Hüftgelenksarthrosen werden oft für "normale" im Alter unvermeidliche Abnutzungs- oder Verschleißerscheinungen an den Knochen gehalten. Sie gelten als unbehandelbar, es sei denn man ersetzt die Hüftgelenke durch Prothesen. Hier wird eine gegenteilige Meinung vertreten.

Arthrosen kann man im Röntgenbild erkennen: der normale Gelenkspalt zwischen Kugel und Pfanne des Hüftgelenks ist verkleinert, teilweise oder gar nicht mehr vorhanden. Da, wo die Knochen des Gelenks aufeinander treffen, haben die umgebenden Knorpel unebene Ränder und wirken wie ausgefranst. Dieser Abrieb gilt meist als, Abnutzungs- Verschleiß- oder Alterserscheinung.

Hüftgelenksarthosen sind keine Abnutzungs- oder Verschleißerscheinungen

Resigniert berichten vor allem ältere Menschen oft von ihren Arthroseschmerzen. Man hat ihnen gesagt, dass es sich bei Arthrosen um normale Alters- und Abnutzungserscheinungen handle, gegen die man nichts tun könne. Also bleibt ihnen nichts anderes übrig, als bis an ihr Lebensende zu leiden - und Schmerzmedikamente zu nehmen.

Aber der Mensch ist keine Maschine, er nutzt sich bei Gebrauch nicht ab. Im Gegenteil: Bewegung schmiert die Gelenke. Und Alter als solches ist keine Krankheit, es braucht nicht ständig weh zu tun. Man kann auch im Alter schmerzfrei leben. Dafür ist allerdings ein Umdenken in Bezug auf Arthose erforderlich.

Die Arthrose ist nicht Ursache des Hüftschmerzes

Knorpel
Die Flächen, mit denen die Knochen in den Gelenken aufeinander treffen, sind immer mit einer schützenden Knorpelschicht umgeben (die fest gallertige Masse, die man beim Brathähnchen von den Knochen-Enden knabbern kann). Knorpel ist unempfindlich, so dass man z. B. von größerer Höhe herunter springen kann, ohne dass das in den Gelenken schmerzt.
Die Arthrose ist im Röntgenbild zwar zu sehen, aber sie ist in den allermeisten Fällen nicht die Ursache der Hüftschmerzen. Die beschädigten Knorpel können nicht weh tun, denn sie haben keine Schmerzrezeptoren. Solange die Arthrose nicht soweit fortgeschritten ist, dass bereits die Knochen angegriffen sind, schmerzen in Wirklichkeit nicht die Knochen, sondern die Muskeln und deren Ansätze an der Hüfte.

Der Schmerz kommt von verspannter Muskulatur

Dauerkontrahierte Muskeln quetschen die beiden Teile des Hüftgelenks so zusammen, dass es allmählich die Sinovialflüssigkeit aus dem Gelenkspalt herausdrückt. Verspannte Muskeln haben auch den im Röntgenbild sichtbaren Abrieb und die Verkleinerung des Gelenkspalts verursacht. Und sie verursachen auch den Hüftschmerz, denn verspannte Muskeln wie auch das Bindegewebe / Faszien auf ihnen können schmerzen, sie haben viele Schmerzrezeptoren. Siehe auch Was schmerzt bei Hüftschmerzen?

Arthrose und Schmerz sind Folge der Verspannung

Zwar fühlt sich der Schmerz oft so an, als käme er von ganz tief innen, aber in diesem Punkt täuscht die Körperwahrnehmung. Drückt man nämlich von außen auf die Muskelansätze in der schmerzenden Gegend, kann man genau diesen innen empfundenen Schmerz von außen hervorrufen. Behandelt man erfolgreich die - oft punktuellen - Verspannungen und Triggerpunkte rund um die Hüfte, verschwindet der innen wahrgenommene "Arthroseschmerz".

Die gute Nachricht: Arthrose ist kein Schicksal

Daraus folgt: Beginnt man frühzeitig etwas zu unternehmen, sind Hüftschmerzen sind meistens erfolgreich behandelbar - und zwar sogar ohne Medikamente.
Da die Hüftschmerzen nicht von den arthrotischen Veränderungen an den Knorpelflächen kommen, sondern aus Muskeln und Bindegewebe, sind sie dort auch behandelbar - selbst wenn im Röntgenbild bereits eine Arthrose erkennbar ist. Die meisten Hüftschmerzen lassen sich durch Behandlung von Muskeln und Bindegewebe / Faszien und der zugehörigen Fehlhaltung beheben. Wie das geht, finden Sie unter Was schmerzt bei Hüftschmerzen? beschrieben.

Wann eine Operation erforderlich ist

Erst wenn bereits die ganze schützende Knorpelschicht aufgearbeitet ist, Knochen auf Knochen im Gelenk aufeinander reibt und sich bereits deutliche Nekrosen und andere Veränderungen an den Knochen gebildet haben, bringt solch eine Behandlung nichts mehr. Eine Operation ist dann dringend erforderlich, um der Qual ein Ende zu bereiten.

Wie man eine Operation vermeiden kann

Bei einer solchen Operation wird leider kein "neues Hüftgelenk" sondern eine metallene Endo-Prothese eingesetzt. Diese ist nie so gut wie das Original. Daher sollte man sie man sie zu vermeiden suchen, indem man möglichst frühzeitig Muskeln, Bindegewebe / Faszien und Fehlhaltungen behandeln lässt bzw. - in leichteren Fällen - selbst behandelt. Wie das geht, finden Sie unter Was schmerzt bei Hüftschmerzen? beschrieben.

Wenn die Hüfte nach der Operation schmerzt

Auch nach einer Operation Ihrer arthrotischen Hüftgelenke sind die Patienten häufig nicht schmerzfrei, da die alten Verspannungen fortbestehen. Daher kann man Hüftschmerzen auch zu diesem Zeitpunkt noch erfolgreich therapieren. Die Behandlung ist die gleiche wie bei Hüftschmerzen ohne Operation. Nur muss man zusätzlich oft noch die Operations-Narben behandeln. Wie eine medikamenten- und nebenwirkungsfreie Behandlung von Hüftschmerzen geht, finden Sie unter Was schmerzt bei Hüftschmerzen? beschrieben.