Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
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nach Dr. Pohl®
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Blasenbeschwerden ohne medizinischen Befund

Blasenbeschwerden durch Verspannungen, Harndrang, Reizblase, Harnverhalt, Inkontinenz, Blasenschmerzen, Harnröhrenschmerzen, Paruresis, Bettnässen, Ursachen und Behandlung.

Lage der Blase

Lage der Blase

Blasenbeschwerden ohne medizinischen Befund gehen gewöhnlich von Verspannungen aus. Blasenbeschwerden dieser Art sind sehr häufig. Aus Scham spricht man nur selten davon, weshalb man wenig davon weiß und die Betroffenen oft meinen, sie allein seien von dem meist als peinlich empfundenem Problem betroffen.

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Was die Blase mit Verspannungen zu tun hat

Die Urologie sieht gewöhnlich keinerlei Beziehung zwischen Blasenbeschwerden, Muskeln und Bindegewebe/Faszien. Daher hält sie Blasenbeschwerden ohne Befund für rein psychisch (was sie jedoch keinesfalls sind). Auch im Alltag kommt man nicht auf die Idee, dass die äußere Umgebung der Blase etwas mit ihrem Funktionieren zu tun haben könnte. In über zwanzig Jahren körpertherapeutischer Untersuchungen und Behandlungen hat sich jedoch heraus gestellt, dass funktionelle Blasenbeschwerden immer mit Verspannungen zu tun haben - ohne Ausnahme.

Welche Muskeln besonders betroffen sind
Bei allen Blasenbeschwerden sind in mehr oder weniger starkem Umfang folgende Muskeln betroffen:

  • Der untere Teil des geraden Bauchmuskels (Abb. links)
  • Der Iliopsoas-Muskel (Abb. Mitte)
  • Die Adduktoren-Muskeln innen an den Oberschenkeln (Abb. rechts)
  • Die Beckenboden-Muskeln (Abb. unten quer)

gerader Bauchmuskel und ZwischenrippenmuskelIliopsoas-MuskelAdduktoren-Muskeln
Beckenboden von oben

Das sind genau diejenigen Muskeln, die Sie anspannen, wenn Sie unbedingt auf die Toilette müssen und sich den Harndrang verkneifen. Sie ziehen Bauch und Beckenboden fest, beugen die Hüftgelenke und pressen die Oberschenkel zusammen. Es sind auch die Muskeln eines bestimmten Spannungsmusters, das sich durch den ganzen Körper zieht. Dieses Stoppmuster ist oft mit einer vorgebeugten Haltung und Atemeinschränkungen verbunden - und manchmal auch mit Angst, Depression, und anderen Beschwerden.

Lesen Sie weiter unten unter Die Blase und die Atmung und unter Blase, Angst und Depression mehr davon.

Welche Bindegewebspartien besonders verspannt sind
Sehr oft ist auch das Bindegewebe / Faszien der Haut und Unterhaut bei Blasenbeschwerden verspannt und verfestigt:

  • auf dem unteren Unterbauch
  • auf dem Beckenboden
  • auf den Innenseiten der Oberschenkel

An diesen Stellen sowie an den Füßen kann das Bindegewebe / Faszien bei Blasenbeschwerden ständig kalt und extrem kälteempfindlich sein. Dazu finden Sie unten mehr unter Die Blase und die Kälte


Die einzelnen Beschwerden

Häufiger Harndrang, Reizblase

Der häufige Harndrang wird bei Frauen meistens Reizblase genannt, bei Männern Pollakisurie, manchmal wird der häufige Harndrang bei Männern auch der chronischen Prostatitis zugerechnet (siehe unter Chronische Prostatitis). Der Harndrang kann so ausgedehnt sein, dass manche Patienten tagsüber alle 20 Minuten und nachts bis zu 10 mal die Toilette aufsuchen. Dabei kommen nur winzige Portionen an Harn. Das Wasserlassen bringt oft eine momentane Erleichterung, d.h. der Handrang schwächt sich für kurze Zeit ab. Es gibt aber auch Menschen, die einen ständigen Harndrang verspüren, egal wie oft sie Wasser lassen. Häufiger Harndrang koppelt sich manchmal mit Drang-Inkontinenz Das heißt, wenn die Patienten nicht rechtzeitig genug eine Toilette erreichen, geht etwas Urin in die Hosen.

