Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
Sensomotorische Körpertherapie
nach Dr. Pohl®
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Herzbeschwerden ohne medizinischen Befund

Wie sich funktionelle Herzbeschwerden äußern und wo man sie spürt. Warum die Ärzte nichts finden. Ursachen, Behandlung und Selbstbehandlung dieser Herzbeschwerden.

Wegen "unerklärlichen" Herzbeschwerden irren viele Patienten von Arzt zu Arzt. Oft kommen diese Herzbeschwerden aus unentdeckten Verspannungen in Muskeln und Bindegewebe / Faszien des Brustkorbs. Solche muskulär bedingten Herzbeschwerden fühlen sich oft an, als kämen sie direkt aus dem Herzen und machen den Betroffenen entsprechend Angst. Dass kein Arzt eine Ursache für ihre quälenden Beschwerden findet, verunsichert sie noch mehr.


Wie sich funktionelle Herzbeschwerden äußern

Betroffene schildern ihre Herzbeschwerden so:

Herzbeschwerden

  • Herzstechen: "Plötzlich aus heiterem Himmel hab ich so ein Stechen, dass ich meine, es spaltet mir das Herz entzwei"
  • Herzschmerzen "Die Herzschmerzen quälen mich Tag und Nacht, obwohl noch nie etwas gefunden wurde".
  • Druck auf dem Herzen: "Es ist eigentlich kein Schmerz, aber so ein ständiger unangenehmer Druck, dem ich einfach nicht entkommen kann"
  • Herzrhythmusstörungen: "Mein Herz rumpelt immer wieder, dann machts plötzlich solche Hüpfer. Das geht schon 10 Jahre so, aber ich kann mich nicht daran gewöhnen. Es macht mir immer noch Angst"
  • Herzbeklemmungen: "Es st wie ein Schraubstock um meine Herz. Das macht mir auch so ein beklemmendes Gefühl, als wär das Herz eingesperrt".
  • Herzklopfen, Herzjagen, Herzrasen: "Ich wache nachts schweißgebadet auf - mein Herz rast. Tagsüber spür ich es oft bis zum Hals klopfen."
  • Beschwerden und Schmerzen im Brustbereich nach einer Herzinfarktoperation "Ich hatte vor einem ½ Jahr einen Infarkt. Die Operation ist gut gegangen, aber ich fühl mich eigentlich jetzt schlechter als zuvor. Immer ist da was, was ich kaum beschreiben kann. Ich muss ständig an mein Herz denken".

Natürlich sollten alle Herzbeschwerden vor Beginn einer körpertherapeutischen Behandlung organisch abgeklärt werden. Meist besteht das Problem aber darin, dass die Ärzte nichts finden können und die Beschwerden als psychisch abtun.


Warum die Ärzte nichts finden

Die meisten Ärzte beschränken sich in ihren Untersuchungen auf das Organ, für das sie zuständig sind, und über dessen Beschwerden der Patient klagt. Und tatsächlich: direkt am Herz haben die Betroffenen nichts. Die meisten Ärzte können sich nicht vorstellen, dass diese Beschwerden auch wo anders herkommen können. Und schon gar nicht von Muskeln oder Bindegewebe/Faszien.

Weil sie nicht an der richtigen Stelle suchen!

Daher untersuchen die Ärzte bei Herzbeschwerden den Patienten auch nicht auf Muskel- oder Bindegewebsverspannungen. Das ist in der klassischen Medizin nicht vorgesehen. Daher gibt es auch keine Fachärzte für Bindegewebe / Faszien und Muskeln und deren Störungen, Orthopäden und Sportärzte sind dafür nicht zuständig. Wenn einzelne Ärzte doch Zusammenhänge sehen, ist das ihr persönlicher Verdienst.

Weil die meisten Ärzte die Möglichkeit einer Ursache in Muskeln oder Bindegewebe / Faszien nicht in ihre Überlegungen einbeziehen, fragen sie den Patienten, auch nicht, wo er denn seine Herzbeschwerden eigentlich empfindet. Würden sie das tun, würden sie vermutlich ihr blaues Wunder erleben.


