Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
Sensomotorische Körpertherapie
nach Dr. Pohl®
Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
Sensomotorische Körpertherapie
nach Dr. Pohl®

Reizdarm, Darmkrämpfe, Blähbauch, Funktionelle Darmerkrankung

Mit Reizdarm oder funktioneller Darmerkrankung werden meist Störungen der Darmtätigkeit bezeichnet, für die sich bei organmedizinischen Untersuchungen keinerlei Ursache für die beklagten Beschwerden findet. Häufig treten dabei Durchfall, Verstopfung, Blähbauch und schmerzhafte Darmkrämpfe alternierend oder gleichzeitig auf. Die Darmbeschwerden ziehen sich meist über Jahre hin und können so stark werden, dass die Betroffenen sich ans Haus gefesselt fühlen, vor allem wenn sie an plötzlichen explosionsartigen Durchfällen leiden.

ReizdarmMeist haben die unter Reizdarm leidenden Personen eine lange Arztodyssee mit vielen vergeblichen Behandlungsversuchen hinter sich.

Funktionelle Darmerkrankung

Funktioneller Durchfall ist nicht durch innere Erkrankungen, Infektionen oder verdorbenes Essen bedingt. Häufig wird er von Bauchkrämpfen begleitet. Der Durchfall tritt auf, weil die Muskulatur des Darms den Darminhalt zu schnell weiter befördert. Mit oder ohne Durchfall kommt es bei funktionellen Darmerkrankungen häufig zu plötzlichem Stuhldrang, manchmal so stark und plötzlich, dass der Stuhl nicht mehr gehalten werden kann.

Liegen keine der o. g. organischen Ursachen vor, kann man die Beschwerden körpertherapeutisch behandeln. Im Zentrum der Behandlung steht nicht nur der Bauch, sondern auch die Atmung und alle bei Angst angespannten Muskeln. Dies gilt auch für Darmkrämpfe, wobei dahingestellt bleibt, ob sie nun tatsächlich vom Darm ausgehen oder von außen oder beides. Diese Art von chronischen Darmkrämpfen kann auch nach Unterleibsoperationen auftreten. Siehe auch Unterleibsschmerzen, und die Artikel Alles psychosomatisch? (PDF) und Psychosomatik – eine neue Sichtweise (PDF)

Behandlung von funktioneller Darmerkrankung

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® werden funktioneller Durchfall und Darmkrämpfe vor allem mit der Bindegewebs- / Faszienmassage am Bauch behandelt, wobei man bei der genauen Lokalisierung den Empfindungen des Patienten nachgehen kann. Sensomotorisch bedingter Durchfall hat ebenso wie plötzlicher Stuhldrang oft eine hohe Affinität zu Angst. Er tritt vor allem plötzlich in angstauslösenden Situationen auf: So wurde schon so manche Nacht vor einer wichtigen Prüfung auf der Toilette verbracht. Tritt der Durchfall gleichzeitig mit Angst und/oder Hyperventilation (siehe unter Fehlatmung) auf, so behandelt man die zu diesen Störungen gehörigen Muskeln zusätzlich. Ein Körperbewusstseintraining hilft, den Bauch in allen Lebenslagen entspannt zu lassen.


Blähbauch, aufgeblähter Bauch

Auch beim Blähbauch handelt es sich oft um eine funktionelle Erkrankung ohne organischen Befund. Betroffene können so stark darunter leiden, dass sie sich häufig nicht aus dem Haus trauen. Binnen kurzer Zeit kann der Bauch einen Umfang annehmen, als wäre man schwanger. Das Aufgeblähte ist überaus unangenehm, der Bauch spannt, drückt und zieht. Ist die Ursache starker Blähungen nicht auf bestimmtes Essen zurückzuführen, so kann die Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl® oft helfen.

Die Behandlung gleicht den oben beschriebenen Methoden, nur muss man besonders sorgfältig nach den Punkten am Bauch suchen, von denen die Blähung ausgeht. Es kommt auch vor, dass das Zwerchfell ständig so angespannt und damit herunter gezogen ist, dass es den Bauch herausdrückt, was dann wie gebläht wirkt.

Wenn Sie jemanden suchen, der Reizdarm, Darmkrämpfe und Blähbauch qualifiziert körpertherapeutisch behandelt, schauen Sie auf die Therapeutenliste.

