Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
Sensomotorische Körpertherapie
nach Dr. Pohl®
Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
Sensomotorische Körpertherapie
nach Dr. Pohl®

Fehlhaltungen

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® spielen Fehlhaltungen eine große Rolle. Fehlhaltungen werden häufig für unwichtige körperliche Anomalien oder Schönheitsfehler gehalten, mit denen man leben muss oder gegen die man mit eisernem Willen ankämpfen kann, um sie zu beseitigen. So haben Generationen von Müttern ihre Kinder zu einer aufrechten Körperhaltung ermahnt („Halte Dich gerade, Kind“), aber leider immer vergebens.

Sichtweise von Fehlhaltungen

Das liegt daran, dass die allgemeine Sichtweise von Fehlhaltungen als Schwäche oder Schlamperei falsch ist. Untersucht man Fehlhaltungen näher, kann man nämlich feststellen, dass gerade die schwach anmutenden Partien hart und kurz sind. Das ist auf verspannte Muskulatur und Bindegewebe / Faszien an diesen Stellen zurück zu führen.

Funktionsweise der Muskeln

Funktionsweise der MuskelnMuskeln kann man als eine Art Hebelsystem sehen, das uns in den Gelenken bewegt. Zieht sich ein Muskel zusammen, so bringt er (mindestens) zwei Knochen näher zusammen, und zwar diejenigen, an denen er angewachsen ist und die er miteinander verbindet. Das führt im Allgemeinen zu Bewegung. Verkürzt man zum Beispiel im Stehen via Anspannung den großen, geraden Bauchmuskel an (das ist derjenige, der die Sixpacks macht), so zieht es den Oberkörper nach vorn und krümmt dabei den oberen Rücken, denn dieser Muskel setzt unten am Schambein, oben am unteren Brustkorb an. Damit dieses Vorbeugen tatsächlich funktioniert, reicht es allerdings nicht, den Bauchmuskel anzuspannen, sondern es müssen gleichzeitig die großen, langen Rückenstrecker nachgeben, d.h. länger werden. Richten wir uns wieder auf, so spannen wir hierfür kurz die Rückenmuskeln an.

Spannen wir dagegen im senkrechten Stehen die Rückenmuskeln an und werden dabei die Bauchmuskeln gleichzeitig länger, so zieht es den Oberkörper nach hinten. Wir machen dann vorübergehend ein Hohlkreuz. Wollen wir uns wieder in die Lotrechte bringen, müssen die Rückenmuskeln wieder nachgeben und wir müssen wieder den geraden Bauchmuskel anspannen, allerdings nur so lange, bis wir wieder im Lot sind.

Das gleiche Prinzip gilt an den Seiten: wollen wir uns nach rechts beugen, müssen sich die Muskeln auf der rechten Rumpfseite anspannen und die auf der linken Rumpfseite nachgeben und umgekehrt. So weit – so gut.

Fehlhaltung = chronische Muskelverspannung

Geraten aber die Muskeln in eine unwillkürliche Daueranspannung, können sie nicht mehr nachgeben, wenn wir ihre Antagonisten aktivieren. Das ist bei Fehlhaltungen der Fall. Wir bekommen die unwillkürliche Daueranspannung zum Beispiel des geraden Bauchmuskels, die uns nach vorn gezogen hält, nicht weg, indem wir mit den Rückenmuskeln dagegen spannen, denn diese Dauerkontraktion des Bauchmuskels wird von unteren, unserem Bewusstsein nicht zugänglichen Gehirnteilen gesteuert. Spannen wir die Antagonisten der dauerkontrahierten Muskeln an, sind wir tatsächlich nur doppelt angespannt, vorn und hinten oder rechts und links. Das lassen wir meist bald wieder bleiben, weil es so anstrengend ist.

