Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl - Unterarmschmerzen und Fingerbeschwerden durch Verpannungen


Unterarm- und Fingerbeschwerden

Zu den Unterarm- und Fingerbeschwerden gehören:

Bei den gesamten Unterarm- und Fingerbeschwerden gehen wir in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® davon aus, dass es sie auf Verspannungen in Muskulatur und Bindegewebe zurück zu führen sind, und dass diese Verspannungen an Unterarmen und Händen eng mit dem Fehlgebrauch der gesamten oberen Extremität zusammen hängen. Vor allem Unterarm- und Fingerbeschwerdenbeobachte man immer wieder, dass bei Unterarm- und Handbeschwerden sich die Handbewegung nicht nach oben bis in die Schulter und in den ganzen Körper fortsetzt, so dass es zu Überlastungen in den Arm- und Fingermuskeln kommt.

Schmerzende Unterarme und Finger

Schmerzende Unterarme und Finger werden hier zusammen abgehandelt, da diese Beschwerden häufig zusammen vorkommen, denn die großen Muskeln, die die Finger bewegen, befinden sich im Unterarm.

Bei schmerzenden Unterarmen – vor allem im Bereich der Beuger, also auf der Innenseite des Unterarms – wird im Allgemeinen die Diagnose „Sehnenscheidenentzündung“ gestellt, auch wenn die Beschwerden gar nicht im Bereich der Sehnen sondern im demjenigen der Muskeln gezeigt und beschrieben werden. Bis jetzt hat sich bei allen Patienten mit dieser Diagnose, die wir behandelt haben, heraus gestellt, dass es sich um simple Muskel-/Bindegewebsverspannungen der Beugemuskeln (und oft auch der Streckmuskeln) im Unterarm handelte.

Bei schmerzenden Fingern lautet die Diagnose eher „Arthrose“ oder „Arthritis“. Auch hier handelt es sich in den meisten Fällen um Verspannungen der großen Beuger und Strecker, seltener der Muskeln zwischen den Mittelhandknochen(diese sind für die meisten Handbeschwerden verantwortlich). Zu beachten ist bei den Fingerbeschwerden, dass die Beschwerden zwar häufig an den Fingergelenken lokalisiert werden, dies aber nur deshalb, weil es da spannt, wo bewegt wird. Behandeln aber muss man die Muskeln am Unterarm, meist die Ansätze in Ellbogennähe, denn wegen deren Verkürzung entstehen die Beschwerden an den Fingergelenken.

Schmerzen in den Unterarmen, Händen und Fingern entstehen meist durch eine Kombination „dummer Angewohnheiten“ in dieser Region. Dies Angewohnheiten, Fehlhaltungen und Fehlkonzeptionen von Bewegungen sind im Kapitel über die Ursachen von Schulter-, Arm- und Fingerbeschwerden dargestellt (siehe »Ursachen Schultern, Arme, Hände«).

Da es bei diesen Angewohnheiten immer darum geht, dass man bei Finger- und Armbeschwerden die zugehörigen Schulter- und Körpermuskeln in Dauerkontraktion nicht mitbewegt und statt dessen die Fingermuskeln überstrapaziert, bezieht man bei der Behandlung mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® nicht nur die Unterarm-, sondern auch die übrige zur jeweiligen Bewegung gehörige Arm-, Schulter- und Körpermuskulatur in die Untersuchung und Behandlung mit ein, und führt immer ein Körperbewusstseinstraining für die betreffenden Tätigkeiten durch. Dabei lernt der Patient, Alltagsbewegungen auszuführen, ohne die Gerätschaften fest zu umklammern und die Kraft stattdessen von den Schulter- und Rumpfmuskeln her kommen zu lassen.