Wo man funktionelle Herzbeschwerden spürt

Fragt man die Patienten, wo sie ihre Herzbeschwerden empfinden, antworten zunächst zwar alle mit "Na da, wo das Herz eben ist". Lässt man sich aber - wie in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® üblich - zeigen, wo das genau bei ihnen ist, stellt man fest:

Es gibt ganz unterschiedliche "Ortsangaben" für Herzbeschwerden.

Die einen zeigen sie am Brustkorb links oben, die andern am Brustkorb links unten oder oben seitlich, die nächsten am Brustbein oder sogar rechts vom Brustbein und so weiter. Manche spüren Ihr Herz sogar unten im Hals klopfen, andere im Bauch. Beschwerden, die als Herzbeschwerden wahrgenommen werden, spürt man offensichtlich nicht zwangsläufig genau am Sitz des Herzens (im Brustkorb unten, vorn Mitte links). Das ist sogar eher selten der Fall. Spätestens jetzt würde ein Patient bei vielen Ärzten zum Fall für den Kollegen Psychiater werden.


Des Rätsels Lösung

Tatsächlich "spinnen" die Patienten nicht, sondern die elektrisch und chemisch vermittelte Erregung, die den Herzschlag bewirkt, erregt auch die ganze Gegend ringsum. Gespürt wird das aber nur an den jeweils verspannten Stellen, denn diese sind überempfindlich auf alle Reize. Deshalb meint jeder, sein Herz sei da, wo er es spürt. Da die Patienten aber an unterschiedlichen Stellen stärker verspannt sind, spüren sie ihre Herzbeschwerden an unterschiedlichen Stellen.

Was bei Herzbeschwerden verspannt ist

Bei funktionellen Herzbeschwerden sind immer Muskeln und oder Bindegewebspartien der Haut und Unterhaut in Dauerkontraktion. Man kann es daran merken, dass diese Stellen fest und druckschmerzhaft sind. Im Einzelfall kommen unterschiedliche Muskel- und Bindegewebsstellen in Betracht.

1. Die Stellen, die der Patient zeigt
gerader BauchmuskelIn erster Linie sind Muskel- und Bindegewebspartien da verspannt, wo der Patient/ die Patientin seine/ihre innen empfundenen Herzbeschwerden zeigt, Da wird man bei der Suche fast immer fündig. Am häufigsten ist das ein Teil der Zwischenrippenmuskeln (siehe Abbildung). Das sind die Muskeln, die zwischen den einzelnen Rippen liegen und den Brustkorb bewegen.

Es kommen aber auch andere Muskel- und Bindegewebspartien in Betracht: die Ansätze der Bauchmuskeln am Brustkorb (siehe Abbildung), der linke seitliche Brustkorbmuskel (Serratus anterior), manchmal auch das Bindegewebe / Faszien des Oberbauchs oder des Halses vorn.

2. Die Stellen, die man von außen sehen kann
Oft kann man die Stellen, wo die Herzbeschwerden empfunden werden, sogar von außen sehen. Es gibt Einziehungen in der Haut, Dellen und Verformungen des Brustkorbs an diesen Stellen. Und vor allem ist der Brustkorb an diesen Stellen unbeweglich, d. h. er bewegt sich bei der Atmung nicht mit.

3. Weiter entfernte Muskeln
entfernte MuskelnAuch ein etwas weiter entfernter Muskel, der normalerweise unter dem Schulterblatt verborgen ist (der linke Serratus-posterior-superior-Muskel), kann Herzbeschwerden auslösen: Offensichtlich sticht es von diesem Muskel aus nach vorn (der Patient nimmt die Missempfindung vorn wahr, meist genau an der dem Muskel gegenüber liegenden Stelle).

Erfahrungsberichten von Patienten zufolge fühlt sich die Verspannung die von diesem Muskel ausgeht oft so an, als ob sie einen Herzinfarkt bekämen.

4. Die Umgebung von Narben und alles, was zur Fehlhaltung des Patienten gehört
Wie Narben, Verletzungen und Fehlhaltungen zum Ausgangspunkt von Herzbeschwerden werden können, lesen Sie unter Ursache von Verspannungen bei Herzbeschwerden

In einem Selbsttest können Sie feststellen, ob Ihren Herzbeschwerden Verspannungen zugrunde liegen.

