Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
Sensomotorische Körpertherapie
nach Dr. Pohl®
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Ursachen und Auslöser chronischer Unterleibsschmerzen

Operationen, Narben, dumme Angewohnheiten und Fehlhaltungen, Vergewaltigungen und andere Traumen, falsche Kleidung und psychische Belastungen können Ursache oder Auslöser chronischer Unterleibsschmerzen sein.

Chronische Unterleibsschmerzen, bei denen sich keine organische Ursache finden lässt, haben vor allem folgende Ursachen:

Als Auslöser und Verstärker können wirken


Ursachen

Narben, Operationen

SchmerzregionUnterleibsschmerzen treten sehr häufig im Anschluss an Unterbauchoperationen auf - manchmal auch viele Jahre danach. Diese postoperativen Schmerzen gehen vom verspannten Gewebe an den Narben und in der Narbenumgebung aus.  Als Verursacher kommen vor allem in Betracht

  • Blindarmoperationen
  • Bruchoperationen (besonders häufig: Nabel- und Leistenbrüche)
  • Kaiserschnitte
  • Hysterektomien (Gebärmutterentfernungen)
  • Operation von Verwachsungen, Briden
  • vorübergehende künstliche Darmausgänge
  • Schlüsselloch-Operationen über den Nabel
  • und andere Unterleibsoperationen

SchmerzregionDie betreffende Narben selbst und die Gegend um die Narben herum sind gewöhnlich fester als das umgebende Gewebe, sie sind druckschmerzhaft und lassen sich kaum vom Untergrund abheben. (Eine ausführlichere Darstellung des Narbenproblems allgemein finden Sie unter Narbenschmerzen und Narbenbeschwerden).

Leider sind postoperative Schmerzen (persistent postsurgical pain) und deren Ursachen bei den meisten Ärzten bisher unbekannt. Die Chirurgen sehen die Patienten nur unmittelbar nach der (gelungenen) Operation und haben keine Ahnung von den Folgeschäden. Da die Ursache unbekannt ist, werden postoperative Unterleibsschmerzen oft für psychisch gehalten (siehe Der Bauch und die Psyche). Oder es wird tragischerweise nachoperiert. Dabei entstehen immer neue Narben, deren Schmerzen dann Anlass für neue Operationen sind - ein Teufelskreis. Die Betroffenen selbst sind an diesem Teufelskreis oft aktiv beteiligt. Da sich die Schmerzen für sie anfühlen, als kämen sie von ganz innen, denken sie, bei den vorigen Operationen sei

  • etwas übersehen
  • etwas falsch zusammen genäht,
  • etwas im Bauch vergessen

worden etc. Daher drängen sie die Ärzte, nochmals aufzumachen, um von ihrem Leiden endlich erlöst zu werden - leider wieder vergebens.


Vergewaltigungen und sexueller Missbrauch

Vergewaltigungen sind nicht nur ein psychisches Trauma, sie hinterlassen auch deutliche Verspannungen und damit Schmerzquellen im Körper. Schon dadurch, dass das Opfer dabei

  • nicht sexuell erregt ist
  • nicht feucht wird
  • insgesamt in Abwehr und Angst ist

sind alle Muskel- und Bindegewebspartien von Unterbauch und Beckenboden bei der Vergewaltigung extrem angespannt - und bleiben es häufig auch noch lange Zeit nach dem Vergewaltigungstrauma.

Durch diese unwillkürlichen Dauerspannungen bildet sich häufig eine negative Erwartung und Angst in Bezug auf alle sexuellen Kontakte mit einem Mann. Es kommt zur Übergeneralisierung: einem unwillkürlichen körperlichen Zusammenziehen vor dem Eindringen des Mannes, auch wenn es der geliebte Partner ist. Das kann jeden normalen Sex unmöglich machen und zu Unterbauch-, Beckenboden- und Scheidenkrämpfen führen. In extremen Fällen erfolgt Notaufnahme im Krankenhaus (siehe Vaginismus). Zur Behandlung dieser Schäden durch Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch siehe Die Behandlung von Unterleibsschmerzen.


Andere traumatische Verletzungen

Andere Traumen sind vor allem stumpfe Verletzungen des Bauchraums durch Stöße, Hiebe, Tritte, Unfälle (dabei kann sich z. B. einen Fahrradlenker oder ein Autolenkrad in den Bau rammen). Ursache und Reaktionen sind hier individuell sehr unterschiedlich. Die Folgen solcher Verletzungen können sich auch nach Jahren noch bemerkbar machen.


