Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
Sensomotorische Körpertherapie
nach Dr. Pohl®
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Was schmerzt bei Hüftschmerzen?

Hier unterscheidet man zwischen
- Hüftschmerzen, die vom Muskel- und Bindegewebsschmerzen ausgehen - meist am Becken außen und
- Hüftschmerzen, die von den Hüftgelenken ausgehen.

Die meisten Hüftschmerzen sind kein Anzeichen für ein "kaputtes Hüftgelenk", sondern kommen aus verspannten Hüftmuskeln und aus dem Bindegewebe/Faszien. Erst bei langdauernden Verspannungen kommt es zu schmerzhaften Hüftgelenksschäden.

Die Lage von Hüftgelenken, Becken, Hüften und großem Trochanter finden Sie unter Wo sind die Hüftgelenke beschrieben.


Wie und wo spürt man Hüftmuskel-Schmerzen?

Schmerzen außen an der HüfteHüftmuskel-Schmerzen werden häufig als dumpf bohrend beschrieben. Sie sind oft morgens am stärksten, dann ist die Hüfte auch am steifsten. Oft bessern sich Hüftmuskelschmerzen bei Bewegung und Wärme. Hüftmuskelschmerzen kann man im ganzen Hüftgebiet haben.

Die meisten Hüftschmerzen sind Schmerzen außen an der Hüfte. Sie gehen von den Ansätzen verspannter Muskeln am großen Trochanter aus, es schmerzt also. Muskel-Hüftschmerzen sind häufig auf bestimmte Punkte beschränkt und genau lokalisierbar. Oder die Patienten zeigen den Verlauf eines oder mehrerer bestimmter Muskeln, wenn man sie nach dem Ort ihrer Beschwerden fragt.

Bein-AußenrotatorenAm zweithäufigsten sind Hüftschmerzen, die ins Gesäß ziehen. Die Schmerzen sind auch außen an der Hüfte, aber weiter hinten. Was dabei schmerzt, sind die Ansätze der Bein-Außenrotatoren. Das sind Gesäßmuskeln, die den großen Trochanter mit dem Becken verbinden und die bei Verspannung die Beine nach außen rotiert halten. (Der große Trochanter ist der Knochen, den man spürt, wenn man eine Hand außen auf die Hüfte legt und das Bein bewegt). Wenn diese Muskeln nicht nur an den Ansätzen schmerzen, sondern auch insgesamt, spürt man das als schmerzen im Gesäß.

Wie diese Art von Hüftschmerzen entsteht, finden Sie unter Ursachen von Hüftschmerzen beschrieben.


Wie und wo spürt man Hüft- Bindegewebsschmerz?

Beiseitige HüftschmerzenDer Bindegewebsschmerz wird oft als großflächig quälend und brennend beschrieben. Schmerzen, die aus dem Bindegewebe / Faszien kommen, kann man im ganzen Hüftgebiet haben. Obwohl sie eigentlich von außen aus der Haut und Unterhaut kommen, werden sie als tief innen in der Hüfte empfunden. Sie sind oft beidseitig. Der Schmerz wird diffuser als der Hüftmuskelschmerz wahrgenommen. Die Betroffenen zeigen unbestimmt größere Gebiete, die sich an keine Muskelgrenzen halten.

Auch dieser Hüftschmerz ist meist morgens am stärksten und bessert sich meist durch Wärme und Bewegung.

Wie diese Art von Hüftschmerzen entsteht, finden Sie unter Ursachen von Hüftschmerzen beschrieben.


Wie und wo spürt man Hüftgelenksschmerzen?

Schmerzendes HüftgelenkDie Hüftgelenksschmerzen sind stechend, durchdringend. Man spürt Hüftgelenksschmerzen da, wo sich die Hüftgelenke befinden, also etwa in der Mitte der Leisten. Die genaue Lage der Hüftgelenke finden Sie unter Wo sind die Hüftgelenke beschrieben.

Hüftgelenksschmerzen werden unter Belastung und Bewegung stärker. Meist besteht eine erhebliche Bewegungseinschränkung: Man kann schlecht in die Hocke gehen, kaum das Bein zu Seite abspreizen, sich beim Gehen nicht nach hinten abstoßen. Bewegung und Wärme helfen nicht.

Schmerzen außen an der Hüfte sind also keine Hüftgelenksschmerzen sondern Hüftmuskelschmerzen.