Verstopfung

Verstopfung ist ein sehr häufiges Leiden, das allerdings meist schamhaft verschwiegen wird. Normal sollte man täglich mindestens einmal Stuhlgang haben. Bei Verstopfung dauert es aber oft eine Woche, bis die Reste des Essens verdaut wieder erscheinen. Die meisten Menschen mit Verstopfung haben dabei ein sehr unangenehmes Gefühl im Bauch und fühlen sich auch insgesamt unwohl. Auch Völlegefühle sind häufig. Manche spüren, dass ihr Bauch spannt wie eine Trommel. Andere fühlen sich insgesamt wie gelähmt oder als hätten sie Steine im Bauch.

VerstopfungNicht organisch bedingte Verstopfung gilt manchmal als psychosomatisch. Sie ist aber tatsächlich nur insoweit psychosomatisch als sie manchmal mit Depressionen einhergeht. Bei der Depression wiederum ist der ganze Mensch verlangsamt, also auch seine Darmbewegung. Verstopfung tritt aber auch ohne ausgesprochene Depression auf, z.B. bei Bewegungsmangel. Auf jeden Fall ist die Bauchdecke fest und unbeweglich. Diese Zusammenhänge werden verständlich, wenn man weiß, dass die Darmperistaltik, also die Darmbewegung von der Bewegung des Zwerchfells abhängig ist. Das Zwerchfell wiederum gehört zu den Atemmuskeln und es kann sich nicht frei bewegen, wenn die Bauchdecke fest ist. Depressive Patienten haben alle eine durch Verspannungen feste Bauchdecke und dadurch eine eingeengte Atmung.

Siehe auch unter Depression und die Artikel Alles psychosomatisch? und Psychosomatik – eine neue Sichtweise (PDF)

Verstopfung hängt natürlich auch von der Art des Essens ab (z.B. zu ballaststoffarm). Oft wirkt eine ganze Reihe von Faktoren zusammen. So ernähren sich viele bewegungsarme aber auch depressive Patienten auch ballaststoffarm. Verstopfung ist nicht nur harmlos, sie kann durchaus Folgen für den gesamten Organismus haben, denn das lange Verweilen der zur Ausscheidung bestimmten Stoffe im Darm fördert die innere Selbstvergiftung.

Häufige Ursache: Dumme Angewohnheiten

Viele Patienten mit Verstopfung halten unwillkürlich den Bauch immer angespannt, was die natürliche Darmbewegung und die normale Atmung verhindert. Das Baucheinziehen haben sie sich oft ursprünglich bewusst angewöhnt, dann aber ist es zur eingefleischten Gewohnheit geworden, die ihrer bewussten Steuerung entglitten ist. Sie können nicht mehr anders. Oft sitzen sie auch so verkehrt (im Rundrücken, hinter den Sitzbeinen), dass Atem- und Darmbewegungen nur sehr eingeschränkt möglich sind, was die Verstopfung fördert.

Manchmal wird die Verstopfung auch dadurch unterhalten, dass die Betroffenen, unwillkürlich den Afterschließmuskel ständig so fest angespannt halten, dass buchstäblich nichts hinaus kann. Je länger der verdaute Inhalt dann im Darm liegt, um so mehr wird er eingedickt und umso schwieriger wird es, ihn hinaus zu befördern. Die Sitzungen auf der Toilette werden oft sehr lang. Der Stuhlgang wird dann, wenn er endlich stattfinden kann, zur äußerst schmerzhaften Prozedur, die von den Betroffenen gefürchtet und daher so lange wie möglich hinaus gezögert wird, was natürlich die Verstopfung wiederum verstärkt. Ein Teufelskreis.

Viele haben sich auch angewöhnt, zur – wie sie meinen – Erleichterung des Stuhlgangs dabei zu pressen, indem sie den Unterbauch anspannen. Tatsächlich aber spannt man dabei gleichzeitig auch die Beckenbodenmuskeln mitsamt dem Afterschließmuskel an und verhindert dadurch die notwendige Öffnung und das loslassen. Je mehr man auf diese Weise presst, desto weniger geht es. Afterschmerzen und Hämorrhoiden gesellen sich zu den Verstopfungsbeschwerden (siehe auch unter Beckenbodenbeschwerden).

Behandlung mit Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl®

VerstopfungDie Behandlung von chronischer Verstopfung läuft in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® über Muskulatur und vor allem Unterhaut-Bindegewebe / Faszien des Unterbauchs. Oft ist auch der Iliopsoas-Muskel, der schräg durch den Bauch läuft, an der Unbeweglichkeit des Unterbauchs und damit an der Verstopfung beteiligt. Wird der Unterbauch beweglicher, bessern sich auch Bewegungsunlust (weil man dann mehr atmet) und eine eventuell vorhandene Depression. . Man kann auch noch das Bindegewebe / Faszien im Verlauf des Dickdarms entlang lockern. Oft muss die gesamte Atemmuskulatur in die Behandlung mit einbezogen werden. Die Behandlung mit Pandiculations, manueller Bindegewebs- / Faszienbehandlung von Haut und Unterhaut, sowie mit aktiver Triggerpunktbehandlung (siehe unter Die Behandlung) ist dabei der erste Schritt, um von unwillkürlichen Dauerkontraktionen zu befreien.

