Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
Sensomotorische Körpertherapie
nach Dr. Pohl®
Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
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Meniskusschäden und Kniearthrose

Oft werden Knieschmerzen automatisch auf einen beschädigten Meniskus (Außen- oder Innenmeniskus) zurückgeführt und als Meniskusschaden bezeichnet. Bei den Menisken des Kniegelenks handelt es sich um halbrunde Knorpelscheiben, die sich innen und außen zwischen Oberschenkelknochen und Unterschenkelknochen befinden. Sie stellen eine Art Pufferung der Kniegelenke dar. Da Menisken aus Knorpelmaterial bestehen, verfügen sie über keinerlei Nervenanbindung, also auch über keinerlei Schmerzrezeptoren, so dass sie selbst total schmerzunempfindlich sind.

MeniskusschädenVor allem bei abrupten Drehbewegungen kann es dazu kommen, dass ein Meniskus reißt. Das kann zu akuten Schmerzen führen, wobei nicht der Meniskus selbst weh tut, sondern die Weichteile, auf die die Meniskusteile durch ihre Verschiebung drücken können.

Häufiger kommt es zu einem allmählichen Aufarbeiten der Menisken und der Gelenkflächen der Knie, und zwar dadurch, dass bei Fehlhaltungen des Körpers und Fehlstellungen Beine die Muskulatur das Kniegelenk zu stark zusammendrückt. Dadurch verschwindet zunächst die Sinovialflüssigkeit (die "Gelenkschmiere" zwischen den Gelenkflächen) und der Spalt zwischen den Gelenkflächen wird immer schmaler, bis er ganz verschwunden ist. Schließlich reiben die beiden Seiten des Gelenks aufeinander. Als Ergebnis sieht man im Röntgenbild Unregelmäßigkeiten, kleine Einbuchtungen, Rauigkeiten auf den Gelenkflächen und Menisken. Diese Unregelmäßigkeiten werden als Arthose bzw. Meniskusschaden bezeichnet. Der im Röntgenbild sichtbare Abrieb ist keine Abnutzungs-, Alters- oder Degenerationserscheinung, sondern Folge der muskulären Verspannung, die die Gelenke des Knies so stark zusammen drückt, dass schließlich die Gelenkflächen aufeinander reiben.

Auch die Kniearthrose kann nicht schmerzen, jedenfalls solange sie am Knorpel stattfindet, der die Gelenkflächen umgibt, da dieser von Haus aus über keinerlei Sinneszellen verfügt (siehe Chronische Schmerzen und den Artikel Schmerztherapie ohne Chemie). Erst, wenn der Knorpel total aufgearbeitet ist und schließlich die blanken Knochen aufeinander reiben, schmerzen tatsächlich die Knochen bei der Kniearthrose. In allen anderen Fällen (und das sind die allermeisten) schmerzen bei Kniearthrose nicht die Knochen, sondern die verspannten Muskelansätze am Knie und/oder das Bindegewebe / Faszien auf diesen Ansätzen (siehe Knieschmerzen).

Meniskusschäden und arthrotische Kniegelenke werden heutzutage häufig arthroskopisch operiert, wobei die Knorpel geglättet werden. Aber es ist bei weitem nicht jede Operation erfolgreich. Das merkt man spätestens dann, wenn der Knieschmerz auch nach der Operation noch anhält. Eine Studie, bei der die Wirkung arthroskopischer Knieoperationen mit derjenigen von Scheinoperationen am Knie verglichen wurden, erbrachte übrigens keinen Unterschied, d.h. die Scheinoperationen waren genauso erfolgreich bzw. erfolglos wie die tatsächlich durchgeführten Operationen.

Das Anhalten von Beschwerden nach der Operation erklärt sich meiner Meinung nach dadurch, dass die ursprüngliche Fehlbelastung durch die Muskulatur nicht behoben wurde.

