Der Bauch erfreut sich allgemein keiner großen Beliebtheit, meist gilt er als zu dick und soll weg. Aber er beinhaltet die meisten unserer inneren Organe und die Muskulatur des Bauchs ist für Atmung und Bewegung lebensnotwendig.

Die meisten Menschen meinen mit Bauch nur den vorstehenden Körperteil vorn, der sie ärgert. Anatomisch meint Bauch aber die ganze Gegend zwischen Rippen und Brustbein vorn und dem Schambeinknochen unten. Was über dem Nabel liegt, nennt sich Oberbauch, was unter dem Nabel liegt, nennt sich Unterbauch.

Unter nichts leiden Bauch und Bauchorgane mehr als unter ständigem Eingezogenhalten. Für nähere Informationen zum Bauch allgemein siehe den Artikel:

Über Bäuche und Bauchmuskeln

Zu den Bauchbeschwerden zählen


Funktionelle Magenschmerzen, Oberbauchschmerzen, Magendrücken

Funktionelle Magenschmerzen, „nervöser Magen“, Oberbauchschmerzen und Magendrücken sind weit verbreitete Störungen, die meist als psychosomatisch gelten, da man bei einer organischen Abklärung keine Ursache für diese Beschwerden fand. Magenschmerzen und Oberbauchschmerzen sind aber nur insofern psychosomatisch, als Muskulatur und Bindegewebe / Faszien des Oberbauchs emotional sehr stark reagieren. Wenn daher jemand sagt, ein unangenehmes Erlebnis habe ihm auf den Magen geschlagen, so meint er damit im allgemeinen den Druck, den er in der Oberbauchgegend spürt, und der entstand, als sich während eines negativen Erlebnisses der obere Teil des Rectus-abdominis-Muskels oder das Bindegewebe / Faszien darauf zusammenzog. Das gleiche gilt für Magendrücken. Durch anhaltenden Druck im Oberbauch können dann allerdings tatsächlich eine Gastritis und schließlich sogar ein Magengeschwür entstehen. Siehe die Artikel:

Alles psychosomatisch?
Psychosomatik – eine neue Sichtweise

Viele Patienten kennen den Ausdruck Oberbauch gar nicht, sondern meinen, die ganze Gegend heiße „der Magen“. Praktisch alle Patienten (und die meisten Menschen unseres Kulturkreises überhaupt) glauben, dass ihr Magen in der Mitte des Oberbauchs liegt, so dass das Essen von der Speiseröhre von oben in einen runden Ballon plumpst. Daher nehmen sie ganz selbstverständlich an, dass alle Missempfindungen, die sie in dieser Gegend wahrnehmen, von ihrem Magen ausgingen. Tatsächlich ist der Magen aber länglich und geht von der Mitte aus nach links, der Hauptteil des Magens liegt links in der Zwerchfellkuppel unter den Rippen und bewegt sich bei der Einatmung nach unten in den linken Oberbauch.

Bei der Behandlung dieser Art von Magenschmerzen, Oberbauchschmerzen und Magendrücken richten wir uns in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® aber nicht nach unserem anatomischen Wissen, sondern danach, wie und wo der Patient seine Beschwerden empfindet, beschreibt und zeigt (also zum Beispiel in der Mitte des Oberbauchs oder auf der linken oder der rechten Seite). Allerdings gehen wir davon aus, dass die als Magenschmerz bezeichneten Missempfindungen nicht von innen kommen, auch wenn sie da gespürt werden, sondern von außen und behandeln in erster Linie das Bindegewebe / Faszien des Oberbauchs und zwar da, wo der Patient von außen gezeigt hat. Eventuell müssen wir zur Haltungskorrektur auch die gesamt Vorderseite des Körpers behandeln, da die meisten Patienten sich unwillkürlich nicht nur in der Oberbauchgegend, sondern insgesamt vorn zusammen gezogen haben (siehe »Stoppmuster«).


