Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
Sensomotorische Körpertherapie
nach Dr. Pohl®
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Schwindel durch verspannte Muskulatur und verspanntes Bindegewebe

Schwindel durch verspannte Muskulatur und verspanntes BindegewebeSchwindel durch Verspannungen an Nacken, Augen, Kiefer, Rücken, Beinen. Drehschwindel, Benommenheit, Schwankschwindel, durch Schleudertrauma, Unfall. Schwindel, Angst und Hyperventilation.

Schwindel ist ein sehr häufiges Symptom. In über der Hälfte der Fälle wird aber keine organische Ursache des Schwindels gefunden. Extrem verunsichert irren die Patenten oft von Arzt zu Arzt. Mehr als 20-jährige körpertherapeutische Erfahrung hat gezeigt, dass sich bei allen Schwindelformen körperliche Ursachen finden lassen. Nur liegen diese nicht da, wo die Ärzte bisher suchten, sondern in Muskeln und Bindegewebe/Faszien. Und dort lassen sie sich auch behandeln.

Wie erlebt man Schwindel?

Schwindel - medizinisch vertigo - ist fast ebenso facettenreich wie Schmerz, d.h. es gibt sehr viele verschiedene Arten von Schwindel. Immer aber wird Schwindel als sehr irritierend erlebt:

Wie man Schwindel erlebt
"Sobald ich den Kopf drehe, fangen die Bilder an zu wackeln."
"Ich kann mich kaum auf den Beinen halten. Es ist, als wenn es mich nach unten zieht."
"Ich habe ein unsicheres Gefühl in der Senkrechten, es zieht mich ständig zur rechten
Seite (oder linken), so dass ich immer Angst habe zu fallen."
"Wenn ich den Kopf gedreht habe, dreht es sich anschließend in meinem Kopf weiter."
"Die Welt um mich fährt Karussell."
"Mir ist den ganzen Tag schwummrig."
"Ich fühl mich so benommen, kann keinen klaren Gedanken fassen."
"Ich gehe wie auf Watte."
"Ich bin so taumelig, torkle den ganzen Tag herum."
"Schwindel und Angst kann ich kaum auseinander halten."

Außerdem gibt es noch eine Reihe schlecht definierbarer Schwindelarten, die sich kaum beschreiben lassen, weil wir in der Sprache keine Worte dafür haben.

Wodurch entsteht Schwindel?

Es gibt organische Ursachen von Schwindel, z.B. Veränderungen im Gehirn, Herz-Kreislauf-Störungen, Stoffwechselerkrankungen, die man bei akut auftretendem Schwindel zunächst abklären lassen sollte. Hat man diese Ursachen ausgeschlossen und beginnt der Schwindel chronisch zu werden, sind Verspannungen in Muskulatur und Bindegewebe / Faszien die Hauptverursacher.

Verspannungen in Muskeln und Bindegewebe / Faszien

Schwindel durch verspannte Muskulatur und verspanntes BindegewebeVerspannungen sind Dauerkontraktionen in Muskeln und Bindegewebe / Faszien, die sich bewusst nicht mehr lösen lassen. Auch Massagen haben meist keine bleibende Wirkung. Bei Schwindel sind vor allem solche Muskeln und Bindegewebspartien in Dauerkontraktion, die an der Ausrichtung in der Schwerkraft beteiligt sind. Am häufigsten sind Nackenverspannungen. Oft geht Schwindel auch von Dauerkontraktionen an den Augen, am Kopf, an der oberen Schultermuskulatur, an Beinen oder Fußsohlen aus. Manchmal finden sich sogar Schwindelauslöser am Rücken oder am Bauch.
In der Medizin wird Schwindel im Allgemeinen nur auf Störungen im Gleichgewichtsorgan oder am Gleichgewichtsnerven (N. vestibularis) im Innenohr zurückgeführt. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass das Innenohr nur eine von vielen Möglichkeiten ist und dass auch die Störungen im Innenohr durch Verspannungen der Kiefer- und Kopfmuskulatur bedingt sein können.
Eine Erklärung, wie Muskel- und Bindegewebsverspannungen Schwindel hervorrufen können, lesen Sie unter Wie Schwindel durch Verspannungen entstehen kann

Alles psychisch?

Häufig geht Schwindel mit "psychischen" Störungen einher, vor allem mit Angst. Deshalb wird Schwindel, bei dem sich organmedizinisch nichts finden lässt, häufig für eine rein psychische Störung gehalten.
Doch ist Schwindel keine psychisch verursachte Störung - auch wenn er sich unter Stress und seelischen Belastungen verstärken kann. Wie es sich tatsächlich mit der Beziehung Schwindel und Psyche verhält, erfahren Sie unter Schwindel und Psyche.

Welche Arten von Schwindel gibt es?

Schwindel ist nicht gleich Schwindel. Durch die Vielzahl der am Gleichgewicht beteiligten Muskeln und Bindegewebspartien gibt es entsprechend viele Störmöglichkeiten und daher sehr viele verschiedene Arten von Schwindel. Dementsprechend vielfältig sind die Ursachen der Verspannungen, die zu Schwindel führen. Sie reichen von

  • Schleudertraumen und anderen Unfällen
  • über Bauchverspannungen, die zu Atemstörungen führen,
  • bis zu Zahnarztbesuchen
  • und Fehlhaltungen bei der Computer-Arbeit.