Ein anschließend durchgeführtes Körperbewusststeinstraining hilft dem Patienten, im Alltag den Bauch locker zu lassen und bis ganz unten in den Bauch zu atmen. Viele müssen sich beim Körperbewusstseintraining falsche Spannungsmuster von Atmung und Stuhlgang, Sitzen abgewöhnen und auch das Defäzieren neu lernen. Auf jeden Fall können Sie lernen, Bauch und Becken wieder locker und beweglich zu halten, um sich damit von ihrer quälenden Verstopfung zu befreien.

Therapeuten der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl®, die Verstopfung körpertherapeutisch behandeln, finden Sie auf der Therapeutenliste.

Menstruationsschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Periodenschmerzen

Bei den Menstruationsbeschwerden handelt es sich oft – aber keineswegs immer - um Unterbauchschmerzen oder ein unangenehmes Ziehen im Unterbauch (siehe auch Unterleibsschmerzen). Während manche Frauen völlig unbeschwert, ohne Periodenschmerzen durch ihre „Tage“ kommen, sind die Menstruationsbeschwerden bei anderen Frauen so ausgeprägt, dass sie mehrere Tage ans Bett gefesselt sind. Viele Frauen meinen, es täten ihnen bei den Schmerzen während oder vor der Menstruation die Eierstöcke weh, was aber meistens schon aufgrund der Lokalisation nicht stimmen kann.

MenstruationsschmerzenBei Menstruationsbeschwerden ist es sehr wichtig, dass sich die Patientin klar wird, wo sie die Beschwerden vor oder während der Menstruation empfindet. Der Unterbauch ist nur eine mögliche, wenn auch häufige, Lokalisation und auch am Unterbauch selbst werden von den einzelnen Frauen sehr unterschiedliche Stellen gezeigt. Es gibt auch Frauen, die in Verbindung mit der Menstruation unter Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen leiden, aber auch solche, denen dabei oder davor die Oberschenkel vorn schmerzen oder der Hals weh tut. Die meisten Frauen denken, alle anderen Frauen hätten genau die gleichen Beschwerden in Zusammenhang mit der Menstruation wie sie und können sich gar nichts anderes vorstellen. Tatsächlich kann es sich aber um individuell sehr unterschiedliche Beschwerden handeln.

Da der zeitliche Zusammenhang mit dem monatlichen Zyklus unmittelbar evident ist, denken die meisten Frauen (und oft auch die behandelnden Ärzte), ihre Menstruationsschmerzen seinen ausschließlich hormonell bedingt und es sei daher nichts zu machen. Man müsse das aushalten bis zu den Wechseljahren. Tatsächlich lässt sich aber zeigen, dass die jeweiligen Menstruationsbeschwerden meist von Verspannungen in Muskulatur und Bindegewebe / Faszien ausgehen, die sich genau an den Stellen befinden, wo die Frauen ihre monatlichen Beschwerden zeigen, also von Muskeln und Bindegewebe / Faszien des Unterleibs, des Rückens, des vorderen Hals, der Oberschenkel, des Nackens und Kopfs usw. Vermutlich ist es so, dass der hormonelle Status vor oder während der Menstruation die individuellen Verspannungsstellen aktiviert und hervortreten lässt (was in ähnlicherweise auch bei den Gliederschmerzen einer Grippe geschieht).

Jedenfalls ist es so, dass sich die Menstruationsbeschwerden jeweils da körpertherapeutisch behandeln lassen, wo sie auftreten (am Unterbauch, Rücken, Kopf usw.) und dass die Schmerzen dann von Monat zu Monat immer schwächer werden, bis schließlich eine schmerzfreie Menstruation möglich ist.

Ein wesentlicher, häufig behandlungsbedürftiger Faktor, wenn die Menstruationsschmerzen direkt im Unterbauch gespürt werden, ist oft der Iliopsoas-Muskel, vom oberen Oberschenkel ausgehend schräg durch den Unterbauch nach hinten zur Lendenwirbelsäule verläuft (natürlich auf beiden Seiten). Seine Dauerkontraktion kann sowohl Bauch- wie Rückenschmerzen bedingen. Seine Behandlung entkrampft oft den gesamten Unterbauch und das Beckengebiet.