Hüftgelenksschmerzen treten erst bei weit fortgeschrittener Hüftgelenksarthrose auf. Hüftgelenksarthrosen sind meist Folge langdauernder Verspannungen. Die Hüftgelenksarthrosen sind zunächst nicht schmerzhaft, da nur der Knorpel betroffen ist, der die Gelenkflächen umgibt. Erst wenn durch die Verspannungen die Knochen der Hüftgelenke angegriffen sind, kommt es zu wirklichen Hüftgelenksschmerzen, die eine Operation erforderlich machen können.
Genaueres finden Sie unter Hüftgelenksarthrose

Wo sind die Hüftgelenke?

Die Hüftgelenke sind nicht außen an den Hüften, sondern in der Leiste Was Sie außen an den Hüften an Knochen spüren und ertasten können, sind nicht die Hüftgelenke, sondern der Beckenknochen und der große Trochanter.

Wo sind die Hüftgelenke?Hüftmuskel-Schmerzen werden häufig als dumpf. Die Hüftgelenke selbst liegen sehr versteckt innen in der Leistengegend. Man sieht sie nicht und spürt sie nicht und kann sie auch nicht ertasten. Die sind oberhalb der Sitzbeine in das Becken eingelassen. Das heißt, das Becken hat hier beidseitig eine Einbuchtung, in die die kugeligen Fortsätze der Oberschenkelknochen münden.

Diese Verbindung zwischen Körper und Beinen nennt sich Hüftgelenk. Sie wird bei den Operationen durch eine metallene Endoprothese ersetzt.

Das Becken ist die große, nach vorn offene Knochenschale, deren Ränder sich vorn außen tasten lassen, bzw. bei dünneren Personen direkt heraus stehen. Der obere Rand der Beckenschale lässt sich tastend nach hinten weiter bis zur untersten Wirbelsäule hin verfolgen. Unten mündet das Becken in die Sitzbeine oder Sitzknochen, die man spüren kann, wenn man sich beim aufrechten Sitzen die Hände unter die Sitzfläche legt. Was man außen an den Hüften spüren kann, wenn man das Bein bewegt, ist ein Knochen namens großer Trochanter. Außerdem liegen außen auf dem Beckenknochen die Muskeln, die das Becken mit dem großen Trochanter verbinden. Diese Muskeln können das Bein im Hüftgelenk bewegen.

Der große Trochanter ist ein knöcherner Fortsatz des Oberschenkelknochens an den Hüften, am Becken außen. Er stellt so etwas wie einen Kleiderhaken für Muskeln dar, d.h. an ihm setzen viele Muskeln an, die das Hüftgelenk bewegen. Wenn Sie sich beim Gehen die Hände außen auf die Hüften legen, können Sie die Bewegung des großen Trochanters spüren.
Großer Trochanter
Stellen Sie sich aufrecht hin und legen Sie sich die flachen Hände außen auf die Hüften. Heben Sie dann ein Bein nach vorn, hinten oder zur Seite an. Was Sie unter Ihren Händen spüren, ist nicht das Hüftgelenk, sondern der große Trochanter.

Schmerzen außen an den Hüften sind keine Hüftgelenksschmerzen!

Sie brauchen sich also nicht um Ihre Hüftgelenke zu sorgen, wenn Ihnen Ihre Hüften außen weh tun. Wenn Ihre außen Hüften schmerzen, ist das kein Hinweis auf einen Hüftgelenksschaden, sondern ein Zeichen von Muskelverspannung. Sie brauchen sich nicht operieren zu lassen.

Hüftgelenksarthrose - die wahren Ursachen

Hüftgelenksarthrosen werden oft für "normale" im Alter unvermeidliche Abnutzungs- oder Verschleißerscheinungen an den Knochen gehalten. Sie gelten als unbehandelbar, es sei denn man ersetzt die Hüftgelenke durch Prothesen. Hier wird eine gegenteilige Meinung vertreten.

Arthrosen kann man im Röntgenbild erkennen: der normale Gelenkspalt zwischen Kugel und Pfanne des Hüftgelenks ist verkleinert, teilweise oder gar nicht mehr vorhanden. Da, wo die Knochen des Gelenks aufeinander treffen, haben die umgebenden Knorpel unebene Ränder und wirken wie ausgefranst. Dieser Abrieb gilt meist als, Abnutzungs- Verschleiß- oder Alterserscheinung.