Auch wenn Ihre Herzbeschwerden mit Angst verbunden sind, heißt das noch lange nicht, dass sie rein psychisch sind. Lesen Sie unter Herz, Angst und Atmung über die Zusammenhänge.

Woher kommen funktionelle Herzbeschwerden?

FehlhatungFehlhaltungen sind Spannungsmuster, die sich durch den ganzen Körper ziehen. Herzbeschwerden sind häufig mit Fehlhaltungen verbunden. Narben und andere Verletzungen können zum Ausgangspunkt von Verspannungen werden. Sind sie am Brustkorb oder sonst in der Nähe des Herzens können sie zu Herzbeschwerden führen.

Allgemeine Ursache: Körperhaltung

Stoppmuster

Herzbeschwerden treten vor allem bei Mensch mit zusammen gezogener Vorderseite auf. Das ist oft an einer vorgebeugten Haltung sichtbar, denn bei dieser Haltung ist die Bauch- und Brustmuskulatur verspannt. Ausführlicher ist das beschrieben unter Stoppmuster.

Das Zusammenziehen der Vorderseite schützt die inneren Organe zwar bei akuter Gefahr, auf Dauer aber wirkt es sich diese negativ aus. Daher treten bei Herzbeschwerden gleichzeitig oder abwechselnd oft auch andere funktionelle Beschwerden wie chronische Übelkeit, Atemstörungen, Brustkorbschmerzen, Magenschmerzen, Blasenbeschwerden, auf. Wundern Sie sich daher nicht, wenn Sie außer Herzbeschwerden auch noch andere Leiden haben. Auch diese kann man körpertherapeutisch behandeln.

Kreisprozesse

Achtung: Wenn Sie im Stoppmuster sind: versuchen Sie jetzt nicht, sich künstlich gerade zu richten! Sie verspannen sich nur zusätzlich den Rücken. Eine stramme Haltung hilft nicht gegen Herzbeschwerden, weder im wörtlichen noch im übertragenen Sinn. Machen Sie lieber die Übungen und Selbstbehandlungen, die Sie unter Selbsthilfe bei Herzbeschwerden finden, um Ihre Vorderpartie zu lockern.

Insgesamt handelt es sich beim Stoppmuster um einen multifaktoriellen Kreisprozess, der sowohl mit körperlichen wie mit seelischen Faktoren zu tun hat: Je belastender die Lebensumstände, desto mehr ziehen wir uns auf der Vorderseite zusammen. Und je mehr wir auf der Vorderseite zusammengezogen sind (z.B. durch eine krumme Schreibtischhaltung), desto belastender erleben wir unsere Lebensumstände.

Es gibt viele Gründe, die den Prozess anstoßen und verstärken können. Je öfter und länger man in dieser Haltung verweilt, umso eingeschränkter werden die Bewegungsmöglichkeiten und umso schlechter wird die Stimmung, was wiederum die Haltung verstärkt und die inneren Organe wie das Herz negativ beeinflusst.

Traumamuster

FehlhatungWerden die Herzbeschwerden eher seitlich am Brustkorb empfunden, kommt auch ein Traumamuster als allgemeine Ursache in Betracht. Das ist eine chronische Schiefhaltung, die oft nach Verletzungen (z. B. nach einem Armbruch) aber auch nach langem (meist berufsbedingten) schiefen Sitzen entsteht.

Spezielle Ursache: Verletzungen und Narben

Warum die Herzbeschwerden gerade an den jeweils individuellen Stellen empfunden werden und warum gerade diese Stellen besonders verspannt sind, hängt meist mit früheren Verletzungen zusammen. Oft sind Narben, z.B. von Herz- oder Lungenoperationen, der Ausgangspunkt (siehe dazu auch die Seite Narbenschmerzen und Narbenbeschwerden). Aber auch Rippenbrüche, stumpfe Stoßverletzungen und Prellungen hinterlassen oft ihre Schäden in den Weichteilen, die sich im Laufe der Jahre an den betroffenen Stellen immer mehr verfestigen. Oft sind die Verletzungen so lange her, dass sich die Betreffenden erst bei der Behandlung wieder daran erinnern.

Was sind die Auslöser?

