Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
Sensomotorische Körpertherapie
nach Dr. Pohl®
Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
Sensomotorische Körpertherapie
nach Dr. Pohl®

Oberbauch und Magengegend

Bauchbeschwerden Die meisten Menschen meinen mit Bauch nur den vorstehenden Körperteil vorn, der sie ärgert. Anatomisch meint Bauch aber die ganze Gegend vorn zwischen Rippen und Brustbein oben und dem Schambeinknochen unten. Was über dem Nabel liegt, nennt sich Oberbauch (in der Abbildung schraffiert), was unter dem Nabel liegt, nennt sich Unterbauch oder Unterleib. Der Bauch erfreut sich insgesamt allgemein keiner großen Beliebtheit, meist gilt er als zu dick und soll weg. Aber er beinhaltet die meisten unserer lebenswichtigen inneren Organe und die Bewegung der Bauchmuskulatur via Atmung ist für uns lebensnotwendig.

Unter nichts leiden Bauch und Bauchorgane mehr als unter ständigem Eingezogenhalten. Für nähere Informationen zum Bauch allgemein siehe den Artikel Über Bäuche und Bauchmuskeln (PDF)

Die meisten funktionellen Bauchbeschwerden (bei denen man also schulmedizinisch nichts findet) hängen damit zusammen, dass sich der Bauch nicht richtig bewegen kann, weil seine Muskeln und das Bindgewebe darauf durch chronische Verspannung mehr oder weniger erstarrt sind. Dieser Zustand entwickelt sich durch verschiedene Ursachen im Allgemeinen so langsam, dass die Betroffenen ihn nicht wahrnehmen. Sie spüren erst die Beschwerden, wie z. B.

und bei einem Teil der Beschwerden merken sie zunächst nicht einmal, dass sie aus der Bauch-Region kommen.

Anstatt ihn wegzudrücken, einzuengen und in der Wahrnehmung möglichst auszublenden, sollten wir unserem Bauch mehr Aufmerksamkeit schenken und ihm mehr Wohlwollen entgegen bringen. Das ist ein erster Schritt zur Heilung der im Folgenden geschilderten Beschwerden.

Bei Beschwerden im Oberbauch und in der Magengegend finden Sie passende Therapeuten auf der Therapeutenliste

Bauchbeschwerden

Der Bauch erfreut sich allgemein keiner großen Beliebtheit, meist gilt er als zu dick und soll weg. Aber er beinhaltet die meisten unserer inneren Organe und die Muskulatur des Bauchs ist für Atmung und Bewegung lebensnotwendig.

BauchbeschwerdenDie meisten Menschen meinen mit Bauch nur den vorstehenden Körperteil vorn, der sie ärgert. Anatomisch meint Bauch aber die ganze Gegend zwischen Rippen und Brustbein vorn und dem Schambeinknochen unten. Was über dem Nabel liegt, nennt sich Oberbauch, was unter dem Nabel liegt, nennt sich Unterbauch.

Unter nichts leiden Bauch und Bauchorgane mehr als unter ständigem Eingezogenhalten. Für nähere Informationen zum Bauch allgemein siehe den Artikel:

pdfÜber Bäuche und Bauchmuskeln

Zu den Bauchbeschwerden zählen


Funktionelle Magenschmerzen, Oberbauchschmerzen, Magendrücken

Funktionelle Magenschmerzen, „nervöser Magen“, Oberbauchschmerzen und Magendrücken sind weit verbreitete Störungen, die meist als psychosomatisch gelten, da man bei einer organischen Abklärung keine Ursache für diese Beschwerden fand. Magenschmerzen und Oberbauchschmerzen sind aber nur insofern psychosomatisch, als Muskulatur und Bindegewebe / Faszien des Oberbauchs emotional sehr stark reagieren. Wenn daher jemand sagt, ein unangenehmes Erlebnis habe ihm auf den Magen geschlagen, so meint er damit im allgemeinen den Druck, den er in der Oberbauchgegend spürt, und der entstand, als sich während eines negativen Erlebnisses der obere Teil des Rectus-abdominis-Muskels oder das Bindegewebe / Faszien darauf zusammenzog. Das gleiche gilt für Magendrücken. Durch anhaltenden Druck im Oberbauch können dann allerdings tatsächlich eine Gastritis und schließlich sogar ein Magengeschwür entstehen. Siehe die Artikel:

pdfAlles psychosomatisch?
pdfPsychosomatik – eine neue Sichtweise

Viele Patienten kennen den Ausdruck Oberbauch gar nicht, sondern meinen, die ganze Gegend heiße „der Magen“. Praktisch alle Patienten (und die meisten Menschen unseres Kulturkreises überhaupt) glauben, dass ihr Magen in der Mitte des Oberbauchs liegt, so dass das Essen von der Speiseröhre von oben in einen runden Ballon plumpst. Daher nehmen sie ganz selbstverständlich an, dass alle Missempfindungen, die sie in dieser Gegend wahrnehmen, von ihrem Magen ausgingen. Tatsächlich ist der Magen aber länglich und geht von der Mitte aus nach links, der Hauptteil des Magens liegt links in der Zwerchfellkuppel unter den Rippen und bewegt sich bei der Einatmung nach unten in den linken Oberbauch.

Bei der Behandlung dieser Art von Magenschmerzen, Oberbauchschmerzen und Magendrücken richten wir uns in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® aber nicht nach unserem anatomischen Wissen, sondern danach, wie und wo der Patient seine Beschwerden empfindet, beschreibt und zeigt (also zum Beispiel in der Mitte des Oberbauchs oder auf der linken oder der rechten Seite). Allerdings gehen wir davon aus, dass die als Magenschmerz bezeichneten Missempfindungen nicht von innen kommen, auch wenn sie da gespürt werden, sondern von außen und behandeln in erster Linie das Bindegewebe / Faszien des Oberbauchs und zwar da, wo der Patient von außen gezeigt hat. Eventuell müssen wir zur Haltungskorrektur auch die gesamt Vorderseite des Körpers behandeln, da die meisten Patienten sich unwillkürlich nicht nur in der Oberbauchgegend, sondern insgesamt vorn zusammen gezogen haben (siehe »Stoppmuster«).