Carpaltunnelsyndrom

Diese Diagnose bezieht sich auf das anatomische Fakt, dass der Medianusnerv zusammen mit den Beugersehnen von Hand und Handgelenk unter einem bindegewebigen Querband, dem Carpaltunnel, hindurch laufen, wodurch ein Ausscheren der Sehnen verhindert und der relativ oberflächlich liegende Nerv geschützt wird. Man nimmt nun weiter an, dass dieses Band so fest auf den Medianusnerv drücken kann, dass Schmerzen und / oder Missempfindungen wie Kribbeln und Taubsein, in den ersten drei Fingern entstehen, da diese vom Medianus versorgt werden. Die schulmedizinische Behandlung besteht in einer Operation zur Weitung des Carpaltunnels.

In der Praxis wird allerdings die Diagnose Carpaltunnelsyndrom bei allen möglichen Fingerbeschwerden gestellt, auch wenn andere als die ersten drei Finger betroffen sind. Daher sollte man sich von einem Patienten mit dieser Diagnose genauestens zeigen und beschreiben lassen, was er für Beschwerden hat und wo er diese empfindet.

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® richtet sich die Behandlung nach dieser Aussage des Patienten. Hat er tatsächlich Schmerz, Taubsein, Kribbeln usw. in den ersten drei Fingern, so kommen folgende Stellen zur manuellen Behandlung in Betracht:

Hat der Patient dagegen Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen in den übrigen oder in allen Fingern, so behandelt man natürlich den Beschwerden entsprechend.

Dupuytrensche Erkrankung oder Kontraktur

Diese Diagnose wird im Allgemeinen gestellt, wenn die Finger, vor allem der vierte und fünfte, in allen Gelenken so gekrümmt und zur Hand hingezogen sind, dass sie sich nicht mehr strecken lassen, weder aktiv noch passiv. Versucht man es, kann man die angespannten, verkürzten Sehnen wie Drahtseile in der Innenhand sehen. Oft sieht man an diesen Beugesehnen auch verhärtete Knubbel. Dieser Zustand entwickelt sich schleichend über einen längeren Zeitraum und kann für die Betroffenen sehr lästig sein. Zum Bespiel wird, wenn die rechte Hand betroffen ist, das soziale Handgeben zur Begrüßung und Verabschiedung sehr schwierig und auch für das Gegenüber unangenehm. Die Dupuytrensche Kontraktur kommt vor allem bei Männern über 50 Jahren vor. Die übliche Behandlung besteht in einer Operation zur Verlängerung der Sehnen.

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man die Beuge- (und Streck-)Muskeln der betroffenen Finger sowie die verknoteten Sehnen und das Bindegewebe im Handteller. Wir haben bisher einen Teil der Dupuytrens mit Erfolg behandelt, einen anderen Teil ohne oder mit mäßigem Erfolg.

Sehr lohnend ist eine Behandlung nach einer Dupuytren-Operation, denn oft sind danach Muskeln und Bindegewebe so verklebt und verhärtet, dass der oder die Finger aus diesem Grund nicht gestreckt werden können. Dieser Umstand lässt sich mit Sensomotorischer Körpertherapie leicht beheben.

Kalte Hände und Finger

Viele Menschen leiden unter ständig kalten Händen bzw. Fingern. Manchen fallen die eigenen kalten Hände bzw. Finger gar nicht mehr auf, nur andere Menschen merken es und erschrecken oft, wenn sie ihnen die Hand geben. Oft treten kalte Hände und Finger bei Hyperventilation und Angst auf und geben sich von allein durch die Behandlung dieser Grundleiden (siehe dort). Treten kalte Hände und/oder Finger ohne Hyperventilation und Angst auf, bzw. bleiben sie nach Behandlung dieser Beschwerden bestehen, behandelt man kalte Hände und Finger in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl an Ort und Stelle, indem man das Bindegewebe am Handrücken durcharbeitet, denn die Wärmesteuerung geht immer über den Handrücken, nie über die Handinnenfläche. Speziell für die Finger behandelt man vor allem das Bindegewebe der „Schwimmhäute“, also der Stellen zwischen den Fingern an den Fingerwurzeln, wo die einzelnen Finger an der Hand beginnen.

