Zu den Zehenbeschwerden gehören


Steife Zehen

Beim so genannten Hallux rigidus sind vor allem die Großzehen-Grundgelenke betroffen, meist aufgrund irgendwelcher Verletzungen, z.B. Stauchungen. Steife Große Zehen lassen sich weder nach oben noch unten bewegen, also weder beugen noch strecken.

Die einfachste und wirksamste Behandlung innerhalb der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® von Hallux rigidus ist gewöhnlich diejenige des Bindegewebes rund um das Großzehengrundgelenk. Anschließend lässt sich die aktive und passive Beweglichkeit der Zehengrundgelenke sofort überprüfen und durch Pandiculations üben.

Das Bindegewebe / Faszien zu behandeln, hilft auch bei steifen Zehen, wenn die übrigen Zehen sich im Grundgelenk nicht beugen lassen. Das ist zum Beispiel bei Spreizfuß, nach oben gestreckten geraden Zehen oder bei Hammerzehen, häufig auch bei Hallux valgus der Fall. Meist reicht allerdings die Bindegewebs- / Faszienbehandlung bei steifen Zehen alleine nicht, sondern es ist besser, auch die kurzen und die langen Zehenstreckermuskeln sowie die Interossei dorsales mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® zu behandeln. Anschließend kann man den Patienten Selbstpandiculations der Zehen beibringen.

Beim Körperbewusstseinstraining der steifen Zehen ist innerhalb der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® vor allem darauf zu achten, dass die Patienten lernen, ihre Zehen während des Gehens beim Abstoßen nach unten zu drücken und sie auch beim Aufsetzen des Fußes nicht nach oben zu ziehen. Man kann sie darauf aufmerksam machen, darauf zu achten, dass sie den ganzen Gehvorgang an der Sohle mitsamt den Zehen spüren und die Zehen beim gehen wirklich zu bewegen. Durch Verbesserung der Wahrnehmung bessert sich die Beweglichkeit. Der Gang wird schwungvoller und der ganze Mensch fühlt sich dadurch wieder wohler und jünger.


Hallux valgus

Hallux valgus kommt überwiegend bei Frauen vor. Beim Hallux valgus ist der große Zeh nach innen, Richtung andere Zehen gezogen und der Ballen dieses großen Zehs steht in medialer Richtung stark heraus. Die übrigen Zehen gehen manchmal über den großen Zeh, manchmal schieben sie sich auch gegenseitig übereinander, da mit dem nach innen herein drückenden Großzeh im Schuh drangvolle Enge herrscht. Häufig gibt es auch Hammerzehen. Meist herrschen nicht nur multiple Verbiegungen sondern auch multiple Schmerzen vor. Der Hauptschmerzpunkt ist oft da, wo der Großzehenballen an den Schuh drückt. Eine bewusste Abduktion des großen Zehs ist den Patienten gewöhnlich nicht möglich, ja auch eine weitere Adduktion fällt den meisten schwer, denn es ist nicht nur der Adductor hallucis sondern auch der Abductor hallucis verspannt. Meist besteht ein Hallux valgus nicht allein, sondern es ist zu einer komplexen Bein- und Fußfehlstellung gekommen. Häufig sind Knick-, Senk- oder Plattfüße, X-Beine, Spreizfüße, außenrotierte Beine, Hohlfüße.

Hallux valgus wird häufig operiert. Dabei wird aus dem Grundglied der Großen Zehe ein Keil aus dem Knochen geschnitten. Dadurch wirkt der große Zeh optisch gerader, allerdings auch verkürzt. Viele Patienten sind nach solchen Operationen zumindest vorübergehend sehr zufrieden. Allerdings stellen sich bei etlichen gleich nach der Operation oder später nach der Operation die gleichen oder andere Missempfindungen wie zuvor ein. Die Funktionswiederherstellung des großen Zehs gelingt durch solche Operationen im Allgemeinen nicht, das heißt der operierte Zeh ist für gewöhnlich steif.

Da es sich beim Hallux valgus sowohl um eine lokales wie um ein umfassenderes Problem handelt, behandelt man mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® auch zum einen lokal, also die Hauptschmerzstellen sowie den Adductor hallucis und den Abductor hallucis und das Bindegewebe / Faszien zwischen erstem und zweitem Zeh, sowie darunter liegend den ersten Interosseus dorsalis, zum anderen an entfernteren Stellen die Fehlstellungen (siehe dort).

Das Körperbewusstseinstraining muss dahin gehen, den Großen Zeh im Alltag wieder einzusetzen, ihn also vor allem beim Gehen wieder zum Abdrücken zu gebrauchen und dazu den ganzen Fuß und eventuell auch das Bein entsprechend zu organisieren. Man kann den Patient/innen passive Bewegungen und Selbstpandiculations zeigen, die sie selber ausführen können.