Bauchweh der Kinder

Viele Kinder klagen über Bauchweh. Meist ist aber kein rechter Grund dafür auszumachen. Nichtsdestoweniger plagt es manche Kinder sehr. Fragt man die Kinder, wo der Bauch denn weh tut, zeigen die meisten die Gegend großflächig um den Nabel. Genau hier lässt sich das Kinderbauchweh auch von außen behandeln (auch wenn das Kind meint, das Bauchweh komme von innen). Meist finden sich Triggerpunkte oder Myogelosen auf den Muskeln in der Gegend, wo die Bauchschmerzen zu spüren sind. In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln wir diese Punkte manuell. Meist finden sich auch noch Bindegewebsverhärtungen auf dem Bauch. Diesen kann man mit der Bindegewebs- / Faszienbehandlung der Sensomotorischen Körpertherapie beikommen. Das tut zwar während der Behandlung weh, aber die Kinder ertragen es gewöhnlich gut und sind hinterher froh, ihr Bauchweh los zu sein. Oft geben sich durch die Behandlung gleichzeitig eventuell vorhandene Verdauungsstörungen.

Verdachtsweise kann man übrigens schon Babys und Kleinkinder, die noch nicht sprechen können, denen organisch nichts zu fehlen scheint, die aber viel schreien und einen leidenden Eindruck machen, auf Kinderbauchweh behandeln. Sehr häufig liegt man damit richtig und das Schreien hört auf.


Aufstoßen und Sodbrennen, Nahrungsunverträglichkeit

Bei häufigem Aufstoßen und bei Sodbrennen sowie bei manchen Arten von Nahrungsunverträglichkeit zeigen die meisten Patienten eine Linie von oberen Oberbauch nach oben. Ebenda lassen sich die Beschwerden in Muskeln und Bindegewebe / Faszien mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® auch behandeln, wobei man auch hier wieder das Umfeld beachtet (siehe »Stoppmuster«) und Verspannungen dort gegebenenfalls behandelt.


Chronische Übelkeit

Mit chronischer Übelkeit ist hier eine Störung gemeint, die nicht auf Erkrankungen innerer Organe beruht, was man zunächst abklären lassen muss. Chronische Übelkeit ist eine sehr unangenehme Missempfindung, selbst wenn man sich niemals übergeben muss. Manche Patienten mit chronischer Übelkeit entwickeln direkt eine Angst vor dem Essen, da es die Übelkeit zur Folge hat und nehmen soweit ab, dass sie als magersüchtig gelten, was sie aber nicht sind. Die Übelkeit wird meist in der Mitte des Oberbauchs empfunden, nämlich da, wo nach Meinung der meisten Menschen der Magen liegt. Manche zeigen chronische Übelkeit auch am Hals vorn unten und/oder oben. Bei wieder anderen ist die Übelkeit durch Druck auf den oberen Teil des Iliopsoas-Muskels auszulösen. Auf jeden Fall kommt die chronische Übelkeit unserer Erfahrung nach aus der Muskulatur und mehr noch aus dem Bindegewebe, und nicht direkt aus dem Magen. Chronische Übelkeit ist auch nicht einfach psychosomatisch, in dem Sinne, dass sie sich nur im Kopf oder in der Seele abspielen würde. Vielmehr liegt ihr eine körperliche Störung in Bindegewebe / Faszien und Muskulatur, meist des Oberbauchs, zugrunde. Siehe die Artikel:

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Übelkeit und Erbrechen treten häufig auch zusammen mit Migräne auf. Dabei kommt es gleichzeitig zu einer verstärkten Verspannung in der Kopf- und oder Halsmuskulatur und des Oberbauchs (siehe unter »Kopfschmerzen und Migräne«). Die Behandlung dieser Art von Übelkeit ist in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® die gleiche wie die Übelkeit ohne Kopfschmerzen. Und zwar behandelt man in erster Linie das Bindegewebe / Faszien am Oberbauch, manchmal auch noch die Oberbauch-Muskulatur, bzw. das Bindegewebe / Faszien am Hals vorn und/oder den Iliopsoas-Muskel. Meist müssen außerdem Bindegewebe / Faszien und Muskulatur der ganzen Vorderseite mitbehandelt werden, da sie zu dem Spannungsmuster gehören, durch das die chronische Übelkeit erzeugt wird.


Heißhungerattacken und Appetitlosigkeit

Bei Heißhungerattacken und Appetitlosigkeit geben die Patienten, wenn sie mit ihrer Wahrnehmung entsprechend sensibilisiert wurden, im Allgemeinen den oberen Oberbauch als Ort der Missempfindung an, nämlich genau da wo wir alle Hunger spüren, bzw. wo es uns den Appetit verschlägt.

