Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl - Hüftschmerzen durch verspannte Muskeln


Hüftschmerzen

Bei Hüftschmerzen muss man unterscheiden zwischen Hüftschmerzen am Becken außen und Hüftschmerzen, bei denen die Hüftgelenke schmerzen.

Die meisten Menschen unseres Kulturkreises haben von ihren Hüften sehr unklare Vorstellungen. Sie unterscheiden gewöhnlich nicht zwischen dem Becken und den Hüftgelenken. Sie meinen, es gebe ein Teil namens Hüfte rechts und ein Teil namens Hüfte links.

Tatsächlich ist das Becken die große Knochenschale, die nach vorn offen ist und deren Rändern sich vorn außen tasten lassen, bzw. bei dünneren Personen direkt heraus stehen. Der obere Rand der Beckenschale lässt sich tastend nach hinten weiter bis zur untersten Wirbelsäule hin verfolgen. Unten mündet das Becken in die Sitzbeine oder Sitzknochen, die man spüren kann, wenn man sich beim aufrechten Sitzen die Hände unter die Sitzfläche legt.

HüftschmerzenIn das Becken eingelassen sind oberhalb der Sitzbeine die Hüftgelenke. Das heißt, das Becken hat hier beidseitig eine Einbuchtung, in die die kugeligen Fortsätze der Oberschenkelknochen münden. Hüftgelenksschmerzen spürt man da, wo sich diese Hüftgelenke befinden, also etwa in der Mitte der Leisten. Viele Menschen meinen jedoch, der große Trochanter, also der Knochen außen an der Hüfte, sei ihr Hüftgelenk. Daher werden häufig auch Schmerzen, die von den Muskelansätzen rund um den Trochanter ausgehen, von den Patienten als Hüftschmerzen wahrgenommen und so bezeichnet. Patienten mit dieser Art von Hüftschmerzen befürchten meistens, einen Hüftgelenksschaden zu haben und sehen sich schon auf dem Operationstisch. Zu den Aufgaben eines Sensomotorischen Körpertherapeuten gehört es daher, als erstes die Patienten beruhigen, indem er sie über die wahre Lage der Hüftgelenke aufklärt.

Der große Trochanter ist – so wie die Hüftgelenkskugel – ein knöcherner Fortsatz des Oberschenkelknochens und stellt so etwas wie einen Kleiderhaken für Muskeln dar, d.h. an ihm setzen viele Muskeln an, die das Hüftgelenk bewegen (am runden Hüftgelenk selbst kann kein Muskel ansetzen). Insbesondere setzen am großen Trochanter die Außenrotatoren der Beine an, d.h. diejenigen Muskeln im Gesäß, die das Bein nach außen drehen. Sind diese Muskeln verspannt, schmerzen oft ihre Ansätze am großen Trochanter.

Mittels der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man die Myogelosen auf diesen Muskeln und bringt den Patienten mittels Körperbewusstseinstraining anschließend bei, nicht mehr mit außenrotierten, sondern mit parallelen Beinen zu gehen. Hierfür muss unter Umständen die gesamte Körperhaltung geändert werden.

Beidseitige Hüftschmerzen, außen an den Hüften (Abduktorenschmerzen)

Dabei schmerzen nicht nur die Ansätze am großen Trochanter, sondern die ganzen Außenseiten der Hüften tun weh. Solche Hüftschmerzen finden sich Beidseitige Hüftschmerzen (Abduktorenschmerzen)häufig bei breitbeinigem Gang (dabei sind beide Beine abduziert, d.h. die Füße stehen weiter als hüftbreit auseinander). Ein solch breitbeiniger Gang entwickelt sich häufig aus einer Gangunsicherheit. Mittels der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man zuerst die Abduktoren der Hüfte und lässt den Patienten dann mittels Körperbewusstseinstraining einen normal breiten Gang finden. Dabei kann sich herausstellen, an welcher Stelle die Verunsicherung ist, die den Betreffenden den breitbeinigen Gang einnehmen ließ. Diese Stelle behandelt man als nächstes, um dann wieder zu überprüfen, ob sich ein normal breiter Gang jetzt angenehm und sicher anfühlt.

Einseitige Hüftschmerzen, außen an einer Hüfte

Dabei schmerzt die Hüftaußenseite auf einer Seite. Diese Schmerzen treten meist beim Einbeinstand auf, das heißt, wenn Menschen es sich angewöhnt haben, das Gewicht immer auf eine Bein zu verlagern, mit Stand- und Einseitige HüftschmerzenSpielbein zu stehen. Viele meinen zwar, sie würden die Seite immer wechseln, aber wenn sie anfangen sich genauer zu beobachten, stellen sie im Allgemeinen fest, dass sie doch bevorzugt auf einer Seite stehen und nur kurz zwischendurch auf die andere wechseln.

Als Therapeut der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® kann man leicht feststellen, welches Bein das ist, indem man den Patienten sich zuerst auf das eine, dann auf das andere Bein stellen lässt. Da, wo er sich bequemer fühlt, das ist sein bevorzugtes Standbein. Auf dieser Seite ist der Muskel an der Hüfte außen, der Glutäus medius, in Dauerkontraktion, was schließlich Schmerzen verursacht. Man behandelt daher zunächst mit den manuellen Techniken der sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® diesen Muskel und überprüft dann mittels des Körperbewusstseinstrainings, ob es jetzt leichter fällt, auf beiden Beinen zu stehen. Eventuell kommt man dabei auf eine Stelle am vorher gewichtsentlasteten Bein, die der Patient zuvor geschont hat, weil sie bei Gewichtsbelastung schmerzt oder andere Missempfindungen hervorruft, was ihn, ohne dass er es vorher merkte, dazu veranlasste, auf das andere Bein auszuweichen. Man behandelt daher in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® als nächstes diese Stelle, solange bis sie schmerzfrei auch bei Gewichtsbelastung ist. Erst dann hat der Patient im Alltag eine Chance, die neue Gewohnheit zu entwickeln, gleichmäßig auf beiden Beinen zu stehen. Erst dann schwinden dauerhaft die einseitigen Hüftschmerzen.


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