Bauchweh der Kinder

Viele Kinder klagen über Bauchweh. Meist ist aber kein rechter Grund dafür auszumachen. Nichtsdestoweniger plagt es manche Kinder sehr. Fragt man die Kinder, wo der Bauch denn weh tut, zeigen die meisten die Gegend großflächig um den Nabel. Genau hier lässt sich das Kinderbauchweh auch von außen behandeln (auch wenn das Kind meint, das Bauchweh komme von innen). Meist finden sich Triggerpunkte oder Myogelosen auf den Muskeln in der Gegend, wo die Bauchschmerzen zu spüren sind. In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln wir diese Punkte manuell. Meist finden sich auch noch Bindegewebsverhärtungen auf dem Bauch. Diesen kann man mit der Bindegewebs- / Faszienbehandlung der Sensomotorischen Körpertherapie beikommen. Das tut zwar während der Behandlung weh, aber die Kinder ertragen es gewöhnlich gut und sind hinterher froh, ihr Bauchweh los zu sein. Oft geben sich durch die Behandlung gleichzeitig eventuell vorhandene Verdauungsstörungen.

Verdachtsweise kann man übrigens schon Babys und Kleinkinder, die noch nicht sprechen können, denen organisch nichts zu fehlen scheint, die aber viel schreien und einen leidenden Eindruck machen, auf Kinderbauchweh behandeln. Sehr häufig liegt man damit richtig und das Schreien hört auf.


Aufstoßen und Sodbrennen, Nahrungsunverträglichkeit

Bei häufigem Aufstoßen und bei Sodbrennen sowie bei manchen Arten von Nahrungsunverträglichkeit zeigen die meisten Patienten eine Linie von oberen Oberbauch nach oben. Ebenda lassen sich die Beschwerden in Muskeln und Bindegewebe / Faszien mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® auch behandeln, wobei man auch hier wieder das Umfeld beachtet (siehe »Stoppmuster«) und Verspannungen dort gegebenenfalls behandelt.


Chronische Übelkeit

Mit chronischer Übelkeit ist hier eine Störung gemeint, die nicht auf Erkrankungen innerer Organe beruht, was man zunächst abklären lassen muss. Chronische Übelkeit ist eine sehr unangenehme Missempfindung, selbst wenn man sich niemals übergeben muss. Manche Patienten mit chronischer Übelkeit entwickeln direkt eine Angst vor dem Essen, da es die Übelkeit zur Folge hat und nehmen soweit ab, dass sie als magersüchtig gelten, was sie aber nicht sind. Die Übelkeit wird meist in der Mitte des Oberbauchs empfunden, nämlich da, wo nach Meinung der meisten Menschen der Magen liegt. Manche zeigen chronische Übelkeit auch am Hals vorn unten und/oder oben. Bei wieder anderen ist die Übelkeit durch Druck auf den oberen Teil des Iliopsoas-Muskels auszulösen. Auf jeden Fall kommt die chronische Übelkeit unserer Erfahrung nach aus der Muskulatur und mehr noch aus dem Bindegewebe, und nicht direkt aus dem Magen. Chronische Übelkeit ist auch nicht einfach psychosomatisch, in dem Sinne, dass sie sich nur im Kopf oder in der Seele abspielen würde. Vielmehr liegt ihr eine körperliche Störung in Bindegewebe / Faszien und Muskulatur, meist des Oberbauchs, zugrunde. Siehe die Artikel:

pdfAlles psychosomatisch?
pdfPsychosomatik – eine neue Sichtweise

Übelkeit und Erbrechen treten häufig auch zusammen mit Migräne auf. Dabei kommt es gleichzeitig zu einer verstärkten Verspannung in der Kopf- und oder Halsmuskulatur und des Oberbauchs (siehe unter »Kopfschmerzen und Migräne«). Die Behandlung dieser Art von Übelkeit ist in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® die gleiche wie die Übelkeit ohne Kopfschmerzen. Und zwar behandelt man in erster Linie das Bindegewebe / Faszien am Oberbauch, manchmal auch noch die Oberbauch-Muskulatur, bzw. das Bindegewebe / Faszien am Hals vorn und/oder den Iliopsoas-Muskel. Meist müssen außerdem Bindegewebe / Faszien und Muskulatur der ganzen Vorderseite mitbehandelt werden, da sie zu dem Spannungsmuster gehören, durch das die chronische Übelkeit erzeugt wird.


Heißhungerattacken und Appetitlosigkeit

Bei Heißhungerattacken und Appetitlosigkeit geben die Patienten, wenn sie mit ihrer Wahrnehmung entsprechend sensibilisiert wurden, im Allgemeinen den oberen Oberbauch als Ort der Missempfindung an, nämlich genau da wo wir alle Hunger spüren, bzw. wo es uns den Appetit verschlägt.

Oft ist Fettleibigkeit nicht nur dadurch bedingt, dass die Betreffenden das Falsche essen und sich zu wenig bewegen, sondern durch eben diese bohrende Missempfindung im Oberbauch, die die Betroffenen unweigerlich zum Kühlschrank oder zur Schokolade treibt, wobei sich die Missempfindung oft kurzfristig, zumindest während des Essens bessert. „Sich zusammenreißen“ und nicht essen, ist bei dieser quälenden Missempfindung nahezu unmöglich. Menschen, die nicht unter solchen Missempfindungen leiden, tun sich daher leicht, auf Dicke herabzuschauen und zu meinen, diese bräuchten doch nur weniger zu essen.

Behandelt man diese Missempfindung am Oberbauch mit der Bindegewebs- / Faszienbehandlung der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl®, beseitigt man bei diesen Patienten das dringende Verlangen nach Essen. Dann sagen die Patienten, oft, dass sie sich wie erlöst fühlen und dass das Essen in ihrer Vorstellung an Attraktivität verliere. Es sei nicht mehr so dringend, sie dächten nicht mehr so oft daran. Der innere Kampf habe aufgehört. Auch Schokoladenheißhunger geht zurück. Die Patienten nehmen dadurch natürlich ab, ohne sonst etwas dafür tun zu müssen.

Umgekehrt nehmen Menschen zu, wenn die Appetitlosigkeit aufgrund der körpertherapeutischen Behandlung des Oberbauchs zurück geht und sie von allein anfangen, mehr zu essen, ohne sich dazu zwingen zu müssen. Appetit und Hungergefühl pendeln sich bei beiden Extremformen in der normalen Mitte ein.