Welche Art von Schwindel durch die Verspannung welcher Muskeln hervorgerufen wird, und wodurch die jeweiligen Verspannungen verursacht werden, finden Sie unter diesen einzelnen Haupt-Schwindelarten beschrieben:

Drehschwindel
Benommenheitsschwindel
Schwankschwindel
Hyperventilationsschwindel

Diese Unterteilung ist keine absolute Trennung. Oft leidet ein Patient gleichzeitig oder abwechselnd unter mehreren Schwindelarten. Und es gibt noch viele individuelle Schwindelarten, die von dieser Unterteilung nicht erfasst werden.
Falls Sie unter einer Form von Schwindel leiden, die hier nicht dargestellt wird, verzweifeln Sie nicht. Wahrscheinlich können wir Sie dennoch mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln.

Wie behandelt man verspannungsbedingten Schwindel?

Wir behandeln verspannungsbedingten Schwindel mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl®. Dabei untersuchen wir vor der eigentlichen Behandlung genauestens,

  • um was für einen Schwindel es sich handelt
  • woher er im Einzelfall kommt
  • womit der Schwindel genau bei diesem Patienten zusammen hängt
  • und was genau wir in diesem Fall tun können

Die eigentliche Behandlung ist dann je nach Art des Schwindels individuell unterschiedlich. Sie umfasst manuelle, übende und mentale Verfahren - alle auf neurobiologischer Grundlage. Mehr zum Vorgehen mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® erfahren Sie unter Die Behandlung von Schwindel.

Auf der Therapeutenliste finden Sie Behandler, die Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® anwenden.

Wie Schwindel durch Verspannungen entstehen kann

Schwindel bzw. Schwindelfreiheit hängen evolutionsbiologisch unmittelbar mit unserer zweibeinigen Bewegung in der Schwerkraft und unserer Orientierung im Raum zusammen.

Nicht organisch bedingter Schwindel beruht auf Verspannungen. Erklärung, wie Dauerkontraktionen in Muskeln und Bindegewebe / Faszien zu Schwindel führen können. Schwerkraft, Gleichgewicht und Muskeln.

Zweibeinigkeit, Schwerkraft und Orientierung im Raum

Als wir Menschen uns in der Evolution zum Zweibeiner entwickelt haben, wurde der Umgang mit der Schwerkraft für uns schwieriger (ein Vierbeiner hats da leichter). Der menschliche Körper mit seiner Stellfläche (die beiden Füße) und dem hoch liegenden Schwerpunkt (im Becken) lässt sich in der Senkrechten nur dadurch aufrecht halten, dass wir mit unserer Haltemuskulatur ständig kleine Balancebewegungen durchführen. Gleichzeitig beschert uns die Aufrichtung zum Zweibeiner allerdings auch eine ungeahnte Wendigkeit und Bewegungsvielfalt.
Die Orientierung im Raum (wo ist oben? Wo ist unten?) und die Sicherheit unserer Bewegungen in diesem Kraftfeld sind so grundlegende Faktoren für unser Leben auf der Erde, dass sie nicht allein vom Gleichgewichtsorgan im Innenohr bewältigt werden können. Vielmehr sind sie von Rezeptoren in einer Vielzahl von Stellen abhängig. Die meisten befinden sich in Muskeln und Bindegewebe/Faszien. Im Gehirn gibt es einen komplexen Regulationsmechanismus, der Informationen aus den verschiedenen Sinnesorganen an verschiedenen Stellen zusammen führt.

Koordination von Motorik und Sensorik

Für unsere normale Bewegung im Raum und in der Schwerkraft braucht es eine Koordination von Sensorik und Motorik. Wenn wir gesund sind, gehen bei jeder Veränderung unserer Lage/Haltung im Raum Signale aus Muskeln, Faszien und Haut an das Gehirn und das Gehirn richtet den Spannungszustand der Muskeln entsprechend ein. Aus der Muskelbewegung wiederum kommen sensorische Feedbacksignale an das Hirn zurück. Nur dadurch können wir uns mit traumwandlerischer, uns gar nicht bewusster Sicherheit auf der Erde bewegen - und wissen immer, wo oben und unten ist.

Beispiel: nach vorne beugen
Wenn Sie sich nach vorne beugen, um etwas aufzuheben, aktivieren Sie nicht nur Muskeln für das Vorbeugen (auf der Vorderseite des Körpers), sondern spannen automatisch auch auf der Rückseite Muskeln an. Diese Muskelspannung hält Sie, damit die nicht nach vorne fallen. Die sensorische Gesamt- Information aus dem ganzen Körper erlaubt es Ihnen, die Muskeln immer genau so einzuregeln, dass Sie Ihr Gewicht dabei sogar noch verlagern können und sich immer mühelos in der Schwerkraft halten.