Hüftgelenksarthosen sind keine Abnutzungs- oder Verschleißerscheinungen

Schmerzendes HüftgelenkResigniert berichten vor allem ältere Menschen oft von ihren Arthroseschmerzen. Man hat ihnen gesagt, dass es sich bei Arthrosen um normale Alters- und Abnutzungserscheinungen handle, gegen die man nichts tun könne. Also bleibt ihnen nichts anderes übrig, als bis an ihr Lebensende zu leiden - und Schmerzmedikamente zu nehmen.

Aber der Mensch ist keine Maschine, er nutzt sich bei Gebrauch nicht ab. Im Gegenteil: Bewegung schmiert die Gelenke. Und Alter als solches ist keine Krankheit, es braucht nicht ständig weh zu tun. Man kann auch im Alter schmerzfrei leben. Dafür ist allerdings ein Umdenken in Bezug auf Arthose erforderlich.

Die Arthrose ist nicht Ursache des Hüftschmerzes

Knorpel
Die Flächen, mit denen die Knochen in den Gelenken aufeinander treffen, sind immer mit einer schützenden Knorpelschicht umgeben (die fest gallertige Masse, die man beim Brathähnchen von den Knochen-Enden knabbern kann). Knorpel ist unempfindlich, so dass man z. B. von größerer Höhe herunter springen kann, ohne dass das in den Gelenken schmerzt.
Die Arthrose ist im Röntgenbild zwar zu sehen, aber sie ist in den allermeisten Fällen nicht die Ursache der Hüftschmerzen. Die beschädigten Knorpel können nicht weh tun, denn sie haben keine Schmerzrezeptoren. Solange die Arthrose nicht soweit fortgeschritten ist, dass bereits die Knochen angegriffen sind, schmerzen in Wirklichkeit nicht die Knochen, sondern die Muskeln und deren Ansätze an der Hüfte.

Der Schmerz kommt von verspannter Muskulatur

Dauerkontrahierte Muskeln quetschen die beiden Teile des Hüftgelenks so zusammen, dass es allmählich die Sinovialflüssigkeit aus dem Gelenkspalt herausdrückt. Verspannte Muskeln haben auch den im Röntgenbild sichtbaren Abrieb und die Verkleinerung des Gelenkspalts verursacht. Und sie verursachen auch den Hüftschmerz, denn verspannte Muskeln wie auch das Bindegewebe / Faszien auf ihnen können schmerzen, sie haben viele Schmerzrezeptoren. Siehe auch Was schmerzt bei Hüftschmerzen?

Arthrose und Schmerz sind Folge der Verspannung

Zwar fühlt sich der Schmerz oft so an, als käme er von ganz tief innen, aber in diesem Punkt täuscht die Körperwahrnehmung. Drückt man nämlich von außen auf die Muskelansätze in der schmerzenden Gegend, kann man genau diesen innen empfundenen Schmerz von außen hervorrufen. Behandelt man erfolgreich die - oft punktuellen - Verspannungen und Triggerpunkte rund um die Hüfte, verschwindet der innen wahrgenommene "Arthroseschmerz".

Die gute Nachricht: Arthrose ist kein Schicksal

Daraus folgt: Beginnt man frühzeitig etwas zu unternehmen, sind Hüftschmerzen sind meistens erfolgreich behandelbar - und zwar sogar ohne Medikamente.
Da die Hüftschmerzen nicht von den arthrotischen Veränderungen an den Knorpelflächen kommen, sondern aus Muskeln und Bindegewebe, sind sie dort auch behandelbar - selbst wenn im Röntgenbild bereits eine Arthrose erkennbar ist. Die meisten Hüftschmerzen lassen sich durch Behandlung von Muskeln und Bindegewebe / Faszien und der zugehörigen Fehlhaltung beheben. Wie das geht, finden Sie unter Was schmerzt bei Hüftschmerzen? beschrieben.

Wann eine Operation erforderlich ist

Erst wenn bereits die ganze schützende Knorpelschicht aufgearbeitet ist, Knochen auf Knochen im Gelenk aufeinander reibt und sich bereits deutliche Nekrosen und andere Veränderungen an den Knochen gebildet haben, bringt solch eine Behandlung nichts mehr. Eine Operation ist dann dringend erforderlich, um der Qual ein Ende zu bereiten.