Magersucht

Bei der Magersucht ist auch der Oberbauch betroffen und die Patienten können an dieser Stelle meist eine quälende Missempfindung lokalisieren. Magersüchtige Patienten sind aber auch insgesamt sehr verspannt. Oft führt festes, verspanntes Unterhautbindegewebe zu der Empfindung, zu dick zu sein, und zu Fremdheitsgefühlen am eigenen Körper (siehe »Andere Missempfindungen«). Hier wird in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® auf jeden Fall die ganze Vorderseite untersucht und gegebenenfalls behandelt. Eventuell sind auch Rücken, Nacken und Kopf betroffen und werden dann in die Behandlung einbezogen (siehe auch unter »Stoppmuster«).

Wenn Heißhunger, Appetitlosigkeit, Übergewicht, Magersucht oder Bulimie mit Depression oder Angst einhergehen, so hilft eine zusätzliche körpertherapeutische Behandlung der Kopf- und Atemmuskulatur.


Funktionelle Darmerkrankungen, Reizdarm

Funktioneller Durchfall ist nicht durch innere Erkrankungen, Infektionen oder verdorbenes Essen bedingt und ist häufig mit Bauchkrämpfen verbunden. Er tritt auf, weil die Muskulatur des Darms den Darminhalt zu schnell weiter befördert. Mit oder ohne Durchfall kommt es bei funktionellen Darmerkrankung häufig zu plötzlichem Stuhldrang. Sensomotorisch bedingter Durchfall hat ebenso wie plötzlicher Stuhldrang oft eine hohe Affinität zu Angst. Er tritt dann vor allem in angstauslösenden Situationen auf. Liegen keine der o.g. organischen Ursachen vor, kann man die Beschwerden oft mit Erfolg körpertherapeutisch behandeln, wobei meist der Bauch im Zentrum der Behandlung steht sowie die Atmung und alle bei Angst angespannten Muskeln. Dies gilt auch für Darmkrämpfe, wobei dahingestellt bleibt, ob sie nun tatsächlich vom Darm ausgehen, oder von außen oder beides. Diese Art von chronischen Darmkrämpfen kann auch nach Unterleibsoperationen auftreten. Siehe auch die Artikel:^

pdfAlles psychosomatisch?
pdfPsychosomatik – eine neue Sichtweise

Behandelt werden funktioneller Durchfall und Darmkrämpfe in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® vor allem mit der Bindegewebs- / Faszienbehandlung des Bauchs, wobei man bei der genauen Lokalisierung den Empfindungen des Patienten nachgehen kann. Tritt der Durchfall gleichzeitig mit Angst und/oder Hyperventilation (siehe unter »Fehlatmung«) auf, so behandelt man die zu diesen Störungen gehörigen Muskeln zusätzlich. Ein Körperbewusstseintraining hilft, den Bauch in allen Lebenslagen entspannt zu lassen.


Blähbauch, aufgeblähter Bauch

Auch beim Blähbauch handelt es sich oft um eine funktionelle Erkrankung ohne organischen Befund, unter denen manche Menschen stark leiden, so stark, dass sie sich manchmal gar nicht aus dem Haus trauen. Ist der aufgeblähte Bauch nicht auf Nahrungsunverträglichkeiten oder starke Blähungen aufgrund eines Essens mit stark blähenden Bestandteilen zurück zu führen, so kann Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl® oft helfen.

Die Behandlung gleicht der bei den anderen Darmerkrankungen, nur muss man besonders sorgfältig nach den Punkten am Bauch suchen, von denen die Blähung ausgeht. Es kommt auch vor, dass das Zwerchfell ständig so angespannt und damit herunter gezogen ist, dass es den Bauch herausdrückt, was dann wie gebläht wirkt.


Verstopfung

Nicht organisch bedingte Verstopfung gilt manchmal als psychosomatisch. Sie ist aber tatsächlich nur insoweit psychosomatisch als sie manchmal mit Depressionen einhergeht. Bei der Depression wiederum ist der ganze Mensch verlangsamt, also auch seine Darmbewegung. Verstopfung tritt aber auch ohne ausgesprochene Depression auf, z.B. bei Bewegungsmangel. Auf jeden Fall ist die Bauchdecke fest und unbeweglich. Diese Zusammenhänge werden verständlich, wenn man weiß, dass die Darmperistaltik, also die Darmbewegung von der Bewegung des Zwerchfells abhängig ist. Das Zwerchfell wiederum gehört zu den Atemmuskeln und es kann sich nicht frei bewegen, wenn die Bauchdecke fest ist. Depressive Patienten haben alle eine durch Verspannungen feste Bauchdecke und dadurch eine eingeengte Atmung.

Siehe auch unter Depression und die Artikel:

pdfAlles psychosomatisch?
pdfPsychosomatik – eine neue Sichtweise

Verstopfung hängt natürlich auch von der Art des Essens ab (z.B. zu ballaststoffarm). Oft wirkt eine ganze Reihe von Faktoren zusammen. So ernähren sich viele bewegungsarme aber auch depressive Patienten auch ballaststoffarm.

Die Behandlung von chronischer Verstopfung läuft in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® über Muskulatur und vor allem Unterhaut-Bindegewebe / Faszien des Unterbauchs. Oft ist auch der Iliopsoas-Muskel, der schräg durch den Bauch läuft, an der Unbeweglichkeit des Unterbauchs und damit an der Verstopfung beteiligt. Wird der Unterbauch beweglicher, bessern sich auch Bewegungsunlust (weil man dann mehr atmet) und eine eventuell vorhandene Depression. Man kann auch noch das Bindegewebe / Faszien im Verlauf des Dickdarms entlang lockern. Auch muss manchmal die gesamte Atemmuskulatur in die Behandlung mit einbezogen werden.

Ein anschließend durchgeführtes Körperbewusstseinstraining hilft dem Patienten, im Alltag bis ganz unten in den Bauch zu atmen und den Bauch locker zu lassen.