Psychische Belastungen

Zwar sind chronische Unterleibsschmerzen, bei denen man keine Beeinträchtigungen an den inneren Organen findet, nicht in dem Sinne psychosomatisch, dass sie nur im Kopf oder Psyche der Betroffenen existieren. Wohl aber können sie sich unter psychischer Belastung verstärkt bemerkbar machen, weil sich dann der Bauch reflexhaft mehr anspannt. Mehr zur psychischen Komponente erfahren Sie unter Der Bauch und die Psyche.

Identifikationen

Beobachten wir kranke nahestehende Personen mit organisch bedingten Unterbauchschmerzen, z.B. mit Blasenkrebs, Gebärmutterkrebs und beschäftigen uns innerlich viel mit deren Leid, kann das dazu führen, dass wir selbst Unterbauchschmerzen bekommen. Müssen wir ständig mit ansehen, wie sich jemand vor Schmerzen krümmt, kann es durch starkes Mitgefühl zu einer Über-. Aktivität der Spiegelneuronen im Gehirn und zu einer unbewussten Identifikation mit dem Leidenden kommen. Wir ziehen uns dann unwillkürlich ebenfalls im Unterbauch zusammen. Manchmal haben Hinterbliebene dann an der gleichen Stelle Beschwerden wie Verstorbene.


Dumme Angewohnheiten und Fehlhaltungen

Bei körperlichen dummen Angewohnheiten bringt man Muskeln so häufig in Dauerkontraktion, bis sich der Zustand automatisiert, so dass man nicht mehr anders kann. Es entsteht eine eingefleischte Gewohnheit, bei der Muskeln und Bindegewebe / Faszien in einem dauernden Verkürzungszustand sind, der willkürlich nicht mehr korrigierbar ist.

Baucheinziehen

Den Bauch ständig eingezogen zu halten, ist bei weitem die häufigste und gleichzeitig die dümmste und schädlichste aller Angewohnheiten. Meist zieht man den Bauch zuerst absichtlich ein, während man das später unabsichtlich ständig tut. Das Einziehen ist auf Dauer sehr ungesund und das Gegenteil von Fitness, denn es schränkt die Atmung ein und kann Funktionsstörungen an den inneren Organen wie z. B. Blasenbeschwerden, bewirken. Ausführlicher unter Fester, flacher Bauch - pro und contra.

Vorgebeugtes Sitzen im Rundrücken

Sitzen im Rundrücken mit eingeklemmtem Unterbauch ist eine sehr häufige, sehr beliebte Gewohnheit, die
vorgebeugtes Sitzenvorgebeugtes Sitzen

  • sofort die Bauchatmung einschränkt und
  • auf Dauer Verspannungen im Unterbauch bewirkt und
  • damit zu entsprechenden Beschwerden führen kann

Sitzen auf zu niedrigen Stühlen oder Sesseln (Abb. ganz rechts)und arbeiten an zu niedrigen Arbeitsplatten begünstigen diese Gewohnheit. Sitze, die hinten tiefer sind als vorn (viele Autositze!!) führen unweigerlich zum Entstehen dieser Sitzhaltung. Sie führt außer zu Unterbauchbeschwerden, die von der Bauchdecke ausgehen, auch zu Atemstörungen häufig auch zu Nackenschmerzen.

Sitzen und Stehen mit stark gebeugten Hüftgelenken

Hüftgelenksbeuger
Der Iliopsoas-Muskel als Hüftgelenksbeuger

Wenn die Unterleibsbeschwerden von verspannten Iliopsoasmuskeln im Inneren des Bauchs ausgehen, gebeugte Hüftgelenkeliegt die Ursache oft darin, dass man mit zu stark gebeugten Hüftgelenken sitzt oder steht.

  • Im aufrechten Stehen sollten die Hüftgelenke gar nicht gebeugt sein
  • im Sitzen nur im 90°-Winkel gebeugt sein, so dass Oberschenkel und Körper einen rechten Winkel bilden.

 


Am häufigsten entsteht die überstarke Beugung der Hüftgelenke

  • wenn die Arbeitsplatte zu weit weg ist
  • wenn Arbeitsplatte oder Tisch zu niedrig sind ( so dass man die Beine nicht mehr darunter bringt).

gebeugte HüftgelenkeEine chronisch stärkere Beugung in den Hüftgelenken führt zu einer Fehlhaltung(siehe unter Unterleibsschmerzen was schmerzt und wo?). Da der Psoas-Muskel innen an der Wirbelsäule ansetzt, ist diese Fehlhaltung häufig mit Rückenschmerzen verbunden (siehe unter Kreuzschmerzen durch Psoasverspannung).