Wie man eine Operation vermeiden kann

Bei einer solchen Operation wird leider kein "neues Hüftgelenk" sondern eine metallene Endo-Prothese eingesetzt. Diese ist nie so gut wie das Original. Daher sollte man sie man sie zu vermeiden suchen, indem man möglichst frühzeitig Muskeln, Bindegewebe / Faszien und Fehlhaltungen behandeln lässt bzw. - in leichteren Fällen - selbst behandelt. Wie das geht, finden Sie unter Was schmerzt bei Hüftschmerzen? beschrieben.

Wenn die Hüfte nach der Operation schmerzt

Auch nach einer Operation Ihrer arthrotischen Hüftgelenke sind die Patienten häufig nicht schmerzfrei, da die alten Verspannungen fortbestehen. Daher kann man Hüftschmerzen auch zu diesem Zeitpunkt noch erfolgreich therapieren. Die Behandlung ist die gleiche wie bei Hüftschmerzen ohne Operation. Nur muss man zusätzlich oft noch die Operations-Narben behandeln. Wie eine medikamenten- und nebenwirkungsfreie Behandlung von Hüftschmerzen geht, finden Sie unter Was schmerzt bei Hüftschmerzen? beschrieben.

Ursachen von Hüftschmerzen

Die häufigste Ursache von Hüftschmerzen sind Fehlhaltungen (oft aufgrund von Verletzungen) und "dumme Angewohnheiten".

Einseitige Schmerzen an der Hüfte außen

Einseitige Hüftschmerzenentstehen oft, wenn man mit dem Gewicht auf einem Bein steht. Dadurch wird der ganze Körper schief. Eine solche Schiefhaltung von unten entsteht häufig durch frühere Bein- oder Fuß-Verletzungen. Man weicht dem Schmerz aus, indem man sich auf das andere Bein stellt. Häufig ist das gewichtsbelastete Bein schließlich dicker, muskulöser als das andere. Die Schiefhaltung behält man in allen Lebenslagen bei. Wer zum Beispiel im Stehen das Gewicht immer auf dem rechten Bein hat, sitzt auch mit dem Oberkörper nach rechts geneigt und hat das Gewicht auf dem rechten Sitzbein.

Einseitige HüftschmerzenAuch wenn - zum Beispiel infolge eines Armbruchs - eine Schiefhaltung des Oberkörpers entstanden ist, wirkt sich das auf Becken und Hüfte aus: das Gewicht des zu einer Seite geneigten Oberkörpers lastet auf einem Bein, die Hüfte dieses Beines kommt außen in Dauerspannung, das Becken steht schief und ist auf einer Seite hochgezogen.

Wie auch immer die Entstehungsgeschichte war: Durch die Dauerspannung in den entsprechenden Muskeln zieht es einen wie magisch immer wieder in diese Fehlhaltung hinein, bis man sie schließlich so fest einprogrammiert hat, dass man nicht anders kann, als dauernd schief zu stehen und zu sitzen. Man selbst ist allerdings meist völlig überzeugt, gerade zu sein, obwohl man immer schief ist. Ein Traumamuster ist entstanden.

Einseitige HüftschmerzenBei Frauen entstehen einseitige Hüftschmerzen oft durch die Gewohnheit, sich kleine Kinder auf die Hüfte zu setzen. Das kann man nur, wenn man die betreffende Hüfte nach außen und oben schiebt.

Macht man das einige Monate bis Jahre, bleibt man auch ohne Kind in dieser Haltung.

Es haben sich Verspannungen in den betreffenden Hüftmuskeln gebildet, die sich von allein nicht mehr lösen. Dadurch ist es am bequemsten, immer wieder in diese Fehlhaltung mit dem Beckenschiefstand zu gehen.

 

Beidseitige Hüftschmerzen, die bis ins Gesäß ziehen

Beidseitige Hüftschmerzenentstehen meist, wenn man ständig mit außenrotierten Beinen steht, geht und sitzt: das tun vor allem Männer gern. Frauen empfinden es für sich selbst eher als obszön, mit so weit geöffneten Schenkeln da zu sitzen.

Beidseitige HüftschmerzenAuch die Hohlkreuzhaltung des Startmusters, ist mehr bei Männern verbreitet. Das Startmuster geht mit zurück gelehntem Oberkörper und mit verspannten Außenrotatoren einher, was man an den ständig außenrotierten Beinen sieht (d.h. die Beine stehen nicht parallel, die Fußspitzen zeigen nach außen). Das halten viele für normal, aber es führt häufig zu Hüftschmerzen.

