Nackenschmerzen

Nackenschmerzen sind sehr häufig. Es gibt kaum jemanden, der nicht schon unter Nackenschmerzen gelitten hätte. Vor allem durch die Bildschirmarbeit haben Nackenschmerzen in den letzten Jahren rasant zugenommen.

Die Beschwerden

  • Morgens wachen Sie mit einem steifen, schmerzenden Genick auf. Erst, wenn Sie  sich ein bisschen bewegt haben und unter der warmen Dusche waren, wird es wieder erträglicher.
  • Wenn Sie längere Zeit am Schreibtisch gesessen haben und dann aufstehen, reiben Sie sich den schmerzenden Nacken.
  • Je stressiger der Tag im Büro war, desto schlimmer macht sich der Nacken bemerkbar, oft zusammen mit der Muskelpartie auf den Schultern.
  • Irgendwie konnten Sie früher besser rückwärts einparken, Sie schafften es auch ohne Spiegel, während Sie jetzt den Kopf gar nicht mehr so weit drehen können.
  • Längeres Sitzen im Auto scheint dem Nacken auch alles andere als gut zu tun
  • Sie haben plötzlich wie aus heiterem Himmel einen total steifen Hals, jede Kopfbewegung ist unmöglich. Versuchen Sie trotzdem, den Kopf zu bewegen, leiden Sie Höllenqualen.
  • Der Nacken ist so kälteempfindlich geworden, dass Sie am besten immer ein warmes Halstuch umgebunden haben, auch nachts im Bett, denn jeder Luftzug könnte teuflische Nackenschmerzen zur Folge haben.
  • Sie fühlen sich deprimiert und antriebslos und müssen sich zu allem zwingen. Gleichzeitig ist der Kopf dumpf und der Nacken fühlt sich ungut an.
  • Manchmal fährt ein Stich wie ein Messer in den Nacken.
  • Sie fühlen sich ängstlich, misstrauisch und zurückgezogen. Dabei sind Sie nach vorn gebeugt, atmen kaum und haben den Kopf in den – oft schmerzenden – Nacken gelegt.
  • Gerade auf dem Rücken können Sie schon lange nicht mehr liegen. Ohne ein paar Kissen unter dem Kopf ist es mit dem Nacken nicht mehr auszuhalten.
  • Die Nackenschmerzen ziehen häufig in den Kopf hoch und machen sich  dort als Kopfschmerzen bemerkbar.
  • Auch Schwindel, Schlafstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sind häufige Begleiter Ihrer Nackenschmerzen.

NackenschmerzenWenn wir einen steifem Hals und/oder Nackenschmerzen haben, denken wir oft gleich an Schäden an der Halswirbelsäule. Im Röntgenbild kann man tatsächlich sehen, dass in diesen Fällen die Halswirbelsäule stärker oder weniger (meist stärker) gebogen ist als normal, aber diese Stellung der Wirbel ist durch die chronische Muskelverspannung bedingt. Auch gibt es manchmal an der Halswirbelsäule Vorwölbungen einer oder mehrerer Bandscheiben, aber auch das ist nicht die Ursache der Nackenschmerzen. Vielmehr sind auch diese Vorwölbungen durch die verspannten Muskeln bedingt, die die Wirbel im Nacken stärker zusammen drücken. Selbst Bandscheibenvorfälle können durch chronische Muskelverspannungen hervorgerufen werden, da der überstarke Druck, den verspannte Muskeln ausüben, dazu führen kann, dass die äußere feste Hülle einer Bandscheibe platzt und der gallertige Kern nach außen tritt. Diese Vorfälle sind aber nur schmerzhaft, wenn sie sich an ganz bestimmten Stellen, befinden, nämlich da, wo die Nervenwurzeln aus dem Rückenmark kommen. Die meisten Bandscheibenvorfälle befinden sich aber an ganz anderen Stellen und sind völlig harmlos. Der Schmerz geht nicht von diesen Bandscheibenschäden aus, sondern von Muskulatur und Bindegewebe des Nackens.