Behandlung der Menstruationsbeschwerden

Die Behandlung von menstruationsbedingten Unterbauchschmerzen ist in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® die gleiche wie bei den anderen Unterleibsschmerzen. Auch die anderen Beschwerden während der Periode werden in der Sensomotorischen Körpertherapie genau so behandelt, wie die Schmerzen, die an diesen Stellen auch ohne Menstruation auftreten (siehe Kopfschmerzen, Schmerzen unterer Rücken bei Fehlhaltung, Schmerzen unterer Rücken bei Psoasverspannung). Die mit den Menstruationsschmerzen häufig verbundenen Stimmungsschwankungen lassen sich ebenfalls den Methoden der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln (siehe Angst und Depression).

Menstruationsbeschwerden können von allen Therapeuten der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt werden, die auf der Therapeutenliste stehen.

Bauchweh der Kinder

Viele Kinder klagen über wieder kehrendes Bauchweh. Meist ist aber kein rechter Grund für die Bauchschmerzen dafür auszumachen, das heißt man findet organisch nichts, die inneren Organe sind gesund und es gibt keine Infektion. 

Bauchweh der KinderNichtsdestoweniger plagt das Bauchweh manche Kinder sehr, es ist nicht eingebildet. Manche Erwachsenen (auch Ärzte) meinen zwar, die Kinder bezeichneten, alles was ihnen weh tut oder sonst wie unangenehm ist, als Bauchweh. Deswegen könne man bei ihnen im Bauch nichts finden.

Fragt man die Kinder aber, wo es ihnen denn weh tut, wo das Bauchweh denn ist, zeigen sie alle tatsächlich den Bauch. Ja, sie können ihre Bauchschmerzen sogar genau lokalisieren. Die meisten zeigen die Gegend um den Nabel.

Bei der manuellen Untersuchung finden sich Verspannungen mit Triggerpunkte und Myogelosen auf den Muskeln, und zwar ganz genau da auf dem Bauch, wo die Kinder innen ihre Bauchschmerzen spüren. Das heißt, die gezeigte Bauchweh-Gegend fühlt sich härter und fester an und weist ruckschmerzhafte Punkte auf. Das ist das Gleiche wie bei den Oberbauchschmerzen und den Unterleibsschmerzen der Erwachsenen.

Ursache von Kinderbauchweh

Eventuell wird der Grundstein für die Myogelosen, Triggerpunkte, Bindegewebsverhärtungen und damit für das spätere Bauchweh der Kinder schon durch das Abnabeln nach der Geburt gelegt, indem sich dadurch erste Verspannungen in der Umgebung bilden, die sich unbehandelt im Laufe der Zeit verstärken.

Behandlung

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln wir bei Kinderbauchweh genau die Gegend und die Punkte auf dem Bauch, die die Kinder zeigen und die sich von außen fest anfühlen. Wir behandeln mit den gleichen Verfahren wie beim Erwachsenen, und zwar manuell mit einer aktiven Triggerpunktbehandlung und mit Pandiculations (siehe Die einzelnen Verfahren der Sensomotorischen Körpertherapie). Meist finden sich auch noch behandlungsbedürftige Bindegewebsverhärtungen auf dem Bauch. Diesen kann man mit der Bindegewebs- / Faszienbehandlung der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® beikommen. Das tut zwar während der Behandlung etwas weh, aber die Kinder ertragen es gewöhnlich gut und sind hinterher froh, ihr Bauchweh los zu sein. Oft geben sich durch die Behandlung gleichzeitig eventuell vorhandene Verdauungsstörungen und die Kinder werden wieder munterer und fröhlicher.

Verdachtsweise kann man übrigens schon Babys und Kleinkinder, die noch nicht sprechen können, denen organisch nichts zu fehlen scheint, die aber viel schreien und einen leidenden Eindruck machen, auf Kinderbauchweh behandeln. Sehr häufig liegt man damit richtig und das Schreien hört auf.

Die Therapeuten, die auf der Therapeutenliste des Körpertherapie-Zentrums stehen, beherrschen mehrere Verfahren zur Behandlung von Kinderbauchweh.

Beckenbodenbeschwerden

Zu den Beschwerden am Beckenboden gehören:


Der Beckenboden

Der Beckenboden befindet sich am Rumpf unten zwischen den Beinen, direkt oberhalb der äußeren Geschlechtsorgane und besteht aus einer Reihe in unterschiedlichen Richtungen verlaufenden Muskeln, die zum Teil in drei Lagen übereinander angeordnet sind.