Sinnesorgane zur Orientierung in der Schwerkraft

Der Regulationsmechanismus läuft zwar im Gehirn ab, aber die Rezeptoren (kleine Sinnesorgane) für die Regulation von Gleichgewicht und Raumorientierung sind auf viele verschiedene Stellen im Körper verteilt. Außer in und an den Augen befinden sie sich vor allem in Muskulatur und im Bindegewebe / Faszien der Haut und Unterhaut des Körpers. An manchen Stellen sitzen besonders viel dieser Rezeptoren:

  • in den äußeren Augenmuskeln
  • in den Sternocleidomastoideus-Muskeln
  • in den kurzen Nackenmuskeln
  • in den Trapezmuskeln
  • in der Haut der Fußsohlen.

All diese Stellen sind bei Verspannung Schwindelkandidaten. Aber auch an anderen Stellen der Haltemuskulatur, die auf Veränderungen in der Schwerkraft reagiert, muss es noch solche Gleichgewichtsrezeptoren geben. Jedenfalls finden sich bei der körpertherapeutischen Untersuchung und Behandlung Schwindelauslöser auch in der Rücken- und Bauchmuskulatur. Nur an verspannten Armen und Händen wurden nie Schwindelauslöser gefunden.

Schwindel entsteht

1. Bei einer Verarbeitungsstörung im Gehirn
Wenn im Gehirn die Verarbeitung von Signalen zur Raumorientierung und Schwerkraft oder die Bewegungskoordination gestört ist, entsteht ein zentraler Schwindel. Das ist zum Beispiel bei entzündlichen oder raumgreifenden Prozessen im Gehirn der Fall. Auf diese Weise kann ein Hirntumor oder eine Hirnhautentzündung Schwindel auslösen. Auch wenn es infolge der Verspannung der Atemmuskulatur zur Hyperventilation kommt, reagiert das Gehirn auf die dadurch bedingte chemische Veränderung mit einer vorübergehende Funktionsstörung. Schwindel im Sinne von Schwarzwerden von den Augen, sich nicht mehr halten können bis hin zur Ohnmacht, sind die Folge (mehr dazu Hyperventilationsschwindel).

2. Bei Ausfall von Rezeptoren
wenn Rezeptoren an bestimmten Stellen von Muskulatur und/oder Bindegewebe / Faszien ganz oder fast ausfallen, kommen zu wenig stimmige Signale im Gehirn an. Es kann dann die Bewegung in der Schwerkraft nicht richtig ausrichten. Mit betäubten Fußsohlen können wir uns z.B. nicht aufrecht bewegen. Statt zu gehen, torkeln wir herum und fallen. In abgeschwächtem Maße ist das der Fall, wenn die Füße durch Verspannungen im Bindegewebe / Faszien unbeweglich sind oder sich taub anfühlen.

3. Bei Beeinträchtigung der Rezeptoren von außen
Wenn die Rezeptoren in den einzelnen Muskeln und Hautpartien durch Verspannungen und Triggerpunkte gedrückt und gequetscht werden, senden sie verzerrte, unsinnige Meldungen an das Gehirn, auf die sich das Gehirn keinen Reim machen kann. Das Ergebnis ist Schwindel und eine Störung in der Bewegungskoordination.

4. Bei widersprüchlichen Meldungen von verschiedenen Rezeptoren
Wenn von Rezeptoren an verschiedenen Stellen (z. B. von den Augen und den Nackenrezeptoren) aufgrund von Verspannungen unterschiedliche Zustandsmeldungen das Gehirn erreichen (die Augen sagen das, der Nacken etwas anderes), gibt es im Gehirn Konfusion. Eine Störung der Orientierung und der Bewegungskoordination ist die Folge.

Arten von Schwindel

Durch diese Vielzahl von Faktoren, die Schwindel zugrunde liegen können, gibt es auch viele Arten von Schwindel. Unter

Finden Sie die Haupt-Schwindelarten beschrieben, die durch Verspannungen entstehen können. Diese Unterteilung ist keine absolute Trennung. Oft leidet ein Patient gleichzeitig oder abwechselnd unter mehreren Schwindelarten. Und es gibt noch viele individuelle Schwindelarten, die von dieser Unterteilung nicht erfasst werden.

Behandlung

All diese Schwindelformen kann man mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® gezielt behandeln. Wie eine solche Schwindel-Behandlung aussieht, erfahren Sie unter Die Behandlung von verspannungsbedingtem Schwindel.

Therapeuten, die Drehschwindel und andere Schwindelformen behandeln, finden Sie auf der Therapeutenliste.

Schwindel und Psyche

Angst durch Schwindel, Orientierungsverlust durch Schwindel, Konzentrationsstörungen durch Schwindel. Fehldiagnose "Phobischer Schwankschwindel". Schwindel und Angst durch Verspannungen. Die Angst zu fallen.

Macht Angst Schwindel? - Oder macht Schwindel Angst?