Feuchte Hände und Finger

Feuchte Hände sind vielen Menschen sehr peinlich. Sie wischen sich deshalb oft die Hand an der Kleidung ab, bevor sie jemandem die Hand geben, da sie fürchten, dass der feuchte Händedruck dem Gegenüber unangenehm ist, bzw. als Zeichen von Angst, Schwäche oder Unsicherheit gedeutet wird. Tatsächlich kommen feuchte Hände in solchen Situationen ja auch vermehrt vor. Es gibt aber auch Patienten, bei denen die Hände in jeder Gefühlslage chronisch feucht sind.

Die Behandlung mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® ist die gleiche wie bei chronisch kalten Händen: sie geht über das Bindegewebe des Handrückens. Wichtig ist, vor Beginn der Behandlung festzustellen, wie weit nach proximal sich das Feuchte erstreckt und dort mit der Behandlung zu beginnen.

Bewegungseinschränkungen der Finger

Außer einer allgemeinen Steifigkeit der Finger gibt es auch spezielle Bewegungseinschränkungen, wie:

Diese Bewegungseinschränkungen sind oft morgens am meisten ausgeprägt und zwar so lange, bis man die Hände wieder einbewegt hat und sie unter die warme Dusche gehalten hat.

In der Schulmedizin wird häufig behauptet, diese Bewegungseinschränkungen seinen durch eine Arthrose bedingt.

Unserer Erfahrung nach liegt die Bewegungsstörung aber daran, dass Muskeln, die sonst die Finger bewegen, sich in Dauerkontraktion befinden, d.h. unwillkürlich dauernd angespannt sind, so dass man sie willkürlich nicht mehr lockern kann, was zu ihrer Bewegung notwendig wäre. Lassen sich die Finger zum Beispiel nicht ganz beugen, so befinden sich die Muskeln, die die Finger strecken in Dauerkontraktion. Lassen sich die Finger nicht ausreichend spreizen, so sind diejenigen Muskeln in Dauerkontraktion, die die Finger zur Mittellinie hinziehen usw. Oft ist auch das Bindegewebe auf diesen Muskeln so verspannt, dass sie sich nicht mehr frei bewegen können. Die Dauerversspannung der Weichteile kann dazu führen, dass die Fingerknochen so stark aufeinander gepresst werden, dass eine Arthrose, d.h. ein Abrieb an den Knorpeln der Gelenkflächen, entsteht. Diese arthrotischen Veränderungen machen aber weder Schmerz noch Bewegungseinschränkung. Vielmehr ist beides durch die verspannten Muskeln bzw. das Bindegewebe auf den Muskeln bedingt.

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man die verspannten Muskeln bzw. das Bindegewebe und zwar je nach individuellem Fall unterschiedliche Partien. Lassen sich die Finger z.B. nicht mehr ganz strecken, behandeln wir das Gebiet der Beugemuskel mit Pandiculations, Muskel- und Bindegewebsarbeit.

Mit dem Körperbewusstseinstraining der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® erarbeiten wir schließlich mit dem Patienten zusammen, bei welchen Alltagstätigkeiten er dazu neigt, die Muskeln in bestimmter Weise angespannt zu halten. Dann lernt der Patient, die entsprechenden Tätigkeiten anderes auszuführen. Auf diese Weise sichern wir den Behandlungserfolg in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl®.