Beckenbodenbeschwerden

Es gibt normalerweise einen Synergismus zwischen Unterbauch und Beckenboden, d.h. wenn man den einen Teil anspannt, spannt man auch den jeweils anderen an. Das kann leicht an sich selbst ausprobieren: macht man den Unterbauch fest, kann man spüren, wie sich auch der Beckenboden zusammen zieht. Spannt man den Beckenboden an, kann man spüren, wie sich auch der Unterbauch fest macht. Auch beim Atmen reagieren die beiden Körperregionen stets gemeinsam: Unterbauch und Beckenboden weiten sich bei Einatmung und ziehen sich zusammen bei der Ausatmung.

Durch diese funktionelle Kopplung von Unterbauch und Beckenboden bestehen bei allen urogenitalen Beschwerden meist außer Unterbauch- auch Beckenbodenverspannungen, die aber nur selten als solche wahrgenommen werden. Meist herrscht bei Verspannung am Beckenboden eher eine komplette sensomotorische Amnesie, siehe auch:

Schmerztherapie ohne Chemie
Ausführlicher Artikel, öffnet im neuen Fenster

Die meisten Menschen wissen kaum, dass sie so etwas wie einen Beckenboden haben, geschweige denn, dass sie ihn spüren oder bewusst bewegen können, und schon gar nicht können sie ihn als verspannt wahrnehmen.

Auch die Wissenschaft weiß vom Beckenboden herzlich wenig. In Lehrbüchern zur Anatomie des Bewegungsapparats wird er häufig gar nicht erwähnt. Oder man schreibt, dass er nur statische Funktionen habe: „unten zu zumachen“, die Beckenorgane zu tragen, sich bei der Geburt passiv zu weiten usw. Nur den Schließmuskeln von After und Blase wird eine aktive Bewegung zugesprochen. Selbst die deskriptiven Darstellungen, die es über den Beckenboden in Lehrbüchern gibt, sind in hohem Maße widersprüchlich. Dass man mit Hilfe dieser Muskeln Knochen bewegen kann, und welche Muskeln bei welcher Gelegenheit welche Knochen bewegen, steht praktisch nirgends.

Wenn der Beckenboden in der Literatur erscheint, dann fast ausschließlich als weiblicher Beckenboden und zwar in Bezug auf Geburten und Inkontinenz.

Weiblicher Beckenboden

Es herrscht die Überzeugung vor, dass er durch Überdehnung zu schlaff geworden sei und dringend des Trainings bedürfe. Wie immer stimmt die Erschlaffungshypothese nicht, wovon man sich durch Abtasten der Beckenbodenmuskeln überzeugen kann. Auf eine Überdehnung (wie beim Gebären) reagiert der Beckenboden wie jeder andere Muskel mit einer Verspannung. Weitere Geburten kann man daher sehr erleichtern, wenn man die Beckenbodenmuskulatur zuvor lockert. Aber auch Männer haben einen Beckenboden und zwar einen genauso kompliziert in drei Schichten aufgebauten, den sie in ihrem täglichen Leben brauchen.

Der ganze Beckenboden lässt sich aktiv bewegen, nicht nur die in ihn eingelassenen Schließmuskeln, und zwar in alle drei Dimensionen und das sowohl bei Männern wie bei Frauen.

Männlicher Beckenboden

So kann man mit einer Kontraktion von Beckenbodenmuskeln die Sitzbeine näher zusammen bringen, indem man mit diesen Muskeln die Iliosakralgelenke bewegt. Wie wir – Mann wie Frau – bei uns selbst ertasten können, ist die Beckenbodenmuskulatur normalerweise den ganzen Tag aktiv, d.h. Anspannung und Entspannung der einzelnen Teile wechseln ständig – so bei jedem Atemzug und bei jedem Schritt.

Diese Bewegungen sind allerdings bei Verspannungen der Beckenbodenmuskulatur und insbesondere bei den unten beschriebenen Beschwerden nicht möglich.

Beschwerden am Beckenboden sind öfters mit Blasenbeschwerden gekoppelt, da der äußere Blasenschließmuskel einen Teil des Beckenbodens darstellt. Sie bilden auch einen Teil dessen, was bei den Männern als Chronische Prostatitis oder CPPS (chronic pelvic pain) bezeichnet wird.