Oft erst nach Jahren tauchen die ersten Beschwerden auf. Bei Stress, Sorgen und nach langem, krummem Sitzen im Büro verspüren manche die ersten Anzeichen von Herzbeschwerden. Durch die Überempfindlichkeit des verspannten Gewebes auf alle möglichen Reize verstärken sich die Herzbeschwerden in Belastungssituationen. Fühlt man sich angegriffen, bedroht oder gestresst, reagiert die ohnehin empfindliche Region noch stärker: das Herz klopft, krampft, sticht. Man verspannt sich darauf hin noch stärker. Aber auch banal scheinende Reize wie Kälte oder einengende Kleidung können dann die Herzbeschwerden verstärken.

Wie es weitergehen kann

Jetzt kann sich ein Kreislauf von Herzbeschwerden, Atemeinschränkung und Angst entwickeln. Mehr dazu finden Sie unter Herz, Angst und Atmung. Das zu lesen, wird Ihnen helfen, Ihre eigenen Reaktionen besser zu verstehen, so dass Sie dem Ganzen nicht mehr so ausgeliefert sind.

Jetzt wird es Zeit, dass man etwas tut,

um sowohl die Fehlhaltung, wie Atemeinschränkung, wie die Überempfindlichkeit in der Herzgegend abzubauen. Unter Selbsthilfe bei Herzbeschwerden finden Sie Erste-Hilfe-Maßnahmen gegen Stoppmuster und Traumamuster und Selbstbehandlungen direkt gegen die Herzbeschwerden.

Unter Professionelle Behandlung von Herzbeschwerden lesen Sie, was die Therapeuten der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® für Sie tun können.

Eine Liste dieser Behandler finden Sie auf der Therapeutenliste.

Herz, Atmung und Angst

Herzbeschwerden haben generell eine hohe Affinität zu Atembeschwerden und zu Angst. Schon beim Gesunden sind Herz, Atmung und Gefühl eng miteinander gekoppelt.

Herz und Lunge sind praktisch ein Organ, sie sind über den kleinen Kreislauf direkt miteinander verbunden, in ihrer Tätigkeit unmittelbar voneinander abhängig. Daher hängen auch Herztätigkeit und Atmung unmittelbar zusammen. Da man zum freien Atmen eine entspannte Brust- und Bauchmuskulatur braucht, sind bei funktionellen Herzbeschwerden Atemstörungen häufig. Siehe auch die Beschreibung des Stoppmusters unter Ursache von Verspannungen bei Herzbeschwerden.

Herz, Atmung, Emotion

Herz und AtmungHerz und Atmung reagieren unmittelbar emotional, jede Erregung, gleich welcher Art, lässt die Atem- und die Herzfrequenz steigen. Dann spüren wir unser Herz klopfen (in ruhigem Zustand spüren das nur sehr wenige Menschen). Es hüpft vor Freude, rast vor Angst usw.. Das ist völlig normal, bei verspannten Menschen aber häufig stärker ausgeprägt, was dann als Herzbeschwerden wahrgenommen werden kann.

Die Verbindung Herz - Atmung - Angst beim Gesunden

Angst wird - auch vom Gesunden - häufig in der Nähe des Herzens wahrgenommen und er atmet dabei schneller und unregelmäßiger. Dieser Zusammenhang ist biologisch durchaus sinnvoll: Ein Sistieren sowohl der Herz- wie der Atembewegung ist unmittelbar tödlich. Sind Herz und Lunge bedroht, ruft das unmittelbare Angst bis zur Todesangst hervor. Daher gibt es auch bei Beschwerden organischen Herz- und Lungenerkrankungen eine Angstsymptomatik.

Umgekehrt führt auch Angst völlig anderer Herkunft außer zu Atemstörungen häufig auch zu unangenehmen Herzempfindungen. Und wenn die Atmung - aus welchen Gründen auch immer - eingeschränkt oder unangemessen beschleunigt ist, macht das Angst und man fühlt ein Herz schlagen. Die Stellen, wo wir Angst empfinden und diejenigen Stellen, wo wir bei Aufregung unser Herz spüren können, liegen oft dicht beieinander oder sind sogar deckungsgleich, so dass auch Gesunde die beiden Empfindungen oft kaum auseinander halten kann. Das ist alles völlig normal (auch dass wir gelegentlich Angst empfinden, ist normal). Bei Herzbeschwerden ist der Zusammenhang nur stärker ausgeprägt.