Unterbauchschmerzen, Ziehen im Unterbauch

Vor allem Frauen leiden häufig unter starken funktionellen Unterbauchschmerzen. Sie können so heftig sein, dass nahezu jede Tätigkeit unmöglich wird und manche Betroffene es nur im Bett aushalten. In der Gynäkologie werden diese Schmerzen oft als Pelipathie oder Pelvipathie bezeichnet, wobei aber keiner sagen kann, worum es sich bei Pelipathie oder Pelvipathie eigentlich handelt. Auch diese Beschwerden gelten häufig als psychosomatisch (siehe auch die Artikel: »Alles psychosomatisch? (PDF)« und «Psychosomatik – eine neue Sichtweise PDF)«). Beharren die Betroffenen (zu Recht!) darauf, dass sie deutlich körperliche Beschwerden spüren, behandelt man im Allgemeinen nicht Bindegewebe / Faszien und Muskulatur des Unterbauchs, aus denen die Beschwerden kommen. Vielmehr kommt es – da meist keiner die wahren Zusammenhänge kennt – bei dieser Art von Schmerzen im Unterbauch nicht selten zu wiederholten, aber vergeblichen Operationen, was die Schmerzen meist eher verschlimmert. Oft meint man, die neuerlichen Schmerzen kämen von Verwachsungen durch die alten Operationen. So reiht sich oft eine Operation an die andere.

Tatsächlich gehen die im Unterbauch empfundenen Schmerzen meist vom Bindegewebe / Faszien außen am Bauch aus. Häufig sind alte Narben von Unterbauchoperationen Auslöser für bindegewebsgenerierte Bauchschmerzen. Auch die Gegend um den Nabel ist sehr häufig betroffen. Manchmal kommen die Schmerzen im Unterbauch auch von Myogelosen oder Triggerpunkten in der Bauchdeckenmuskulatur. Siehe auch den Artikel:

Schmerztherapie ohne Chemie
Ausführlicher Artikel, öffnet im neuen Fenster

Nicht vergessen sollte man vor allem bei Unterbauchbeschwerden wie zum Beispiel bei Bauchschmerzen den Iliopsoas-Muskel, der vom Oberschenkel vorn oben schräg durch den Bauch innen verläuft und oben an der Lendenwirbelsäule ansetzt. Er kann alle möglichen Beschwerden auslösen, wohl deshalb, weil er einen wichtigen Nervenknoten beinhaltet, der für die Versorgung der Unterbauchorgane zuständig ist. Oft werden Iliopsoas-Schmerzen übrigens mit Schmerzen verwechselt, die durch eine Blinddarmentzündung ausgelöst sind. Es wurden manche Blinddärme aus diesem Grund schon unnötigerweise entfernt. Manche Frauen halten Iliopsoas-Schmerzen auch für Eierstockschmerzen, obgleich diese etwas tiefer lokalisiert sind.

Zu erwähnen ist noch, dass auch der Quadratus-lumborum-Muskel bei Unterbauchschmerzen in Betracht kommt. Er ist der innerste der Muskeln im unteren Rücken und wird daher oft auch als Schmerz im Bauch wahrgenommen. Auch dieser Muskel kann Blinddarmschmerzen oder Eierstockschmerzen simulieren und wird bei manchen Frauen vor allem während der Periode aktiv.

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln wir als erstes das Bindegewebe / Faszien auf dem Unterbauch, dann die erwähnten Muskeln. Meist muss zusätzlich die ganze Rumpfvorderseite behandelt werden, da sie ebenfalls stark verspannt ist, was man häufig an einer zusammen gekrümmten Haltung sehen kann.


Menstruationsschmerzen

Bei den Menstruationsbeschwerden handelt es sich oft um Unterbauchschmerzen oder ein unangenehmes Ziehen im Unterbauch. Bei manchen Frauen sind die Menstruationsbeschwerden so ausgeprägt, dass sie mehrere Tage ans Bett gefesselt sind. Viele Frauen meinen, es täten ihnen dabei die Eierstöcke weh, was aber meistens schon aufgrund der Lokalisation nicht stimmen kann. Die Behandlung von menstruationsbedingten Unterbauchschmerzen ist in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® die gleiche wie bei den anderen Unterbauchbeschwerden (siehe oben).

Bei Menstruationsbeschwerden ist es sehr wichtig, dass sich die Patientin klar wird, wo sie die Beschwerden vor oder während der Menstruation empfindet. Der Unterbauch ist nur eine mögliche, wenn auch häufige, Lokalisation und auch am Unterbauch selbst werden von den einzelnen Frauen sehr unterschiedliche Stellen gezeigt. Es gibt auch Frauen, die in Verbindung mit der Menstruation unter Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen leiden, aber auch solche, denen dabei oder davor die Oberschenkel vorn schmerzen oder der Hals (innen wahrgenommen) weh tut. Die meisten Frauen denken, alle anderen Frauen hätten genau die gleichen menstruationsbedingten Missempfindungen. Vermutlich ist es so, dass der hormonelle Status vor oder während der Menstruation die individuellen Schwachstellen hervortreten lässt (was in ähnlicher Weise auch bei einer Grippe geschieht).

Professionelle Therapeuten für Bauchschmerzen und andere Bauchbeschwerden finden Sie auf der Therapeutenliste.

Chronische Übelkeit

Bei chronischer, ständiger oder ständig wiederkehrender Übelkeit handelt es sich um eine funktionelle Störung, d.h. es ist eine Übelkeit, die weder darauf beruht, dass man etwas schlechtes gegessen hat. Noch findet man bei chronischer, ständiger Übelkeit eine Erkrankungen innerer Organe, was man zunächst abklären lassen muss. Viele Patienten mit chronischer Übelkeit sind allerdings schon jahrelang von Arzt zu Arzt gezogen ohne dass einer die Ursache ihrer Übelkeit fand.

Chronische Übelkeit wird von allen als extrem unangenehm empfunden, sie ist manchmal mit Brechreiz verbunden, selbst wenn man sich niemals übergeben muss.

  • „Mir ist dauernd so schlecht!“
  • „Ich könnte brechen, aber es geht nicht“
  • „Mir ist das ganze Leben durch die Übelkeit verleidet“.

Manche sagen, ständige Übelkeit sei schlimmer als ständiger Schmerz.