Harndrang und Angst
Bei der Reizblase bzw. der Pollakisurie ist die die Verbindung Angst - Harndrang besonders ausgeprägt. Der häufige Harndrang (und erst recht die Drang-Inkontinenz) ist den Betroffnen äußerst peinlich und sie haben meist große Angst, in Gegenden ohne Toiletten zu kommen oder die Toilette nicht mehr rechtzeitig zu erreichen. Gewöhnlich kennen sie den Standort aller öffentlichen Toiletten auswendig.

Teufelskreis
Das Dumme ist, dass der Drang umso stärker wird, je mehr die Angst steigt, nicht "müssen" zu dürfen (weil zum Beispiel weit und breit keine Toilette anzutreffen ist), denn die Patienten spannen unwillkürlich vor lauter Angst immer noch mehr unten an, verstärken dadurch den Harndrang und drosseln gleichzeitig die Atembewegung in den Unterbauch ab. Dadurch hyperventilieren sie mit den oberen Atemmuskeln Hyperventilation und Formen der Fehlatmung), was wiederum die Angst steigert - ein Teufelskreis.

Einengung des Lebens
Manche fahren deshalb nicht mehr S-Bahn, weil es dort keine Toiletten gibt, manche meiden sogar Kino-, Theater- und Konzertbesuche, weil es ihnen peinlich ist, während der Vorstellung aufstehen und hinausgehen zu müssen. Das kann bis zu einer generellen Einengung des Lebens wie bei manchen Phobien führen. Der Patient hängt an der Leine der Blase. Wie diese Blasenbeschwerden entstehen, steht unter Ursachen von Blasenbeschwerden beschrieben. Unter Selbsthilfe finden Sie Erste-Hilfe-Maßnahmen, die Sie selbst durchführen können. Wie man häufigen Harndrang behandeln kann, finden Sie unter Die Behandlung von Blasenbeschwerden. Auf der Therapeutenliste finden Sie kompetente Behandler dieser Art von Störungen.


Drang-Inkontinenz, Stress-Inkontinenz

Drang-Inkontinenz und Stress-Inkontinenz sind zwei Formen nicht organisch bedingter Blasen-Inkontinenz. Drang-Inkontinenz meint, dass man es bei heftigem, oft sehr plötzlich auftretendem Harndrang nicht mehr schafft, rechtzeitig eine Toilette aufzusuchen und den Urin nicht mehr zurück halten kann. Stress-Inkontinenz meint, dass es bei körperlichen Belastungen wie Husten, Niesen zu Urinabgang kommt, weil die Schließmuskeln auf diesen heftigen Reiz nicht adäquat reagieren können. Kommt man dagegen im landläufigen Sinn unter "Stress" kann man eine Drang-Inkontinenz haben.

Beckenbodentraining oft schädlich
Jeder meint, bei nicht organisch bedingter Inkontinenz seien die Blasenschließmuskeln und der Beckenboden zu schwach und müssten deshalb trainiert werden. Häufig lernen die Betroffenen mit Beckenbodenprogrammen, ihre Beckenbodenmuskeln ständig angespannt zu halten. Das ist unserer Meinung nach geradezu schädlich. Man trainiert sich seine Blasenstörungen damit erst richtig an.

Inkontinenz durch Verspannung
Aufgrund 20-jähriger körpertherapeutischer Erfahrung vertreten wir die Ansicht, dass auch Inkontinenz auf Verspannungen zurück geht. Durch die Verspannungen sind die Muskeln nicht mehr so gut steuerbar (Drang-Inkontinenz, sensomotorische Amnesie). Häufiger noch haben sich auch im Bindegewebe / Faszien der Haut und Unterhaut von unterem Unterbauch und Beckenboden/Damm solche Verspannungen gebildet, dass die darunter liegenden Muskeln nicht anspringen (Stress-Inkontinenz).

Wie diese Blasenbeschwerden entstehen, steht unter Ursachen von Blasenbeschwerden. Wie man diese Formen von Inkontinenz behandeln kann, finden Sie unter Die Behandlung von Blasenbeschwerden beschrieben. Auf der Therapeutenliste finden Sie kompetente Behandler dieser Art von Störungen.


