Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl - Armschmerzen und Armbeschwerden


Armschmerzen und Armbeschwerden

Armschmerzen und andere Armbeschwerden treten häufig mit Schulterschmerzen und Schulterbeschwerden auf (Schulter-Arm-Syndrom). Häufig sind Armschmerzen und andere Armbeschwerden mit Fingerbeschwerden verbunden. In dieser Kombination treten Armschmerzen und Armbeschwerden häufig bei Menschen in Berufen auf, in denen man die Hände noch direkt (falsch) einsetzt. Heutzutage reicht schon die (falsche) Bedienung der Computer-Maus, um sich Armschmerzen und andere Armbeschwerden zu zu ziehen.

Zu den Armbeschwerden gehören:

Schmerz im oberen Oberarm

Der Schmerz im oberen Oberarm, im Gebiet des Deltoideus-Muskels, dürfte der häufigste unter den Armschmerzen sein. Er stellt sich manchmal plötzlich nach stark belastenden oder zerrenden Bewegungen ein, z. B. nach Stürzen. ArmbeschwerdenFast immer geht dem aber eine Unbeweglichkeit des Schultergürtels voraus, sodass schon vor dem Ereignis der Deltoideus-Muskel in Dauerspannung war, weil er die Aufgaben der Schultergürtelmuskulatur und einiger Muskeln des übrigen Körpers mit erledigen bzw. gegen deren Gegenzug anarbeiten musste.
Abduzierthalten des Arms bei Tätigkeiten der Hand (wenn man also den Arm seitlich vom Körper weggestreckt hält, anstatt ihn locker hängen zu lassen) führt unausweichlich mit der Zeit zu Schmerzen im Bereich des Deltoideus (siehe »Ursachen Schulter, Arm, Hand«).

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man zwar zunächst die schmerzenden Stellen im Deltoideus via Pandiculation, Myogelosen- und Bindegewebsbehandlung, dann jedoch untersucht und behandelt man sobald wie möglich auch die synergistischen und antagonistischen Muskeln der jeweils gestörten Schultergelenksbewegung und der zugehörigen Schultergürtelbewegung, bzw. das Bindegewebe auf diesen Muskeln. Je nach Lokalisation des Schmerzes, ob es also am Oberarm vorn, obenauf in der Mitte oder hinten schmerzt, werden also andere Muskeln und Bindegewebspartien mitbehandelt.

Sehr wichtig ist in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® bei allen Deltoideusbeschwerden das Körperbewusstseinstraining zum Einsatz des Schultergürtels und der Körpermuskulatur im Alltag, sowie das Erlernen des körpernahen Ausführens von Tätigkeiten, da sonst die Beschwerden immer wieder kehren.

Kraftlosigkeit des Arms

Die Kraftlosigkeit eines Arms kann plötzlich zustande kommen, dann macht es sich als Wegsacken des Arms im Ellbogengelenk bemerkbar, oder es besteht eine chronische Kraftlosigkeit.

Beim plötzlichen Wegsacken des Arms handelt es sich meist um eine Bindegewebsverspannung auf den Ellbogenbeugern.

Fallbeispiel: es suchte uns ein Koch auf, dem beim Heben schwerer Töpfe der rechte Arm ausließ. Es handelte sich um einen großen, kräftigen jungen Mann, von Muskelschwäche keine Spur. Ich konnte aber das Symptom erzeugen, wen ich mich vor der Behandlung an seinen gebeugten Arm hing. Er konnte die Spannung im Arm nicht halten, der Unterarm gab meinem Zug nach und sackte nach unten, Nach der Bindegewebsbehandlung der Sensomotorischen Körpertherapie konnte ich am Ende der Stunde den Test wiederholen und der Arm hielt. Allerdings musste auch dieser Patient lernen, seine Arbeit mit dem ganzen Körper zu verrichten. Außerdem schaffte er auf meine Empfehlung hin neue, höhere Küchenmöbel an, da die alten ihn gezwungen hatten, ständig gebeugt zu stehen.

Eine dauende Kraftlosigkeit des Arms kann sowohl auf die bindegewebigen Strukturen zurück zu führen sein, wie auch auf den falschen Einsatz der Muskeln.

Beispiel 1): Wenn man einen schweren Krug heben will und dabei das Handgelenk gebeugt hält, entsteht aus anatomischen Gründen eine so genannte Insuffizienz der Flexoren und der Henkel des Kruges gleitet aus der Hand. Die Kraft, um mit der Hand den Krug (oder was auch immer) zu halten, erhält man nur bei leicht gestreckten Handgelenk. (bitte selbst ausprobieren). Die Kraft, um den Krug zu heben und zu sich zu ziehen, kommt natürlich nicht aus der Hand, sondern aus den Finger- und Handgelenksmuskeln, die sich im Unterarm befinden, und vor allem aus den Schulter- und Rumpfmuskeln.