Atmung und Angst bei Herzbeschwerden

Sobald jemand irgendetwas Auffälliges an seinem Herzen wahrnimmt, empfindet er Angst und reagiert mit der Atmung entsprechend. Damit kann ein unguter Kreislauf in Gang kommen: auf ungeklärte Herzbeschwerden reagiert man mit Angst und beschleunigter Atmung, was wiederum zu mehr Herzbeschwerden führen kann. Viele Menschen mit ungeklärten funktionellen Herzbeschwerden fühlen sich ständig stark gefährdet und werden sehr ängstlich. Weil niemand die Ursache ihrer Herzbeschwerden findet, beobachten sie sich ständig und fühlen sich dem Ganzen hilflos ausgeliefert. Das treibt die Spirale von Angst, Atemstörung und Herzbeschwerden immer stärker in die Höhe. Sie können in Panik geraten.

Lesen Sie dazu auch die körpertherapeutischen Ausführungen über Angst und über Hyperventilation.

Raus aus dem Teufelskreis

1. Erster Schritt: Verstehen
Ein erster Schritt heraus aus der Spirale kann schon sein, die Zusammenhänge von Herz, Angst und Atmung zu verstehen. Schon das kann beruhigend wirken. Ich hoffe, dass viele Betroffene diese Zeilen finden.

2. Zweiter Schritt: Selbsttest
Auch wenn Herzbeschwerden mit Angst verbunden sind, heißt das noch lange nicht, dass sie rein psychisch sind. In einem Selbsttest können Sie feststellen, ob nicht vielmehr Verspannungen Ihren Herzbeschwerden (und Ihrer Angst) zugrunde liegen. Damit können Sie den Versicherungen ihrer Ärzte glauben, dass Ihre Beschwerden wirklich nicht vom Herzen ausgehen. Sie selbst haben dann festgestellt, woher sie eigentlich kommen.

3. Dritter Schritt: Selbsthilfe
Unter Selbsthilfe finden Sie Übungen und Selbstbehandlungen. Wenn Sie damit auch nur ein bisschen auf Ihre Beschwerden einwirken können, werden Sie sich schon nicht mehr so ausgeliefert, sondern wieder kompetenter fühlen.
Das wird vielleicht auch schon einen positiven Einfluss auf die Beschwerden haben, unter denen Sie sonst noch leiden:

4. Vierter Schritt: Professionelle Behandlung
Wenn Sie stärkere Beschwerden haben, wird wahrscheinlich die Selbsthilfe nicht ausreichend sein. Unter Professionelle Behandlung finden Sie beschrieben, was Therapeuten der Sensomotorischen Körpertherapie für Sie tun können.

5. Fünfter Schritt

Eine Therapeutenliste finden Sie hier.

Selbsttest auf Verspannungen bei Herzbeschwerden

Achtung: dieser Selbsttest ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Sie sollten ihn erst dann durchführen, wenn organische Gründe für Ihre Herzbeschwerden ausgeschlossen sind.

Dann aber können Sie leicht selbst feststellen, ob nicht Verspannungen die Ursachen Ihrer Herzbeschwerden sind.


Selbsttest 1

Legen Sie sich auf den Rücken oder auf die linke Seite, so dass die Stelle, wo Sie innen Ihre Herzbeschwerden empfinden, oben zu liegen kommt und für Sie mit den Händen gut erreichbar ist. Tasten Sie dann mit Druck eines Fingers oder Daumens auf dieser Stelle (die nur Sie kennen) herum.

Drücken Sie

  • zum Beispiel zwischen zwei Rippen entlang
  • oder an den oberen oder unteren Rippenrändern entlang,

bis Sie einen oder mehrere Schmerzpunkte finden. Vielleicht spüren Sie dort auch kleine druckschmerzhafte Knubbel. Drücken Sie nicht zu sacht. Wenn Sie die Stelle schlecht erreichen können, können Sie auch mit dem stumpfen Ende eines Stifts o. ä. drücken.