Einschlafen, Kribbeln, Pelzigsein und Taubsein von Fingern, Händen, Armen

Einschlafen, Kribbeln, Pelzigkeit und Taubheitsgefühle werden in der Orthopädie und Neurologie Parästhesien (Empfindungsstörungen) genannt und es wird behauptet, dass diese Störungen von der Wirbelsäule her kämen. Dies muss jedoch keineswegs so sein. Vielmehr gibt es aus Sicht der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® für die Entstehung dieser Parästhesien folgende Möglichkeiten

  1. Die Nackenmuskulatur und / oder das Bindegewebe auf dem Nacken sind so verspannt, dass sie die Halswirbel so zusammenquetschen, dass eine Bandscheibe herausgedrückt wird und auf einen Armnerv drückt (seltenster Fall)
  2. Die Scalenimuskeln, die sich seitlich am Hals befinden, und / oder der kleine Brustmuskel quetschen Nerven, die in den Arm gehen (häufiger)
  3. Das Bindegewebe an den Händen und Armen ist verspannt. Die Verspannung kann sich bis auf die Schultern vorn oder hinten erstrecken. Diese Möglichkeit ist nach unserer Erfahrung die häufigste (siehe »Sonstige Missempfindungen«).

Einen gewissen Anhalt, um welche der Möglichkeiten es sich handelt, gibt die Tätigkeit bei der diese Störungen auftreten, z.B. beim Radfahren, morgens beim Aufwachen nach dem Liegen in der Nacht auf den Armen oder Händen usw.. Aus der Art der Tätigkeit, bei der die Beschwerden auftauchen kann man schließen, welches Gebiet dabei am meisten beteiligt ist.

Mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® untersucht und behandelt man entsprechend den oben beschriebenen Möglichkeiten. Das heißt, man behandelt das Bindegewebe an Armen und Händen, oder die Scalenimuskeln und den kleinen Brustmuskel oder die Nackenmuskulatur bzw. das Bindegewebe auf ihr. Häufig kommen auch mehrere Möglichkeiten in Betracht und müssen behandelt werden. Je nach dem, was betroffen ist, wird auch die zugehörige Fehlhaltung mitbehandelt: bei den seitlichen Halsmuskeln eine generelle Schiefhaltung, bei den Nackenschmerzen eine vorgebeugte Körperhaltung usw.. Mittels des Körperbewusstseinstrainings der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® bringen wir dem Patienten zusätzlich bei, solche Fehlhaltungen im Alltag in Zukunft zu vermeiden.

Steife Finger

Steife Finger sind im Allgemeinen dadurch bedingt, dass das Unterhaut-Bindegewebe an Händen und Fingern zu fest ist, so dass die Finger sich wie in einer zu engen Folie bewegen. Jede Feinmotorik ist dadurch erschwert.

Außer durch festes Bindegewebe auf den langen Fingermuskeln und -sehnen im Unterarm können steife Finger auch durch eine Verspannung der seitlichen Hals-Muskeln bedingt sein, die den Plexus brachialis quetschen Der Plexus brachialis ist ein Nervenknoten, der von der Halswirbelsäule her kommt und am Hals seitlich unter den Muskeln zum Arm hin verläuft. Angespannte seitliche Halsmuskeln kommen vor allem bei einer vorgebeugten Körperhaltung vor.
In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man steife Finger mit der Bindegewebsbehandlung und /oder mit einer Myogelosenbehandlung der seitlichen Halsmuskeln. Außerdem behandelt man natürlich die Fehlhaltungen, soweit vorhanden.

Zu einer Seite gebogene Endgelenke

Es gibt keinen Muskel, mit dem wir aktiv die Fingerendgelenke zur Seite biegen können. Sehr wohl aber kann die Dorsalaponeurose, die sich auch über die Seiten der Finger zieht, auf einer Seite des Fingers stärker angespannt und verklebt sein als auf der anderen, wodurch es zu dieser seitlichen Verschiebung kommen kann. Nicht selten bestehen gleichzeitig auch Schmerzen an der betroffenen Fingerseite oder es schmerzt auch der Fingerrücken. Mit der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man an den entsprechenden Stellen manuell, eventuell mit einem Stäbchen, da die Punkte zu klein sind, um sie mit dem Finger akkurat zu treffen. Dadurch werden die Finger wieder gerade. Pandikulieren entfällt natürlich, da man die oberen beiden Fingerglieder nicht aktiv zur Seite bewegen kann.