Die natürliche, entspannt aufrechte Haltung

Die natürliche, entspannt aufrechte Haltung, ist dagegen überhaupt nicht anstrengend. Denn bei der entspannt aufrechten Haltung wird überhaupt nichts extra gehalten, sondern alle Gewichte des Körpers sind genau übereinander geschichtet, so dass die Muskeln dabei nur dem Balancieren in der Schwerkraft dienen. Zu dieser Haltung braucht man nur Entspannung und reaktionsbereite Muskeln, aber kein Krafttraining weder für die Bauch-, noch für die Rückenmuskeln. Gut können wir das bei kleinen Kindern sehen. Sie sitzen und stehen im Allgemeinen aufrecht wie die Einsen, ohne dass man sie je dazu ermahnen braucht und ohne eine Spur von Anstrengung zu zeigen. Leider sind die meisten Erwachsenen in unserem Kulturkreis weit davon entfernt. Schaut man sich einmal um, findet man ungeheuer viele Fehlhaltungen.

Bedeutung von Fehlhaltungen

Diese Fehlhaltungen sind also weder Angewohnheiten, die man einfach bleiben lassen kann, noch sind sie ein Zeichen von Muskelschwäche, noch (in den wenigsten Fällen) von knöchernen Missbildungen.

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® sind diese Fehlhaltungen deshalb so wichtig, weil sie mit sehr vielen anderen Störungen zusammen hängen. Sie sind eine der Hauptquellen von chronischem Schmerz und anderen Missempfindungen, ja sogar von so genannten psychischen und psychosomatischen Beschwerden sowie von sehr vielen Bewegungseinschränkungen.

Entstehung von Fehlhaltungen

  • als Reaktion auf belastende Lebensumstände
  • aus „dummen Angewohnheiten“
  • durch Verletzungen
  • durch äußere Faktoren

Man unterscheidet nach Thomas Hanna vor allem drei Fehlhaltungen:

Fehlhaltungen zu behandeln, ist ein Schwergewicht in der Praxis der Therapeuten, die Sie auf der Therapeutenliste finden.

Das Stoppmuster

Beim Stoppmuster bzw. Rundrücken handelt es sich hauptsächlich um eine Kontraktion der Beugemuskulatur, die sich vorwiegend auf der Vorderseite des Körpers befindet. Die meisten Menschen sind - irrtümlicherweise - überzeugt, eine vorgebeugte, schlechte Haltung sei auf eine Schwäche der Rückenmuskeln zurückzuführen. Um dagegen anzugehen, müsse man die Rückenmuskeln stärken und sich mit ständig angespanntem Rücken gerade halten.

Thomas Hanna (Hanna Somatics Schmerztherapie mit der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl®) nennt das Muster den Stopp-Reflex - im Englischen „red light reflex“. Er spricht auch von Rückzugsreaktion und leitet das Muster vom Schreckreflex ab. Dem Stoppmuster entspricht bei Feldenkrais das „Körperschema der Angst“ bzw. der „passive Selbstschutz“.

Man erkennt das Muster an folgenden Kriterien

Stoppmuster von seitlich und von vorn
  • der Kopf ist nach vorne gezogen und in den Nacken gelegt
  • der obere Rücken ist stark gerundet, im Extremfall ein Buckel
  • die Schultern sind nach oben und vorn gezogen
  • der Brustkorb ist nach innen gezogen und in der Ausatemstellung fixiert
  • die Arme sind innenrotiert, sodass die Handrücken nach vorn zeigen
  • die Arme hängen nicht neben, sondern vor dem Körper
  • die Hüftgelenke sind gebeugt
  • oft rollen die Füße nicht mehr ab
  • der Gang ist kleinschrittig
  • der Rumpf ist beim Gehen steif

Die Dauerkontraktion von bestimmten Muskel- und Bindegewebspartien bewirkt diese Veränderungen: Zum Beispiel kann die Dauerkontraktion des kleinen Brustmuskels vorgezogene Schultern oder die Dauerkontraktion des oberen Trapezmuskels und des Levator-Scapulae-Muskels hochgezogene Schultern verursachen.