Funktioneller Harnverhalt

Beim funktionellen Harnverhalt findet man bei der urologischen Untersuchung kein Hindernis (keinen Stein, keine Geschwulst etc) in Blase oder Harnröhre, nichts, was das Wasser lassen verhindern würde. Vielmehr verhindert man das Wasser lassen unwillkürlich selbst, indem man - ohne es zu wollen - die Schließmuskeln der Blase und die Muskeln des Unterbauchs angespannt hält, anstatt sie locker zu lassen. Bewusst möchte man unten aufmachen, unbewusst hält man unten zu. Es handelt sich also um eine unbewusste Harnzurückhaltung. Der schließlich unwillkürlich und automatisch ablaufende Harnverhalt ist oft früher bewusst trainiert worden, z. B. weil im Beruf über Stunden keine Möglichkeit bestand, die Toilette aufzusuchen, oder weil der Patient selbst meinte, seine Arbeit nicht so lange unterbrechen zu können.

Was Harnverhalt verschlimmert
Häufig verschlimmern die eigenen Anstrengungen, den Harnverhalt zu überwinden, das Problem noch, denn es wird nicht selten versucht, mit dem Bauch zu pressen, den Bauch also einzuziehen, um unten etwas heraus zu bekommen. Wegen des Synergismus von Unterbauch- und Beckenbodenmuskulatur zieht sich dabei aber automatisch die Beckenbodenmuskulatur inklusive des Blasenschließmuskels noch stärker zusammen. Restharn und Entzündungen können die Folge funktionellen Harnverhalt sein.

Der Trick mit dem Wasserhahn:
Die Betroffenen mit Harnverhalt überlisten sich manchmal selbst, indem sie zuerst den Wasserhahn aufdrehen, um sich durch das Geräusch des plätschernden Wassers animieren zu lassen. Leider wirkt dieser Trick auch nicht immer und ist auch nicht immer durchführbar.

Wie diese Blasenbeschwerden entstehen, steht unter Ursachen von Blasenbeschwerden. Wie man Harnverhalt behandeln kann, finden Sie unter Die Behandlung von Blasenbeschwerden beschrieben. Auf der Therapeutenliste finden Sie kompetente Behandler dieser Art von Störungen.


Paruresis (Unfähigkeit in Gegenwart anderer zu urinieren)

Bei der Unfähigkeit, in Gegenwart anderer zu urinieren (Paruresis oder "shy bladder"), handelt es sich um einen Spezialfall von Harnverhalt. Frauen fürchten meist, dass andere sie beim Wasserlassen hören könnten. Männer, dass andere Männer sehen könnten, wie sie urinieren bzw. nicht urinieren. Öffentliche Toiletten, vor allem Pissoirs können zum großen Problem werden.

Der Teufelskreis
Je mehr sich die Betroffenen anstrengen und je mehr sie das Ereignis fürchten, umso stärker spannen sie die Schließmuskeln an, um so starrer wird der Unterbauch und desto weniger geht.

Peinliches Erlebnis in der Vergangenheit
Bei Paruresis, der Unfähigkeit anderer zu urinieren hat oft in der Vergangenheit irgendein peinliches Erlebnis stattgefunden, das mit Urinieren in Gegenwart anderer verbunden war. Man fürchtet dann vor allem, dass andere das eigene Urinieren hören könnten. Leider verschwinden die Beschwerden nicht, wenn man nur aufhört, den Harn nicht mehr bewusst zurück zu halten oder sich an das auslösende Erlebnis zu erinnern.

Was helfen kann
Was wirklich helfen kann, steht unter Behandlung von Blasenbeschwerden. Therapeuten, die sich mit diesem Problem auskennen, finden Sie auf der Therapeutenliste.


Andere Entleerungsstörungen, Miktionsstörungen

Außer dem Harnverhalt und der Paruresis gibt es noch andere Schwierigkeiten beim Wasserlassen, ohne dass ein organisches Hindernis (wie z.B. eine Geschwulst in der Harnröhre) vorliegt. Es handelt sich um

  • Startschwierigkeiten beim Urinieren
  • Zu dünner Harnstrahl
  • Verdrehter Harnstrahl
  • Harnstrahl ohne Druck
  • "Stottern" beim Wasserlassen
  • Nachträufeln

und ähnliche Beschwerden. Da man hier keine "organische" Ursache findet, gelten auch diese Störungen oft als psychosomatisch in dem Sinne, dass sie nur im Kopf des Betroffenen stattfinden, was jedoch nicht stimmt.