Allgemeine Ausführungen zu den Krankheitsbildern bei Beckenbodenbeschwerden finden Sie auch im Artikel

pdfFunktionelle Unterbauch- und Beckenbeschwerden


Beckenbodenschmerzen

Beckenbodenschmerzen treten bei verspannten Beckenbodenmuskeln (Beckenbodenmyalgie) und verspanntem Unterhautbindegewebe auf diesen Muskeln außen auf.

Oft plagen die Betroffenen die Schmerzen am Beckenboden vor allem beim Sitzen. Achtung: Wir meinen alle, wir sitzen auf dem Hintern. Wenn Sie aber einmal darauf achten, worauf Sie tatsächlich sitzen, werden Sie feststellen, dass das nur ein relativ kleiner Teil vom Gesäß ist. Sie sitzen auch auf dem Beckenboden, und zwar auf dessen vorderem Teil, und auf dem oberen Teil der Oberschenkel. Auf dem Fahrrad sitzen wir zum Beispiel gar nicht auf dem Gesäß, sondern ausschließlich auf dem vorderen Beckenboden. Deshalb ist Fahrrad fahren für Menschen, die an Beckenbodenschmerzen leiden, meist eine Tortur. Manche können auch auf keinem normalen Stuhl mehr sitzen und verwenden dann oft einen Ring zum Sitzen, so dass sie nicht mit dem Beckenboden auf den harten Sitz kommen.

Sind die Beckenbodenschmerzen einseitig, sitzen die Patienten oft schief, manche indem sie den Druck von dieser Stelle wegbringen, andere so, dass sie beim Sitzen gerade auf die Stelle drücken, weil die Druckempfindung ihnen angenehmer ist als die Missempfindung, die sonst überwiegt.

Gehen oder leichtes Joggen, also leichte Bewegung des Beckenbodens, lindert die Beschwerden meist. Es gibt aber auch Menschen, die gerade beim Gehen und /oder Stehen die Beschwerden bekommen. Diese Patienten stehen und gehen gewöhnlich falsch, d.h. sie halten gerade dabei den Beckenboden selbst und/oder andere Muskeln ständig angespannt. Manchmal sind die Beschwerden am Beckenboden auch durch exzessives Fahrradfahren auf sehr harten, schmalen Sätteln entstanden, denn ständiger Druck kann auch zu Verspannungen mit der Ausbildung von Triggerpunkten oder Myogelosen führen. Auch Kältetraumen wie langes Sitzen auf kalten Steinen kommen als Ursache von Beckenbodenschmerzen in Betracht. Oft besteht anschließend eine Kälteüberempfindlichkeit. Wärmeanwendungen können die Muskeln entspannen und lindern die Beckenbodenschmerzen daher oft – zumindest vorüber gehend.

Beckenbodenschmerzen entwickeln sich auch nach Verletzungen und Operationen in diesem Gebiet (zum Beispiel nach Prostataoperationen) sowie aus der Gewohnheit, die Schließmuskeln des Beckenbodens von Darm und Blase ständig angespannt zu halten (zum Beispiel bei chronischem Durchfall oder Harndrang, dem man nicht nachgeben will). Umgekehrt können Verspannungen in den Schließmuskeln des Beckenbodens zu Verstopfung und Harnverhalt beitragen (siehe auch unter Blasenbeschwerden).

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln wir bei Beckenbodenschmerzen die Beckenbodenmuskulatur sowohl von außen wie von innen. Von außen behandeln wir dabei vor allem die Myogelosen oder Triggerpunkte auf den Muskelansätzen an den unteren Beckenknochen sowie das Bindegewebe / Faszien auf dem Beckenboden, vor allem auf dem Damm. Von innen behandeln wir die Beckenbodenmuskeln bei Beckenbodenschmerzen über den Anus, also rektal, und zwar so lange, bis sie nicht mehr druckschmerzhaft und weich sind. Schmerzen am Beckenboden treten oft zusammen mit einer Ganzkörperfehlhaltung (siehe Fehlhaltungen) auf. Daher behandeln wir in der Sensomotorischen Körpertherapie Beckenbodenschmerzen nicht nur lokal am Beckenboden, sondern auch das gesamte Spannungsmuster, von dem die Beckenbodenverspannung ein Teil ist.

Da – wie oben beschrieben – die Beckenbodenmuskulatur Teil der Atemmuskulatur ist, geht es im Körperbewusstseinstraining der Sensomotorischen Körpertherapie oft darum, den Zusammenhang mit der Atmung wieder erfahrbar zu machen. Dafür muss oft zunächst die Atemmuskulatur mit den manuellen Methoden der Sensomotorischen Körpertherapie behandelt werden.

Beckenbodenschmerzen sind oft Teil der so genannten Chronischen Prostatitis.