Was Sie da gefunden haben, sind Triggerpunkte, Myogelosen oder Schmerzpunkte.  Drücken Sie im Vergleich dazu auf eine Stelle, an der Sie sich wohlfühlen. Der gleiche Druck müsste hier bedeutend weniger Schmerz auslösen.

Glückwunsch!

wenn Sie diese Punkte entdeckt haben, wissen Sie jetzt, woher Ihre Herzschmerzen tatsächlich kommen. Wenn Sie noch nicht fündig geworden sind, machen Sie noch den zweiten Selbsttest.


Selbsttest 2

Lage wie beim Selbsttest 1.
Versuchen Sie mit einer Hand an der Stelle Ihrer Herzbeschwerden

  • eine Hautfalte abzuheben
  • diese Hautfalte zu drücken, zu kneifen und zu rollen
  • Gehen Sie so Ihre ganze Herzbeschwerdenstelle durch.
  • Ist das schmerzhaft ?

Behandeln Sie zum Vergleich eine andere Körperstelle genau so. Der gleiche Druck müsste hier deutlich weniger weh tun.

Glückwunsch!

Wenn Sie eine oder mehrere Hautfalten gefunden haben, die auf Ihren Druck mit Schmerz reagieren, haben Sie heraus gefunden, dass Ihre Herzbeschwerden von Verspannungen und Verhärtungen im Bindegewebe / Faszien der Haut und Unterhaut kommen.

Wenn Sie nicht gleich etwas gefunden haben, wenden Sie sich am besten an einen der Therapeuten auf der Therapeutenliste. Er/sie findet die verspannten Stellen, von denen Ihre Herzbeschwerden ausgehen, ganz bestimmt. Ansonsten können Sie gleich weiter machen mit den Übungen und Selbstbehandlungen, die Sie unter Selbsthilfe bei Herzbeschwerden finden.

Oder Sie schauen sich gleich an, wie eine Professionelle Behandlung von Herzbeschwerden mit Sensomotorischer Körpertherapie nach D. Pohl® aussieht.

Selbsthilfe bei Herzbeschwerden

Hier finden Sie Übungen und Selbstbehandlungen gegen funktionelle Herzbeschwerden. Sie sind Teil der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl®.


Sensomotorische Übungen

Übung zur Auflösung des Stoppmusters (gegen vorgebeugte Haltung)
Legen Sie sich auf den Rücken, halten Sie die Hände verschränkt hinter dem Kopf, und stellen Sie die Beine auf. Heben Sie mit der Ausatmung Kopf und Oberkörper an und spüren Sie dabei die Anspannung in Ihrem geraden Bauchmuskel. Nähern Sie beim Hochgehen auch Ihre Ellbogen einander an und spüren Sie dabei Ihre Brustmuskeln. Senken Sie dann ganz langsam Kopf und Oberkörper wieder und legen Sie auch die Ellbogen ab (so weit, wie es Ihnen leicht möglich ist). Atmen Sie dabei normal weiter.

Führen Sie diese Übung ein paarmal durch.
Anschließend können Sie wahrscheinlich spüren, dass Sie leichter in den Bauch atmen und dass Ihre Schultern, Ihr Nacken und Ihr Kopf jetzt besser aufliegen und sich entspannter anfühlen.

Übung, um den Brustkorb zu bewegen: Arme rollen
Stellen Sie in Rückenlage die Füße auf, die Arme sind waagerecht auf der Unterlage zur Seite ausgestreckt. Rollen Sie Ihre liegenden Arme mitsamt den Schultern zuerst nach unten (dabei atmen Sie aus), dann nach hinten oben (dabei atmen Sie ein). Die Arme bleiben dabei immer waagerecht ausgestreckt. Spüren Sie, wie Ihre Schultern sich beim Runterrollen vom Boden abheben und beim nach Hochrollen an den Boden drücken, wie allmählich auch der Brustkorb mitmacht, indem die Rippen vorn sich beim nach Runterrollen und Ausatmen zusammenfalten, während sie beim nach Hochrollen und Einatmen auseinandergehen.

Wiederholen Sie die Übung ein paarmal.
Wie liegen Ihre Schultern jetzt auf? Was macht der Brustkorb? Wiederholen Sie die Atemtests.