Mit Schwindel verbunden ist immer eine Störung der Bewegungskoordination und der Orientierung im Raum. Der Orientierungsverlust hat zur Folge, dass man sich stark verunsichert fühlt. Bei akutem Schwindel kommt es daher kurzfristig zu Verwirrung, Desorientiertheit und Angst. Man gerät in Panik, wenn man "den Boden unter den Füßen verliert". Haltsuchend fühlen sich manche Schwindelpatienten nur noch am Arm eines anderen Menschen halbwegs sicher, andere tasten sich immer an der Wand entlang, betreten keine freien Plätze mehr usw...

Relativ häufig ist Schwindel auch langfristig mit Angst gepaart, Man traut sich nicht mehr allein aus dem Haus, bekommt schon Angst, wenn man nur daran denkt, aus dem Haus zu gehen. Ständig lebt man in Angst vor der nächsten Schwindelattacke. Wegen der Koppelung von Schwindel, Haltverlust und Angst wird Schwindel oft zum psychisch verursachten Symptom erklärt. In Wirklichkeit ist die Abfolge meist umgekehrt: Der Orientierungsverlust durch den Schwindel macht Angst.

Die Angst zu fallen

Zu den Grundbedingungen unserer menschlichen Existenz gehört der ungestörte und als selbstverständlich erlebte Umgang mit der Schwerkraft der Erde. Die Angst, zu fallen und den Halt zu verlieren ist daher vermutlich die menschliche Grundangst, an die alle anderen menschlichen Ängste anknüpfen. Sie ist beim Neugeborenen schon unmittelbar nach der Geburt auslösbar. Entzieht man dem Neugeborenen kurzfristig den Halt, zieht es bereits alle Beugemuskeln zusammen, was später für alle Angst- und Schreckreaktionen typisch sein wird.

Schwindel, Schwerkraft und Angst

Als erwachsener Zweibeiner ist unsere Situation in der Schwerkraft (im Gegensatz zu den Vierbeinern) sehr prekär. Mit zwei kleinen Stellflächen (den Füßen), und einem hohen Schwerpunkt (in Höhe des Beckens) können wir Menschen uns nur durch ständiges leichtes Balancieren in der Schwerkraft aufrecht halten. Dieses Balancieren erfordert ein ständiges fein abgestimmtes Tuning der gesamten Haltemuskulatur von den Fußsohlen bis zum Kopf. Tausende von Rezeptoren (kleinen Sinnesorganen) in Haut, Muskeln, Sehnen und Gelenken informieren unser Hirn ständig darüber, wo oben und unten ist und wie sich unsere Körper in der Schwerkraft befinden.

Durch die Nachrichten von diesen Rezeptoren kann das Gehirn durch Muskelaktivierungen unsere Haltung immer so ausrichten, dass wir uns in der Schwerkraft halten können, ohne umzufallen. Der ganze Vorgang läuft automatisch ab und ist gewöhnlich unserem Bewusstsein entzogen. Einen Teil davon können wir jedoch erfassen, wenn wir genau hinspüren, was in unserem Körper geschieht.

Stellen Sie sich aufrecht hin mit dem Gewicht gleichmäßig auf beiden Beinen. Neigen Sie dann Ihren Kopf nach einer Seite. Spüren Sie, wie die Kopfneigung eine Gewichtsverlagerung bewirkt, deren Auswirkung Sie als Spannungsveränderung auf der ganzen Körperseite bis in die Fußsohlen und die Unterschenkel wahrnehmen können.

Es verunsichert und ängstigt ungeheuer, wenn man sich auf diese Fähigkeit (derer man sich in gesundem Zustand gar nicht bewusst ist), nicht mehr verlassen kann.

Schwindel und geistige Fähigkeiten

Schwindel kann auch auf den Geist schlagen: Viele Schwindelpatienten können sich auf nichts mehr konzentrieren, keinen komplexeren klaren Gedanken mehr fassen. Manche fühlen sich ständig benommen und wie "unter einer Käseglocke", nicht ganz da, von der Welt wie durch eine Glasscheibe getrennt. In diesem Zustand sind sie kaum mehr arbeitsfähig.

Wird der Schwindel chronisch, kann er das normale geistige und körperliche Funktionieren praktisch zunichte machen. Wenn es schlimm wird, beherrscht Schwindel das ganze Leben. Die psychisch-geistige Beeinträchtigung der Schwindelpatienten lässt viele annehmen, der Schwindel sein psychisch verursacht. In Wirklichkeit ist die Abfolge auch hier umgekehrt: Der Schwindel ist die Ursache der Konzentrationsstörungen und beeinträchtigt die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit.

Kreisprozesse

Angst selbst nicht nur eine seelischer sondern ein eminent körperlicher Vorgang: bei Angst zieht es einem auf der Vorderseite zusammen und man wird starr (das finden Sie näher beschrieben unter Angst). Das Dumme ist, dass es dabei auch den Kopf in den Nacken zieht. Entsteht dadurch eine chronische Nackenverspannung, kann das wiederum den Schwindel verstärken. Ein negativer Kreisprozess von Schwindel und Angst kann entstehen.

Phobischer Schwankschwindel?