Andere Missempfindungen am Beckenboden

„Einschlafen“ des Beckenbodens, ebenso wie Kribbeln, Taubheitsgefühle und andere, schwer beschreibbare, aber extrem quälende Missempfindungen am Beckenboden sind meist nicht nur beim Sitzen sondern ständig da und können die Betroffenen ungeheuer nerven, so dass alle Gedanken um diese Beschwerden kreisen, und sie sich kaum auf etwas anderes konzentrieren können. Es besteht oft gleichzeitig eine erhöhte Empfindlichkeit für äußere Reize wie Kälte, Berührung oder Reibung durch Kleidung. Die Missempfindungen Einschlafen, Kribbeln, Taubsein usw. am Beckenboden setzen sich oft bis in Beine, Leisten, Unterbauch oder Rücken fort.

All diese Missempfindungen gelten im Allgemeinen als neuropathische Beschwerden, das heißt, man meint, sie gingen von eingeklemmten oder sonst wie geschädigten Nerven aus. Leider beseitigen Medikamente gegen diese Nervenreizung die Beschwerden aber im Allgemeinen nicht. Das liegt unserer Meinung daran, dass diese Missempfindungen gar nicht auf Schädigungen der Nervenstränge zurück zuführen sind (siehe Andere Missempfindungen). Sie sind in aller Regel auch nicht auf Verspannungen der Muskeln, zurück zu führen, sodass auch Myogelosen- oder Triggerpunkt- Behandlungen und Übungen hier allein nicht helfen. Die Missempfindungen und die erhöhte Reizbarkeit gehen unserer Beobachtung nach dagegen immer von Verspannungen des Unterhautbindegewebes auf dem Beckenboden bzw. den benachbarten Gebieten aus. Innerhalb des Unterhaut-Bindegewebes liegen an den Nervenendpunkten Rezeptoren, die durch die Verspannung überstark reagieren, z.B. auf Druck, Berührung, Kälte, Hitze. Die Betroffenen werden zu Prinzessinnen bzw. Prinzen auf der Erbse. Schon der kleinste Reiz kann sie „zum Wahnsinn treiben“, nachts nicht schlafen lassen usw.

Diese Bindegewebsverspannungen kann man mit geübter Hand von außen ertasten. Die schwer erträgliche Übersensibilisierung dieser Rezeptoren lässt sich durch die Bindegewebs- / Faszienbehandlung der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® nach und nach beseitigen, so dass sich der Beckenboden schließlich wieder normal anfühlt. Man behandelt mit der Bindegewebs- / Faszienbehandlung natürlich auch alle anderen Stellen, auf die sich die Missempfindungen erstrecken (z.B. Rücken, Gesäß, Unterbauch, Adduktoren), sowie eine eventuell mit den Beschwerden einhergehende Fehlhaltung (siehe Fehlhaltungen).

Auch die Missempfindungen am Beckenboden sind bei Männern Teil dessen, was gemeinhin als Chronische Prostatitis diagnostiziert wird.


Afterbeschwerden, Anusschmerzen

Es kommt auch vor, dass speziell der Afterschließmuskel (als Teil des Beckenbodens) bzw. das Bindegewebe / Faszien darum herum besonders verspannt ist. Das wirkt sich meist so aus, dass der Stuhlgang erschwert und schmerzhaft ist, weil man dabei an den verspannten Beckenbodenmuskeln zerrt. Manchmal kommt es auch zu kurzfristigen, sehr schmerzhaften Afterkrämpfen (Proctalgia fugax). Außer dem Afterschließmuskel kann die Levatorschlinge an diesen Schmerzen beteiligt sein, d.h. derjenige Teil des Levator-ani-Muskels, der sich oberhalb des Afters um den Enddarm schlingt. Auch Hämorrhoiden, Ekzeme und Fissuren (Risse) und Juckreiz am After können durch diese Art von Verspannung entstehen.

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln wir die Afterverspannungen zunächst direkt, indem wir den Afterschließmuskel mit Myogelosen- oder Triggerpunktbehandlung behandeln, was wie immer bei verspannter Muskulatur schmerzhaft ist. Meist ist auch die übrige Beckenbodenmuskulatur verspannt und bedarf einer Behandlung. Oft ist auch das Bindegewebe / Faszien um den After herum verspannt (z.B. beim Afterekzem) und muss behandelt werden.

Mit dem Körperbewusstseinstraining der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® können die Patienten mit Afterverspannung anschließend dazu gebracht werden, zu merken, dass sie bei Belastungen jedweder Art nicht nur mit der Muskulatur des Unterbauchs die Luft anhalten sondern auch den Afterschließmuskel anziehen.