Funktionelle Enge der Harnröhre
Wie beim oben dargestellten Harnverhalt liegt vielmehr auch hier eine funktionelle Enge in der Harnröhren- und Beckenbodenmuskulatur vor, die durch Verspannungen bedingt ist. Die Verspannungen können sich unter psychischen Belastungen und bei entsprechenden Fehlhaltungen verstärken(siehe Artikel Alles psychosomatisch?). Wie bei allen Blasenstörungen ist gewöhnlich auch bei funktionellen Miktionsstörungen die Atmung mit betroffen (siehe Fehlatmung). Wie man diese Beschwerden behandeln kann, steht unter Behandlung von Blasenbeschwerden. Therapeuten, die sich mit diesem Problem auskennen, finden Sie auf der Therapeutenliste.


Rezidivierende Blasenentzündungen

Wiederkehrende Blasenentzündungen mit Erreger: Bei chronisch rezidivierenden, also immer wieder kehrenden Blasenentzündungen können Erreger in Form von Bakterien eine Rolle spielen. Antibiotika helfen dabei aber immer nur kurzfristig. Manche Patienten stehen deswegen monatelang unter Antibiotika oder nehmen sie ständig immer wieder.

Restharnbildung
Körpertherapeutisch verstanden kann rezidivierenden Blasenentzündungen folgender Mechanismus zugrunde liegen: Durch Verspannungen in Unterbauch und Beckenboden kann es zur Restharnbildung kommen, das heißt die Blase wird beim Wasserlassen nicht vollständig entleert. Damit werden aber eventuell vorhandene Bakterien nicht herausgespült. Vielmehr können sie sich nun im stehenden Harn gut vermehren - das spürt man als Blasenentzündung.

Wiederkehrende "Blasenentzündungen" ohne Erreger
Es gibt wiederkehrende "Blasenentzündungen", bei denen sich gar keine Erreger finden lassen, die aber die gleichen Symptome aufweisen: Häufiger Harndrang, der so stark und plötzlich sein kann, dass er mit einer Dranginkontinenz verbunden ist, Schmerzen im Bereich der Harnröhre und Blase, Brennen beim Wasserlassen. Die Betroffenen (es überwiegen die Frauen) könnten schwören, dass sie eine Blasenentzündung haben, es lassen sich im Urin aber keine Erreger finden.

Auswirkungen von Verspannungen
Tatsächlich spüren die Betroffenen direkt die Auswirkungen von Muskel- und Bindegewebsverspannungen im Bereich von Unterbauch und eventuell Beckenboden und Oberschenkel-Innenseiten. Die Behandlung mit Antibiotika ist in solchen Fällen natürlich sinnlos. Instinktiv behandeln sich übrigens viele Betroffene richtig, indem sie sich eine Wärmflasche auf die betroffenen Gebiete legen. Interessant ist dann, zu erfragen, wo die Wärmflasche genau hingelegt wird: auf den Unterbauch? Zwischen die Beine? Dort lassen sich die Hauptverspannungen finden. Und behandeln,.

Es gibt auch Blasenentzündungen mit oder ohne vermehrte Erreger (keimfrei ist in diesem Gebiet niemand), die speziell bei Frauen gehäuft nach Geschlechtsverkehr auftreten. Auch hier handelt es sich meist um direkte oder indirekte Auswirkungen von Verspannungen.
Wie man all diese vermeintlichen oder echten wiederkehrende Blasenentzündungen behandeln kann, steht unter Behandlung von Blasenbeschwerden. Therapeuten, die sich mit diesem Problem auskennen, finden Sie auf der Therapeutenliste.

Auswirkungen der Spirale
Vor einer körpertherapeutischen Behandlung sollte man allerdings abklären, ob die wiederkehrenden Blasenentzündungen nach Sex nicht durch eine Spirale bedingt sind, die die betreffende Frau sich zur Empfängnisverhütung hat einsetzen lassen. Es kann sich in solchen Fällen leicht eine ständige kleine, entzündete Wunde bilden. Die Erreger, die diese Wunde besiedeln, werden beim Sex bestens verteilt und in den Harnröhreneingang gerieben. In diesen Fällen hilft Entfernen der Spirale sofort.