Leider sind die "dummen Gewohnheiten" nicht einfach abstellbar. Was Sie gegen Hüftschmerzen tun können und wie Sie die lästigen Gewohnheiten wieder loswerden, erfahren Sie unter: Professionelle Behandlung und Selbsthilfe bei Hüftschmerzen.

Professionelle Behandlung und Selbsthilfe bei Hüftschmerzen

Hier finden Sie Hilfe bei Hüftschmerzen durch professionelle körpertherapeutische Behandlung und durch Anleitung zur Selbsthilfe

Behandlung von Hüftschmerzen mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl®

Die Behandlung bei HüftschmerzenTherapeuten der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln Hüftmuskelschmerzen je nach Art und Lage der Hüftschmerzen unterschiedlich. Auf jeden Fall behandeln sie sowohl die schmerzenden Stellen in Muskeln oder Bindegewebe / Faszien als auch das Spannungsmuster, das sich durch den ganzen Körper zieht. Oft stellt sich auch erst während der Behandlung heraus, welche Verletzung ursprünglich zu der Schiefhaltung geführt hat und diese Stelle muss behandelt werden, damit der Patient wieder ohne Fehlhaltung stehen und sitzen kann.
Immer geben Therapeuten der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® den Patienten speziell auf ihr Problem zugeschnittene Übungen mit nach Hause und führen nach den eigentlichen Schmerzbehandlungen ein Körperbewusstseinstraining durch, damit die Patienten ihre Alltagsbewegungen und -haltungen ändern lernen, die zu ihren Hüftschmerzen geführt haben. Dadurch wird die Behandlung nachhaltig.

Näheres zu den einzelnen, ineinander verzahnten Behandlungsmethoden, die von Therapeuten der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® bei den unterschiedlichen Formen von Hüftschmerzen angewendet werden, finden Sie unter Die einzelnen Verfahren.

Einen in Sensomotorischer Körpertherapie ausgebildeten Behandler für Ihre Hüftschmerzen finden Sie auf der Therapeutenliste.


Selbsthilfe bei Hüftschmerzen

Als Erste-Hilfe-Maßnahmen zur Behandlung Ihrer Hüftschmerzen gibt es hier

Selbstbehandlungen

Übungen

Tipps für den Alltag

Selbstbehandlungen

Wo Muskeln verspannt sind, bilden sich genau umschriebene druckschmerzhafte Punkte, vor allem an den Ansätzen der Muskeln an den Knochen. Da Sie bei den Selbstbehandlungen genau auf diese Punkte drücken, sind die Selbstbehandlungen schmerzhaft. Dieser Druckschmerz lässt jedoch bei Selbstbehandlung schnell nach. Meist können Sie dann spüren, wie der Muskel bzw. seine Sehne unter Ihrem Finger lockerer wird. Anschließend suchen Sie den nächsten Schmerz-Punkt.

Bei Hüftschmerzen außen

Aktive Schmerzpunkt-Selbstbehandlung Abduktoren

  • Seitlage, unteres Bein gebeugt, oberes gestreckt.
  • Schmerzpunkte außen auf dem Becken (oben liegende Seite) und Oberschenkel suchen und gedrückt halten.
  • Bewegung: gestrecktes Bein langsam anheben und wieder absenken. So lange bewegen, bis der Schmerz nachlässt und das Bein sich besser hebt.

Bei Schmerzen, die von der Hüfte ins Gesäß ziehen

Aktive Schmerzpunkt-Selbstbehandlung Außenrotatoren

  • Seitenlage, schmerzhafte Seite oben, Beine gebeugt.
  • Mit dem Finger oder Daumen am hinteren Rand des Trochanters (Knochen in der Mitte der Hüfte) entlang drücken. Jeden dabei gefundenen Schmerzpunkt gedrückt halten.
  • Bewegung: das obere Knie anheben und senken. Den oberen Fuß dabei auf dem unteren liegen lassen.
  • Wenn der Schmerz am gedrückten Punkt nachlässt, den nächsten schmerzhaften Muskelansatzpunkt am Trochanter suchen und genauso verfahren.