Geschwollene Finger und das Gefühl, dicke Finger zu haben

Diese Beschwerden sind meist durch zu festes Bindegewebe bedingt. Das zu feste Bindegewebe kann einerseits einen Lymphstau bewirken, wodurch die Finger dick werden, andererseits macht es die Haut so gespannt, dass die Finger sich dick, plump und unbeweglich anfühlen.

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man das Bindegewebe von den Fingern ausgehend so weit hinauf, wie es fest ist. Das kann bis in den Oberarm gehen. Durch die Behandlung werden Arme, Hände und Finger wieder locker, geschmeidig und durchlässig und die überschüssige Lymphe kann abfließen – und zwar bleibend.

Chronisch adduzierte Daumen, Daumen lassen sich nicht abspreizen.

Lässt sich der Daumen nicht mehr wie gewohnt abspreizen, liegt das an den Muskeln, die den Daumen zur Hand hinziehen und die sich in Dauerkontraktion befinden. In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® lösen wir diese Muskeln mit Pandiculations, Myogelosenbehandlung und durch Behandlung des Bindegewebes auf diesen Muskeln. Diese manuellen Methoden werden ergänzt durch ein Körperbewusstseinstraining. Dabei gilt es zunächst, mit dem Patienten zusammen herauszufinden, durch welche Art von Tätigkeit, bei ihm / ihr diese Störung entstanden ist, z.B. ständiges Bremsen mit dem Daumen beim Mountainbike fahren, ständiges Drücken eines Knopfes an einem Diktiergerät, Handarbeiten etc., so dass der Patient/die Patientin spüren lernt, wann im Alltag sie die Muskeln in Dauerkontraktion bringt. Anschließend gilt es, gemeinsam Alternativen zur Vermeidung der Entstehung neuer Dauerkontraktionen zu finden.

Schmerz im Daumenballen

Schmerz im Daumenballen tritt meist zusammen mit adduziertem Daumen auf. Aber auch andere Daumenmuskeln können betroffen sein. In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® ist bei schmerzenden Daumenballen wieder außer den manuellen Methoden wichtig, im Körperbewusstseinstraining die Art von Tätigkeit heraus zu finden, bei der Betreffende seine Daumenmuskeln ständig angespannt hält, und wie er sie anders ausführen kann.

Chronisch gebeugte Daumen

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man den kurzen und den langen Daumenbeuger mit Pandiculation, Myogelosen- und Bindegewebsarbeit. Wichtig ist aber wiederum, heraus zu bekommen, wo der Betreffende die Fehlhaltung her hat, z.B. vom Diktieren mit einem Diktiergerät, das ständigen Knopfdruck erfordert. In Frage kommen natürlich alle Tätigkeiten, bei denen auch der Flexor digitorum profundus angespannt gehalten wird, z.B. beim Spielen eines Streichinstruments. Da die falsche Bogenführung den ganzen Unterarm angespannt hält, empfiehlt es sich auch die übrigen Muskeln des Unterarms zu behandeln. Vor allem aber muss man dem Betreffenden bewusst machen, was er tut, und ihn dazu veranlassen, anders zu greifen und Schulter und ganzen Körper mitzubewegen, vor allem, wenn Kraft erzeugt werden soll.

Schreibkrampf

Ein Schreibkrampf, der die Schrift fahrig und kaum leserlich aussehen lässt, bzw. das Schreiben ganz verhindern kann, kommt dadurch zustande, dass man bestimmte Muskeln, deren Bewegung man zum Schreiben braucht, unwillkürlich in Dauerspannung bringt. Durch diese Dauerkontraktion verhindert man selbst die Schreibbewegung – ohne es zu wollen und ohne es zu merken. Es ist, als ob man gleichzeitig Gas gibt und auf die Bremse tritt. Gewöhnlich entsteht ein Teufelskreis: je schwerer das Schreiben geht, desto mehr strengt man sich an, desto mehr verkrampft man sich aber auch beim Schreiben und desto schlechter geht es. Schon das Schreibgerät, also den Kugelschreiber, Bleistift oder was auch immer, hält man gewöhnlich viel zu fest umklammert.