Blasenschmerzen und Harnröhrenschmerzen

Diese Beschwerden werden auch als Urethralsyndrom bezeichnet. Der Harnröhrenschmerz wird meist am Ende der Harnröhre empfunden. Oft besteht gleichzeitig ein vermehrter Harndrang. Die Schmerzen können bei diesem Beschwerdebild extrem sein, manchmal bestehen sie dauernd, manchmal anfallsweise für mehrere Tage. Die Betroffenen (meist Frauen) leiden enorm, winden sich vor Schmerzen, Es besteht eine Schmerzangst im Vorfeld. Schwerste Schmerzmittel helfen oft kaum.

Sehr schwere Verspannung
Unserer Erfahrung nach handelt es sich um eine schwere Verspannung der Unterbauch- und Beckenbodenmuskeln, die auch Blase und Harnröhre in Mitleidenschaft zieht. Leider tragen daher urologische Untersuchungen wie Blasenspiegelungen, die für die Betroffenen sehr schmerzhaft sind, zur Verstärkung der Beschwerden bei. Die Ursachen dieser Blasenbeschwerden sind die gleichen wir bei den anderen. Wie man sie körpertherapeutisch behandeln kann, steht unter Behandlung von Blasenbeschwerden. Therapeuten, die sich mit diesem Problem auskennen, finden Sie auf der Therapeutenliste.


Bettnässen der Kinder

Das Bettnässen der Kinder lässt sich mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® gewöhnlich über das Bindegewebe / Faszien am Unterbauch der kleinen Patienten behandeln. Manchmal muss man eine Ganzkörper-Fehlhaltung mitbehandeln. In Anbetracht des geringen Alters gehen die Behandlungen gewöhnlich recht schnell. Auch ohne psychologische Interventionen können die Kinder schnell wieder trocken werden, was nicht nur die Kinder, sondern die ganze Familie entlastet.
Die Behandlung des Bettnässens ist ähnlich derjenigen bei anderen Blasenbeschwerden (siehe Die Behandlung von Blasenbeschwerden. Auf der Therapeutenliste finden Sie kompetente Behandler dieser Art von Störungen.)


Allgemeine Faktoren bei Blasenbeschwerden

Die Blase und die Kälte

Oft besteht bei häufigem Harndrang, Reizblase, Pollakisurie usw. eine extreme Kälteempfindlichkeit, d. h. die Betreffenden reagieren schon, wenn sie sich nur etwas der Kälte aussetzen, schon mit einer Verschlimmerung ihrer Beschwerden.

Kalter, kälteempfindlicher Unterbauch
Oft sind Unterbauch und/oder Beckenboden kälteüberempfindlich und fühlen sich kalt an, wen man darüber streicht. Häufige Kältereize dort sind:

  • das Öffnen einer Tiefkühltruhe im Supermarkt (der Kältestrom ist genau in Höhe der Blase).
  • Sitzen auf kalter Unterlage, z.B. Steine,
  • Schwimmen in kaltem Wasser,
  • die nasse Badehose nach dem schwimmen

Viele Blasenpatienten laufen vorsorglich bis in den Hochsommer hinein mit warmen Unterhosen herum und wagen erst gar nicht, baden zu gehen.

Blasenprobleme und kalte Füße
Es gibt auch eine Verbindung von kalten Füßen und Blasenproblemen. Stehen auf kaltem Steinboden reicht, um einen Harndrang auszulösen. Schon beim Gesunden lässt sich oft durch kalte Füße der Drang zur Toilette auslösen. Manche Blasenpatienten laufen winters wie sommers mit pelzgefütterten Schuhen herum.
Bis jetzt ist ungeklärt, woher diese Verbindung kommt - da ist sie auf jeden Fall.

Verspannungen im Bindegewebe
Die Überempfindlichkeit auf Kälte geht wie die Hypersensibilisierung auf Berührung, Druck und andere Reize gewöhnlich auf Verspannungen im Bindegewebe / Faszien der Haut und Unterhaut zurück (siehe auch unter Andere Missempfindungen). Das Bindegewebe / Faszien ist es, was sich von außen kalt anfühlt und auf Kälte reagiert. Diese Bindegewebsverspannung hat sich oft während eines Kälte- oder eines sonstigen Traumas gebildet und sich oft im Laufe der Zeit noch mehr ausgeprägt und weiter ausgedehnt.

