Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
Sensomotorische Körpertherapie
nach Dr. Pohl®
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Drehschwindel

Drehschwindel ohne organische Ursache, Schwindel beim Drehen, Schwindel bei Kopfbewegung, Ursache von Drehschwindel oft Verspannung, Schleudertrauma und Fehlhaltung.

Wie Drehschwindel erlebt wird

Bei Drehschwindel hat man den Eindruck, die Welt um einen herum dreht sich, obgleich sie objektiv still steht. Manche schildern es wie ein Karussell im Kopf. Das Erleben bei Drehschwindel ist ähnlich, wie vie Menschen es nach einer tatsächlichen Karussellfahrt oder nach längerem Walzertanzen erleben. Manchmal ist der Schwindel mit akuter Übelkeit verbunden.

Wie Drehschwindel zustande kommt

Drehschwindel ist abhängig von der Kopfbewegung. Meistens tritt er auf, wenn der Kopf gedreht wird, vor allem bei schnellen, abrupten Drehbewegungen. Ist der Kopf schon wieder in Ruhe, dreht die Welt sich anschießend weiter. Aber auch andere Kopfbewegungen können den Drehschwindel hervorrufen, z.B. wenn man den Kopf nach hinten in den Nacken oder zur Seite legt. Oft wird geschildert, dass sich auch nach einer solchen Kopfbewegung die ganze Umgebung dreht. Patienten mit Drehschwindel vermeiden daher möglichst alle Kopfbewegungen. Leider wird dadurch der Schwindel nur im Moment besser. Auf Dauer werden durch die Erstarrung Hals, Nacken und Augen immer mehr verspannt, was wiederum mehr Schwindel hervorrufen kann. Das ist der gleiche Teufelskreis wie beim Schmerz: im Moment hilft die Erstarrung, auf Dauer verschlechtert sie.

Von Verspannung betroffene Muskeln

Drehschwindel kann durch Verspannung mehrerer unterschiedlicher Muskeln und Bindegewebspartien hervorgerufen werden. Hier werden die häufigsten beschrieben.

Sternocleidomastoideus-Muskeln, Kopfwender
SternocleidoDrehschwindel kommt gewöhnlich von verspannten Sternocleidomastoideus-Muskeln, von denen es auf jeder Seite einen gibt. Wenn Sie den Kopf drehen, können Sie sie im Spiegel vorn als schräg vom Brustbein zum Ohr verlaufenden Wulst sehen. Diese Muskeln heißen auf deutsche Kopfwender, sind aber gemeinsam oder getrennt auch bei fast allen anderen Kopfbewegungen beteiligt. Die Sternocleidomastoideus-Muskeln sind die Hauptinformanten des Gehirns über die Stellung des Kopfes relativ zum Körper (während das Gleichgewichtsorgan im Innenohr zuständig ist für die Stellung des Kopfes im Raum). Sind sie verspannt, beherbergen sie Triggerpunkte, können sie unsinnige Informationen an das Gehirn senden, was unmittelbar Schwindel auslösen kann.

Augenmuskeln
Auch die Augen können bei Drehschwindel beteiligt sein. Sie werden über Muskeln bewegt, die sich außen am Auge befinden. Kopfbewegung und Augenbewegung sind normalerweise ständig miteinander koordiniert, ohne dass man das merkt: wenn man die Augen bewegt, um nach etwas zu schauen, folgt der Kopf im Alltag unmittelbar hinterher. Geht die Bewegung dagegen vom Kopf aus, stellen sich die Augen automatisch so ein, dass sie immer noch danach vorn auf das Bild gerichtet sind. Dadurch verreißt das Bild bei einer Kopfbewegung nicht.

AugeDie Bewegung der Augen geschieht dabei über die äußeren Augenmuskeln (siehe Abbildung). Sind die Augen am Drehschwindel beteiligt hat man meist eine Konvergenzstörung. Das heißt: wenn sich ein Gegenstand nähert, konvergieren die beiden Augen nicht zum gleichen Punkt in der Mitte, sondern ein Auge bleibt weiter außen. Das heißt, die äußeren Augenmuskeln sind auf einer Seite verspannt. Im täglichen Leben entstehen dadurch zwar keine Doppelbilder wie beim echten Schielen, aber das Hirn erhält über die Augenbewegung doch sehr abweichende Informationen von beiden Augen. Die unterschiedlichen Signale an das Gehirn können zu Schwindel führen.

Selbsttest auf Konvergenzstörung der Augen
Bitten Sie jemanden, einen Kugelschreiber mit der Spitze nach oben senkrecht zu halten und ihn aus ca. 50 cm Entfernung auf Ihre Nasenwurzel zu führen. Sie selbst sollen dabei immer die Spitze des Kugelschreibers fixieren. Lassen Sie ein Foto von ihren Augen in der Endstellung machen. Wenn Sie eine Konvergenzstörung haben, ist eines Ihrer Augen weiter außen geblieben. Auf dieser Seite ist der äußere Augenmuskel verspannt und dadurch verkürzt.

