Dazu gehören:

Ideale Kopfhaltung

Bei idealer Kopfhaltung sitzt der Kopf genau über den Schultern (und in der Verlängerung nach unten genau über dem Fußgewölbe). Die Ohren stehen senkrecht und befinden sich über der Mitte der Schultern. Der Nacken ist nur ganz leicht konkav, also einwärts gewölbt. In dieser Position wird das Gewicht des Kopfes (er soll bis zu 6kg wiegen) über die Wirbelsäule vom ganzen Skelett, also von den Knochen getragen. Da die Nackenmuskeln keinerlei Gewicht tragen brauchen, sind sie allesamt weich und der Kopf ist auf der Wirbelsäule frei beweglich.

Bei allen anderen Kopf- bzw. Nackenhaltungen sind die Nackenmuskeln chronisch angespannt, denn sie müssen nun das Gewicht des Kopfes gegen die Schwerkraft halten. Je nachdem, ob der Kopf nach vorn oder hinten gezogen ist oder nach rechts oder links geneigt gehalten wird, und ob der Nacken dabei stärker oder weniger gekrümmt ist, befinden sich unterschiedliche Nacken- und Körpermuskeln in Dauerkontraktion, sind also unterschiedliche Muskeln verspannt. Das führt zu unterschiedlichen Kopf- und Nackenschmerzen. Gleichzeitig ist die Beweglichkeit des Nackens eingeschränkt, da die Muskeln den Kopf ja jetzt in einer bestimmten Haltung fixieren müssen und daher nur in eingeschränktem Umfang für Bewegung zur Verfügung stehen.


Der vorgestreckte und in den Nacken gelegte Kopf

Die bei weitem häufigste Fehlhaltung, die Nackenschmerz und steifen Hals bedingt, ist der mit dem Kinn nach vorne gezogene und in den Nacken gelegte Kopf, wie er für eine vorgebeugte Haltung charakteristisch ist. Die Krümmung der Halswirbelsäule ist dabei stärker als normal ausgeprägt. Der Nacken schmerzt, weil seine Muskeln ständig das Gewicht des Kopfes gegen die Schwerkraft halten müssen.

Dabei befindet sich der Oberkörper in einer kyphotischen Verspannung, d.h. der obere Rücken ist mehr oder weniger gerundet. Da oft auch noch die Schultern hochgezogen werden, verschwindet der Hals fast und der Kopf scheint hinten aus dem Körper heraus zu wachsen (Extrembeispiel: Franz-Josef Strauß). Der Kopf kann dabei nicht mehr ausreichend nach vorn Richtung Brustbein bewegt werden. Normal wäre, dass der Kopf, wenn man ihn nach vorn unten bringt, mit dem Kinn das Brustbein berühren kann. Das gelingt Menschen mit dieser Fehlhaltung nicht. Die Fehlhaltung mit Rundrücken und chronisch nach vorn gestreckten und in den Nacken gelegten Kopf ist ihrerseits entstanden

  • durch negative Erlebnisse. Dabei zieht sich unweigerlich vorn die Bauch- und Brustmuskulatur zusammen und es zieht automatisch den Kopf nach vorn und in den Nacken (siehe auch Stoppmuster, Angst, Depression)
  • durch eine Verletzung, eine Operation, ein Trauma. In Frage kommen zum Beispiel Bauchoperationen und Schleudertraumen
  • durch „dumme Angewohnheiten“ wie z.B. Tag für Tag in vorgebeugter Haltung vor dem Bildschirm zu sitzen

Mehr zu den Ursachen von Nackenfehlhaltungen siehe unter Ursachen Nackenfehlhaltungen und den Artikel Nackenschmerzen

Die Behandlung des nach vorn gestreckten und in den Nacken gelegten Kopfes erfolgt in der sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® zum einen über die beteiligten Nackenmuskeln und das Bindegewebe / Faszien auf ihnen, zum andern über die Körpermuskeln, die die Fehlhaltung bedingen (siehe Stoppmuster).


Der gesenkte Kopf

Am zweithäufigsten ist der nach vorn geschobene Kopf mit geradem, d.h. wenig gekrümmtem Nacken. Diese Menschen laufen mit gesenktem Kopf einher, den Blick nach unten gerichtet. Die verspannten Nackenmuskeln sind vor allem deswegen schmerzhaft, weil dauernd an ihnen gezogen wird und sie dem Zug nach vorn Widerstand leisten müssen (keiner lässt den Kopf einfach hängen).
Die Ursache liegt bei dieser Fehlhaltung gewöhnlich darin, dass die Menschen aus irgendeinem Grund auf den Boden, anstatt geradeaus schauen. Häufig geschieht dass, wenn die Füße so unsicher sind, dass man sie mit dem Blick steuern will.

