahnarztbesuche mit ständig weit geöffnetem Mund entstehen. Die Kiefermuskeln reagieren wie alle anderen Muskeln auf eine Zerrung mit einer bleibenden Verspannung. Außerdem verspannen sich die meisten Menschen auch aus emotionalen Gründen bei Zahnbehandlungen. Oft reicht schon die Erwartung von Schmerzen, scheußlichen Geräuschen und sonstigen unangenehmen Empfindungen, um solch eine Verspannung hervor zu rufen. Zahnarztbesuche sind übrigens bedeutend weniger unangenehm, wenn man sich zuvor und auch zwischendrin bewusst immer wieder entspannt.
Kieferschmerz und Kieferspannungsgefühl, Zähneknirschen (Bruxismus) Natürlich können Kieferschmerzen auch durch vereiterte Zähne verursacht werden. Daher sollten solche Beschwerden zuerst natürlich zahnmedizinisch abgeklärt werden.
Es gibt viele Menschen, die ihre Kiefermuskeln ständig angespannt halten und die Zähne zusammen pressen, bzw. mit ihnen knirschen und mahlen. Letzteres nennt man Bruxismus. Bruxismus geschieht häufig nachts und wird von den Betroffenen selbst oft nicht bemerkt. Mitschläfer merken es eher, sie werden manchmal durch das Geräusch wach. Auch im Ruhezustand tagsüber gibt es bei diesen Menschen meist keinen räumlichen Abstand zwischen Ober- und Unterkiefer. Das resultiert in Kieferschmerz bzw. -spannungsgefühl und einer verstärkten Neigung zu pressen und zu knirschen. Oft erkennt man schon von außen überaus kräftige, dicke Masseter-Muskeln an den Wangen außen, sowie stark arbeitende Temporalis-Muskeln an den Schläfen (ohne, dass der Mensch essen würde). Beim „Mahlen“ der Zähne nach vorn oder zur Seite sind zusätzlich die seitlichen Pterygoideus-Muskeln angespannt.
Viele Betroffene wissen nicht, dass sie die Kiefermuskeln über die Maßen anspannen. Manche merken, dass sie morgens „verbissen“ aufwachen. Zahnärzte erkennen das tags oder nachts stattfindende Treiben am Abschliff der Zähne. Sie verordnen oft so genannte Beißschienen zur Entlastung.
Besser hilft unserer Erfahrung nach die Behandlung der Kaumuskulatur durch die Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl®. Dabei behandelt man mit Pandiculations, Myogelosen- (Triggerpunkt-) Behandlung und Bindegewebsbehandlung alle Kiefermuskeln, die im jeweils individuellen Fall besonders verspannt sind. Um Rückfälle zu vermeiden zeigt man den Patienten noch bestimmte Übungen und führt ein Körperbewusstseintraining durch, bei dem die Patienten allmählich spüren lernen, was sie im Alltag tun. Dann lernen sie, die unnötigen Anspannungen bleiben zu lassen.
Kieferfehlstellungen
Je nach Art der Fehlstellung können verschiedene Muskeln besonders betroffen sein. Ist der Kiefer zurückgezogen, sind die hinteren Teile der Temporalis-Muskeln der Hauptverursacher. Auch eine verspannte Nackenmuskulatur kann Schädel und Kiefer in diese Fehllage bringen. Dasselbe gilt für den Fall, dass der Unterkiefer nach vorne verschoben ist. Hier ist vor allem der hintere Teil der seitlichen Pterygoideus-Muskeln verspannt. Falls eine Kopffehlstellung festgestellt wird, geht sie im Allgemeinen von den Muskeln aus, die an der Halswirbelsäule vorn angebracht sind.
Ein Kreuzbiss entsteht durch Verspannung des hinteren Teils der seitlichen Pterygoideus-Muskeln einer Seite. Ist also der Unterkiefer nach links verschoben, sind die rechten seitlichen Pterygoideus-Muskeln verspannt. Bei dieser Art von Kieferfehlstellung ist besonders auf Verdrehungen und Seitwärtsneigungen von Hals und übrigem Körper zu achten.
In der Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man jeweils genau diejenigen Muskeln, die die individuelle Kieferfehlstellung bewirken. Außerdem werden diejenigen Muskeln und Bindegewebspartien behandelt, die an einer Körperfehlhaltung beteiligt sind (siehe »Fehlhaltungen«), da man nur auf diese weise den Kiefer auf Dauer richtig stellen kann. Übungen und Körperbewusstseinstraining helfen, einen dauerhaften Erfolg zu erzielen und ein Wiederauftreten der Verspannung zu verhindern.
