Narbenschmerzen, Narbenbeschwerden, Taubheitsgefühle an Narben
Narbenschmerzen kommen relativ häufig vor. Zwar verursachen viele Narben zeitlebens weder Narbenschmerzen noch andere Narbenbeschwerden, doch gibt es Narben, die zur Quelle ernsthafter Schmerzen und Beschwerden werden. Narbenschmerzen können sich einerseits als ständiges Ziehen oder dumpfes Bohren äußern, andererseits können Narbenschmerzen aber auch nur bei bestimmten Gelegenheiten oder bei bestimmten Bewegungen auftreten. Außer Schmerzen gibt es als Narbenbeschwerden Missempfindungen wie Taubheitsgefühle, Kribbeln, Jucken, Kälte- oder Hitzegefühle, sowie andere Missempfindungen, die sich schwer beschreiben lassen, aber als ungeheuer störend und „nervend“ empfunden werden. Oft zeigt sich an alten Narben eine Wetterempfindlichkeit, das heißt Narbenschmerzen und/oder Narbenbeschwerden treten ganz besonders stark bei Wetterumschwüngen auf, besonders bei Änderungen zum Nasskalten hin. Manchmal fühlt sich die Umgebung von Narben auch dumpf, taub oder „wie tot“ an oder wie nicht mehr zugehörig zum Ganzen.
Oft sind Narben und Narbenumgebung so stark zusammen gezogen, dass es nicht nur zu Narbenschmerzen und/oder anderen Narbenbeschwerden kommt, sondern auch zu merklichen Bewegungseinschränkungen im Gebiet der Narbe. So ist zum Beispiel nach Brustoperationen der Arm der betroffenen Seite oft nicht mehr ganz nach hinten oder oben zu bewegen. Hier hat sich beim Heilungsvorgang das Bindegewebe von Haut und Unterhaut in der Umgebung der Narbe so stark zusammen gezogen, dass die Beweglichkeit des darunter liegenden Brust-Muskels eingeschränkt ist. Er sich nicht mehr voll ausdehnen, was für die Bewegung des Arms nach hinten oder oben notwendig wäre. Manchmal ist bei großen Narben eine ganze Körperseite von Missempfindung und Bewegungseinschränkung betroffen.
Ganz besonders häufig und stark kommt es bei Brandnarben zu Einschränkungen der Bewegung im Narbengebiet. So lassen sich zum Beispiel nach Brandverletzungen Ellbogen oder Knie nicht mehr ganz strecken oder beugen. Oft kann an den Brandnarben und/oder im Gebiet der Brandnarben harte Stränge in Haut und Unterhaut-Bindegewebe ertasten. Dieses Narbengewebe lässt sich nicht dehnen. Es gibt bei der Bewegung nicht nach, sondern fängt an zu spannen, sobald man den betroffenen Körperteil aktiv oder passiv zu bewegen versucht. Es scheint, als habe hier der Körper des Guten zu viel getan, denn das Zusammenziehen nach Verletzungen ist – vor allem bei klaffenden Wunden - ein normaler Heilungsvorgang, der von kontraktilen Bindegewebszellen, den Fibroblasten, ausgeführt wird, um die Wunde so schnell wie möglich zu schließen. Bleibt dieses Zusammengezogensein auf Dauer erhalten, entsteht eine Dauerkontraktion im Bindegewebe der Haut und Unterhaut (Cutis und Subcutis) und es kommt zur chronischen Bewegungseinschränkung.
Oft kommt es an Narben auch zu Adhäsionen, das heißt zur Ausbildung fester Bindegewebsstränge, die Haut und Muskeln miteinander verbinden, so dass die Muskeln und Sehnen nicht mehr im Bindegewebe gleiten können und die einzelnen Bindegewebsschichten wie verbacken miteinander wirken. Die Narbe ist dann auf dem Untergrund nur noch schlecht beweglich. Damit ist natürlich auch die Mikrozirkulation im Narbengewebe und seiner Umgebung gestört und An- und Abtransport von Nähr- und Abfallstoffen sind behindert. Von außen fühlen sich solche Narben und ihre Umgebung oft kalt an. Kelloide, das heißt gutartige oberflächliche Wucherungen in der Narbenumgebung sind dagegen meist beschwerdefrei.