Bei Hüftschmerzen seitlich vorn

Aktive Schmerzpunkt-Selbstbehandlung Innenrotatoren (X-Beine)

  • Rückenlage. Mit den Fingern die Hüfte vorn nach druckschmerzhaften Punkten absuchen. Jeweils einen dieser Punkte gedrückt halten.
  • Bewegung: das zugehörige Bein nach innen drehen, dann wieder in die Ausgangslage zurück. Mehrfach hin und her drehen, bis der Schmerz an diesem Punkt nachlässt. Dann den nächsten schmerzhaften Punkt in dieser Gegend suchen und so fort.
  • Haben sich die Innenrotatoren des Beins auf diese Weise entspannt, ist das Bein lockerer und der Fuß zeigt nicht mehr senkrecht Richtung Zimmerdecke.


Übungen

Die Übungen

  • am besten täglich zur gleichen Zeit ausführen
  • jede Übung etwa 10 mal hintereinander
  • jede Übung sehr langsam ausführen
  • genau hinspüren, welche Muskeln Sie dabei anspannen und entspannen
  • keinen Ehrgeiz entwickeln. Wenn sich die Muskeln durch die Übungen lockern, werden die Bewegungen von allein größer.
  • Nicht maximaler Kraftaufwand und Anstrengung sind wichtig, sondern genaues Ansteuern der Muskulatur. Dafür braucht es möglichst viel Spüren und möglichst wenig unnötige Anspannung.

Gegen Schmerzen außen an der Hüfte

Für die Muskeln an der Hüfte außen:

  • Seitlage, unteres Bein gebeugt, oberes gestreckt
  • Gestrecktes Bein anheben und langsam wieder absenken. Spüren, wie die Muskeln außen an der Hüfte sich beim Heben des Beins anspannen und sich beim Senken des Beins allmählich entspannen.
  • Steigerung: sich in Seitlage ganz an den Rand einer Liege oder eines Tischs legen, das Bein wie vorher anheben und vor oder hinter dem anderen Bein nach unten sinken lassen (unter die Tischhöhe).

Gegen Hüftmuskel-Verspannung bei Schiefhaltung

Für die seitlichen Muskeln des ganzen Körpers

  • Seitlage, unteres Bein gebeugt, oberes gestreckt; unterer Arm unter Kopf, oberer Arm nach oben ausgestreckt.
  • Bewegung: Oberes Bein und oberen Arm gestreckt heben und sich über der Körperseite treffen lassen, Hand berührt Bein.
  • Spüren, wie nicht nur das Bein mit den äußeren Hüft- und Oberschenkelmuskeln gehoben wird, sondern auch das Becken auf der oberen Seite hoch Richtung Schulter gezogen wird und die Rippen sich bei der Armbewegung zusammenschieben.
  • Langsam alles wieder ablegen.
  • Sich auf den Rücken drehen und spüren: Ist die Seite, die vorher oben lag, länger, entspannter geworden? Seitenwechsel.

Für ein beweglicheres Becken

Für die Muskeln in der Taille: Gehen mit dem Becken im Sitzen

  • Auf dem Boden sitzen, Beine - wenn möglich - ausgestreckt.
  • Becken zunächst auf einer Seite, dann auf der anderen Seite nach vorn bewegen.
  • Auf diese Weise sich durch den Raum bewegen, dabei die Becken- und Wirbelsäulenbewegung spüren.


Tipps für den Alltag

Wenn Sie versuchen, diese Tipps im Alltag umzusetzen, werden Sie sich immer wieder dabei ertappen, dass Sie in Ihre alte Fehlstellung oder Fehlhaltung zurück rutschen. Wenn Sie die oben beschriebenen Selbstbehandlungen und Übungen zuerst durchführen, wird Ihnen die anschließende Umstellung sehr viel leichter fallen.

  1. Stehen Sie möglichst immer mit dem Gewicht gleichmäßig auf beiden Beinen.
  2. Sitzen Sie auch mit gleicher Gewichtsverteilung auf Ihren Sitzknochen.
  3. Schlagen Sie Ihre Beine beim Sitzen nicht übereinander.
  4. Halten Sie Ihre Beine beim Sitzen und Stehen etwa hüftbreit auseinander, nicht enger und nicht weiter.
  5. Gehen Sie mit parallelen Füßen.
  6. Stellen Sie sich beim Gehen vor, dass Ihre Beine beim Becken anfangen und bewegen Sie immer eine Hüfte nach vorn, die andere nach hinten.

Bei stärkeren Beschwerden suchen Sie am besten einen Therapeuten auf. Therapeuten der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® finden Sie auf der Therapeutenliste.

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