Chronische Verspannungen

Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit des Kopfes sind in unserem Kulturkreis ubiquitär und Nackenschmerzen überaus verbreitet. Bewegungseinschränkung wie Schmerz sind in fast allen Fällen auf eine verspannte Nackenmuskulatur oder verspanntes Bindegewebe auf dieser Muskulatur zurückzuführen. Oft schmerzt dabei nicht nur der Nacken selbst, sondern auch es schmerzt auch auf den Schultern oben. Das gibt einen Schulter-Nacken-Schmerz. Diese Schmerzkombination ist darauf zurück zu führen, dass die am häufigsten verspannten Muskeln überhaupt die oberen Trapezmuskeln sind. Diese erstrecken sich vom untersten Hinterkopf bis zu den Schultern außen. Sind sie verspannt, kann man sie als harte Wülste fühlen. Oft sieht man auch, dass die Schultern durch die Dauerverspannung dieser Muskeln hochgezogen sind. Bei Dauerkontraktion dieser Muskeln kommt es gleichzeitig zu Kopfschmerzen.

Durch die Verspannungen in Muskulatur und Bindegewebe wird der Nacken überempfindlich. Es reicht dann oft schon ein Luftzug, Stress, eine kleine ruckartige Bewegung, um die Nackenschmerzen auszulösen oder zu verstärken. Instinktiv binden sich daher viele von Nackenschmerz Geplagte ein warmes Tuch um den Hals.

Diese Nackenverspannungen wiederum beruhen meist auf Nackenfehlhaltungen, die durch den ganzen Körper gehen. Allerdings wird die Fehlhaltung, die sich lange vor den Nackenschmerzen zeigt, von den Betroffenen gewöhnlich nicht wahrgenommen. Auch die Einschränkung der Beweglichkeit des Kopfes, vor allem der Drehfähigkeit, fällt den Betroffenen im Allgemeinen lange nicht auf. Am häufigsten merken sie es schließlich beim Rückwärtseinparken: wenn es nicht mehr ohne Spiegel geht oder nur noch mit großer Mühe.

Beobachtet man jemanden, der Schwierigkeiten beim Rückwärtseinparken hat, genauer, kann man feststellen, dass sein Kopf nicht an der eigentlich dafür vorgesehenen Stelle sitzt. Daher muss er den Kopf mit ständig angespannten Nackenmuskeln gegen die Schwerkraft halten. Das ist eine Nackenfehlhaltung.

Halten wird den Kopf aber ständig mit der Kraft unserer Muskeln in einer bestimmten Position, können die Muskeln den Kopf nicht mehr frei bewegen, denn sie müssen den Kopf ja an dieser Stelle halten. Mit der Zeit verspannen durch die ständige Haltearbeit Muskeln und Bindegewebe so stark, dass sie auch im Liegen noch immer in der gleichen Anspannung sind. Dann brauchen wir zum Beispiel in Rückenlage unbedingt ein oder mehrere Kopfkissen, um die Spannung der Nackenmuskulatur auszugleichen.


Einseitige Nackenschmerzen

Einseitige Nackenschmerzen sind meist durch einseitig stärker  verspannte Nackenmuskulatur bedingt. Es kann sich dabei um eine chronische Seitwärtsneigung oder um eine chronische Drehung des Kopfes handeln. Seitwärtsneigung und Drehung treten auch häufig zusammen auf.


Steifer Hals

Beim so genannten Steifen Hals handelt es sich vorwiegend um einen steifen Nacken. Insgesamt kann man bei allen Nackenbeschwerden feststellen, dass die Nackenbeweglichkeit in irgendeiner Weise eingeschränkt ist. Der  steife Hals ist aber wie  ein Hexenschuss  im Nacken. Plötzlich ist die Nackenmuskulatur so starr, dass man den Kopf praktisch nicht mehr bewegen kann. Er hängt in einer Stellung fest. Versucht man es trotzdem, erzeugt man ungeheure Schmerzen. Die Nacken-Muskulatur ist beim steifen Hals gewöhnlich hart wie ein Brett.

Siehe auch

und den Artikel

pdfNackenschmerzen


Hier finden Sie eine Liste von Therapeuten, die Nackenschmerzen nach den neuesten Erkenntnissen körpertherapeutisch behandeln.