Krallenzehen

Bei dieser Verformung sind die Zehen ständig in den mittleren und vorderen Gelenken gebeugt, was man auch im Stehen sehen kann. Dies geschieht durch die langen und kurzen Zehenstrecker. Bei jedem Schritt verstärkt sich die Beugung noch, da die Betroffenen immer, statt sich mit flachen Zehen abzustoßen, die Zehen in den Boden krallen. Der ganze Fuß ist schließlich zusammen gezogen, die Ferse hebt sich beim Gehen nur noch wenig, der Schwung ist abgebremst.

Oft entsteht die Störung in Zusammenhang mit Stoppreflex (generalisierte Beugerkontraktion) oder durch das Tragen von Birkenstockschuhen oder ähnlichem. Charakteristik solcher Schuhe ist, dass sie eine starre Sohle haben und man die Sohle vorn mit den Zehen halten muss. Auch durch zu enge Schuhe mit hohen Absätzen können Krallenzehen entstanden sein.

Krallenzehen haftet wie dem ganzen Stoppreflex ein Moment der Zurückhaltung, des Ausbremsens der Aktion, an. Man zieht dabei nämlich unwillkürlich auch den Unterbauch etwas an, was die Atmung und die Stimmung beeinträchtigt.

Man behandelt die kurzen und die langen Zehenstrecker, eventuell auch das Bindegewebe / Faszien der ganzen Fußsohle, und zeigt dem Patienten das richtige Abrollen der Füße mit gestreckten Zehen. Auch die Möglichkeit der Beugung in den Zehengrundgelenken sollte überprüft und falls nötig behandelt werden. Außerdem sollte man den Betreffenden das ganze Spannungsmuster der Stoppreflexhaltung inklusive der gekrümmten Zehen bewusst machen und es ihn auch bewusst verstärkt einnehmen und dann wieder ablegen lassen (siehe unter »Körperbewusstseinstraining Stoppreflex«).


Hochgezogene Zehen

Hochgezogene Zehen stellen das Gegenstück zu den gekrümmten Zehen dar. Sie sind in allen Gelenken gestreckt, oft sind sie auch gespreizt. Der Fuß ist der Länge nach zusammen gezogen und versteift, die Längswölbung verstärkt, die Ballen, vor allem der des großen Zehs kommt besonders heraus. Das Abstoßen beim Gehen geschieht vor allem mit den Ballen, nicht oder kaum mit den Zehen. Es sind die langen wie die kurzen Zehenstrecker verspannt. Ihre Dauerkontraktion sieht man an den heraustretenden Sehnen auf dem Fußrücken. Das Ballengebiet zeigt meist starke Hornhaut. Die Dauerspannung sieht man bereits im Liegen, Sitzen oder Stehen. Meist besteht die „dumme Angewohnheit“, beim Gehen die Zehen noch mehr hochzuziehen. Hochgezogene und beim gehen hochziehende Zehen kommen meist mit einer Startreflexhaltung von Beinen und Rücken zusammen vor. Das heißt, der Betreffende geht mit steifem Kreuz, den Oberkörper zurück gelegt und mit in den Hüftgelenken außenrotierten Beinen. Das Abrollen (wenn man es denn noch so nennen will) geschieht über die Fersen und den Großzehen Ballen. Sobald die Ferse den Boden berührt, werden die Zehen gleichzeitig hoch gezogen, so dass sie den Boden nicht berühren, geschweige denn abdrücken. Oft wird diese „dumme Angewohnheit“ des Zehenhochziehens bzw. des Zehenhochgezogenhaltens auch in Situationen von Stress, Ungeduld, Unsicherheit usw. eingesetzt.

Mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt werden natürlich die langen und die kurzen Zehenstrecker und das Bindegewebe / Faszien von Fußrücken und der Vorderseite des Unterschenkels außen. Man kann auch pandikulieren. Sind die Zehen außer hochgezogen auch noch gespreizt, sollte man auch noch die Interossei dorsales behandeln. Beim Körperbewusstseinstraining achtet man darauf, dass der Patient lernt, seine Zehen beim Abrollen einzusetzen und das auch zu spüren. Außerdem soll er lernen, beim Aufsetzen des Fußes die Zehen nicht hochzuziehen und nicht zu spreizen. Wenn dem Betreffenden allmählich klar wird, dass er in für ihn spezifischen Belastungssituationen dazu neigt, die Zehen hochgezogen zu halten, sollte man ihn dazu bringen, gerade in diesen Situationen, zu entspannen und das heißt neben dem Lockerlassen der Zehen meist auch ein Lockerlassen des Bauchs, des Unterkiefers usw., je nachdem, was er sonst gewohnheitsmäßig gleichzeitig mit anspannt.