Beispiel 2). Schwächer als man sein müsste beim Heben dieses Kruges (oder was auch immer), ist man auch, wenn man, um den Krug zu heben, die Schulter hochzieht. Die Schulter- und Rumpfmuskeln sind damit außer Kraft gesetzt und das Heben muss allein vom Arm her erfolgen, der natürlich ohne diese Unterstützung aus Schulter und Rumpf viel weniger Kraft hat. (Bitte selbst ausprobieren). Das Ganze ist sehr viel anstrengender.

Beispiel 3) Auch um ein Marmeladenglas aufzudrehen, hat man viel mehr Kraft, wenn man die Handmuskeln nur zum Halten von Glas bzw. Deckel einsetzt (und wieder nicht bei gebeugten Handgelenken), zum Drehen aber die Schultermuskeln und den ganzen Körper verwendet, sodass beim Öffnen des Glases die Schulter nach hinten gleitet und beim Zudrehen nach vorn (bitte selbst ausprobieren).

Beispiel 4) Wenn man beim Werfen nur den Arm einsetzt („Mädchenwerfen“) anstelle des ganzen Körpers, ist der Wurf kraftlos und geht nicht weit. Beim Werfen mit Einsatz des ganzen Körpers entsteht ein Vielfaches an Kraft (bitte wieder selbst ausprobieren).

All diesen Arten von vermeintlicher Muskelschwäche lässt sich überhaupt nicht mit Muskelaufbautraining begegnen. In de Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man vielmehr zunächst die inaktiven, bzw. in Dauerkontraktion gehaltenen Schulter- und Rumpfmuskeln (mit Pandiculations, Muskel- bzw. Bindegewebsbehandlung) und führt dann ein exaktes Körperbewusstseinstraining durch, bei welchem dem Patienten ganz klar werden sollte, wie es falsch oder anstrengend und kraftlos geht und wie es richtig, leicht und mit Kraft geht.

Fehlstellungen der Arme

Innenrotierte Arme

Innenrotierte Arme sind sehr häufig, was sich schon allein durch ihre Verbindung zur vorgebeugten Haltung erklärt. Man erkennt sie daran, dass im Stehen die Arme nicht so neben dem Körper hängen, dass die Daumen nach vorn zeigen (was normal wäre), sondern dass die Handrücken nach vorn gerichtet sind. Die Arme hängen dann auch nicht mehr neben dem Körper. sondern davor, die Hände liegen vorn auf den Oberschenkeln auf. Bei innenrotierten Armen befinden sich die Brustmuskeln in Dauerkontraktion. Oft sind bei innenrotierten Armen auch die Schultern hochgezogen.

Innenrotierte Arme bleiben oft lange unbemerkt, da sie im Alltag nicht sehr stören, weil wir die meisten Tätigkeiten nach vorn und zum Körper hin ausführen. Dass man die Arme nicht mehr weit hochheben kann und nicht nach außen rotieren, wird oft übersehen bzw. überspürt. Erst, wenn solche Bewegungen notwendig werden (zum Beispiel will man eine neue Sportart anfängt), wird die Einschränkung bemerkt, und zwar oft unter Schmerzen.

Mit der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man die großen Brustmuskeln (die am Oberarm ansetzen und diesen nach innen rotieren können) sowie Muskeln und Bindegewebe des gesamten Spannungsmusters der vorgebeugten Haltung, vor allem den geraden Bauchmuskel.

Ist die Innenrotation ausgeprägter (meist bei einseitigen Einschränkungen der Außenrotation) muss man auch alle übrigen Muskeln behandeln, die an der Innenrotation beteiligt sind: Latissimus dorsi, Teres major, vorderer Teil des Deltoideus, Subscapularis.

Außenrotierte Oberarme

Arme, die sich chronisch in Außenrotation befinden, kommen selten vor, und wenn, dann in Kombination mit chronisch pronierten, das heißt nach innen gedrehten Unterarmen bzw. Händen. Wäre letzteres nicht der Fall, so wären die Betroffenen nämlich unfähig, etwas mit den Händen zu tun, sie könnten nicht einmal selbständig essen. Bitte probieren Sie das selbst aus: Wenn Sie nur die Oberarme nach außen gedreht halten, können Sie mit den Händen praktisch nichts mehr tun, da Sie alles, was vor Ihrem Körper ist, nicht mehr erreichen. Um mit den Händen etwas tun zu können, müssen sie nach innen gedreht halten. Da alle Menschen mit chronisch außenrotierten Oberarmen ihre Hände nach innen gedreht halten, erkennt man die außenrotierten Arme von vorn nicht an der Stellung der Hände, sondern daran, dass die Ellbeugeninnenseite nach vorn gedreht ist. Außenrotierte Arme stellen ein arges Handicap da, werden aber oft auch nicht bemerkt, da man nicht weiß, woher die Einschränkung kommt. Schmerzen treten gewöhnlich nicht so sehr an den Außenrotatoren an der Schulter hinten auf, sondern mehr an den ständig nach innen gedrehten Unterarmen und Händen.