Behandlung

KniearthroseDa all diese Knieschmerzen von Muskel- und Bindegewebsverspannungen rund ums Knie herrühren, behandelt man in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® Muskeln und Bindegewebe / Faszien mit Pandiculations, aktiver Triggerpunktbehandlung sowie der Bindegewebs- / Faszienbehandlung (siehe Die einzelnen Verfahren). Zum einen behandeln wir direkt am Knie und zum andern entsprechend der zugrunde liegenden Fehlstellung, also zum Beispiel der dauernd gebeugten oder durchgestreckten Beine und dem damit verbundenen Spannungsmuster, das sich durch den ganzen Körper zieht. (siehe unter Bewegungsstörungen Beine, Fehlstellungen Beine, Fehlhaltungen). Die postoperativen Beschwerden behandeln wir genauso wie reguläre Knieschmerzen. Dasselbe gilt für Knieschmerzen ohne vorausgegangene Operation, die zwar auf einen defekten Meniskus zurückgeführt werden, die aber tatsächlich nie dadurch verursacht wurden.

Durch ein Körperbewusstseinstraining und bestimmte sensomotorische Übungen helfen wir in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® dem Patienten, im Alltag nicht wieder in seine alten Fehlhaltungen und Spannungsmuster zu rutschen, so dass er dauerhaft von Knieschmerzen verschont bleibt. Nach erfolgreicher Behandlung können sich unter Umständen auch die lädierten Knorpel wieder regenerieren.

Die Therapeutenliste enthält eine Auflistung von Personen, die Kniebeschwerden auf diese Weise professionell behandeln.

Ursachen chronischer Muskelverspannungen an Beinen und Füßen

Bewegungsstörungen, chronische Schmerzen und andere Missempfindungen an Füßen und Beinen entstehen gewöhnlich durch chronische Muskelverspannungen und / oder chronische Bindegewebsverspannungen, siehe Artikel:

Schmerztherapie ohne Chemie
Ausführlicher Artikel, öffnet im neuen Fenster

Verspannungen wiederum entstehen durch Verletzungen, Operationen, Stilllegungen, Fehlhaltungen, „dumme Angewohnheiten“ und schlechtes Schuhwerk.

Ursache - Verletzungen

Chronische Muskelverspannungen an Beinen und FüßenBeine und Füße sind Körperteile, die im Laufe des Lebens die meisten Verletzungen erfahren – gefolgt von den Armen und Händen. Rumpf und Kopf sind biologisch geschützter, da es viele Reflexe gibt, durch die wir Verletzungen abfangen.

Nach Verletzungen kann der Verlauf so sein, dass beispielsweise ein Bein keine Ruhe mehr gibt und sich unangenehm durch Schmerzen bemerkbar macht. Häufig finden sich an Beinen und Füßen auch Spuren uralter Verletzungen, die lange unauffällig bleiben, sich aber im Laufe der Zeit immer mehr verfestigen bis schließlich Schmerzen oder andere Beschwerden auftreten.

Ursache - Alte Brüche

Beispiel: Ein 80-jähriger Herr möchte in die Berge gehen, kann aber nicht, weil ihm der rechte Oberschenkel - außen in der Mitte quer - unendlich weh tut. Ursache dieses Schmerzes ist keine bestimmte Fehlhaltung oder "dumme Angewohnheit".

Fragt man Patienten, ob sie an dieser oder jener Stelle irgendwann in ihrem Leben eine Verletzung hatten, können sie sich zunächst nicht erinnern. In einer der nächsten Behandlungsstunden aber berichten sie dann über bestimmte Verletzungen, die vor 10, 20 oder 30 Jahren aufgetreten sind. Der besagte ältere Herr erinnerte sich schließlich an einen Bruch des Oberschenkelknochens vor über dreißig Jahren und zwar genau an der heute schmerzhaften Stelle.

Häufg fühlen Patienten bei der Behandlung den ursprünglichen Schmerz. „Ja genau, so war das damals, so hat es sich angefühlt“, sagt der ältere Herr.

Ursache - Spätschäden

Bei Spätschäden handelt es sich nicht um nur vergangene Brüche oder offene Wunden mit späteren Narben. Häufiger treten Spätschäden von Prellungen und Zerrungen auf. Bei Brüchen werden nicht nur Knochen, sondern meist auch Weichteile, also Muskeln und Bindegewebe / Faszien, verletzt. Diese erfahren jedoch gewöhnlich keinerlei Behandlung, da die Knochen immer im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Auch wenn Prellungen und Zerrungen allein auftreten, werden sie kaum ernst genommen. Häufig wird abgewartet, hinsichtlich möglicher Spätschäden wird nichts unternommen.