Was dauerhaft helfen kann
Um die Kälteempfindlichkeit dauerhaft zu beseitigen, empfiehlt sich die Bindegewebs- / Faszienbehandlung der Sensomotorischen Körpertherapie nach D. Pohl® (siehe unter Ursachen von Blasenbeschwerden und unter Die Behandlung von Blasenbeschwerden. Auf der Therapeutenliste finden Sie kompetente Behandler dieser Art von Störungen.


Die Blase und die Atmung

Hier stutzen manche. Die Lunge atmet, die Blase sammelt den Urin. Was soll nun das miteinander zu tun haben? Die Verbindung kommt über die Atembewegung. Bei jeder Einatmung schiebt das Zwerchfell alle inneren Organe (inkl. Blase) nach unten Richtung Beckenboden - wenn der Bauch locker genug ist. Bei jeder Ausatmung schieben Unterbauch und Beckenboden die inneren Organe wieder nach oben.

Die Atmung bewegt die Organe
So sind die Organe immer auf der Wanderschaft. Offensichtlich brauchen die inneren Organe und ganz besonders die Blase diese Bewegung. Fällt sie aus, weil Unterbauch und Beckenboden zu verspannt, zu fest sind, entstehen als erstes Blasenprobleme (siehe hierzu auch: Formen der Fehlatmung und Atemstörungen) In der Angst atmet man mit verspanntem Unterbauch und Beckenboden schnell und kurz nach oben, Hyperventilation ist häufig.


Blase, Angst und Depression

Blasenbeschwerden lassen ein spezifisch jämmerliches, elendes Grundgefühl entstehen. Die Betroffenen wirken sehr leidend, auch wenn sie sich bemühen, sich nichts anmerken zu lassen. Starke Blasenbeschwerden durch Verspannung können

  • alles Denken, Fühlen und Handeln beherrschen
  • eine Minderung der beruflichen Leistungsfähigkeit bedingen
  • eine Frühberentung auslösen
  • zu sozialen Folgeschäden führen
    • Rückzug und Isolation,
    • Partnerschaftsprobleme
    • Sucht

Treten die Beschwerden auch in der Nacht auf (zum Beispiel der Handrang), ist auch der Schlaf der Patienten gestört, so dass sie sich oft tagsüber wie gerädert fühlen, Konzentrationsstörungen haben usw. (Siehe auch unter Schlafstörungen).

Hohe Affinität von Blase und Angst
Blasenprobleme haben eine hohe Affinität zu Angst und Depression. Bei akuter Angst kommt es auch beim "Normalen", also jemandem ohne Blasenleiden, zu Harndrang und manchmal zu einer Drang-Inkontinenz (man macht sich vor Angst in die Hose).
Bei chronisch häufigem Harndrang schwitzt man oft Blut und Wasser, ob man es noch bis zur Toilette schafft. Im Alltag bleibt man ängstlich auf der Hut. Hinzu kommen Ängste durch das Unerklärliche des Zustands, das Ausgeliefertsein und die Peinlichkeit der Beschwerden.

Chronisch häufiger Harndrang ist daher oft mit behandlungsbedürftiger Angst verbunden, während Blasenschmerzen und Krämpfe, häufige Blasenentzündungen wie auch Harnverhalt und Unterbauch- und Beckenbodenschmerzen eher mit Depression einhergehen.

Blasenbeschwerden sind nicht rein psychisch!
Das heißt aber nicht, dass die Beschwerden rein psychisch sind! Oft verläuft der Weg auch umgekehrt: erst kommen die Blasenbeschwerden und in Folge davon die psychischen Probleme. Auf Dauer wirken Blasenbeschwerden zermürbend. Man atmet so reduziert, dass es auf Stimmung und Antrieb schlägt, und wird nicht selten depressiv. Meist entstehen Kreisprozesse, bei denen sich Angst, Depression und Blasenbeschwerden gegenseitig hochschaukeln.

Was der Stimmung und der Blase helfen kann
Behandeln lassen sich sowohl die Blasenbeschwerden wie auch Angst und Depression körpertherapeutisch - egal, was zuerst da war. Wie das geht, steht unter Die Behandlung von Blasenbeschwerden.

Auf der Therapeutenliste finden Sie kompetente Behandler dieser Art von Störungen.

Das Buch von Dr. Pohl

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