Oft ist Fettleibigkeit nicht nur dadurch bedingt, dass die Betreffenden das Falsche essen und sich zu wenig bewegen, sondern durch eben diese bohrende Missempfindung im Oberbauch, die die Betroffenen unweigerlich zum Kühlschrank oder zur Schokolade treibt, wobei sich die Missempfindung oft kurzfristig, zumindest während des Essens bessert. „Sich zusammenreißen“ und nicht essen, ist bei dieser quälenden Missempfindung nahezu unmöglich. Menschen, die nicht unter solchen Missempfindungen leiden, tun sich daher leicht, auf Dicke herabzuschauen und zu meinen, diese bräuchten doch nur weniger zu essen.

Behandelt man diese Missempfindung am Oberbauch mit der Bindegewebs- / Faszienbehandlung der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl®, beseitigt man bei diesen Patienten das dringende Verlangen nach Essen. Dann sagen die Patienten, oft, dass sie sich wie erlöst fühlen und dass das Essen in ihrer Vorstellung an Attraktivität verliere. Es sei nicht mehr so dringend, sie dächten nicht mehr so oft daran. Der innere Kampf habe aufgehört. Auch Schokoladenheißhunger geht zurück. Die Patienten nehmen dadurch natürlich ab, ohne sonst etwas dafür tun zu müssen.

Umgekehrt nehmen Menschen zu, wenn die Appetitlosigkeit aufgrund der körpertherapeutischen Behandlung des Oberbauchs zurück geht und sie von allein anfangen, mehr zu essen, ohne sich dazu zwingen zu müssen. Appetit und Hungergefühl pendeln sich bei beiden Extremformen in der normalen Mitte ein.


Magersucht

Bei der Magersucht ist auch der Oberbauch betroffen und die Patienten können an dieser Stelle meist eine quälende Missempfindung lokalisieren. Magersüchtige Patienten sind aber auch insgesamt sehr verspannt. Oft führt festes, verspanntes Unterhautbindegewebe zu der Empfindung, zu dick zu sein, und zu Fremdheitsgefühlen am eigenen Körper (siehe »Andere Missempfindungen«). Hier wird in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® auf jeden Fall die ganze Vorderseite untersucht und gegebenenfalls behandelt. Eventuell sind auch Rücken, Nacken und Kopf betroffen und werden dann in die Behandlung einbezogen (siehe auch unter »Stoppmuster«).

Wenn Heißhunger, Appetitlosigkeit, Übergewicht, Magersucht oder Bulimie mit Depression oder Angst einhergehen, so hilft eine zusätzliche körpertherapeutische Behandlung der Kopf- und Atemmuskulatur.


Funktionelle Darmerkrankungen, Reizdarm

Funktioneller Durchfall ist nicht durch innere Erkrankungen, Infektionen oder verdorbenes Essen bedingt und ist häufig mit Bauchkrämpfen verbunden. Er tritt auf, weil die Muskulatur des Darms den Darminhalt zu schnell weiter befördert. Mit oder ohne Durchfall kommt es bei funktionellen Darmerkrankung häufig zu plötzlichem Stuhldrang. Sensomotorisch bedingter Durchfall hat ebenso wie plötzlicher Stuhldrang oft eine hohe Affinität zu Angst. Er tritt dann vor allem in angstauslösenden Situationen auf. Liegen keine der o.g. organischen Ursachen vor, kann man die Beschwerden oft mit Erfolg körpertherapeutisch behandeln, wobei meist der Bauch im Zentrum der Behandlung steht sowie die Atmung und alle bei Angst angespannten Muskeln. Dies gilt auch für Darmkrämpfe, wobei dahingestellt bleibt, ob sie nun tatsächlich vom Darm ausgehen, oder von außen oder beides. Diese Art von chronischen Darmkrämpfen kann auch nach Unterleibsoperationen auftreten. Siehe auch die Artikel:^

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Behandelt werden funktioneller Durchfall und Darmkrämpfe in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® vor allem mit der Bindegewebs- / Faszienbehandlung des Bauchs, wobei man bei der genauen Lokalisierung den Empfindungen des Patienten nachgehen kann. Tritt der Durchfall gleichzeitig mit Angst und/oder Hyperventilation (siehe unter »Fehlatmung«) auf, so behandelt man die zu diesen Störungen gehörigen Muskeln zusätzlich. Ein Körperbewusstseintraining hilft, den Bauch in allen Lebenslagen entspannt zu lassen.