Dass Schwindel die Angst bedingt und nicht umgekehrt, ist ganz deutlich sichtbar beim "phobischen Schwankschwindel". Phobischer Schwankschwindel ist eine Bezeichnung, die sich in jüngster Zeit für Schwindel ohne organischen Befund eingebürgert hat. Als phobisch wird der Schwindel deshalb bezeichnet, weil die Betroffenen ängstlich Situationen zu meiden versuchen, von denen sie wissen, dass sie bevorzugt Schwindel auslösen. Diese Scheinphobie verschwindet jedoch sofort, wenn sich unter der körperlich akzentuierten Behandlung mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® der Schwindel gibt. Ohne weitere Psychotherapie suchen die Patienten angstfrei wieder die Orte auf, die ihnen vorher Probleme machten. Näheres dazu auch unter Schwankschwindel.

Die körperliche Ursache für diese Beschwerden, findet man allerdings nicht im Gleichgewichtsorgan im Innenohr sondern in den verspannten Muskel- und Bindegewebspartien von Kopf, Nacken, Hals und oft auch des übrigen Körpers.

Angst, Schwindel und Hyperventilation

Etwas anders verläuft der Kreisprozess beim Hyperventilationsschwindel. Hier führen Verspannungen in der Atemmuskulatur zum Hyperventilation, d. h. zum zu schnellen Atmen und zu starker Abatmung von CO2. Das wiederum führt zu chemischen Veränderungen im ganzen Körper, die sich auch auf das Gehirn auswirken. Diese Veränderungen spürt man schließlich als Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen und Angst. Daher ist Hyperventilations-Schwindel vor allem im akuten Anfall häufig mit intensiver Angst verbunden. Näheres dazu können Sie unter Hyperventilation und Hyperventilationsschwindel nachlesen.

Schwindel hat immer eine körperliche Ursache

Die Tatsache, dass man bei medizinischen Untersuchungen bei den meisten Schwindelerkrankungen keine körperliche Ursache findet (im Gehirn, im Gleichgewichtsorgan im Innenohr usw.), berechtigt nicht zu der Aussage, der Schwindel sein psychogen. Wie sich leicht zeigen lässt, gibt es bei Schwindel immer eine körperliche Grundlage, nur eben an einer anderen Stelle, als man sie gesucht hat: Sie befindet sich in bestimmten Muskel- und Bindegewebspartien.
Welche Muskel- und Bindegewebspartien bei welchen Schwindelarten besonders verspannt sind, finden Sie unter den Haupt Schwindelarten beschrieben:

Beseitigt man dort die Verspannungen, verlieren sich sowohl Schwindel wie Angst.

Häufig andere Beschwerden

Auch die Tatsache, dass Schwindel häufig mit anderen Beschwerden zusammen auftritt, die als "psychosomatisch" gelten, wie Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, chronische Übelkeit, Magenschmerzen, Konzentrationsstörungen etc. ist kein Beleg für eine rein psychogene Verursachung des Schwindels. Vielmehr weist die Verbindung darauf hin, dass all diese Beschwerden inklusive des Schwindels eine gemeinsame Basis haben, nämlich die Dauerkontraktionen in Muskulatur und Bindegewebe/Faszien.

Verstärkung des Schwindels in Belastungssituationen

Schwindelsymptome neigen dazu, unter Stress und seelischen Belastungen zunehmen. Können die Ärzte keine Ursache des als so bedrohlich erlebten Schwindels finden, kann schon das eine weitere psychische Belastung darstellen, unter der sich der Schwindel verstärkt.

Die Zunahme des Schwindels in psychischen Belastungssituationen ist jedoch kein Hinweis darauf, dass sich der Schwindel nur in Hirn oder Seele des Betroffenen abspielt. Denn die Symptom-Verstärkung ist darauf zurück zu führen, dass sich Schwindelpatienten wie wir alle unter Stress und in Belastungssituationen, in denen wir nichts ausrichten können, unwillkürlich zusammen ziehen. Das ist eine uralte physiologische Reaktion, die in tiefen Hirnschichten verankert ist und ursprünglich in der Evolution wahrscheinlich zu unserem Schutz gedacht war, die aber zu Beschwerden führt, wenn sie chronisch wird. Näheres dazu finden Sie unter Stoppmuster. Sind potentiell Schwindel auslösende Muskeln bereits vorher verspannt, so gibt ihnen diese Zusatzspannung unter Belastung den Rest: es kommt zur Auslösung von Schwindel.

Fazit

Es gibt zwar sehr viele Verbindungen zwischen Schwindel und Psyche, aber alles weist darauf hin, dass diese auf Dauerverspannungen in Muskulatur und Bindegewebe / Faszien als gemeinsame Wurzel zurück zu führen sind. Lesen Sie zu dieser Sichtweise auch die längeren Artikel Alles psychosomatisch? und Psychosomatik - eine neue Sichtweise (pdf).

Behandlung

Bei nicht organisch bedingtem Schwindel führt man am besten eine körpertherapeutische Behandlung durch, mit der man Angst, Konzentrationsstörungen und die anderen Körperbeschwerden gleich mitbehandeln kann. Das leistet die Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl®, die speziell für solche Beschwerden konzipiert wurde.