Kiefermuskeln
KaumuskelHaben die Betroffenen selbst das Gefühl, ihr Schwindel habe mit den Ohren zu tun oder gehe von einem Ohr aus, finden sich meist Verspannungen in der Kaumuskulatur und im Ansatz des Digastrikus-Muskels unter dem Ohr und eventuell auch im Bindegewebe / Faszien in der inneren Ohrmuschel. Unter Kieferbeschwerden finden Sie diese Dauerkontraktionen und ihre Ursachenausführlich beschrieben. Drehschwindel, der vom Ohr, bzw. von Verspannungen um das Ohr ausgeht, ist häufig mit Nackenverspannungen und Ohrbeschwerden wie Tinnitus, Schwerhörigkeit oder Hyperakusis verbunden. Unter Ohrbeschwerden und Ursache von Nackenbeschwerden finden Sie beschrieben, wie diese Beschwerden zustande kommen.

Ursachen der Verspannungen

Sowohl die Sternocleidomastoideus-Muskeln wie die äußeren Augenmuskeln wie die Kiefermuskeln können durch verschieden Faktoren verspannt sein. Am häufigsten sind Unfälle und Alltagsgewohnheiten die Ursache.

Schleudertraumen und andere Unfälle

Eine Verspannung eines oder beider Sternocleidomastoideus-Muskeln und/oder der äußeren Augenmuskeln kommt häufig durch ein Schleudertrauma oder einen anderen Unfall mit Kopfbeteiligung zustande. Ein Schleudertrauma entsteht, wenn es bei einem Unfall den Kopf vor und zurück reißt (englische Bezeichnung: whiplashtrauma = Peitschenschlag-Trauma). Die dadurch entstehende Verspannung wirkt sich hauptsächlich auf die Sternocleidomastoideus-Muskeln aus und führt häufig zu einer bleibenden Augen- und Kopffehlstellung mit Verschiebung der einzelnen Halswirbel. Wenn von den ungleich verspannten Kopfwendemuskeln und Augenmuskeln widersprüchliche Signale im Gehirn eintreffen, kann das zu Drehschwindel, Augenbeschwerden, Kopfschmerzen, und anderen Beschwerden führen. Außerdem können durch ein Schleudertrauma psychische Symptome wie Angst und Schreckhaftigkeit entstehen. Schwindel und andere Beschwerden machen sich allerdings häufig nicht gleich im Anschluss an das Schleudertrauma bemerkbar, sondern erst Tage, Wochen, Monate nach dem Unfall, weshalb häufig der Bezug nicht mehr hergestellt wird.
Stellen die Betroffenen selbst den Bezug zu dem Unfall noch her, führt das oft zu langen Auseinandersetzungen mit den Versicherungen.

Angewohnheiten, die zu Kopffehlstellungen führen

Kopf-Nacken-FehlhaltungEine Kopf-Nacken-Fehlhaltung kann aber auch durch äußere Faktoren am Arbeitsplatz oder dumme Alltagsgewohnheiten entstehen, z.B. ständig den Telefonhörer einzuklemmen oder sich immer schief zum Handy beugen (siehe Foto). Bei der Seitwärtsneigung geraten die Sternocleidomastoideus-Muskeln in Dauerspannung, und zwar ungleichmäßig auf beiden Seiten. Das wiederum kann mit der Zeit Drehschwindel hervorrufen. Mehr zu diesen Alltagsbedingungen und Gewohnheiten finden Sie auch unter Ursache von Nackenbeschwerden.

Körper-Fehlhaltungen

Da die Kopffehlstellung oft in Verbindung mit einer Fehlhaltung des Körpers insgesamt steht, muss für eine dauerhafte Beseitigung des Drehschwindels auch die Fehlhaltung des ganzen Körpers behandelt werden. Unter Fehlhaltungen und besonders unter Stoppmuster und Traumamuster finden Sie mehr zu den speziellen Fehlhaltungen.

Behandlung

Leider kann man die Verspannungen, Alltagsgewohnheiten und Fehlhaltungen, die zu Drehschwindel führen, nicht einfach abstellen - selbst wenn sie einem bewusst werden. Man kann sie aber mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® gezielt behandeln. Wie eine solche Schwindel-Behandlung aussieht, erfahren Sie unter Die Behandlung von verspannungsbedingtem Schwindel.

Therapeuten, die Drehschwindel und andere Schwindelformen behandeln, finden Sie auf der Therapeutenliste.

Das Buch von Dr. Pohl

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