Blähbauch, aufgeblähter Bauch

Auch beim Blähbauch handelt es sich oft um eine funktionelle Erkrankung ohne organischen Befund, unter denen manche Menschen stark leiden, so stark, dass sie sich manchmal gar nicht aus dem Haus trauen. Ist der aufgeblähte Bauch nicht auf Nahrungsunverträglichkeiten oder starke Blähungen aufgrund eines Essens mit stark blähenden Bestandteilen zurück zu führen, so kann Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl® oft helfen.

Die Behandlung gleicht der bei den anderen Darmerkrankungen, nur muss man besonders sorgfältig nach den Punkten am Bauch suchen, von denen die Blähung ausgeht. Es kommt auch vor, dass das Zwerchfell ständig so angespannt und damit herunter gezogen ist, dass es den Bauch herausdrückt, was dann wie gebläht wirkt.


Verstopfung

Nicht organisch bedingte Verstopfung gilt manchmal als psychosomatisch. Sie ist aber tatsächlich nur insoweit psychosomatisch als sie manchmal mit Depressionen einhergeht. Bei der Depression wiederum ist der ganze Mensch verlangsamt, also auch seine Darmbewegung. Verstopfung tritt aber auch ohne ausgesprochene Depression auf, z.B. bei Bewegungsmangel. Auf jeden Fall ist die Bauchdecke fest und unbeweglich. Diese Zusammenhänge werden verständlich, wenn man weiß, dass die Darmperistaltik, also die Darmbewegung von der Bewegung des Zwerchfells abhängig ist. Das Zwerchfell wiederum gehört zu den Atemmuskeln und es kann sich nicht frei bewegen, wenn die Bauchdecke fest ist. Depressive Patienten haben alle eine durch Verspannungen feste Bauchdecke und dadurch eine eingeengte Atmung.

Siehe auch unter Depression und die Artikel:

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Verstopfung hängt natürlich auch von der Art des Essens ab (z.B. zu ballaststoffarm). Oft wirkt eine ganze Reihe von Faktoren zusammen. So ernähren sich viele bewegungsarme aber auch depressive Patienten auch ballaststoffarm.

Die Behandlung von chronischer Verstopfung läuft in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® über Muskulatur und vor allem Unterhaut-Bindegewebe / Faszien des Unterbauchs. Oft ist auch der Iliopsoas-Muskel, der schräg durch den Bauch läuft, an der Unbeweglichkeit des Unterbauchs und damit an der Verstopfung beteiligt. Wird der Unterbauch beweglicher, bessern sich auch Bewegungsunlust (weil man dann mehr atmet) und eine eventuell vorhandene Depression. Man kann auch noch das Bindegewebe / Faszien im Verlauf des Dickdarms entlang lockern. Auch muss manchmal die gesamte Atemmuskulatur in die Behandlung mit einbezogen werden.

Ein anschließend durchgeführtes Körperbewusstseinstraining hilft dem Patienten, im Alltag bis ganz unten in den Bauch zu atmen und den Bauch locker zu lassen.


Unterbauchschmerzen, Ziehen im Unterbauch

Vor allem Frauen leiden häufig unter starken funktionellen Unterbauchschmerzen. Sie können so heftig sein, dass nahezu jede Tätigkeit unmöglich wird und manche Betroffene es nur im Bett aushalten. In der Gynäkologie werden diese Schmerzen oft als Pelipathie oder Pelvipathie bezeichnet, wobei aber keiner sagen kann, worum es sich bei Pelipathie oder Pelvipathie eigentlich handelt. Auch diese Beschwerden gelten häufig als psychosomatisch (siehe auch die Artikel: »Alles psychosomatisch? (PDF)« und «Psychosomatik – eine neue Sichtweise PDF)«). Beharren die Betroffenen (zu Recht!) darauf, dass sie deutlich körperliche Beschwerden spüren, behandelt man im Allgemeinen nicht Bindegewebe / Faszien und Muskulatur des Unterbauchs, aus denen die Beschwerden kommen. Vielmehr kommt es – da meist keiner die wahren Zusammenhänge kennt – bei dieser Art von Schmerzen im Unterbauch nicht selten zu wiederholten, aber vergeblichen Operationen, was die Schmerzen meist eher verschlimmert. Oft meint man, die neuerlichen Schmerzen kämen von Verwachsungen durch die alten Operationen. So reiht sich oft eine Operation an die andere.