Oft tritt die Übelkeit nach dem Essen auf, weshalb manche Patienten mit chronischer Übelkeit direkt eine Angst vor dem Essen entwickeln, da es ihnen danach erfahrungsgemäß übel wird. Manche nehmen durch die chronische Übelkeit soweit ab, dass sie als magersüchtig gelten, was sie aber nicht sind. Patienten mit chronischer Übelkeit würden gerne essen und sind unfreiwillig dünn. Die meisten Patienten empfinden ihre Übelkeit in der Mitte des Oberbauchs, nämlich da, wo nach Meinung der meisten Menschen der Magen liegt. Tatsächlich liegt der Magen allerdings weiter links und weiter oben (siehe Magenschmerzen). Manche zeigen chronische Übelkeit und Brechreiz auch am Hals vorn unten und/oder oben (siehe Übelkeit Brechreiz Würgereiz).

Bei wieder anderen ist die Übelkeit durch Druck auf den oberen Teil des Iliopsoas-Muskels im Bauchinneren auszulösen. Auf jeden Fall kommt die chronische Übelkeit unserer Erfahrung nach aus der Muskulatur und mehr noch aus dem Bindegewebe / Faszien (am Oberbauch, am Hals), und nicht direkt aus dem Magen. Mit den Fingern kann man spüren, dass das Bindegewebe / Faszien der Haut und Unterhaut bzw. die Iliopsoas-Muskeln fest und druckschmerzhaft sind - und zwar genau an den Stellen, wo die Betreffenden ihr Übelkeitsempfinden von außen zeigen. Das klingt für alle Betroffenen zunächst sehr merkwürdig, denn sie empfinden ihre Übelkeit ja innen im Magen, Bauch oder Hals. Behandelt man aber das Bindegewebe / Faszien außen auf Oberbauch oder am Hals vorn, und zwar genau da, wo die Betreffenden ihre Übelkeit zeigen, verschwindet die innen empfundene Übelkeit.

Da die chronische Übelkeit in Bindegewebe / Faszien und/oder Muskulatur verankert ist, kann man sie auch nicht einfach als psychosomatisch bezeichnen, in dem Sinne, dass sie sich nur im Kopf oder in der Seele des Betroffenen abspielen würde. Vielmehr liegt ihr eine reale, von allen tastbare körperliche Störung in Bindegewebe / Faszien und Muskulatur, meist des Oberbauchs, zugrunde (siehe Artikel: Alles psychosomatisch? PDF und Psychosomatik – eine neue Sichtweise PDF).

Es ist dagegen durchaus möglich, dass die Übelkeit in Belastungssituationen stärker auftritt, da die Betreffenden sich unter Druck und in ängstigenden Situationen stärker auf Vorderseite zusammen ziehen (siehe Stoppmuster).

Übelkeit und Erbrechen treten häufig auch zusammen mit Migräne auf (siehe auch Migräne). Dabei kommt es gleichzeitig zu einer verstärkten Verspannung in der Kopf- und oder Halsmuskulatur und des Oberbauchs (siehe unter Kopfschmerzen und Migräne). Die Behandlung dieser Art von Übelkeit ist in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® die gleiche wie die der chronischen Übelkeit ohne Kopfschmerzen.

Behandlung

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man zu erst da, wo die Patienten selbst ihre Übelkeit zeigen, also in der Magengegend, am oberen Bauch oder am Hals vorne. In erster Linie behandeln wir dort das Bindegewebe, manchmal auch noch die Oberbauch-Muskulatur und/oder den Iliopsoas-Muskel, bzw. Bindegewebe / Faszien und/oder Muskeln am Hals vorn.

Natürlich wird man bei mit Migräne verbundener Übelkeit auch die schmerzenden Kopf- und Nackenpartien behandeln. Meist müssen außerdem Bindegewebe / Faszien und Muskulatur der ganzen Vorderseite mitbehandelt werden, da sie zu dem Spannungsmuster gehören, durch das die chronische Übelkeit erzeugt wird(siehe Stoppmuster).

Beim Körperbewusstseinstraining lernen die Betroffenen anschließend, zu spüren, bei welchen Gelegenheiten sie sich noch an Bauch oder Hals zusammenziehen und wie sie in diesen Situationen anders regieren können, sodass sie ihre Reaktionen wieder selbst in den Griff bekommen.

Ist die chronische Übelkeit mittels der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® erfolgreich kuriert, beginnen sie - da sie es anschließend nicht mehr büßen müssen - wieder mit Genuss zu essen. Insgesamt leben diese Menschen ohne ihr Übelkeitsempfinden auf und wenden sich wieder voll dem Leben zu.

Auf der Therapeutenliste finden Sie qualifizierte Therapeuten zur Behandlung chronischer Übelkeit.

Heißhunger, Heißhungerattacken und ständiger Hunger

BauchbeschwerdenHeißhunger tritt oft ganz plötzlich und heftig auf: als Heißhungerattacke. Die Betroffenen fühlen sich getrieben, sofort irgendetwas zu essen, um damit ihrem Heißhungergefühl ein Ende zu bereiten. Bei anderen ist der Heißhunger chronisch, d. h. sie leiden unter einem ständigen Hungergefühl, das oft durch nichts zu bändigen ist.  Menschen mit Heißhunger schildern oft ein bohrendes, quälendes Gefühl im Oberbauch (zwischen Brustbein und Nabel), d.h. in der Gegend, wo sie ihren Magen vermuten (wo er aber nicht ist, siehe Magenschmerzen). Der Heißhunger wird also genau da empfunden, wo wir alle Hunger spüren. Die Hungerempfindung ist allerdings bei Heißhunger sehr viel stärker und die Art der Hungerempfindung „anders“, „schlimmer“, „quälender“ wie die Betroffenen sagen. Viele von ihnen können zwischen normalem Hungergefühl und Heißhunger-Gefühl genau unterscheiden.

Das äußerst unangenehme, bohrende Heißhunger-Gefühl im Oberbauch ist so stark, dass es die Betroffenen unweigerlich zum Kühlschrank oder zur Schokolade treibt – wider alle Vernunft. Sie bekommen unsinnige Fressanfälle. Manche stopfen sich bei diesen Fressanfällen mit allem Essbaren voll, was sie nur gerade finden können. Bei anderen bezieht sich der Heißhunger nur auf etwas Bestimmtes – z. B. auf Schokolade. Manche ziehen nachts noch los, um sich an der Tankstelle das zu kaufen, wonach es sie so unbändig gelüstet. Sie können nicht gegen ihren „Hunger“ an, das zwanghafte Essenmüssen hat Suchtcharakter: „Es ist stärker als ich“, sagen sie.