Akute Stoppmuster-Reaktionen

Als akuter Reflex, der sich bald wieder löst, tritt das Muster als Schutzreaktion bei plötzlichen negativen Sinnesreizen auf - bei

  • plötzlichen lauten Geräuschen
  • einem grässlichen Anblick
  • schlechten Nachrichten
  • einem plötzlichen starken Schmerz
  • Verlust des haltenden Untergrunds
  • Kälte usw.

Chronisches Stoppmuster

Als chronische Dauerkontraktion, die sich von allein nicht mehr löst, tritt das Muster auf

  • nach Traumen auf der Vorderseite des Körpers z.B. durch Vergewaltigung, Bauchoperation etc.
  • in ständig als bedrohlich erlebten Situationen
  • bei ständiger Belastung mit negativen Sinneseindrücken
  • bei negativen Vorstellungen und Erwartungen
  • bei lang dauernder Reizüberflutung

Ursachen des Stoppmusters

Dieses chronische Verspannungsmuster kann durch gewohnheitsmäßige Fehlhaltungen, „dumme Angewohnheiten“, entstehen - bei

  • ständig vorgebeugtem Sitzen am Schreibtisch, vor dem Computer, beim Handarbeiten
  • Sitzen auf zu niedrigen Sitzgelegenheiten und an zu niedrigen Tischen (z.B. Essen oder Arbeiten am Couchtisch)
  • Sitzen auf Stühlen und anderen Sitzgelegenheiten, die hinten tiefer sind als vorn (z.B. die meisten Autositze)

Kurzsichtigkeit, Bifokal- und Gleitsichtbrillen führen oft dazu, dass der Kopf in den Nacken gelegt und das Kinn nach vorn gestreckt wird. Hierdurch entsteht eine vorgebeugte Haltung des Oberkörpers Ursachen Nackenbeschwerden. Ebenso wird absichtliches Baucheinziehen schließlich zur unwillkürlich ausgeführten Gewohnheit und bewirkt das gleiche Muster. Auch junge Mädchen, die ihre wachsende Brust verstecken wollen, entwickeln dieses Haltungsmuster; häufig auch erwachsene Frauen mit großem Busen.

Das Stoppmuster ist vielfach bei alten Menschen zu beobachten und wird meist für eine normale Alterserscheinung gehalten. Das ist sie jedoch keineswegs. Da das Stoppmuster keine normale, unausweichliche Alterserscheinung ist, lässt es sich mit der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® auch in hohem Alter wieder rückgängig machen.

Besonders große Menschen sind gefährdet, in diese Haltung zu fallen. Zum einen, weil sie sich zunächst bewusst, dann unbewusst kleiner machen, wenn sie sich zu groß vorkommen. Zum andern aber auch, weil viele Gegenstände in der Umgebung (z.B. Tische und Küchenarbeitsplatten) für sie zu niedrig konzipiert sind und diese ständig zur gebeugten Haltung zwingen. Selbst die Konversation mit kleineren Menschen verlangt eine gebeugte Haltung ab, da man beim Reden den anderen gewöhnlich anschaut.

Allgemeines zum Stoppmuster

leidende, depressive Haltung

Interaktionell hat das Stoppmuster einen emotionalen Ausdruckscharakter. Menschen mit dieser Körperhaltung können unterschiedlich auf ihre Gegenüber wirken: zurückgezogen, unterwürfig, interesselos, introvertiert, nicht im Kontakt, abgeschaltet, schutzbedürftig, leidend, gebrochen, nicht selbstbewusst, hilflos, wehrlos etc. Auf Grund des Ausdrucksgehalts ist diese Körperhaltung häufig auf Zeichnungen, Karikaturen, in Malerei und Skulptur zu finden, vor allem zur Darstellung des leidenden Menschen.