Tatsächlich gehen die im Unterbauch empfundenen Schmerzen meist vom Bindegewebe / Faszien außen am Bauch aus. Häufig sind alte Narben von Unterbauchoperationen Auslöser für bindegewebsgenerierte Bauchschmerzen. Auch die Gegend um den Nabel ist sehr häufig betroffen. Manchmal kommen die Schmerzen im Unterbauch auch von Myogelosen oder Triggerpunkten in der Bauchdeckenmuskulatur. Siehe auch den Artikel:

Nicht vergessen sollte man vor allem bei Unterbauchbeschwerden wie zum Beispiel bei Bauchschmerzen den Iliopsoas-Muskel, der vom Oberschenkel vorn oben schräg durch den Bauch innen verläuft und oben an der Lendenwirbelsäule ansetzt. Er kann alle möglichen Beschwerden auslösen, wohl deshalb, weil er einen wichtigen Nervenknoten beinhaltet, der für die Versorgung der Unterbauchorgane zuständig ist. Oft werden Iliopsoas-Schmerzen übrigens mit Schmerzen verwechselt, die durch eine Blinddarmentzündung ausgelöst sind. Es wurden manche Blinddärme aus diesem Grund schon unnötigerweise entfernt. Manche Frauen halten Iliopsoas-Schmerzen auch für Eierstockschmerzen, obgleich diese etwas tiefer lokalisiert sind.

Zu erwähnen ist noch, dass auch der Quadratus-lumborum-Muskel bei Unterbauchschmerzen in Betracht kommt. Er ist der innerste der Muskeln im unteren Rücken und wird daher oft auch als Schmerz im Bauch wahrgenommen. Auch dieser Muskel kann Blinddarmschmerzen oder Eierstockschmerzen simulieren und wird bei manchen Frauen vor allem während der Periode aktiv.

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln wir als erstes das Bindegewebe / Faszien auf dem Unterbauch, dann die erwähnten Muskeln. Meist muss zusätzlich die ganze Rumpfvorderseite behandelt werden, da sie ebenfalls stark verspannt ist, was man häufig an einer zusammen gekrümmten Haltung sehen kann.


Menstruationsschmerzen

Bei den Menstruationsbeschwerden handelt es sich oft um Unterbauchschmerzen oder ein unangenehmes Ziehen im Unterbauch. Bei manchen Frauen sind die Menstruationsbeschwerden so ausgeprägt, dass sie mehrere Tage ans Bett gefesselt sind. Viele Frauen meinen, es täten ihnen dabei die Eierstöcke weh, was aber meistens schon aufgrund der Lokalisation nicht stimmen kann. Die Behandlung von menstruationsbedingten Unterbauchschmerzen ist in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® die gleiche wie bei den anderen Unterbauchbeschwerden (siehe oben).

Bei Menstruationsbeschwerden ist es sehr wichtig, dass sich die Patientin klar wird, wo sie die Beschwerden vor oder während der Menstruation empfindet. Der Unterbauch ist nur eine mögliche, wenn auch häufige, Lokalisation und auch am Unterbauch selbst werden von den einzelnen Frauen sehr unterschiedliche Stellen gezeigt. Es gibt auch Frauen, die in Verbindung mit der Menstruation unter Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen leiden, aber auch solche, denen dabei oder davor die Oberschenkel vorn schmerzen oder der Hals (innen wahrgenommen) weh tut. Die meisten Frauen denken, alle anderen Frauen hätten genau die gleichen menstruationsbedingten Missempfindungen. Vermutlich ist es so, dass der hormonelle Status vor oder während der Menstruation die individuellen Schwachstellen hervortreten lässt (was in ähnlicher Weise auch bei einer Grippe geschieht).

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