Das Tragische ist, dass sich das Hungergefühl durch das Essen oft kurzfristig bessert, zumindest solange man isst, weshalb man diese Erlösung immer wieder sucht. Danach setzt der Heißhunger allerdings oft gleich wieder ein, meist zusammen mit Schuldgefühlen wegen des Essens zuvor. Ein Teufelskreis entsteht, denn miese Gefühle sind oft mit einem Zusammenziehen auf der Vorderseite verbunden (siehe Stoppmuster), was den Heißhunger wieder verstärkt. Dadurch wird auch das sogenannte Frustessen aufrecht erhalten. In Zeiten, in denen es einem sowieso gefühlsmäßig schlecht geht, oder in denen man unter großer Spannung steht, verstärken sich die Hungergefühle und die Heißhungerattacken nehmen an Häufigkeit und Heftigkeit zu. Dadurch entstehen wieder Schuldgefühle usw.

Gewichtszunahme und Bulimie durch Heißhunger oder ständigen Hunger

Gibt man dem Hungergefühl öfter nach, nimmt man natürlich zu, was die Schuldgefühle verstärkt. Es entwickelt sich eine Esssucht mit all ihren negativen psychischen Begleiterscheinungen. Oft ist Dicksein also nicht (nur) dadurch bedingt, dass die Betreffenden das Falsche essen und sich zu wenig bewegen, sondern durch unkontrollierbare, körperlich empfundene Hungergefühle, denen man sich hilflos ausgeliefert fühlt. „Sich zusammenreißen“ und nicht essen, ist bei dieser quälenden Hungerempfindung nahezu unmöglich. Das hat nichts mit Willensschwäche zu tun, denn der Mensch mit normalem Hungergefühl braucht nicht ständig seinen Willen einzusetzen, um seinen Hunger unter Kontrolle zu halten. Er hat einfach keinen grundlosen Heißhunger, wodurch er zwischen Mahlzeiten zum Beispiel gar nicht ans Essen denkt, denn sein Körper schickt ihm keine Hungersignale. Menschen, die nicht unter Heißhungerattacken leiden, tun daher den Dicken bitter Unrecht, wenn sie auf sie herabschauen und meinen, die Dicken bräuchten doch nur weniger zu essen. Die Gesunden sollten lieber ihrem Schöpfer danken, dass er sie von solch üblen Hungerempfindungen verschont hat. Teilt man als Betroffener selbst diese verachtende Einstellung gegenüber dem Essen und dem Dickwerden, können Heißhungerattacken auf dem Weg von Schuld- und Schamgefühlen wegen der durch Heißhunger bedingten übermäßigen Essanfälle auch den Boden für eine Bulimie (Ess-/Brechsucht) bereiten. Dann fängt man nämlich an, aus lauter Reue über die eigenen Fressanfälle und Angst vor dem Dickwerden, das gerade Gegessene wieder heraus zu brechen, sich absichtlich zu übergeben, um das Überessen rückgängig zu machen und geheim zu halten. Meist isoliert man sich dadurch immer mehr.

Die meisten halten das Ganze für rein psychisch bedingt.

Die Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl® bei Heißhunger

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® gehen wir davon aus, dass abnorme Hungergefühle nicht einfach psychisch oder psychosomatisch sind, in dem Sinne, dass sie nur im Kopf, in der Seele der Betroffenen zu finden sind, sondern dass ihnen reale körperliche Veränderungen in Gestalt von Dauerkontraktionen zu Grunde liegen, auch wenn diese sich in Belastungssituationen verstärken.

Daher fragen wir Patienten mit überstarken Hungergefühlen und Heißhungerattacken als erstes, wo denn das abnorme Hungergefühl sitzt, durch das sie sich zum Essen getrieben fühlen. Viele sind über diese Frage sehr erstaunt, denn das hat sie gewöhnlich noch niemand gefragt. Sie können aber die Stelle sofort ganz genau zeigen, meist zeigen sie sie am Oberbauch. Können die Patienten die Stelle nicht gleich angeben, versuchen wir, ihre Wahrnehmung entsprechend zu sensibilisieren, indem wir sie auffordern, genau darauf zu achten, wo sie etwas Unangenehmes spüren, wenn das Hungergefühl sie überfällt. Manche zeigen dann die ganze weiche Gegend zwischen den unteren Rippen vorn, bei anderen ist es nur eine ganz bestimmte, kleinere Stelle, mehr oben oder unten, mehr rechts oder links. Selten werden Stellen am oberen Unterbauch, also unterhalb des Nabels gezeigt.

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® gehen wir davon aus, dass die Heißhunger-Gefühle genau von diesen Stellen kommen, die die Patienten zeigen. Und zwar kommen sie unserer Erkenntnis und Erfahrung nach von außen, hauptsächlich aus dem Bindegewebe / Faszien der Haut und den Faszien der Bauchmuskulatur, auch wenn die Patienten sie als von innen kommend wahrnehmen. Wenn man genau hinschaut, sieht man da, wo die Patienten ihre Heißhungerstellen zeigen, oft Einziehungen im Bindegewebe/Faszien. Manchmal befindet sich an der gezeigten Stelle eine Narbe, meist von einer früheren Operation. Oft sieht man – auch bei ganz jungen Leuten - Querfalten auf dem Oberbauch, was darauf schließen lässt, dass die Betreffenden immer vorgebeugt sitzen und sich so die Dauerkontraktionen und Einengungen im Oberbauch zuziehen. Auf jeden Fall kann man sehen, dass sich das Gebiet mit der Hungerempfindung bei der Atmung weniger als normal bewegt, was auch für Dauerkontraktionen im Bindegewebe / Faszien spricht, so dass die Muskeln sich darunter nicht ausreichend bewegen können. Man kann Heißhunger also von außen sehen. Bei normalen Atembewegungen zieht sich die Bauchdecke beim Ausatmen gleichmäßig zusammen und weitet sich beim Einatmen.

