Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl - Schmerztherapie mit der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl


Die Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl eignet sich besonders zur Behandlung  chronischer Beschwerden, bei denen sich organmedizinisch kein Befund erheben lässt:

In der Praxis hat sich gezeigt, dass sich all diese Leiden nicht nur in Kopf oder Seele der Betroffenen abspielen, sondern mit chronischen Verspannungen in Muskulatur und Bindegewebe verbunden sind. Gleichzeitig gibt es eine Störung in der Körperwahrnehmung, so dass die Verspannungen dem Bewusstsein nicht zugänglich sind und auch nicht einfach bewusst aufgelöst werden können. Es handelt sich also um Sensomotorische Störungen, d.h. um Störungen der Körperwahrnehmung, Bewegung und Steuerung.

Die Dauerkontraktionen bilden und verstärken sich durch Verletzungen, psychische Belastungen, Fehlhaltungen und „dumme Gewohnheiten“. Sie finden sich gewöhnlich nicht nur am Ort der Beschwerden, sondern ziehen sich als unbewusstes individuelles Spannungsmuster durch den ganzen Körper. In einem Kreisprozess reagiert stets der gesamte Organismus –mit Leib und Seele. Ist man in diesen Dauerkontraktionen gefangen, fühlt man sich körperlich wie seelisch schlecht und findet allein keinen Ausweg.

Lernen zu spüren, was man tut

Die von Dr. Pohl entwickelte Sensomotorische Körpertherapie umfasst sowohl neurobiologisch fundierte manuelle Verfahren zur Befreiung und Selbstbefreiung von unbewussten Verspannungen wie auch ein ausgedehntes Körperbewusstseinstraining. Sie besteht aus fünf ineinander greifenden Verfahren

Die Sensomotorische Körpertherapie besteht aus fünf ineinandergreifenden Verfahren, die allesamt den Zweck haben, Dauerkontraktionen in Muskulatur und Bindegewebe zu lösen und damit die Beschwerden zu beseitigen:

1) Pandiculations nach Thomas Hanna (Hanna Somatics):
Mittels sensomotorischen Feedbacks seitens des Therapeuten lernt man unwillkürlich angespannte Muskeln (die man bewusst nicht entspannen kann) zunächst noch stärker anzuziehen und dann allmählich die Spannung zurück zu nehmen, bis die Muskeln sich entspannen. Im Idealfall lassen sie sich dann wieder in vollem Umfang bewusst bewegen und sind wieder voll spürbar.

2) Aktive Myogelosen- oder Triggerpunktbehandlung:
Dabei drückt der Therapeut auf verbliebene schmerzhaft punktuelle Verhärtungen in der Muskulatur, während der Patient selbst durch allmählich freier werdende Bewegung in den entsprechenden Muskelabschnitten die Verspannung löst. Auch dadurch werden die Muskeln wieder besser steuerbar und der Körper spürbarer. Die Orientierung im eigenen Körper wird klarer. Dieses Verfahren kann der Patient auch zur Selbstbehandlung lernen.

3) Bindegewebsbehandlung:
Dabei arbeitet man das Bindegewebe der Haut und Unterhaut an den betroffenen Stellen mit winzigen, rollenden Bewegungen zwischen den Fingern extrem langsam durch. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich damit vor allem Körpergefühlsstörungen behandeln lassen. Dazu zählen z. B. unangenehme Gefühle von Brennen, Taubheit und Kribbeln ohne organischen Befund; diffuse, aber quälende Spannungsgefühle z. B. im Unterbauch oder Beckenboden; das Gefühl von „schwerer Last auf den Schultern“, Fremdkörpergefühle wie der „Kloß im Hals“, „Gefühl von Dicksein“ bei Magersucht usw.. Durch Lockerung des Bindegewebes werden auch die darunter liegenden Muskeln wieder freier beweglich und bewusster spürbar.

4) Körperbewusstseinstraining:
Hierbei lernen die Patienten, allmählich wahrzunehmen, wie und was sie aktuell während der Behandlung aber auch in ihrem Alltag und vor allem in Belastungssituationen jeweils unwillkürlich angespannt halten und wie sie selbst aus solchen Anspannungen wieder herauskommen bzw. sie überhaupt vermeiden können. Das Körperbewusstseinstraining zieht sich als roter Faden von Anfang bis Ende durch alle Behandlungen. In vollem Umfang ist es erst durchführbar, wenn die Muskulatur durch die anderen Verfahren wieder willkürlich steuerbar ist. Mit dem Hintergrundswissen der funktionellen Anatomie und geeigneter Vorstellungsbilder lernt der Patient zu verstehen, was genau er durch die Dauerspannungen bei Alltagsbewegungen unwillkürlich falsch gemacht hat und wie er die Funktionen( z.B. die Atmung) anatomisch richtig und frei ablaufen lassen kann. 

5) Sensomotorische Übungen:
Diese Übungen werden meist im Liegen ausgeführt und zwar langsam und mit großer Achtsamkeit, d. h. es geht wieder darum, zu spüren, was man tut. Auch die Übungen dienen der Verbesserung von Beweglichkeit und Bewusstheit. Sie können auch in der Gruppe eingeübt und zuhause einzeln fortgeführt werden.

Alle fünf Verfahren haben den Zweck, unbewusste Dauerkontraktionen in Muskulatur und Bindegewebe zu lösen, sie dem Bewusstsein zugänglich zu machen und damit die Beschwerden zu beseitigen. Stets ist der Patient als aktiver Partner gefragt. Durch die verschiedenen Verfahren lernt er, sich auf neue Art zu bewegen und zu spüren und sich selbst als psychophysische Einheit zu verstehen. Er erkennt, auf welche Belastungssituationen er noch mit welchem Spannungsmuster reagiert, und wie er das ändern kann.

Durch das Wiederbeleben des beseelten, bewegten, gespürten Körpers erhält man Zugang zu Aspekten seiner selbst, die vorher der Aufmerksamkeit entgingen. Dadurch verliert man im Idealfall nicht nur seine Beschwerden, sondern es entsteht ein Gefühl von Befreiung, Lebenslust und Tatendrang.

Die Sensomotorische Körpertherapie kann unmittelbar mit rein sprachlichen Formen der Psychotherapie verbunden werden.