Bei der Entstehung des Stoppmusters handelt es sich insgesamt nicht um ein monokausales, nur in eine Richtung verlaufendes Geschehen, sondern um einen multifaktoriellen Kreisprozess. Das heißt, wenn man in dieser Haltung verweilt, hat man häufig negative Vorstellungen und Erwartungen sowie eine eingeschränkte Bewegungsmöglichkeit. Dies wiederum verstärkt die Haltung usw. Das bedeutet umgekehrt: Wenn man diese Fehlhaltung z.B. durch die Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl® wieder beseitigt, ändern sich meist negative Einstellungen und die volle Beweglichkeit kann wieder hergestellt werden.

Ärztliche Diagnosen bei Stoppmuster

Ärztliche Diagnosen bei "Stopp-Patienten" lauten meist: „HWS-Syndrom“, „Morbus Scheuermann“, „Morbus Bechterev“, „Adoleszentenkyphose“, „Depression“, „Angstneurose“, „psychosomatische Störung“, “vegetative Dystonie“, „Altersbeschwerden“, „Spannungskopfschmerz“, „Migräne“ etc.

Beschwerden bei Stoppmuster

Menschen mit dieser Körperhaltung empfinden oft Nacken- und Kopfschmerzen, Schwindel und Gedächtnisprobleme, Schmerzen im oberen Rücken, Erschöpfung, chronische Müdigkeit, Angst, Depression, Bedrückung, Antriebslosigkeit, keine Lust, auf andere zuzugehen, Schwerbeweglichkeit, Mangel an kreativem Denken, Magen-, Darm-, Herz- und Blasenbeschwerden. Auch Stimmstörungen sowie viele Arm-, Hand-, Knie- und Fußprobleme sind auf das Stoppmuster zurückzuführen.

Behandlung

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® können wir diese Beschwerden behandeln (siehe unter den einzelnen Links oben und unter Die Behandlung). Dabei lösen wir auch gleichzeitig das Stoppmuster auf, indem wir alle beteiligten Muskel- und Bindegewebspartien durchgehen, so dass die Betreffenden zu ihrer natürlichen, aufrechten Haltung zurückfinden - und zwar in jedem Alter.

Bei den Therapeuten auf der Therapeutenliste finden Sie Behandler für die vorgebeugte Haltung.

Das Startmuster

Mit Startmuster ist eine Hohlkreuzhaltung bzw. ein Hohlkreuz auf Grund einer zurück gebeugten Körperhaltung gemeint, die durch Verspannung der Rückenmuskeln bedingt ist. Der Oberkörper befindet sich weiter hinten als Hüfte und Beine. Diese Haltung ist die Hauptursache von Rückenschmerzen, insbesondere Kreuzschmerzen, also Schmerzen im unteren Rücken.

Hohlkreuzhaltung - Erkennungsmerkmale des Startmusters

Die Hohlkreuzhaltung ist häufiger bei Männern als bei Frauen zu beobachten. Gewöhnlich beruht das Startmuster auf einen Überantrieb. Das heißt: Viele Handlungen werden mit zu viel muskulärer Anspannung ausgeübt - also mit mehr Spannung als für die Bewegung nötig ist.

Startmuster von vorne
Startmuster von der Seite

Die Hohlkreuzhaltung erkennt man an folgenden Kriterien:

  • der obere Teil des Körpers befindet sich weiter hinten als der untere Teil
  • man steht also zurück gelehnt
  • es ist deutlich ein Hohlkreuz sichtbar
  • der Kopf ist mit nach hinten genommen
  • die Schultern sind zurück gezogen
  • die Hüftgelenke sind gestreckt
  • die Beine sind außenrotiert
  • dadurch zeigen die Fußspitzen nach außen
  • die Kniegelenke sind gestreckt
  • das Gewicht ist auf den Fersen

Bei dieser Haltung kann man genau bestimmen, welche Muskeln was bewirken. So führt eine Daueranspannung der großen, langen Rückenmuskeln und der großen Gesäßmuskeln zum Hohlkreuz. Die Dauerkontraktion des mittleren Teils des Trapezius-Muskels und der Rhomboideus-Muskeln bewirkt zurück gezogene Schultern usw.

