Kloß im Hals, Globusgefühl
Der berühmte „Kloß im Hals“ oder „Knödel im Hals“ (medizinisch: „Globusgefühl“) kommt recht häufig vor. Meist sind vor allem ängstliche, zurückhaltende Personen betroffen (siehe auch unter »Angst«). Manchmal wird auch statt von einem Kloß im Hals von einem Fremdkörpergefühl im Hals berichtet („wie wenn da was drin steckt, was sich nicht vom Fleck bewegt“), oder von einem Stück Schleim oder Spucke, das nicht weichen will. Meist haben die Betroffenen, bevor sie sich an uns wenden, eine lange Arztodyssee hinter sich, bei der x-mal mit allen möglichen Methoden der Hals innen untersucht wurde, jeweils ohne irgendwelches Ergebnis.
Da die Ärzte bei den Halsuntersuchungen den „Kloß“ im Hals nie finden, wird üblicherweise eine psychosomatische Störung vermutet, der kein organisches Substrat zugrunde liegt. In der Psychoanalyse wurde für die Störung „Gefühl von Kloß im Hals“ der Terminus „Globus hystericus“ geprägt. Das sollte besagen, dass der oder besser die betroffene Person (denn Hysterie gilt meist als weibliche Störung) sexuelle Probleme hat, die er (oder besser sie) verdrängt und unbewusst nach oben in die andere Körperöffnung verschiebt. Diese Theorie ist unserer Meinung nach nicht haltbar.
Unserer Erfahrung nach ist der Kloß im Hals ein Paradebeispiel dafür, dass verspannte Muskeln und Bindegewebe oft nicht dort gespürt werden, wo sie sich befinden, nämlich außen am Körper, sondern stattdessen eine beunruhigende, innere Wahrnehmung erfolgt: Denn alle Patienten könnten schwören, dass dieser Kloß sich tief innen im Hals befindet.
Er verschwindet aber, wenn man genau an der Stelle, an der der Patient seinen Kloß zeigt (und das kann weiter oben oder weiter unten am Hals sein), äußerlich das Unterhaut-Bindegewebe behandelt und eventuell noch dazu den unteren Teil des vorderen Sternocleidomastoideus-Muskels. Meist fühlen sich die Patienten sofort danach sehr erleichtert und werden extravertierter und redseliger.
Das heißt also: Die Patienten haben tatsächlich eine körperliche Störung, nur ist sie nicht innen sondern außen zu finden. Manchmal sind zur endgültigen Beseitigung des Kloßes im Hals noch eine Umstellung der Atem- und/ oder Sprechtechnik (siehe »Fehlatmung«) und ein Ablegen von „dummen Angewohnheiten“ erforderlich. Eine solche „dumme Angewohnheit“, die den Betroffenen zunächst nicht bewusst ist, stellt z.B. das ständige automatische Anspannen der Halsmuskulatur dar. Relativ häufig zeichnen sich Patienten mit einem Kloß im Hals auch durch eine vorgebeugte Körperhaltung mit nach vorne gesenktem Kopf aus (siehe »Stoppmuster«). Dieses nach vorn gesenkt halten des Kopfes geschieht über die vorderen und seitlichen Halsmuskeln und kann, wenn es ständig geschieht, als Druck im Hals wahrgenommen werden. Mittels Körperbewusstseintrainings erlernen die Patienten während der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® die „dummen Angewohnheiten“ und die Fehlhaltung zu korrigieren. So wird ein Wiederauftreten der Beschwerden verhindert.
Therapeuten, die mit »Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl®« behandeln, finden Sie auf der Therapeutenliste.