Narben zeigen oft im Laufe der Zeit Veränderungen. Wenn es gut geht, werden sie immer flacher, blasser, unauffälliger und beschwerdefrei. Wenn es nicht gut geht, werden sie im Laufe der Zeit sogar stärker verfärbt und wulstig und verhärten sich immer noch mehr– und zwar noch nach Jahren und Jahrzehnten. Die Narben werden dann im Laufe der Jahre immer fester, die Struktur des Narbengewebes und seiner Umgebung wird unregelmäßiger und auf dem Untergrund weniger leicht verschiebbar. Daher treten Narbenschmerzen und andere Narbenbeschwerden oft nicht gleich nach dem Zuheilen von Verwundungen auf, sondern erst nach einiger Zeit, oft sogar erst nach Jahrzehnten. Interessant ist, dass Narben mitwachsen können. Das heißt: eine winzige Narbe, die man sich als Säugling zugezogen hat, kann zur riesengroßen Narbe beim Erwachsenen werden.
In der Umgebung von Narben kann man häufig leichte Schwellungen sehen und Unregelmäßigkeiten im Bindegewebe ertasten. Es scheint so zu sein, dass Narbengewebe nie den alten Zustand an Durchlässigkeit mehr erreicht. Dadurch kann es in der Umgebung der Narben – wenn sie unbehandelt bleiben - zu Stauungen, Verdichtungen und Verhärtungen kommen, die sich später unangenehm bemerkbar machen. Auch der Lymphrückstau, der z.B. nach Brustoperationen oft den Arm auf der operierten Seite anschwellen lässt, ist meist auf eine Verhärtung im Bindegewebe um die Operationsnarbe zurück zu führen. Die Bindegewebskontraktion um die Narbe kann hier wie eine Schlauchklemme wirken.
Manche Betroffenen spüren nur den Schmerz oder die Missempfindung, ohne sie mit ihrer alten Narbe in Verbindung zu bringen, da sich die Narbenschmerzen und die anderen Narbenmissempfindungen oft anfühlen, als kämen sie von tief innen, zum Beispiel vom Knochen oder von den inneren Organen. Durch manuelles Lösen des Narbengewebes und des Bindegewebes der Umgebung geben sich die „inneren“ Beschwerden jedoch, was zeigt, dass sie tatsächlich von außen kamen.
Manchmal ist sogar die Arbeit der inneren Organe durch die Verspannungen im Bindegewebe der Narbenumgebung tatsächlich beeinträchtigt. Dies kann schon dadurch geschehen, dass bei Narben am Rumpf durch das Zusammenziehen der Narbe und ihrer Umgebung die Atembewegung von Brustkorb, Bauch oder Rücken eingeschränkt sein kann. Dadurch entsteht nicht nur eine Atemreduktion mit all ihren negativen - auch biochemischen - Konsequenzen. Vielmehr wird zusätzlich auch die Motilität der inneren Organe eingeschränkt. Normalerweise werden die inneren Organe mit der Atembewegung ständig hin- und herbewegt und leicht massiert. Diese passive Bewegung der inneren Organe, die zum Beispiel deren bessere Durchblutung bewirkt, kann durch Narben am Rumpf eingeschränkt sein. Daher gibt es funktionelle Beschwerden, wie zum Beispiel Atembeschwerden, eine Reizblase, Magenbeschwerden und/oder -schmerzen oder Verdauungsbeschwerden, die durch Narben in der Bauchdecke verursacht sind. Solche Beschwerden wirken oft rätselhaft, solange man nicht auf den Verursacher, nämlich die Narbe kommt. Sie können durch Behandlung der Narben mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl© zum Verschwinden gebracht werden.