Unter Therapie von Schwindel durch Verspannungen können Sie nachlesen, wie das vor sich geht.

Therapeuten, die Schwindel auf diese Weise behandeln, finden Sie auf der Therapeutenliste.

Drehschwindel

Drehschwindel ohne organische Ursache, Schwindel beim Drehen, Schwindel bei Kopfbewegung, Ursache von Drehschwindel oft Verspannung, Schleudertrauma und Fehlhaltung.

Wie Drehschwindel erlebt wird

Bei Drehschwindel hat man den Eindruck, die Welt um einen herum dreht sich, obgleich sie objektiv still steht. Manche schildern es wie ein Karussell im Kopf. Das Erleben bei Drehschwindel ist ähnlich, wie vie Menschen es nach einer tatsächlichen Karussellfahrt oder nach längerem Walzertanzen erleben. Manchmal ist der Schwindel mit akuter Übelkeit verbunden.

Wie Drehschwindel zustande kommt

Drehschwindel ist abhängig von der Kopfbewegung. Meistens tritt er auf, wenn der Kopf gedreht wird, vor allem bei schnellen, abrupten Drehbewegungen. Ist der Kopf schon wieder in Ruhe, dreht die Welt sich anschießend weiter. Aber auch andere Kopfbewegungen können den Drehschwindel hervorrufen, z.B. wenn man den Kopf nach hinten in den Nacken oder zur Seite legt. Oft wird geschildert, dass sich auch nach einer solchen Kopfbewegung die ganze Umgebung dreht. Patienten mit Drehschwindel vermeiden daher möglichst alle Kopfbewegungen. Leider wird dadurch der Schwindel nur im Moment besser. Auf Dauer werden durch die Erstarrung Hals, Nacken und Augen immer mehr verspannt, was wiederum mehr Schwindel hervorrufen kann. Das ist der gleiche Teufelskreis wie beim Schmerz: im Moment hilft die Erstarrung, auf Dauer verschlechtert sie.

Von Verspannung betroffene Muskeln

Drehschwindel kann durch Verspannung mehrerer unterschiedlicher Muskeln und Bindegewebspartien hervorgerufen werden. Hier werden die häufigsten beschrieben.

Sternocleidomastoideus-Muskeln, Kopfwender
SternocleidoDrehschwindel kommt gewöhnlich von verspannten Sternocleidomastoideus-Muskeln, von denen es auf jeder Seite einen gibt. Wenn Sie den Kopf drehen, können Sie sie im Spiegel vorn als schräg vom Brustbein zum Ohr verlaufenden Wulst sehen. Diese Muskeln heißen auf deutsche Kopfwender, sind aber gemeinsam oder getrennt auch bei fast allen anderen Kopfbewegungen beteiligt. Die Sternocleidomastoideus-Muskeln sind die Hauptinformanten des Gehirns über die Stellung des Kopfes relativ zum Körper (während das Gleichgewichtsorgan im Innenohr zuständig ist für die Stellung des Kopfes im Raum). Sind sie verspannt, beherbergen sie Triggerpunkte, können sie unsinnige Informationen an das Gehirn senden, was unmittelbar Schwindel auslösen kann.

Augenmuskeln
Auch die Augen können bei Drehschwindel beteiligt sein. Sie werden über Muskeln bewegt, die sich außen am Auge befinden. Kopfbewegung und Augenbewegung sind normalerweise ständig miteinander koordiniert, ohne dass man das merkt: wenn man die Augen bewegt, um nach etwas zu schauen, folgt der Kopf im Alltag unmittelbar hinterher. Geht die Bewegung dagegen vom Kopf aus, stellen sich die Augen automatisch so ein, dass sie immer noch danach vorn auf das Bild gerichtet sind. Dadurch verreißt das Bild bei einer Kopfbewegung nicht.

AugeDie Bewegung der Augen geschieht dabei über die äußeren Augenmuskeln (siehe Abbildung). Sind die Augen am Drehschwindel beteiligt hat man meist eine Konvergenzstörung. Das heißt: wenn sich ein Gegenstand nähert, konvergieren die beiden Augen nicht zum gleichen Punkt in der Mitte, sondern ein Auge bleibt weiter außen. Das heißt, die äußeren Augenmuskeln sind auf einer Seite verspannt. Im täglichen Leben entstehen dadurch zwar keine Doppelbilder wie beim echten Schielen, aber das Hirn erhält über die Augenbewegung doch sehr abweichende Informationen von beiden Augen. Die unterschiedlichen Signale an das Gehirn können zu Schwindel führen.

Selbsttest auf Konvergenzstörung der Augen
Bitten Sie jemanden, einen Kugelschreiber mit der Spitze nach oben senkrecht zu halten und ihn aus ca. 50 cm Entfernung auf Ihre Nasenwurzel zu führen. Sie selbst sollen dabei immer die Spitze des Kugelschreibers fixieren. Lassen Sie ein Foto von ihren Augen in der Endstellung machen. Wenn Sie eine Konvergenzstörung haben, ist eines Ihrer Augen weiter außen geblieben. Auf dieser Seite ist der äußere Augenmuskel verspannt und dadurch verkürzt.