Den Schreibkrampf muss man unterscheiden vom Angstzittern der Hand, die ebenfalls das Schreiben fast unmöglich machen kann. Natürlich können beide Störungen auch kombiniert auftreten.

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® gilt es zunächst, gemeinsam mit dem Patienten das individuelle Fehlspannungsmuster herauszufinden, so dass ihm allmählich bewusst wird, was genau er tut, um sein Schreiben selbst zu sabotieren. Mit den manuellen Methoden (Pandiculations, Muskel- und Bindegewebsbehandlung) behandelt man dann die dauerkontrahierten Finger- und Daumenmuskeln, die zu dem individuellen Spannungsmuster gehören, um sie zu lockern und wieder in Bewegung zu bringen. Man behandelt vor allem diese Muskeln, checkt aber auch die anderen Beuger und Strecker von Fingern und Handgelenk und natürlich das Bindegewebe auf den Muskeln.

Anschließend übt man mit dem Patienten zusammen, Schreiben auf die richtige, d.h. entspannte Art, also mit minimaler Kraftanstrengung, wobei man den Patienten alternierend auch seine falsche Art zu schreiben durchführen lässt, damit er genau den Unterschied merkt und die Steuerung der Handmuskulatur wider unter seine bewusste Kontrolle bekommt und alle unwillkürlichen Verkrampfungen allmählich bleiben lassen kann.

Fokale Dystonie

Mit fokaler Dystonie oder (altmodischer) mit Musikerkrampf bezeichnet man eine Störung, die vor allem bei Musikern auftritt. Es handelt sich um unterschiedliche Störungen an den Händen und/oder Armen, die dazu führen, dass die betreffenden Musiker ihr Instrument nicht mehr oder nur unter größten Schmerzen spielen können. Häufig wirkt die Störung wie eine partielle Lähmung eines oder mehrerer Finger, die allerdings in anderen Zusammenhängen gewöhnlich ohne weiteres bewegt werden können.

Viele Musiker mussten aus diesem Grund schon ihren Beruf aufgeben, was für Musiker ein äußerst schmerzlicher Verzicht ist. Liszt, Chopin, Robert Schuhmann und Glenn Gould, eventuell auch Horowitz sollen zum Beispiel unter dieser Störung gelitten haben.

Man findet bei Fokaler Dystonie - soweit mir bekannt - immer eine Fehlhaltung und übermäßige Anspannung der Hand- bzw. Fingermuskeln, die sich natürlich bis in den Körper fortsetzt. Sehr häufig sind die Finger auch deshalb so schwer beweglich und oft auch in ihrer Empfindung gestört, weil das Unterhautbindegewebe auf den zugehörigen Muskeln total verspannt ist. Diese Verspannungen in den Fingern und Händen kommen meist dadurch zustande, dass die Musizierbewegung nur von den Händen her durchgeführt wird und nicht – wie es anatomisch richtiger wäre – vom ganzen Körper aus.

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man zwar zunächst die Muskeln der betroffenen Hand und der betroffenen Finger, bzw. das Bindegewebe auf diesen Muskeln, dann aber die zugehörigen Körpermuskeln, die in Erstarrung gehalten werden, so dass der Patient in die Lage versetzt wird, diese Muskeln beim Spielen seines Instruments wieder einzusetzen und in der richtigen Körperhaltung zu spielen. Am wichtigsten ist bei dieser Störung das Körperbewusstseinstraining, das natürlich zu einem Umlernen der Musiziertechnik führen sollte. Es muss dem Patienten in der Praxis (nicht nur in der Theorie!) klar werden, was genau er bei seinem Spielen vorher falsch (weil selbstschädigend) gemacht hat und wie er spielen kann, so dass es seinem Körper zuträglich ist. Ohne dieses Umlernen hat keine Behandlung Aussicht auf Erfolg.


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