Die Schulmedizin kennt häufig das Narbenproblem nicht. Die meisten Chirurgen wissen von eventuellen Spätschäden in dem von ihnen operierten Gebiet nichts, da sie oft ihre Patienten nach der Operation nicht mehr zu sehen bekommen. Auch die erfolgreichste Operation kann aber zu späteren Narbenproblemen führen. Durch die Entwicklung der Mikrochirurgie ist aber schon viel zur Vermeidung großer Narben getan worden. Auch gibt es Chirurgen, die sehr darauf achten, "narbenfreundlich" zu operieren, indem sie zum Beispiel die Anzahl der Stiche auf ein Minimum begrenzen.

Es gibt aber auch das Negativ- Beispiel, dass - vor allem bei Frauen - eine Bauchoperation nach der anderen erfolgt, da sowohl Patientin wie Arzt meinen, die Ursache der Bauchschmerzen sei im Inneren zu finden. Wenn die Beschwerden jedoch von den mehr oder weniger äußerlichen Narben ausgehen, verschlimmern die Operationen das Problem nur, da es durch sie zu immer mehr Narbenbildungen kommen kann.

Die Naturheilkunde hat Narben bereits seit langem als "Störfelder" erkannt. Eine Neuraltherapie nach Huneke wirkt manchmal innerhalb von Sekunden. Leider sind diese Behandlungserfolge aber oft nicht von langer Dauer.

Ideal wäre, alle Narben möglichst bald nach dem Zuheilen einer probatorischen körpertherapeutischen Behandlung zu unterziehen. Dabei könnte man leicht feststellen, ob sich an der Narbe oder in ihrer Umgebung Verhärtungen gebildet haben. Behandelt man diese frühzeitig, könnte man den Betroffenen wahrscheinlich viel Leiden ersparen. Aber auch bei Narben, die Jahrzehnte alt sind, ist es nicht zu spät.

Behandlung von Narben

Mit der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man manuell vor allem das Bindegewebe / Faszien von Haut und Unterhaut sowohl der Narbe wie ihrer Umgebung. Wie weit man in die Umgebung hinein arbeiten muss, lässt sich individuell durch Tastbefund feststellen. Oft sind es ausgedehnte Gebiete. Mit dieser speziellen Bindegewebsbehandlung, die nichts mit der üblichen Bindegewebsmassage zu tun hat, lassen sich die Adhäsionen, Verhärtungen, Verklebungen, Verspannungen an der und um die Narbe lösen. Das Gebiet wird wieder weicher, wärmer und durchlässiger. Damit kann es zur dauerhaften Beseitigung nicht nur der Narbenschmerzen, sondern auch der übrigen Missempfindungen kommen. Auch die inneren Organe - soweit sie beeinträchtigt waren - können wieder besser funktionieren.

Reaktionen des Patienten bei der Behandlung

Manchmal - längst nicht immer - kommt es während der Bindegewebs- / Faszienbehandlung der Narben zu lebhaften, emotionalen Reaktion und Erinnerung an die Verletzung oder Operation. Diese Reaktionen läst man am besten einfach geschehen.

Fallbeispiel: Eine vierzigjährige Frau kam mit Schmerzen in der linken Taille, wo eine riesige Narbe sich vom Bauch bis in den Rücken erstreckte. Sie hatte eine Fehlhaltung im Sinne eines Traumamusters, d.h. sie war mit dem Oberkörper schief nach links geneigt. Bei der Behandlung der Narbe begann sie an einer ganz bestimmten Stelle zu schluchzen so wie sie schon im Aufwachraum nach der Operation geschluchzt hatte. "Die Stelle weint", meinte sie und erinnerte sich an die unguten Begleiterscheinungen der Operation. Mit Besserung der Narbe verschwand diese Reaktion.

Wiederherstellung der normalen Empfindung

Bei Taubheitsgefühlen, Kribbeln und "Ameisenlaufen" meint man zwar oft, die Ursache liege darin, dass der zugehörige Nerv der Narbengegend bei der Verwundung oder der Operation verletzt oder durchtrennt worden und eine Wiederherstellung der normalen Empfindung unmöglich sei. Die Erfahrung zeigt aber, dass dem meist nicht so ist. Die Missempfindungen scheinen vielmehr von den winzigen Sinneszellen an den Nervenendigungen in der Haut und im subkutanen Bindegewebe / Faszien auszugehen. Durch Behandlung dieser Strukturen lassen sich die betroffenen Körperteile auch nach langer Zeit wieder zum normalen Leben erwecken - oft schon innerhalb einer Stunde.

Selbst die nach Brustoperationen durch Lymphrückstau entstandenen Schwellungen an den Armen lassen sich beseitigen, wenn es gelingt, das Narbengewebe durch die spezielle Bindegewebs- / Faszienbehandlung der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® wieder durchlässiger zu machen. Bei weichem, durchlässigem Gewebe kann die Lymphe besser wieder abfließen. Das Gleiche gilt natürlich für alle anderen Schwellungen im Narbengebiet.

Die Behandlung des Bindegewebes führt nicht nur dazu, dass sich die Narbe und deren Umgebung wieder vitaler und lebendiger anfühlen. Die betroffenen Körperpartien werden auch schmerzfrei und reagieren nicht mehr auf Temperatur- und Wetterreize. Auch die übrigen Missempfindungen und Bewegungseinschränkungen geben sich.

Mögliche Behandlungsmethoden

Manchmal hat sich die Umgebung der Narben so verhärtet, dass Schmerzpunkte und Dauer-Kontraktionen in Muskeln und Faszien entstanden sind. Dann behandelt man in der Sensomotorischen Körpertherapie mit der aktiven Triggerpunktbehandlung. Näheres dazu finden Sie unter Die einzelnen Verfahren.

Bei Fehlhaltungen, die durch Narben entstanden sind, reicht die Bindegewebs- / Faszienbehandlung gewöhnlich nicht. Hier kommen andere Verfahren der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® zum Einsatz, vor allem die Pandikulations. Näheres dazu finden Sie auch unter Die einzelnen Verfahren.

Therapeuten, die mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln, finden Sie auf der Therapeutenliste.