Die Naturheilkunde hat Narben bereits seit langem als „Störfelder“ erkannt. Leider kann man das von der Schulmedizin nicht immer sagen. Vielfach erfolgt hier zum Beispiel – vor allem bei Frauen – eine Bauchoperation nach der anderen, da sowohl Patientin wie Arzt meinen, die Ursache der Bauchschmerzen sei im Inneren zu finden. Wenn die Beschwerden jedoch von den mehr oder weniger äußerlichen Narben ausgehen, verschlimmern die Operationen das Problem nur, da es durch sie zu immer mehr Narbenbildungen kommt. Bei allen Narbenschmerzen, Narbenveränderungen und Narbenbeschwerden ist es jedoch völlig gleichgültig, ob die Narbe durch Unfälle, körperliche Attacken, Verbrennungen, Verbrühungen oder Operationen entstanden ist. Auch die erfolgreichste Operation kann zu späteren Narbenproblemen führen. Leider wissen die meisten Chirurgen von den Spätschäden in dem von ihnen operierten Gebiet nichts, da sie ihre Patienten meist nach der Operation nicht mehr zu sehen bekommen. Durch die Entwicklung der Mikrochirurgie ist aber schon viel zur Vermeidung großer Narben getan worden. Auch gibt es Chirurgen, die sehr darauf achten, narbenfreundlich zu operieren, indem sie zum Beispiel die Anzahl der Stiche auf ein Minimum begrenzen.
Die Behandlung
von Narbenschmerzen und Narbenbeschwerden
Ideal wäre, alle Narben möglichst bald nach dem Zuheilen einer probatorischen körpertherapeutischen Behandlung zu unterziehen. Dabei könnte man leicht feststellen, ob sich an der Narbe oder in ihrer Umgebung Verhärtungen gebildet haben. Behandelt man diese frühzeitig, könnte man den Betroffenen wahrscheinlich viel Leiden ersparen. Aber auch bei Narben, die Jahrzehnte alt sind, ist es nicht zu spät.
Mit der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl© behandelt man manuell das Bindegewebe von Haut und Unterhaut sowohl der Narbe wie ihrer Umgebung. Wie weit man in die Umgebung hinein arbeiten muss, lässt sich individuell durch Tastbefund feststellen. Oft sind es ausgedehnte Gebiete. Mit dieser ganz speziellen Bindegewebsbehandlung, die nichts mit der üblichen Bindegewebsmassage zu tun hat, lassen sich die Adhäsionen, Verhärtungen, Verklebungen, Verspannungen an der und um die Narbe lösen. Das Gebiet wird wieder weicher, wärmer und durchlässiger. Damit kann es zur dauerhaften Beseitigung nicht nur der Narbenschmerzen, sondern auch der übrigen Missempfindungen kommen. Auch die inneren Organe - soweit sie beeinträchtigt waren – können wieder besser funktionieren.
Bei Taubheitsgefühlen, Kribbeln und „Ameisenlaufen“ meint man zwar oft, die Ursache liege darin, dass der zugehörige Nerv der Narbengegend bei der Verwundung oder der Operation mit verletzt oder durchtrennt sei, so dass eine Wiederherstellung der normalen Empfindung unmöglich sei. Die Erfahrung zeigt aber, dass dem nicht so ist. Die Missempfindungen scheinen vielmehr von den winzigen Sinneszellen an den Nervenendigungen in der Haut und im subkutanen Bindegewebe auszugehen. Durch Behandlung dieser Strukturen lassen sich die betroffenen Körperteile auch nach langer Zeit wieder zum normalen Leben erwecken - oft innerhalb einer Stunde. Die Behandlung des Bindegewebes führt nicht nur dazu, dass sich die Narbe und ihre Umgebung wieder vitaler und lebendiger anfühlen, vielmehr werden die betroffenen Körperpartien auch schmerzfrei und reagieren nicht mehr auf Temperatur- und Wetterreize. Auch die übrigen Missempfindungen und Bewegungseinschränkungen geben sich.
Selbst die Schwellungen an den Armen nach Brustoperationen, die durch Lymphrückstau entstanden sind, lassen sich beseitigen, wenn es gelingt, das Narbengewebe durch die spezielle Bindegewebsbehandlung der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl© wieder durchlässiger zu machen. Bei weichem, durchlässigem Gewebe kann die Lymphe besser wieder abfließen. Das Gleiche gilt natürlich für alle anderen Schwellungen im Narbengebiet.
Insgesamt ist die Narbenbehandlung in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl© ein sehr lohnendes Gebiet.
Therapeuten, die mit »Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl®« behandeln, finden Sie auf der Therapeutenliste.