Falsche Kleidung

Eine völlig banal erscheinende Ursache für Unterleibsschmerzen, auf die man gewöhnlich nicht kommt, liegt in der Kleidung.
gebeugte HüftgelenkeGefährlich sind vor allem

  • starre enge Gürtel
  • starre, große Gürtelschnallen
  • zu enge, unelastische Hosenbünde.

Harte Gürtel, in der Taille oder tiefer getragen, bewirken vor allem bei vorgebeugtem Sitzen halbringförmige Einschnürungen des Unterbauchs, die sich mit der Zeit schmerzhaft bemerkbar machen können. Eine große, starre Gürtelschnalle z. B. aus Metall, die man sich im Sitzen in den Bauch drückt, kann mit der Zeit einen "unerklärlichen" Schmerz in der Unterbauchmitte hervorrufen.


Chemotherapie

Chemotherapie in der Krebsbehandlung kann zu starken Verfestigungen im Bindegewebe / Faszien der Haut und Unterhaut von Bauch und Brustkorb führen, so dass man sich fühlt wie in einem Panzer und Schmerzen entwickelt.


Auslöser von Unterleibsschmerzen

Manche Faktoren lösen zwar akut Unterleibsschmerzen aus, aber nur wenn zuvor schon Unterleibsverspannungen durch andere Ursachen bestanden haben. Zu den Auslösern zählen vor allem

Hormonelle Auslöser, Periodenschmerzen, PMS

Bei Frauen treten Unterbauchschmerzen häufig vor oder während der Menstruation auf oder verstärken sich in dieser Zeit. Daher glauben die meisten Frauen (aber auch die meisten Ärzte), die hormonelle Umstellung sei die Ursache dieser Schmerzen (siehe Menstruationsschmerzen).

In Wirklichkeit ziehen sich unter bestimmen hormonellen Bedingen Bindegewebe / Faszien und Muskulatur nur verstärkt zusammen. Die Schmerzen spürt man da, wo schon vorher Verspannungen waren, die jetzt erst schmerzhaft zum Vorschein kommen. Daher haben Frauen ganz unterschiedliche Periodenschmerzen: außer Unterleibsschmerzen können es Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Oberschenkelschmerzen, u.v.a.m. sein. Wer nicht verspannt ist, hat gar keine Periodenschmerzen.

Da die hormonelle Situation nicht ursächlich sondern auslösend ist, kann man Menstruationsschmerzen ohne weiteres mit der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® zum Verschwinden bringen (siehe Die Behandlung von Unterleibsschmerzen).


Kälte

Ein verspannter Unterbauch ist bei vielen in hohem Maße kälteempfindlich und reagiert schon auf einen kalten Luftzug. Ein nasser Badeanzug oder das Stehen vor einer Tiefkühltruhe im Supermarkt reichen oft aus, latente Unterleibsschmerzen akut zu machen. Häufig führt Kälte am Unterbauch auch zu Blasenbeschwerden.


Psychische Belastungen

Zwar sind chronische Unterleibsschmerzen, bei denen man keine Beeinträchtigungen an den inneren Organen findet, nicht in dem Sinne psychosomatisch, dass sie nur im Kopf oder Psyche der Betroffenen existieren. Wohl aber können sie sich unter psychischer Belastung verstärkt bemerkbar machen, weil sich dann der Bauch reflexhaft mehr anspannt. Mehr zur psychischen Komponente erfahren Sie unter Der Bauch und die Psyche.


Viele Faktoren zusammen

Häufig wirken bei Unterleibsschmerzen viele Faktoren zusammen. Im Laufe des Lebens kann man sich durch Operationen, Verletzungen, Narben, dumme Angewohnheiten, falsche Kleidung etc. immer mehr Schutzhaltungen und Verspannungen im Unterbauch zulegen, die sich unter psychischen und anderen Belastungen noch verstärken, bis irgendwann die Unterleibsschmerzen zum Ausbruch kommen.


Die Behandlung von Unterleibsschmerzen

Leider führt das Erkennen der Ursachen noch nicht zur Schmerzfreiheit, wenn es auch, Ängste nehmen, die Verkrampfung lockern und damit den Schmerz etwas lindern kann.

Wie man mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® professionell eingefleischte Gewohnheiten auflösen, Narben behandeln, ein Körperbewusstsein für dieses Gebiet entwickeln kann und vieles anderes mehr, erfahren Sie unter Die Behandlung von Unterleibsschmerzen.

Therapeuten, die Unterleibsschmerzen mit dieser Methode behandeln, finden auf der Therapeutenliste.

Das Buch von Dr. Pohl

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