BauchbeschwerdenDass Hungergefühle von außen kommen sollen, und zwar hauptsächlich aus dem Bindegewebe / Faszien der Haut und Unterhaut, hört sich zunächst verwegen an, da wir alle doch zu spüren meinen, dass alle Hungergefühle  von innen, aus dem Magen kommen. Behandelt aber man den Heißhunger am Oberbauch mit der Bindegewebs- / Faszienbehandlung der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl®, beseitigt man bei diesen Patienten das dringende Verlangen nach Essen. Die Wirkung setzt oft schlagartig ein. Pandiculations, aktive Triggerpunkt-Behandlungen und sensomotorische Übungen zur Beseitigung des ganzen Stoppmusters ergänzen die Behandlung. Ein anschließendes Körperbewusstseintraining hilft den Patienten nicht wieder in ihr altes Muster hinein zu geraten. Sie lernen zum Beispiel, wie sie ihren Arbeitsplatz so umgestalten können, dass sie nicht mehr vorgebeugt, mit einem Knick in der Oberbauchgegend zu sitzen brauchen. Oder dass sie ihren Bauch nicht mehr eingezogen zu halten brauchen, wodurch sie vorher ihren Oberbauch in Dauerspannung gebracht hatten, was ihre Heißhungergefühle verstärkt hatte.

Erfolg

Nach einigen Sitzungen mit all diesen Verfahren der Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® sagen die Patienten oft, dass sie sich wie erlöst fühlen und dass das Essen in ihrer Vorstellung an Attraktivität verliere. Es sei nicht mehr so dringend, sie dächten nicht mehr so oft daran. Der innere Kampf habe aufgehört. Auch spezielle Süchte wie der Schokoladenheißhunger können zurück gehen. Langfristig nehmen die Patienten dadurch natürlich ab, und zwar ohne sonst etwas dafür tun zu müssen. Sogar Bulimie-Patientinnen können wieder ein normales Hungergefühl entwickeln und dadurch wieder normal essen. Vor allem aber sind sie glücklich, der Einengung des Horizonts auf das Essen entronnen zu sein und ihr Interesse wieder vielen anderen Dingen im Leben zu wenden zu können.

Appetitlosigkeit

Interessant ist, dass sich chronische Appetitlosigkeit genauso behandeln lässt wie übersteigerte Hungergefühle. Auch die Appetitlosigkeit geht hauptsächlich vom Oberbauch aus. Wenn die Appetitlosigkeit aufgrund der Behandlung mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® zurück geht, bekommen die Menschen wieder mehr Lust zu essen und fangen von sich aus an, wieder mehr zu sich zu nehmen, ohne sich dazu zwingen zu müssen. Appetit und Hungergefühl pendeln sich bei beiden Extremformen in der normalen Mitte ein.

Therapeuten für quälenden Heißhunger stehen auf der Therapeutenliste.

Magenschmerzen, Magendrücken, nervöser Magen, Oberbauchschmerzen

Funktionelle Magenschmerzen sind Magenschmerzen, bei denen man medizinisch zunächst keine Ursache findet. Solche Magenschmerzen sind heutzutage weit verbreitet. Es gibt chronische, ständige Magenschmerzen und passagere Magenschmerzen, die bei der geringsten Belastung, bei immer wieder auftauchen. Die Magenschmerzen sind häufig mit unangenehmen Empfindungen wie Magendrücken, Unwohlsein in der Magengegend, Völlegefühlen und anderen Magenempfindungen verbunden, z. B.:

  • „Wie ein Stein im Magen“
  • „Es sticht wie ein Messer“
  • Ich fühl mich ständig unwohl in der Magengegend“
  • „So ein Magendrücken, ein ganz unangenehmer Druck im Oberbauch“
  • „Es bohrt und bohrt da drinnen“

Häufig sind diese Magenbeschwerden auch mit allgemeinen Missempfindungen verbunden, z. B.

  • „Ich fühl mich dann insgesamt hundeelend, es geht aber vom Magen aus“,
  • “Ich kann nur noch zusammen gekrümmt da sitzen, mich auf nichts mehr konzentrieren“
  • „Wenn ich das mit dem Magen habe, bin ich total deprimiert und antriebslos – oder getrieben und unruhig“

In stärkerer Form können Magenschmerzen und Magenbeschwerden dieser Art einem das ganze Leben vergällen und bis zur Berufsunfähigkeit führen.

Die Magenbeschwerden werden häufig als „nervöser Magen“ bezeichnet, da viele beobachten, dass Stress und negativen Erwartungen zur Verstärkung der Magenschmerzen und Magenbeschwerden führen. Manchmal führt aber auch jede Nahrungsaufnahme oder nur das Essen bestimmter Lebensmittel zu dieser Art von Magenbeschwerden. Manchmal lässt sich auch kein Zusammenhang zu herstellen. Funktionelle Magenschmerzen gelten meist als rein „psychosomatisch“ oder psychisch, da man bei einer medizinisch- organischen Abklärung im Allgemeinen keine Ursache für diese Beschwerden findet. Die Betroffenen empfinden ihre Magenschmerzen aber ganz deutlich als körperliche Vorgänge, obwohl sie häufig spüren, dass diese sich unter psychischen Belastungen verstärken.

Äußere Verursachung

BauchbeschwerdenIn der Praxis der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® haben wir heraus gefunden, dass es bei den funktionellen Magenbeschwerden sehr wohl körperliche Ursachen gibt, dass diese aber außen in Muskulatur und Bindegewebe / Faszien der Haut und Unterhaut liegen. Genau an den Stellen, wo die Patienten ihre innen wahrgenommenen Beschwerden mit dem Finger von außen zeigen, lassen sich nämlich bei der körpertherapeutischen Untersuchung, Verhärtungen, Verspannungen, druckempfindliche Punkte in Muskulatur und/oder Bindegewebe / Faszien finden. Eine solche äußere Verursachung klingt zunächst unwahrscheinlich, da jeder Betroffene ja von Anfang an ganz deutlich innen den Magen zu spüren meint. Viele Patienten kennen den Ausdruck Oberbauch gar nicht, sondern meinen, die ganze Gegend heiße „der Magen“. Praktisch alle Patienten (und die meisten Menschen unseres Kulturkreises überhaupt) glauben, dass ihr Magen in der Mitte des Oberbauchs liegt, so dass das Essen von der Speiseröhre von oben in einen runden Ballon plumpst. Daher nehmen sie ganz selbstverständlich an, dass alle Missempfindungen, die sie in dieser Gegend wahrnehmen, von ihrem Magen ausgingen. Tatsächlich ist der Magen aber länglich und geht von der Mitte aus nach links, der Hauptteil des Magens liegt links in der Zwerchfellkuppel unter den Rippen und bewegt sich bei der Einatmung nach unten in den linken Oberbauch. Was man bei den funktionellen Magenschmerzen (gewöhnlich in der Mitte des Oberbauchs) spürt, sind die Empfindungen die von Dauerkontraktionen in Muskulatur und Bindegewebe / Faszien ausgehen. Man empfindet die Beschwerden zwar innen, aber sie kommen zunächst von außen. Behandelt man die Dauerkontraktionen außen, verschwinden die Magenbeschwerden innen.