Übung zur Auflösung eines Traumamusters /einer Schiefhaltung
Legen Sie sich auf die rechte Seite, die Beine gebeugt. Greifen Sie mit der oberen Hand oben um den Kopf herum, so dass Sie das rechte Ohr erreichen können. Heben Sie Kopf und Oberkörper und zielen Sie dabei mit dem linken Ellbogen Richtung Füße, so dass der ganze Oberkörper sich seitlich krümmt. Legen Sie Kopf und Oberkörper wieder ab und strecken Sie den Arm nach oben aus, so dass Ihre ganze linke Seite länger wird. Genießen Sie die Länge. Dann legen Sie sich wieder die linke Hand um den Kopf und fahren wie oben fort….usw.

Wiederholen Sie das etwa 8 Mal.
Legen Sie sich wieder auf den Rücken und spüren Sie, wie weit und lang Ihre linke jetzt Seite ist, wie sie atmet und ob Ihr Herz sich schon etwas freier fühlt.


Selbstbehandlungen

Selbstbehandlung 1:

Die Zwischenrippenmuskeln großflächig in Bewegung bringen
Legen Sie in Rückenlage beide Hände übereinander auf die Stelle, wo Sie Ihre Herzbeschwerden spüren. Stellen Sie fest, wie Ihr Brustkorb sich bei der Atmung an dieser Stelle bewegt. Helfen Sie dem Brustkorb beim Atmen: Drücken Sie bei der Ausatmung mit den Händen die Rippen aktiv hinein, bei der Einatmung einfach die Hände liegen lassen. Bleiben Sie in Ihrem Atemrhythmus, machen Sie die Bewegung mit den Händen eher langsamer als schneller.

Nachdem Sie das etwa 10-mal gemacht haben, drücken Sie mit der Einatmung mit dem Brustkorb aktiv gegen Ihre Hände, die mit Druck Widerstand leisten. Sie müssen spüren, dass der Brustkorb dabei wirklich etwas zu tun hat.

Danach: Spüren Sie, wie Ihre linke Seite sich jetzt bei der Atmung bewegt. Wie frei fühlt sich Ihre Herzbeschwerden-Stelle jetzt an?

Selbstbehandlung 2:

Aktive Schmerzpunkt-Behandlung der Herzbeschwerden-Stelle
Rücken- oder Seitlage, je nachdem, wo Sie Ihre Herzbeschwerden spüren. Die Stelle, wo Sie innen die Herzbeschwerden spüren, sollte oben liegen und für Sie mit der Hand gut erreichbar sein. Suchen Sie auf Ihrer Herzstelle mit den Fingern einen besonders druckschmerzhaften Punkt auf Ihrem Brustkorb. Halten Sie ihn gedrückt und atmen Sie langsam ein und aus, so dass sich die Stelle unter Ihrem Finger bewegt. Drücken Sie die Stelle mit der Einatmung heraus und ziehen Sie sie mit der Ausatmung wieder ein. Wenn der Schmerz nachlässt, suchen Sie sich den nächsten Punkt und behandeln ihn genauso.

Fahren Sie solange fort, bis Sie alle Schmerzpunkte in der Gegend behandelt haben. Legen Sie sich wieder auf den Rücken und spüren Sie, wie sich Ihr Brustkorb jetzt anfühlt, wie Sie atmen können. Wie ist Ihnen jetzt um das Herz herum zumute?

Zur Beruhigung: langsames Atmen

Wann immer Sie aufgeregt sind und Ihr Herz rast: Atmen Sie tief nach unten, atmen Sie dabei extrem langsam aus und machen Sie am Ende der Ausatmung eine Pause. Lassen Sie dann den Einatem von alleine kommen. Wiederholen Sie das ein paar Minuten lang. Spüren Sie die Ruhe, die über Sie kommt.

In schwereren Fällen und für eine dauerhafte Beseitigung Herzbeschwerden lassen Sie sich am besten von einem Therapeuten /eine Therapeutin der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln. Was er/sie macht, finden Sie unter Professionelle Behandlung von Herzbeschwerden beschrieben.

Einen geeigneten Therapeuten finden Sie auf der Therapeutenliste.

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