Kiefermuskeln
KaumuskelHaben die Betroffenen selbst das Gefühl, ihr Schwindel habe mit den Ohren zu tun oder gehe von einem Ohr aus, finden sich meist Verspannungen in der Kaumuskulatur und im Ansatz des Digastrikus-Muskels unter dem Ohr und eventuell auch im Bindegewebe / Faszien in der inneren Ohrmuschel. Unter Kieferbeschwerden finden Sie diese Dauerkontraktionen und ihre Ursachenausführlich beschrieben. Drehschwindel, der vom Ohr, bzw. von Verspannungen um das Ohr ausgeht, ist häufig mit Nackenverspannungen und Ohrbeschwerden wie Tinnitus, Schwerhörigkeit oder Hyperakusis verbunden. Unter Ohrbeschwerden und Ursache von Nackenbeschwerden finden Sie beschrieben, wie diese Beschwerden zustande kommen.

Ursachen der Verspannungen

Sowohl die Sternocleidomastoideus-Muskeln wie die äußeren Augenmuskeln wie die Kiefermuskeln können durch verschieden Faktoren verspannt sein. Am häufigsten sind Unfälle und Alltagsgewohnheiten die Ursache.

Schleudertraumen und andere Unfälle

Eine Verspannung eines oder beider Sternocleidomastoideus-Muskeln und/oder der äußeren Augenmuskeln kommt häufig durch ein Schleudertrauma oder einen anderen Unfall mit Kopfbeteiligung zustande. Ein Schleudertrauma entsteht, wenn es bei einem Unfall den Kopf vor und zurück reißt (englische Bezeichnung: whiplashtrauma = Peitschenschlag-Trauma). Die dadurch entstehende Verspannung wirkt sich hauptsächlich auf die Sternocleidomastoideus-Muskeln aus und führt häufig zu einer bleibenden Augen- und Kopffehlstellung mit Verschiebung der einzelnen Halswirbel. Wenn von den ungleich verspannten Kopfwendemuskeln und Augenmuskeln widersprüchliche Signale im Gehirn eintreffen, kann das zu Drehschwindel, Augenbeschwerden, Kopfschmerzen, und anderen Beschwerden führen. Außerdem können durch ein Schleudertrauma psychische Symptome wie Angst und Schreckhaftigkeit entstehen. Schwindel und andere Beschwerden machen sich allerdings häufig nicht gleich im Anschluss an das Schleudertrauma bemerkbar, sondern erst Tage, Wochen, Monate nach dem Unfall, weshalb häufig der Bezug nicht mehr hergestellt wird.
Stellen die Betroffenen selbst den Bezug zu dem Unfall noch her, führt das oft zu langen Auseinandersetzungen mit den Versicherungen.

Angewohnheiten, die zu Kopffehlstellungen führen

Kopf-Nacken-FehlhaltungEine Kopf-Nacken-Fehlhaltung kann aber auch durch äußere Faktoren am Arbeitsplatz oder dumme Alltagsgewohnheiten entstehen, z.B. ständig den Telefonhörer einzuklemmen oder sich immer schief zum Handy beugen (siehe Foto). Bei der Seitwärtsneigung geraten die Sternocleidomastoideus-Muskeln in Dauerspannung, und zwar ungleichmäßig auf beiden Seiten. Das wiederum kann mit der Zeit Drehschwindel hervorrufen. Mehr zu diesen Alltagsbedingungen und Gewohnheiten finden Sie auch unter Ursache von Nackenbeschwerden.

Körper-Fehlhaltungen

Da die Kopffehlstellung oft in Verbindung mit einer Fehlhaltung des Körpers insgesamt steht, muss für eine dauerhafte Beseitigung des Drehschwindels auch die Fehlhaltung des ganzen Körpers behandelt werden. Unter Fehlhaltungen und besonders unter Stoppmuster und Traumamuster finden Sie mehr zu den speziellen Fehlhaltungen.

Behandlung

Leider kann man die Verspannungen, Alltagsgewohnheiten und Fehlhaltungen, die zu Drehschwindel führen, nicht einfach abstellen - selbst wenn sie einem bewusst werden. Man kann sie aber mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® gezielt behandeln. Wie eine solche Schwindel-Behandlung aussieht, erfahren Sie unter Die Behandlung von verspannungsbedingtem Schwindel.

Therapeuten, die Drehschwindel und andere Schwindelformen behandeln, finden Sie auf der Therapeutenliste.

Benommenheitsschwindel

Schwindel mit Benommenheit, Wattegefühl im Kopf, Glasscheibengefühl, Ursache Benommenheitsschwindel: Nackenmuskelverspannung, Fehlhaltung, Computerarbeit.