Akute Startmuster-Reaktionen

Wütende Frau von Olaf Gulbransson

Bei der Rückwärtsbewegung des Oberkörpers mit angespannten Muskeln können akute Reaktionen beobachtet werden:

  • Perplexsein, äußerstem Erstaunen und Schreck
  • Ekel, Abscheu, schlechtem Geruch
  • Skepsis, Widerwillen
  • Empörung, Verachtung und Wut (Ausgangsposition zum Zuschlagen)
  • männlichem Imponiergehabe
  • unangenehmem Stress
  • als Droh- und Einschüchterungsgebärde, um sich Autorität zu verschaffen

Die Kontraktion der Rückenstrecker geschieht als Bereitstellungsaktion für bestimmte Handlungen, zum Beispiel bei einer Kampfhandlung. Nach Ausführung verschwindet diese wieder, wenn zum Beispiel beim Kampf die Faust auf dem Gegner landet.

Chronisches Startmuster

Startmuster

Das Startmuster kann bei einer unwillkürlichen Dauerkontraktion entsprechender Muskeln auftreten - häufig löst sich diese Anspannung nicht von allein. Beispiele: 

  • als Leistungsreaktion
  • bei Disziplin und Willenskraft
  • bei forcierter Selbstbehauptung
  • bei vermehrtem Standhalten
  • bei einer Verweigerungshaltung
  • nach militärischem Drill

Ursachen des Startmusters

Traumata können diese Haltung auslösen: Z.B. durch einen Unfall, bei dem es den Körper nach hinten reißt und der Kopf hart anstößt.

Dumme Angewohnheiten können zu einem Startmuster führen, z.B.

- konstante Versuche, sich besonders gerade hinzustellen
- Drill "gerade zu stehen" in Kinderjahren
- lang andauerndes Training, um die vorgebeugte Haltung zu überwinden (dann ist gleichzeitig ein Stoppmuster Das Stoppmuster vorhanden)
- stehen oder sitzen am Arbeitsplatz mit einer Arbeit dicht vor sich
- unkorrigierte Weitsichtigkeit

Außerdem sind kleine Menschen besonders gefährdet, da sie sich in ihren Versuchen größer zu wirken, oft „aufmandeln“ und in eine Napoleon-Haltung gehen. Auch eine Umgebung von großen Menschen reicht, um einen kleinen Menschen in das Startmuster zu bringen, da er beim Sprechen und Blickkontakt sich immer zurücklegen muss.

Anstrengung und Stress

Bei einer chronischen Überanspannung der Streckmuskeln entsteht ein Gefühl der Anstrengung. In unserer Sozialisation lernen wir meist, Probleme mit Anstrengung zu lösen. Eher selten lernen wir, Probleme auf die einfache Art und Weise zu meistern.

In unserer Leistungsgesellschaft kann das Leben auch zu Stress führen. In diesem Zustand verhält man sich wie ein Antreiber und ein störrischer Esel in einer Person. Je mehr man sich selbst antreibt, desto mehr widersetzt man sich auch. Das freut den Rücken nicht.

Ähnlich dem Stoppmuster Das Stoppmuster ist auch das Startmuster eine Reaktion auf Stress.

Beschwerden bei der Hohlkreuzhaltung

Im Einzelnen kommt es bem Startmuster zu folgenden Beschwerden:

Kreuzschmerzen treten vor allem bei längerem Stehen auf. Auch langsames, häufig unterbrochenes Gehen wie beim Einkaufsbummel oder im Museum führt meist zu stärkeren Beschwerden. Im Röntgenbild sieht man eine verstärkte Lordose, das heißt eine Einwärtswölbung der Lendenwirbelsäule. Die Wirbel sind hier hinten stark zusammengedrückt, vorn klaffen sie auseinander.