Knackgeräusche
Knackgeräusche bei der Kieferbewegung erschrecken zwar viele davon Betroffene, sind im Prinzip aber harmlos. Sie entstehen, wenn bei muskulär bedingten Kieferfehlstellungen der Unterkiefer mit einem Ruck über den Meniskus (ein Stückchen Knorpel) im Kiefergelenk rutscht. Da diese Stelle direkt am Ohr liegt, hört man das Geräusch sehr laut, und zwar über die Knochenleitung. Für Außenstehende ist das Knacken meist nicht hörbar.
Für den Betroffenen verschwindet das Geräusch im Allgemeinen nach Behandlung der verspannten Kiefermuskulatur mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® von alleine.
Kiefersperre
Vor allem nach langen Zahnbehandlungen, vorzugsweise bei älteren Menschen, kommt es vor, dass sich der Kiefer nicht mehr oder fast nicht mehr öffnen lässt. Die Betreffenden können häufig nur noch flüssige Nahrung mittels eines Strohhalms zu sich nehmen. Kauen ist unmöglich, zum Teil nicht nur deswegen, weil es unerträgliche Schmerzen verursachen würde, sondern auch weil durch die Sensomotorischen Amnesie, die inzwischen entstanden ist, das Gehirn die zuständigen Muskeln nicht finden kann. In letzterem Fall ist besonders das Bindegewebe in der Kiefer- und Unterzungenregion mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® zu behandeln; ansonsten natürlich die gesamte Kiefermuskulatur, die für das Schließen des Kiefers zuständig ist. Weil die Schließmuskulatur zu verspannt und damit zu kurz ist, geht der Kiefer nicht auf. Auch die kurzen Nackenmuskeln bzw. das Bindegewebe auf ihnen ist in solchen Fällen mit zu untersuchen und zu behandeln, da eine Kiefersperre häufig mit einer Kopf- bzw. Nackenfehlhaltung (siehe »Nackenfehlhaltungen«) verbunden ist.
Zahnschmerzen ohne Zahnbefund
Nicht selten gibt es Schmerzen, die sich original wie Zahnschmerzen anfühlen, bei denen aber auch der beste Zahnarzt an dem fraglichen Zahn oder den fraglichen Zähnen nichts finden kann. Der „Zahnschmerz“ kann so schlimm sein, dass die Betroffenen an nichts anderes denken und nachts nicht schlafen können. Sowohl Patienten wie Zahnärzte sind am Verzweifeln. Es wurden schon gesunde Zähne aus diesem Grund gezogen - der Schmerz aber blieb, und zwar genau an der Stelle, wo jetzt gar kein Zahn mehr war.
Diese Art von Schmerzen kommt gewöhnlich aus der Kiefermuskulatur, und zwar aus einem der Masseter- oder der Temporalis- oder der Digastricus-Muskeln (nähere Erklärung der genannten Muskeln s. Kapitel Kieferschmerz oben). Durch Behandlung dieser Muskeln mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® lassen sich diese Schmerzen meist rasch beseitigen.
Bei allen Kieferbehandlungen können zusätzlich Muskeln verspannt sein, die für Kopf- und Körperfehlhaltungen verantwortlich sind.
Wie bereits oben erwähnt, ist in seltenen Fällen durch zahnärztliche Manipulationen der Biss so verschoben, dass sekundär Verspannungen an der Kiefer- und Nackenmuskulatur und schließlich am ganzen Körper entstehen können. In solchen Fällen hilft nur Zusammenarbeit mit einem guten Zahnarzt und/oder Kieferorthopäden oder –chirurgen, so dass gleichzeitig der normale Biss wieder hergestellt wird. Ohne eine solche Restitution ist die körpertherapeutische Behandlung sinnlos.
Fallbeispiel: Es suchte mich (H.P.) ein junger Mann auf, der wegen Depressionen plötzlich berufsunfähig geworden war und kurz vor der stationären Unterbringung in der Psychiatrie stand. Folgendes war geschehen: Er hatte sich in gut gemeinter Vorsorge alle Amalgam-Füllungen und Metallkronen entfernen lassen. Leider hatte der behandelnde Zahnarzt die ursprüngliche Höhe der Zähne nicht mehr gefunden, so dass nun der ganze Biss nicht mehr stimmte. Darauf hin kam es ausgehend von der Kiefer- und Nackenmuskulatur zu einer Verspannung des gesamten Körpers, insbesondere auch der Atemmuskulatur. Das führte schließlich dazu, dass der bis dahin vollends gesunde junge Mann so depressiv wurde, dass er nur noch antriebslos vor dem Fernseher saß, jede Bewegung mied und schließlich berufsunfähig wurde. Durch Behandlung mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® bei gleichzeitiger Restitution des Gebisses durch einen neuen, spezialisierten Zahnarzt konnte ihm sehr schnell geholfen werden (siehe auch »Depression«).
Zur fraglichen Psychosomatik von Kieferbeschwerden siehe auch die Artikel
Therapeuten, die mit »Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl®« behandeln, finden Sie auf der Therapeutenliste.