Wie Benommenheitsschwindel sich anfühlt

Die davon betroffenen Menschen empfinden sich als benommen, benebelt "nicht ganz da". Der Kopf ist wie aus Watte. Manche haben ein "Glasscheibengefühl", d.h. sie sehen die Welt wie durch eine Glasscheibe. Manche fühlen sich wie betrunken, obgleich sie total nüchtern sind. Sie haben Schwierigkeiten, etwas längere Zeit mit den Augen zu fixieren und sich zu konzentrieren. Der Benommenheitsschwindel ist meistens mehr oder weniger ausgeprägt konstant da, er ist nicht bewegungs- und nicht atemabhängig. Häufig kommt es bei Benommenheitsschwindel zu Konzentrationsstörungen und/oder Kopfschmerzen und Kopfmissempfindungen. Bei stärker Ausprägung kann die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt sein.

Woher Benommenheitsschwindel kommt

Kurze NackenmuskelnDer Benommenheitsschwindel kommt im Allgemeinen aus der Gegend Hinterkopf/oberer Nacken, vor allem von den kurzen Nackenmuskeln. Diese wenige Zentimeter großen Muskeln leisten die Hauptbalancearbeit bei der Kopfstellung, denn sie bewegen den Kopf millimetergenau über die ersten beiden Halswirbel, die beweglichste Stelle des Nackens. Die kurzen Nackenmuskeln beherbergen eine sehr hohe Anzahl von Muskelspindeln und anderen Rezeptoren der Eigenwahrnehmung, die auch die kleinste Spannungsänderung in diesen Muskeln an das Gehirn melden.

Sternocleidomastoideus-MuskelnDiesen Rezeptoren im oberen Nackenbereich kommt bei der Koordination von Kopf- und Augenbewegungen eine Schlüsselrolle zu. Von hier aus wird unser Gleichgewichtssinn wesentlich mitbestimmt. Sind diese Muskeln verspannt, kommt es zu einer Schiefstellung der obersten Halswirbel. Die Informationen, die von hier ans Gehirn gelangen, geraten in Konflikt mit dem, was aus dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr, von den Augen und von den Sternocleidomastoideus-Muskeln gemeldet wird. Das führt zu Orientierungsverlust und Schwindelgefühlen.

HalswirbelAußerdem sind bei Benommenheitsschwindel oft die okzipitalen Anteile der Okzipitofrontalis-Muskeln beteiligt und die langen Nackenmuskeln wie Splenius capitis, oberer Teil der Trapez-Muskeln (siehe Abbildung) und der Schulterblattheber, einschließlich der Muskelansätze an den Querfortsätzen der beiden obersten Halswirbel, Atlas und Axis bzw. vom Bindegewebe / Faszien auf diesen Muskeln. Durch die Nackenverspannung kann die Vertebral-Arterie, die durch die Querfortsätze der Halswirbel verläuft, geknickt und gequetscht werden, was die Hirndurchblutung vermindern kann.

Fehlhaltungen und andere Ursachen

FehlhaltungenUrsache dieser Verspannungen der Nackenmuskeln, die zu Benommenheitsschwindel führen können, sind oft Kopffehlhaltungen, am häufigsten die "Schildkrötenhaltung": der Kopf ist nach vorn gestreckt und in den Nacken gelegt. Diese Fehlhaltung zieht man sich heutzutage am häufigsten vor dem Computer-Bildschirm oder dem Laptop zu. Sie entsteht, wenn der Bildschirm zu niedrig oder zu hoch steht. Meist steht er zu niedrig. Aber auch ein zu tief stehender Fernseher oder ein Autositz, der hinten tiefer ist als vorn, so dass er einem in eine Rundrückenhaltung und damit in eine Nackenverspannung zwingt. Durch die Kopf-/Nackenfehlhaltung tritt Benommenheitsschwindel oft gemeinsam oder alternierend mit Nacken- und Kopfschmerzen sowie Kopfmissempfindungen und Konzentrationsstörungen auf. Man kann sich auf nichts konzentrieren, hat keine Ideen mehr. (Mehr zu diesen Beschwerden unter Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen).

Wie man sich diese Muskeln und die zugehörigen Bindegewebspartien verspannen kann, lesen Sie unter Ursachen von Nackenschmerzen. Kopffehlhaltungen hängen meist mit Körperfehlhaltungen zusammen. Die Schildkrötenhaltung ist zum Beispiel meist mit einer vorgebeugten Haltung verbunden und diese wiederum mit negativer Stimmung. Mehr dazu steht unter Stoppmuster.

Behandlung

Leider kann man die Verspannungen, Alltagsgewohnheiten und Fehlhaltungen, die zu Benommenheitsschwindel führen, nicht einfach abstellen - selbst wenn sie einem bewusst werden. Korrekturversuche durch "Geradehalten" scheitern leider immer, denn dabei setzt man der einen Spannung nur eine andere entgegen. Aber man kann Dauerkontraktionen, Alltagsgewohnheiten und Fehlhaltungen, die dem Benommenheitsschwindel zugrunde liegen, mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® gezielt behandeln. Wie eine solche Schwindel-Behandlung aussieht, erfahren Sie unter Die Behandlung von verspannungsbedingtem Schwindel.

Therapeuten, die Drehschwindel und andere Schwindelformen behandeln, finden Sie auf der Therapeutenliste.

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