Sensomotorische Amnesie

Ärztliche Diagnosen heißen bei Startmuster-Patienten vor allem: „Lumbalgie“, „LWS-Syndrom“, „Iliosakralgelenks-Entzündung“, „Wirbelkanalsthenose im LWS-Bereich“, „Arthrose der LWS“ „Bandscheibenvorfall oder -protrusion“, „Gonarthrose“ (=Kniearthrose), „Innen-Meniskusschaden“, “starrer Altersthorax“. Diese genannten Schäden sind meist Folgen von muskulären Verspannungen. Sie rühren daher, dass die jeweiligen Muskeln und das verkürzte Bindegewebe / Faszien die Wirbel bzw. Knochen des Knies zu stark zusammendrücken. Als sekundäre Folgen treten Arthrosen der LWS, Bandscheibenvorfälle in diesem Gebiet, Kniearthrosen und Meniskusschäden auf. Ursache von Schmerzen ist die Dauerkontraktion von Muskulatur und Bindegewebe / Faszien.

Ist die Startmuster-Haltung einmal chronisch geworden, kann man die ständig kontrahierten Rücken-, Gesäß- und Beinmuskeln nicht mehr locker lassen. Nach Thomas Hanna ist eine „Sensomotorische Amnesie“ entstanden. Siehe ausführlichen Artikel:

Schmerztherapie ohne Chemie
Ausführlicher Artikel, öffnet im neuen Fenster

Alle Methoden der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® zielen darauf ab, die "Sensomotorische Amnesie" zu überwinden: so dass sich Dauerkontraktionen auflösen und damit die Beschwerden verschwinden.

Häufig auftretende Rückenschmerzen können Sie bei den Therapeuten auf der Therapeutenliste behandeln lassen.

Die Schiefhaltung

Mit Schiefhaltung ist Seitwärtsneigung, Seitenverkürzung und / oder Verdrehung des Körpers gemeint. Die Betroffenen sind also auf irgendeine Weise schief, die beiden Körperseiten sind ungleich. Die Schieflhaltung ist Hauptursache von einseitigen Schmerzen wie Hüft-, Schulter- und Knieschmerzen sowie von Skoliosen, Beckenschiefstand und Beinverkürzung. Thomas Hanna bezeichnet die Haltung auch als Traumamuster, siehe Hanna Somatics Schmerztherapie mit der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl®

Das Traumamuster hat keinen solchen emotionalen Ausdruckscharakter wie das Stopp- Das Stoppmuster oder das Startmuster Das Startmuster. Im Alltag ist die Schiefhaltung recht häufig anzutreffen, oft auch in Kombination mit den beiden anderen Grundmustern.

Erkennungsmerkmale bei Schiefhaltung

Schiefhaltung von oben

Die Schiefhaltung erkennt man an folgenden Merkmalen im Stehen:

  • Die Schulter wirkt auf einer Seite hinuntergezogen
  • Der Oberkörper ist auf einer Seite verkürzt, besonders in der Taille
  • Oft sieht man an der Kleidung schiefe Streifen, Knopfleisten, Hosen- und Rockbünde, Gürtel etc.
  • Bei manchen Patienten ist der Oberkörper gleichzeitig gedreht, also eine Schulter weiter vorn als die andere
  • Auch das Becken kann gedreht sein
  • Das Becken steht auf einer Seite höher als auf der anderen(Beckenschiefstand)
  • Der Abstand zwischen Becken und Brustkorb ist auf einer Seite geringer
  • Der Kopf ist zu einer Seite geneigt und/oder gedreht
  • Die Wirbelsäule weist eine seitliche Verkrümmung auf, in Form eines C oder eines S (Skoliose)
  • Wirbelsäulenverkrümmung ist besonders beim Vorbeugen des Rumpfes sichtbar
  • Die Beine stehen unterschiedlich, meist weist ein Fuß mehr nach außen
  • Oft ist die Gewichtsbelastung auf den beiden Beinen unterschiedlich
  • Auf der Seite mit der stärkeren Gewichtsbelastung ist das Knie durchgedrückt (eventuell sind hier auch die Muskeln stärker) usw.
  • Die Beine wirken unterschiedlich lang (Beinverkürzung, Beinlängendifferenz)

