Wo sind Die Kiefergelenke und Kiefermuskeln? Wie erkenne ich eine Kieferverspannung? Abstand Zahnreihen, Kieferöffnung, Härte und Druckschmerzhaftigkeit der Muskeln, Kieferverschiebbarkeit

Finden der Muskeln und des Kiefergelenks

1. Masseter-Muskeln
Legen Sie sich die Hände hinten auf die Wangen, vor die Ohren und beißen Sie kräftig zu. Sie spüren die Masseter-Muskeln unter Ihren Fingern

2. Temporalis-Muskeln
Vorderer Teil: Legen Sie sich die vor die Ohren und rutschen Sie dann weiter hoch auf die Schläfen. Beißen Sie kräftig zu. Was Sie unter Ihren Fingern spüren, sind Ihre Temporalis-Muskeln.
Hinterer Teil: Legen Sie sich die Finger hinter die Ohren und rutschen ein Stück weiter höher. Bewegen Sie den Kiefer vor und zurück. Wenn Sie das können, müssten Sie die Bewegung an dieser Stelle unter Ihren Fingern spüren.

3. Kiefergelenke
Stecken Sie sich die kleinen Finger in die Ohren und machen Sie den Mund weit auf und zu. Sie spüren, wie Ihr Unterkiefer im Kiefergelenk nach oben und unten und nach vorn und hinten geht. Ein Knacken der Kiefergelenke können Sie jetzt besonders gut spüren.


Tests auf Verspannung der Kiefermuskeln

1. Abstand zwischen den Zahnreihen

    Bei geschlossenem Mund im Ruhezustand. Stellen Sie fest, wie groß bei Ihnen der Abstand zwischen Ober- und Unterkiefer ist: Passt überall mindestens die Zunge zwischen die oberen und die unteren Zähne? Wenn nicht, ist Ihre Kiefermuskulatur verspannt.

2. Regelmäßigkeit der Bewegung

      Schieben Sie Ihren Unterkiefer langsam nach rechts, nach links, nach vorn und nach hinten. Versuchen Sie schließlich, Ihren Kiefer im Kreis zu bewegen. Wenn eine der Richtungen nicht oder nur schlecht geht, haben Sie Kiefermuskelverspannungen.

 

    Achten Sie auch darauf, wie glatt die Bewegungen gehen. Wenn es ruckelt und holpert, ist das ein Zeichen für eine "Sensomotorische Amnesie", d.h. Ihr Gehirn hat vergessen, wie diese verspannten Muskeln sich bewegen lassen.

3. Bewegungsumfang des Unterkiefers

Weite der Kieferöffnung

      Legen Sie die mittleren drei Finger einer Hand aneinander und beugen Sie sie in den mittleren Gelenken. Daumen und kleinen Finger führen sie vor der Handinnenfläche zusammen.

 

      Öffnen Sie Ihren Mund weit und schieben sie sich die drei Fingermittelgelenke senkrecht übereinander in den Mund.

 

    Wenn das nicht gut gelingt, sie die Finger nur mit Mühe in den Mund bekommen oder weniger als drei, haben Sie Kiefermuskelverspannungen.

Seitliche Verschiebbarkeit des Unterkiefers

      Stellen Sie sich vor einen Spiegel und öffnen Sie die Lippen, so dass Sie Ihre Zähne gut sehen können. Ist der Spalt zwischen den mittleren Schneidezähnen oben und unten genau übereinander? Wenn nicht, ziehen bestimmte verspannte Kiefermuskeln den Unterkiefer zu einer Seite.

 

      Führen Sie dann dem Unterkiefer langsam nach unten. Weicht der Unterkiefer dabei nach einer Seite aus? Dann haben Sie einseitige Kieferverspannungen und wahrscheinlich einen

Kreuzbiss

      .

 

      Öffnen Sie leicht den Mund. Schieben Sie den Unterkiefer leicht nach links und rechts. Spüren Sie und schauen Sie, ob er nach einer Seite leichter und weiter geht. Geht der Kiefer z. B. leichter nach links, ist der linke Pterygoidei- Muskeln innen im Mund verspannt.

 

    Einseitige Knackgeräusche sprechen auch für eine einseitige Verspannung.

Vor-zurück Verschiebbarkeit des Unterkiefers

      Haben Sie den Mund leicht geöffnet und schieben Sie Ihren Unterkiefer nach vorn. Läst er sich weniger als ca 8 mm vor die oberen Schneidezähne bewegen, haben Sie eine Verspannung in den hinteren Teilen der Temporalis-Muskeln.

 

    Schieben Sie den Unterkiefer nach hinten. Bei weniger als 5 mm Rückwärtsbewegung haben Sie eine Verspannung in den Pterygoideus-Muskeln hinten im Mund. Beidseitige Knackgeräusche würden auch dafür sprechen.

4. Härte der Muskeln

    Drücken Sie mit den Fingern die Massetermuskeln entlang und spüren Sie, wie hart sie sich anfühlen. Drücken Sie auf Stellen am Arm (oder wo immer sie nicht verspannt sind) und vergleichen Sie. Verfahren Sie genauso mit den Temporalis-Muskeln an den Schläfen. Sie sind allerdings viel flacher, ihre Härte ist daher weniger gut feststellbar.

5. Druckschmerzhaftigkeit der Muskeln

      Drücken Sie wieder auf den Massetermuskeln entlang. Suchen Sie mit kräftigem Druck

eines

    Fingers nach Schmerzpunkten auf dem Masseter. Je häufiger Sie fündig werden und je stärker es schmerzt, desto mehr Triggerpunkte haben Sie.

6. Korrekter Biss?

    Lassen Sie - wenn Sie können - Ihren Kiefer locker hängen. Wenn Sie jetzt langsam leer zubeißen, sollten als erstes die unteren Eckzähne von innen auf die oberen treffen. Ist der Frühkontakt an einer anderen Stelle, stimmt der Biss nicht. Ob durch verspannte Muskeln oder falsche Kronen o.ä. muss der Zahnarzt klären.

7. Biss und Fehlhaltung

    Probieren Sie dann verschiedene Kopfstellungen und beobachten Sie, wie sich Ihr Unterkiefer verschiebt. Wenn Sie jetzt zubeißen, werden Sie merken, dass Ihr Biss nicht mehr stimmt. Welche Kopf- und Kieferstellung entspricht Ihrer üblichen? Falls das nicht in der Mitte ist, haben Sie eine Nackenverspannung.

Nachdem Sie Ihre Kiefer- und Nackenverspannung festgestellt haben, wird es Zeit, etwas zu tun:
Was man mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® gegen Ihre Kieferbeschwerden tun kann, erfahren Sie unter: Die Behandlung von Kieferbeschwerden.

Erfahrene Therapeuten, die nach dieser Methode behandeln, finden Sie auf der Therapeutenliste. Dort gibt es allerdings oft Wartezeiten.

Was Sie selbst inzwischen tun können, steht auf Selbsthilfe bei Kieferbeschwerden.