Psychosomatisch sind funktionelle Magenschmerzen und Magenbeschwerden nur insofern, als Muskulatur und Bindegewebe / Faszien des Oberbauchs emotional sehr stark reagieren. Schon bei Schreck oder unangenehmen Vorstellungen reagieren wir alle mit einer Erhöhung der Spannung in Muskeln und Bindegewebe / Faszien des Oberbauchs, der „Magengegend“. Das ist Teil des Stoppmusters. Wenn daher jemand sagt, ein unangenehmes Erlebnis habe ihm auf den Magen geschlagen, so meint er damit im allgemeinen den Druck, den er in der Oberbauchgegend spürt, und der entstand, als sich während eines negativen Erlebnisses (z.B. drohende finanzielle Verluste u.v.a.m.) der obere Teil des Rectus-abdominis-Muskels oder das Bindegewebe / Faszien darauf zusammenzog. Dadurch wird gleichzeitig die Atmung beeinträchtigt: man hält vor Schreck oder Spannung mit der Oberbauchmuskulatur die Luft an. Der Druck ist also ganz real, auch wenn man am Magen selbst nichts findet.

Der Unterschied zwischen Gesunden, die nur gelegentlich spüren, wie sie unter Belastungen leicht mit der Oberbauchgegend reagieren, und denen, die von Schmerzen in dieser Gegend gequält werden, liegt nur darin, dass bei letzteren Dauerkontraktionen in Muskulatur und Bindegewebe / Faszien entstanden sind. Diese Dauerkontraktionen lassen sich willkürlich nicht mehr lockern und verursachen Schmerz und Druckgefühle. Auf die Dauerkontraktionen, den anhaltenden Druck im Oberbauch und das Eingezwängtsein kann der Magen dann allerdings auch selbst reagieren: mit Aufstoßen, Verzögerung der Verdauung etc. und mit der Zeit können dann tatsächlich eine Gastritis und schließlich sogar Magengeschwüre entstehen (siehe Artikel: Alles psychosomatisch? PDF und Psychosomatik – eine neue Sichtweise PDF).

Dann werden die äußerlich bedingten funktionellen Oberbauchbeschwerden zu organisch feststellbaren Veränderungen im Magen. Durch die Dauerkontraktion des Oberbauchs, das Stoppmuster und die dadurch bedingte Atemeinschränkung kommt es relativ oft zu Depressionen, Bedrückungs- und Angstgefühlen (siehe Angst und Depression).

BauchbeschwerdenBei der Behandlung dieser Art von Magenschmerzen, Oberbauchschmerzen und Magendrücken richten wir uns in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® in erster Linie danach, wie und wo der Patient seine Beschwerden empfindet, beschreibt und von außen zeigt. Das sind bei jedem Patienten ganz bestimmte individuell unterschiedliche Punkte, Streifen, Stellen, Regionen (zum Beispiel rechts in der Mitte des Oberbauchs, oder auf der links von der Mitte oder auf der rechten Seite außen). Da wir davon ausgehen, dass die als Magenschmerz bezeichneten Missempfindungen nicht von innen kommen, auch wenn sie da gespürt werden, sondern von außen, behandeln wir in erster Linie das Bindegewebe, z. T. auch die Muskulatur des Oberbauchs und zwar zunächst da, wo der Patient seine Beschwerden gezeigt hat. Manchmal finden sich an den gezeigten Stellen auch Narben, die Auslöser für die Bildung der Dauerkontraktionen waren, und die vordringlich behandelt werden müssen. Meist behandeln wir mittels Pandiculations und aktiver Triggerpunktbehandlung außerdem auch die gesamt Vorderseite des Körpers, da die meisten Patienten sich unwillkürlich nicht nur in der Oberbauchgegend, sondern insgesamt vorn zusammen gezogen haben (siehe Stoppmuster). Das bewirkt eine Haltungskorrektur insgesamt und bewahrt den Patienten vor Rückfällen.

Nach den manuellen und übenden Behandlungen der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® ist meist ein Körperbewusstseintraining nötig, damit der Patient merkt, wie und unter welchen Umständen er im Alltag sich noch in der Oberbauchgegend zusammen zieht. Im Laufe eines solchen Körperbewusstseinstrainings erkennt er, auf was er mit Spannungserhöhung in der Magengegend reagiert (z.B. auf eine bevorstehende, konfliktreiche Unterredung mit dem Chef) und wie er in solchen Situationen entspannt bleiben kann. Außerdem lernt er, welche äußeren Umstände bei ihm dazu führen, dass er zusammen gekrümmt sitzt (z.B. ein zu niedriger Monitor oder stundenlanges Sitzen vor einem Laptop, Sitzen an einem zu niedrigen Tisch, vorgebeugtes Stehen etc.), was ebenfalls seine Dauerkontraktion der Vorderseite bedingt. Mit geschultem Körperbewusstsein kann der Patient diese äußeren Quellen selbst in seinem Alltag erkennen, vermeiden oder beseitigen.

Mit dieser Kombination von Behandlungen der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® haben wir bei den funktionellen Magenbeschwerden insgesamt sehr gut Erfahrungen gemacht. Selbst wenn es bereits zu organischen Veränderungen gekommen ist, lassen sich meist noch Veränderungen zum Positiven erreichen.

Therapeuten, die Magenschmerzen und andere funktionelle Magenbeschwerden behandeln, finden sie auf der Therapeutenliste der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl®.

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