Beim Traumamuster gibt es sehr viel mehr unterschiedliche Möglichkeiten als beim Stopp- und beim Startmuster. Man kann auf verschiedenste Weise schiefgezogen und verdreht sein. Aber auch hier lassen sich wieder exakt die zusammengezogenen Muskel- und Bindegewebspartien bestimmen, die das jeweilige Muster bedingen. So sind die schrägen Bauchmuskeln (die sich in der Taille von vorn bis in den Rücken erstrecken) und der Quadratus-lumborum-Muskel in erster Linie für die Seitwärtsneigung, also die Skoliose der Wirbelsäule verantwortlich.

Akute Schiefhaltung

Akut tritt das Trauma-Spannungsmuster als Schutzreaktion bei Traumen (Verletzungen) auf, und zwar bei

  • schmerzhaften Fußverletzungen
  • schmerzhaften Knie-, Bein- und Hüftverletzungen
  • Hand-, Arm- und Schulterverletzungen
  • Arm- und Beinbrüchen

Unwillkürlich beugt man sich in all diesen Fällen mit dem Gewicht von der verletzten Seite weg. So zieht man das verletzte Bein hoch und in den Körper hinein, bewegt den Arm zum Körper hin und beugt den Oberkörper auf dieser Seite. Auch wenn die Verletzung am Fuß (z.B. der Bruch, das Hühnerauge, der eingewachsene Nagel) dann längst abgeklungen ist, behält man die Angewohnheit der zusammen gezogenen Rumpfseite meist bei.

Chronische Schiefhaltung

Schiefhaltung von unten

Dauerhafte Schiefhaltung gewöhnt man sich an bei:

  • Gips- und Schienenversorgung nach Brüchen
  • Gehen an einer Krücke
  • Einseitigem Tragen
  • Schiefem oder verdrehtem Sitzen am Arbeitsplatz oder vor dem Fernseher
  • einseitig schlechtem Hören oder Sehen
  • Unsicherheit auf einem Bein
  • Einbeinstand (Standbein / Spielbein)

Ursachen einer Skoliose

Durch einseitige Anspannungen kann eine Skoliose entstehen d.h. eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule, ein Beckenschiefstand und eine Beinverkürzung oder Beinlängendifferenz. Diese Veränderungen in der Stellung der Knochen sind also nicht unveränderbar oder angeboren, sondern sie beruhen auf Verspannungen. Die Muskeln haben die Knochen dahin gezogen, wo sie sich befinden, und halten sie in dieser Position. Man hat keine Skoliose, sondern man hält seine Wirbelsäule unwillkürlich gebogen. Man hat keinen Beckenschiefstand, sondern man hält sein Becken unwillkürlich schief. Man hat kein kürzeres Bein, sondern man hält das Becken auf einer Seite mitsamt dem Bein hochgezogen.

Beschwerden bei Schiefhaltung

dauerkontrahierte Muskeln bei Schiefhaltung

Charakteristisch für die Schiefhaltung sind einseitige Beschwerden wie

Auch bei Schiefhaltung gilt: Wer davon chronisch betroffen ist, kann sich nicht allein wieder gerade aufrichten. Es gibt nur Pseudokorrekturen durch Anspannen der jeweils anderen Seite. Diese Korrekturen lässt man jedoch bleiben, sobald man nicht mehr daran denkt.

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® müssen wir daher mit Pandiculations-, Myogelosen- und Bindegewebs- / Faszienbehandlung zunächst die sensomotorische Amnesie auflösen, damit der Patient seine ursprünglich dauerkontrahierten Muskeln wieder bewusst bewegen und entspannen kann. Siehe ausführlichen Artikel:

Schmerztherapie ohne Chemie
Ausführlicher Artikel, öffnet im neuen Fenster

Wenn wir auf diese Weise alle an der Schiefhaltung beteiligten Muskeln behandeln, können Skoliose, Beckenschiefstand und Beinverkürzung verschwinden. Der Patient kann wieder gerade und beschwerdefrei werden. Durch spezielle Übungen und das Körperbewusstseinstraining lernt er, es zu bleiben.

