Luftnot im Hals ist meist mit einem Engegefühl im Hals verbunden und wird von den Patienten als besonders bedrohlich erlebt. Anders als bei anderen Körperteilen, die mit Atmung zu tun haben, kann man hier nicht ausweichen. Durch diese relativ enge Stelle im Hals muss die Luft immer hindurch, das ist durch nichts zu kompensieren. Daher ist die Luftnot häufig mit einem Angstgefühl verbunden. Vor allem das Gefühl, nicht genug einatmen zu können, führt zu Erstickungs- und damit zu Todesängsten.

Da die HNO-Ärzte bei Untersuchungen des Halses innen bei dieser Art von Störung nie etwas finden, was das Engegefühl erklären könnte, und auch die Lungenfachärzte nichts ausfindig machen können, was die Luftnot erklären könnte, landen die betroffenen Patienten häufig beim Psychiater, Neurologen oder Psychologen. Die am Hals empfundene Atemnot gilt dann als psychosomatisch, psychisch oder nervlich bedingt, dies umso mehr, da die Patienten ja selbst über Angstgefühle beim Auftreten der Luftnot berichten.

Tatsächlich ist aber eine spürbare Atemeinschränkung bei allen Menschen mit Angstgefühlen verbunden. Das ist von der Natur eigentlich sehr sinnvoll eingerichtet, denn wir können zwar tagelang ohne Essen existieren, aber nicht ein paar Minuten ohne Luft. Daher entsteht bei Luftnot sofort Angst als Alarmzeichen, das uns veranlassen soll, sofort etwas zu unternehmen. Wie stark Luftknappheit und Angst miteinander gekoppelt sind, zeigt sich unter anderem daran, dass die meist gefürchtete Todesart bei Menschen unseres Kulturkreises allgemein ist diejenige durch Ersticken ist.

Untersuchung

Wenn wir bei der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® Patienten mit Atemnot und Engegefühl im Halsuntersuchen, findet sich immer eine körperliche Grundlage. Nur ist diese nicht innen im Hals zu finden. Vielmehr geht der Atemwiderstand von der Atemmuskulatur außen am Hals aus, bzw. vom Bindegewebe / Faszien auf dieser Muskulatur. Man kann von außen sehen und mit den Händen spüren, dass sich bei dieser Art von Störung der Kehlkopf beim Atmen nicht bewegt. Normalerweise weiten sich Gaumen und Rachen bei der Einatmung und der Kehlkopf bewegt sich dabei etwas nach unten. Bei der Ausatmung verengen sich normaler Gaumen und Rachen wieder und der Kehlkopf wandert etwas nach oben. Bei der Atemnot im Hals sind dagegen Rachen und Gaumen starr. Dies kann daher kommen, dass die entsprechenden Muskeln am Hals vorn verspannt sind und Myogelosen oder Triggerpunkte beherbergen, und/oder daher, dass das Unterhautbindegewebe auf diesen Muskeln so fest ist, dass die Muskeln sich nicht bewegen lassen. Meist ist der Kehlkopf unwillkürlich ständig nach oben gezogen und der Rachen verengt, was normalerweise nur vorübergehend bei der Ausatmung der Fall ist. Daher ist die Einatmung erschwert.

Behandlung

Bei der Behandlung mit Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl® von Atemnot und Engegefühl besteht die Aufgabe keineswegs darin, dem Betroffenen das damit verbundene Angstgefühl auszureden oder ihm die „psychische Verursachung“ seines Leidens bewusst zu machen. Vielmehr muss das Engegefühl selbst angegangen werden, das da entsteht, wo auch die Luftnot empfunden wird, nämlich am Hals vorn. Die Stelle kann vom Patienten gewöhnlich genau gezeigt werden, sie kann sich weiter unten, in der Mitte oder weiter oben am Hals vorn befinden. Genau an dieser, vom Patienten gezeigten Stelle findet man als Behandler eine feste Stelle im Unterhautbindegewebe. Das heißt, an dieser Stelle am Hals außen ist eine Schicht zu eng, was auch dazu führt, dass die darunter liegende Halsmuskulatur sich beim Atmen durch den Hals nicht richtig bewegen kann. Das ist die Ursache von Luftnot und Engegefühl, die innen im Hals empfunden werden.

Die Beseitigung dieser Missempfindungen geschieht bei der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® durch die Behandlung des zu engen Unterhaut-Bindegewebes genau an der Stelle, die der Patient gezeigt hat. Durch diese Behandlung des Bindegewebes außen verschwinden gewöhnlich Luftnot und Engegefühl innen ziemlich rasch und damit geben sich auch die damit verbundenen Angstgefühle. Die Behandlung verhilft zusätzlich meist zu einer wesentlich besseren Atmung des ganzen Körpers, was vom Patienten als allgemein wohltuend empfunden wird. Ist außer dem Unterhaut-Bindegewebe / Faszien auch die Halsmuskulatur selbst verspannt, was zur Luftnot und zu den Engegefühlen beitragen kann, müssen auch diese Muskeln mittels Pandiculations und Myogelosen- oder Triggerpunktbehandlung bearbeitet werden.

Möglicherweise sind Luftnot und Engegefühl auch dadurch bedingt oder mitbedingt, dass der Betroffene oder die Betroffene – ohne das selbst zu merken – mittels der oberen Zungenbeinmuskulatur, die sich am Mundboden befindet, den Kehlkopf ständig hochgezogen und oft auch die Zunge ständig hinten an den Gaumen gepresst hält. Beides gehört eigentlich zu einem Mechanismus, mit dem wir normalerweise beim Schlucken die Luftröhre verschließen. In solchen Fällen werden auch Muskulatur und Bindegewebe / Faszien des Mundbodens mitbehandelt. Mittels des Körperbewusstseinstrainings der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® wird der Patient außerdem dazu gebracht, sich seiner „dummen Angewohnheit“, nämlich sich selbst mit der Zunge und den oberen Zungenbeinmuskeln die Luft abzudrücken, bewusst zu werden. Anschließend soll er diesen Vorgang absichtlich durchführen und dann langsam und bewusst die Spannung aus Zunge und oberen Zungenbeinmuskeln wieder herausnehmen, um so die bewusste Steuerung über diese Muskulatur wieder zu erlangen.

Bindegewebs- und Muskelverspannungen am Hals vorn entstehen häufig durch chirurgische Eingriffe, zum Beispiel durch eine Schilddrüsenoperation. Aber auch gewohnheitsmäßige Fehlhaltungen des Kopfs und des Körpers können für diese Halsverspannungen verantwortlich sein. Mittels des Körperbewusstseintrainings und bestimmter Übungen erlernen die Patienten während der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® sich dieser Fehlhaltung zuerst bewusst zu werden um sie dann korrigieren zu können. So wird ein Wiederauftreten der Beschwerden verhindert.

Siehe auch unter:

Wenn Sie selbst unter Luftnot leiden, schauen Sie bitte auf die Therapeutenliste. Dort finden Sie Therapeuten dieser Methode nach Postleitzahlen geordnet.