Fallbeispiel: Eine Patientin kam wegen Schwellung und Unbeweglichkeit der Handgelenke, sowie Schmerzen in den Handgelenken, den Unterarmen und den Händen. Die Unterarme waren so stark in Pronation, also innenrotiert, dass sie sich zunächst überhaupt nicht nach außen drehen ließen. Elle und Speiche wirkten wie zusammengewachsen. Die Handgelenke ließen sich dadurch auch kaum mehr beugen und strecken oder zur Seite bewegen. Daumen und Kleine Finger waren chronisch adduziert, so dass die Hände, besonderes deren proximaler Teil schmaler wirkten als die Handgelenke. Auch der Schultergürtel war insgesamt in der Bewegung eingeschränkt.

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man in solchen Fällen zunächst die Außenrotatoren des Oberarms, dann die Handgelenks- und übrigen Unterarmmuskeln. Im Körperbewusstseinstraining der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® macht man den Patienten ganz klar, was sie mit ihren Muskeln im Alltag ständig unwillkürlich getan haben und wie die Alternativen in der Alltagsbewegung aussehen und vor allem sich anfühlen. Erst dann können sie ihre Armhaltung und Bewegung ändern.

Auch wenn die Arme nicht außenrotiert aussehen, kommen doch verspannte Außenrotatoren des Humerus häufig vor und zwar in Zusammenhang mit einer allgemeinen Schulterverspannung (z.B. auch zusammen mit verspannten Innenrotatoren).

Bewegungseinschränkungen der Arme

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® gehen wir davon aus, dass es sich bei einer Bewegungseinschränkung des Arms weder um ein Problem des Schultergelenks, noch ein Problem der Wirbelsäule handelt, und auch nicht um ein Problem von zu schwacher Muskulatur, sondern dass bestimmte Muskeln, die sich in Dauerkontraktion befinden, die anderen Muskeln, die den Arm in eine bestimmte Richtung bewegen würden, in ihrer Funktion hindern. Dauernd angespannte Antagonisten behindern die Agonisten, so dass keine oder nur eine eingeschränkte Bewegung zustande kommen kann. Nicht zu schwache Agonisten, sondern zu verspannte Antagonisten sind das Problem. Welche Antagonisten das im Einzelfall sind, ist natürlich je nach Bewegungsstörung unterschiedlich.

An Hauptbewegungseinschränkungen der Arme haben wir in der Praxis gefunden:

Mit der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man diejenigen Muskeln, die die Einschränkung bedingen und das Bindegewebe auf diesen Muskeln. Man stellt zunächst fest, welche Muskeln und Bindegewebspartien im Einzelfall am stärksten betroffen sind und behandelt dann individuell je nach Ergebnis der Untersuchung. Wie wir bei der Darstellung der Ursachen von Armproblemen gesehen haben, geht es dabei keineswegs nur um Armmuskeln, sondern auch um Schulter- und Rumpfmuskulatur, die es zunächst mit den manuellen Methoden zu befreien gilt. Schließlich erhält der Patient noch spezielle somatische Übungen, die genau auf seinen Fall zugeschnitten sind, und ein Körperbewusstseinstraining, das ihn vor Fehlbelastungen und neuerlichen Verspannungen im Alltag schützt.

Dicker Arm nach Brustoperation

Nach einer Krebsoperation an der Brust haben viele Patientinnen an der betroffenen Seite einen dick geschwollenen Arm. Die Schwellung beginnt gewöhnlich oben an der Narbe. Es handelt sich um Lymphe, die im Bindegewebe staut und nicht abfließen kann. Manchmal ist ein solcher Arm auch schmerzhaft und natürlich auch in der Beweglichkeit eingeschränkt. Häufig wird Lymphdrainage gegen dieses Problem eingesetzt, die allerdings meist nur kurzfristig hilft.

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man in solchen Fällen das Unterhaut-Bindegewebe, beginnend mit dem Gebiet um die Narbe und auch die Narbe selber, so dass sie wieder verschiebbar und durchlässiger wird. Anschließend kann man testen, wie weit nach unten in den Arm hinein das Bindegewebe noch fest ist, und entsprechend weiter behandeln.

Zu den Armschmerzen, die mit Schulterschmerzen verbunden sind, siehe unter »Schulterbeschwerden«, zu den Ursachen von Armschmerzen siehe »Ursachen Schulter, Arm, Hand«.


Therapeuten, die mit »Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl®« behandeln, finden Sie auf der Therapeutenliste.