Es gibt auch Patienten mit Afterverspannungen, die beim Stuhlgang den Afterschließmuskel kontrahieren, anstatt ihn zu entspannen. Sie müssen im Körperbewusstseintraining erst wieder lernen, den Aftersphinkter zum richtigen Zeitpunkt zu entspannen und ihn insgesamt relativ entspannt zu halten.
Das Körperbewusstseintraining schlägt aber erst dann an, wenn man zunächst durch die Myogelosen- und Bindegewebs- / Faszienbehandlung der Sensomotorischen Körpertherapie den Aftermuskel aus seiner unwillkürlichen Dauerkontraktion befreit hat. Vorher leiden die Betroffenen wie alle Patienten mit einer muskulären Dauerverspannung an einer Sensomotorischen Amnesie des Muskels, d.h. dass das Hirn vergessen hat, wie dieser Muskel sich normal anfühlt und bewegen lässt. Sie spüren die Verspannung nicht und können sie daher auch nicht ändern. Erst nach den manuellen Behandlungen ist daher ein Körperbewusstseinstraining möglich, um weitere Verspannungen zu verhindern.

Ist die Afterverspannung mit einer Fehlhaltung verbunden (was häufig der Fall ist), und zwar meist mit dem Startmuster, so muss auch dieses Muster, das sich über den ganzen Körper erstreckt, in die Behandlung mit einbezogen werden.


Vaginismus

Beim Vaginismus der Frau ist die Beckenbodenmuskulatur so verspannt, dass kein normaler Geschlechtsverkehr möglich ist, weil es so eng ist, dass der Mann nicht eindringen kann. In anderen Fällen von Vaginismus kommt es zu Schmerzen und Krämpfen beim Verkehr. Ansonsten ist bei Vaginismus der Beckenboden in der Wahrnehmung nicht vorhanden, es herrscht eine komplette sensomotorische Amnesie vor („Das war früher wie ein Stück Holz, die Gegend da unten“ formulierte es eine Patientin im Nachhinein). Vaginismus entsteht manchmal nach Verletzungen (durch Unfälle, Vergewaltigung, Operationen) in diesem Gebiet, manchmal scheint die Verspannung auch angeboren zu sein, jedenfalls läst sich manchmal kein Ereignis eruieren, auf die hin sich die Beckenbodenmuskulatur und der Unterbauch verspannt haben könnten. Die Annahme, Vaginismus werde immer durch unbewusste psychische Probleme bedingt und löse sich durch Bewusstmachen dieser Probleme, ist falsch, ebenso wie die Annahme, Frauen mit Vaginismus wollten keinen Sex oder seien frigide. Vielmehr entstehen durch den Vaginismus häufig Probleme (vor allem natürlich in der Partnerschaft) und ein sexuelles Interesse besteht bei den meisten Frauen mit Vaginismus durchaus, der Sex mit einem Mann macht nur eben nicht viel Spaß, wenn er mit starken Schmerzen verbunden ist.

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln wir bei Vaginismus und Schmerzen beim Verkehr zum einen den verspannten Beckenboden manuell von außen und innen (über den Anus), zum anderen wegen des Synergismus von Beckenboden und Unterbauch auch immer den gleichzeitig verspannten Unterbauch. Auch die gesamte Atemmuskulatur muss bei Vaginismus mit in die Untersuchung und gegebenenfalls in die Behandlung einbezogen werden. Nach der Befreiung von Muskulatur und Bindegewebe / Faszien spielt natürlich bei der Behandlung des Vaginismus mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® das Körperbewusstseinstraining eine große Rolle. Vaginismus-Patientinnen ist es zunächst völlig neu und ungewohnt, dass man am Beckenboden etwas anderes als Schmerz empfinden kann. Auch können sie sich zunächst nicht vorstellen, wie sich das normale Körperempfinden am Beckenboden anfühlt. Manchen sind zunächst in dieser Gegend außer Schmerz nur sexuelle Empfindungen vorstellbar. Erst allmählich im Laufe der Behandlung kommt das normale Körperempfinden zurück, nicht zuletzt deshalb, weil sich der Beckenboden dann wieder selbstverständlich beim Atmen und Gehen mitbewegt.

Siehe auch Sexuelle Störungen.

Die Therapeutenliste zeigt Ihnen, wo in Ihrer Nähe Therapeuten zur körpertherapeutischen Behandlung von Beckenbodenschmerzen zu finden sind.

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