Hammerzehen

Hammerzehen sind ständig im Grundgelenk gestreckt und im mittleren Gelenk gebeugt. Letzteres ist auf die Kontraktion der Zehenbeuger, vor allem des kurzen zurück zu führen, ersteres auf eine Kontraktion des kurzen Zehenstreckers. Es ist eine Dauerkontraktion von Antagonisten, die den ganzen Fuß verkürzt und Zusammengezogen sein lässt. Da die Mittelgelenke durch diese Art der Kontraktion nach oben stehen, gibt es an deren Oberseite häufig schmerzhafte Druckstellen von den Schuhen. An diesen Druckstellen entstehen häufig auch sehr schmerzhafte Hühneraugen. Wie bei den hochgezogenen Zehen sieht man die Dauerkontraktion der kurzen Zehenstrecker an den herausstehenden Sehnen am Fußrücken.

Man behandelt mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® am besten sowohl Beuger wie Strecker und zwar sowohl die Muskelbäuche als auch die sehnigen Ansätze an den Zehen. Und man kann auch pandikulieren und das Bindegewebe / Faszien von Fußrücken und Sohle vorn behandeln. Häufig ist Pandikulieren wie überhaupt bewusstes Bewegen erst nach den manuellen Behandlungen und passiven Bewegungen möglich. Vor allem eine Beugung in den Grundgelenken und eine Streckung in den mittleren Gelenken scheinen zunächst unmöglich.

Beim Körperbewusstseinstraining der sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® achte man vor allem auf das Abrollen mit gestreckten Zehen. Man kann die Patienten darauf aufmerksam machen, wie viel weicher und leichter dadurch die Fußbewegung und das ganze Gehen werden. Wenn sie das selbst bewusst spüren, werden sie diese Art zugehen im Alltag gern beibehalten und damit die Wiederentstehung ihrer ursprünglichen Beschwerden verhindern.


Übereinander liegende Zehen

Einzelne übereinander liegende Zehen kommen häufig bei Hallux valgus vor. Dabei schiebt sich der große Zeh häufig über oder unter die anderen Zehen und bedrängt sie so, dass manchmal auch der dritte über den vierten Zeh geht und umgekehrt. In der sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man außer dem Hallux valgus und allem, was damit verbunden ist, schließlich auch noch die entsprechenden Interossei- und Lumbricales-Muskeln.


Hühneraugen

Auch Hühneraugen sind schmerzhaft. Sie bilden sich am häufigsten an Stellen, wo der Schuh auf einen der Zehen drückt. Oft sind die kleinen Zehen betroffen, oder es haben sich Hammerzehen gebildet, die im Mittelgelenk nach oben zum Schuh drücken. Oft sieht man bei Hühneraugen eine Verkürzung der Zehenmuskeln. Diese ist häufig durch zu enge und hochhackige Schuhe entstanden, bei denen es die Füße nach vorne zusammen schiebt. Das Gefühl für den dabei entstehenden Druck ist den betroffenen Frauen (es handelt sich fast immer um Frauen) gewöhnlich verloren gegangen und muss durch das Körperbewusstseinstraining der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® für die Füße erst wieder erlangt werden. Man sollte bei Hühneraugen natürlich bequeme Schuhe empfehlen, die so weit sind, dass sie keine Druckstellen verursachen. Leider aber halten sich die früh erworbenen Fehlstellungen der Füße und Zehen auch im Alter, wenn die Frauen bereits längst auf Bequemschuhe umgestiegen sind und Hühneraugen sind die Folge.

Man kann die Hühneraugen und Druckstellen natürlich vom Hautarzt oder der Fußpflegerin beseitigen lassen, sollte aber das Grundübel behandeln, um Rezidiven vorzubeugen. Mit der Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® beseitigt man die Fußfehlstellungen, indem man diejenigen Muskeln behandelt, die die Zehen krümmen und hochziehen, also die Zehenbeuger und –strecker, denn diese Verkrümmung führt oft erst zu den Druckstellen und damit zu den Hühneraugen. Wenn die Füße ihre Normalform wieder erlangen, besteht keine Gefahr mehr für die Entwicklung weiterer Hühneraugen.


Nagelpilz

Nagelpilz ist eine Erkrankung, die sich mit Sensomotorischer Körpertherapie indirekt beeinflussen lässt. Sind nämlich die Zehen der übermäßig gekrümmt oder sonst irgendwie unbeweglich, schlagen die ärztlicherseits angewandten Mittel häufig nicht an, eventuell deshalb, weil Abwehr und Durchblutung lokal so schlecht sind. Macht man die betroffenen Zehen aber wieder beweglich, und veranlasst ihre Besitzer, sie beim Gehen wieder einzusetzen, schwindet auch der Fußpilz, bzw. reagiert schließlich auf das empfohlene Medikament.

Auf der Therapeutenliste finden Sie Therapeuten der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® für Zehenbeschwerden.