Siehe unter Ursachen Nackenfehlhaltungen und den Artikel Nackenschmerzen

Die Behandlung dieser Art von Fehlhaltung geschieht in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® zum einen über die Sternocleidomastoideus- Muskeln, die den Kopf senken, zum andern über das Bindegewebe / Faszien an den Füßen und Beinen, von dem der unsichere gang ausgeht.


Der gerade Nacken

Bei den meisten Menschen mit Kopffehlstellung ist, wie erwähnt, der Nacken zu sehr gebogen. Aber es kommt in unseren Breiten, wenn auch relativ selten, der zu gerade Nacken vor. Bei dieser Fehlhaltung wird der Kopf mit dem Kinn zum Hals gepresst, wodurch auch bei den schlanksten Leuten ein Doppelkinn entsteht. Eine solche Fehlhaltung haben wir bisher vor allem als Ergebnis von falscher oder falsch verstandener Körpertherapie oder Krankengymnastik gesehen. Auch bei durchgängigem Startmuster (also zurück gebeugtem Oberkörper) kommt sie vor. Falsch ist diese Haltung, weil zum einen die Aufrichtung übertrieben wurde (das ist nicht die natürliche Stellung des Kopfes und Halses) und zum anderen, weil mit dieser Haltung ebenfalls eine Bewegungseinschränkung verbunden ist. Beim zu geraden Hals ist die prävertebrale Muskulatur in Dauerkontraktion (Das sind die Muskeln, die sich vorn an der Halswirbelsäule befinden).

Die Behandlung geschieht bei dieser Art der Fehlhaltung in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® hauptsächlich über die Myogelosenbehandlung der prävertebralen Muskulatur. Außerdem findet ein Körperbewusstseinstraining statt, um wieder eine normale Kopf- und Körperhaltung zu erreichen.


Chronische Seitwärtsneigung des Kopfs

Die chronische Seitwärtsneigung des Kopfes, die mit einseitigen Nackenbeschwerden verbunden ist, findet sich oft bei Traumamuster, also der Seitwärtsneigung des ganzen Körpers im Anschluss an Verletzungen, aber auch ohne dieses Muster, nur durch schlechte Angewohnheiten bedingt (siehe Ursachen Nackenbeschwerden).

Die Behandlung dieser Art von Fehlhaltung richtet sich nach den Faktoren der Entstehung und Aufrechterhaltung dieser Nackenfehlhaltung.


Chronisch gedrehter Kopf

Auch chronisch gedrehte Köpfe findet man oft bei einseitigen Nackenschmerzen. Sie können mit einer generellen Verdrehung des Körpers zusammen hängen (siehe Traumamuster) oder wiederum durch dumme Angewohnheiten bedingt sein (siehe Ursachen Nackenbeschwerden).

Die Behandlung richtet sich wieder nach den Faktoren der Entstehung und Aufrechterhaltung.


Schiefhals, Torticollis

Der spastische Schiefhals oder Torticollis spasticus oder spasmodicus wird in der Medizin und Psychologie als eigenständige Krankheit geführt. Es handelt sich um Extremvarianten des geneigten und/oder gedrehten Kopfes und um ein extrem chronisches Geschehen, d.h. der Schiefhals begleitet die Betroffenen über Jahre, manchmal über ihr ganzes Leben. Ein Schiefhals ist meist schmerzhaft und bedingt oft kompensatorische entgegen gesetzte Schiefstellungen des ganzen Körpers mit entsprechenden Beschwerden. Die gesamte Schiefhaltung geht hier also nicht vom Körper, sondern vom Kopf aus.

Beim Schiefhals (Torticollis) überwiegen neurologische und psychologische Interpretationen (z.B. jemand will etwas nicht sehen, will sich abwenden etc.). Leider wird der Schiefhals von solchen Interpretationen auch nicht gerader. Tatsache ist, dass bei dieser Erkrankung die seitlichen Halsmuskeln(Sternocleidomastoideus-Muskeln und Scalenus-Muskeln) sowie ein Teil der Nackenmuskeln einseitig sich so stark in Dauerkontraktion befinden, dass eine extreme Schieflage resultiert, die die Betroffenen nicht oder kaum beeinflussen können. Die Muskelverspannung des Torticollis kann man von außen deutlich sehen und spüren. Die Entstehungsbedingungen für Schiefhals sind unterschiedlich. Manchmal entsteht ein Torticollis schon beim Geburtsvorgang oder im Mutterleib, ansonsten häufig durch einen Unfall oder eine Operation und sonst ein Trauma, z.B. durch ein Schleudertrauma. Zuweilen kommt auch eine langsame, unmerkliche Entstehung vor.

Die Behandlung des Schiefhalses mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® unterscheidet sich im Prinzip nicht von der anderer Nackenfehlhaltungen, sie ist allerdings durch die starke Ausprägung der Verspannung und die erhebliche Chronifizierung gewöhnlich langwieriger.

Mehr zum Schiefhals siehe unter Artikel

Nackenschmerzen

Fehlhaltungen von Kopf und Nacken behandeln die Therapeuten, die Sie auf dieser Liste finden.