Therapeuten der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl®, die ein Traumamuster professionell behandeln können, stehen auf der Therapeutenliste.

Kombinationen von Fehlhaltungen

Die meisten Menschen haben ab einem gewissen Alter alle drei Fehlhaltungen, d.h. sie sind sowohl in Richtung Stoppmuster wie in Richtung Startmuster wie in Richtung Traumamuster verzogen und entsprechend steif. Reine Stopp-, Start- oder Traumamuster sind sogar eher die Ausnahme, es überwiegen Mischungen. Aber die Art der Kombination und die Ausprägung sind jeweils unterschiedlich.

Fehlhaltungen

Kombination aus Start- und Stoppmuster

Reine Startreflex-Haltungen sind vor allem in höherem Alter sehr selten, denn das Leben beugt den Menschen in unserer Kultur mit der Zeit mehr oder weniger - und zwar nach vorn. Sehr häufig ist die Kombination Start- mit Stoppmuster.

Zum einen kann diese Kombination willkürlich entstehen, indem der Betreffende bewusst gegen seine vorgebeugte Haltung arbeitet und sich hierbei ins Hohlkreuz zurück legt. Das ändert zwar die chronische Anspannung in der Brust-, Hals- und Bauch-Muskulatur überhaupt nicht, gibt dem Betreffenden aber das Gefühl, er sei nun gerader. Tatsächlich ist er nun stärker verspannt.

Von außen sieht das Ergebnis der Gegenspannung mitunter einigermaßen aufrecht aus, denn der krumme Buckel fällt durch die nach hinten gezogenen Schultern nicht mehr so stark auf. Man kann aber die Pseudoaufrichtung an den schmalen Schultern und dem immer noch vorgestreckten Kopf erkennen. Um eine wirklich aufrechte Körperhaltung einzunehmen, müsste man im Stoppmuster seine Brustwirbelsäule aufrichten. Auf die Idee kommt man jedoch wegen der sensomotorischen Amnesie nicht (siehe Hanna Somatics Schmerztherapie mit der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl®). Diese Korrektur kann auch auf Grund der Dauerkontraktion der Brust- und Bauchmuskulatur nicht ausgeführt werden.

Zum andern kann die Kombination aus Stopp- und Startmuster auch unwillkürlich entstehen. Am häufigsten ist die Kombination "unten" Start- und "oben" Stoppmuster, d.h. oben im Rundrücken, unten im Hohlkreuz und die Beine außenrotiert. Zuweilen ist dabei auch nur der Kopf vorgestreckt, während der übrige Körper sich nach hinten lehnt.

Fehlhaltungen

Kombination aus Start- und Traumamuster

Auch die Kombination Start- und Traumamuster kommt vor. Das sind Menschen, die sowohl zu einer Seite als auch nach hinten geneigt sind - oft Einbeinsteher, die sich auf der Seite des gewichtsbelasteten Beines nach hinten beugen.

Kombination aus Trauma- und Stoppmuster

Überwiegen Trauma- und Stoppmuster, ist der Mensch zum Beispiel mit dem Oberkörper nach vorn geneigt und dieser ist gleichzeitig gedreht.

Durch die mannigfachen Kombinationsmöglichkeiten von verschiedenen Mustern und Ausprägungsgraden kommt es, dass auch unterschiedlichste Kombinationen von Beschwerden zusammen vorkommen.

Die so häufigen Kombinationen von Fehlhaltungen erkennen und behandeln die Ärzte, Psychotherapeuten und Heilpraktiker von der Therapeutenliste.

Das Buch von Dr. Pohl

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