Ursache - Narben

Auch Narben erfahren im Allgemeinen nach Abheilung einer Wunde keinerlei Interesse mehr. Oft bilden sich aber gerade an den Narben und in ihrer Umgebung Bindegewebsverspannungen, die sich im Laufe der Jahre immer mehr verfestigen und schließlich zu schmerzen beginnen oder zu einer anderen Art von Missempfindung führen. Daher trägt man an den Folgen von Weichteilverletzungen meist lange, oft lebenslang. Operationen zählen wir hier zu den Verletzungen mit Narben. Das heißt, auch an den Folgen von Operationen an Beinen oder Füßen kann man lebenslang leiden.

Ursache - Stilllegungen

Stilllegungen zum Beispiel durch Gips oder innerlich / äußerlich getragene Schienen können auf Grund der erzwungenen Unbeweglichkeit zu anhaltenden Verspannungen in der Bein- und Fußmuskulatur und vor allem im Bindegewebe/Faszien führen. Der Fuß / das Bein bleibt starr in der Position, in der er / es sich im Gips oder in der Schiene befand. Haben Gips oder Schiene dazu geführt, dass auch andere Gelenke nicht im üblichen Umfang bewegt werden konnten, sind auch diese anschließend von der Erstarrung betroffen.

Ursache - Stoppmuster-Fehlhaltung

Von Fehlhaltungen wirkt sich der Stoppreflex Das Stoppmuster in Richtung permanenter Beugerkontraktion aus. Hüftgelenke und Knie können oft nicht mehr ganz gestreckt werden, der Gang wird sehr kurzschrittig, oft werden die Füße nicht mehr abgerollt. Diese werden dadurch unbeweglich und der Vorfuß wird stark belastet, da das Gewicht nach vorn verlagert ist. Beidseitige Fuß-, Zehen- und Knieprobleme sind häufig, ebenso wie Leistenschmerzen.

 

Ursache - Startmuster-Fehlhaltung

Beim Startreflex Das Startmuster, also der Haltung mit zurück gebeugtem Oberkörper, überwiegt dagegen eine permanente Streckung in Hüftgelenken und Knien. Wenn nicht die "Bananenhaltung" eingenommen wird, die den Vorfuß belastet, werden die Fersen übermäßig strapaziert. Da durch die Außenrotation der Beine (durch die Dauerkontraktion der Außenrotatoren in der Hüfte) vom Hüftgelenk abwärts ein regelrechtes Abrollen der Füße in dieser Haltung nicht möglich ist, geschieht die Fußbewegung vor allem über den Außenrand der Fersen und die Großzehenballen. Beschwerden treten oft an diesen beiden Stellen sowie an der Innenseite oder Vorderseite der Knie und an der Vorderseite der Oberschenkel auf. Häufig erwischt es die Innenmenisken der Knie.

Ursache - Traumamuster-Fehlhaltung


schief von oben

Beim Traumareflex Das Traumamuster, also der Schiefhaltung des Körpers, die häufig nach Bein- oder Fußverletzungen entsteht, überwiegen einseitige Beschwerden. Das stärkere Bein, das mehr mit Gewicht belastet wird, ist gewöhnlich steifer und schmerzempfindlicher als das vom Gewicht entlastete Bein. Ersteres befindet sich in permanenter Anspannung aller Beinmuskeln, wobei das Knie ständig durchgedrückt und das Becken via Adduktoren zum Körper gezogen ist. Es kommt häufig zu Schmerzen am Knie, im Bereich des Quadriceps und der Adduktoren. Das vom Gewicht entlastete Bein ist im Allgemeinen beweglicher. Stellt sich im Laufe der Behandlung die Gewichtsbelastung um, zeigen sich an diesem Bein aber häufig Schwächen, z. B. am Oberschenkel, Knie oder am Sprunggelenk. Diese Schwächen gehen vom verspannten Bindegewebe / Faszien aus und finden sich meist genau an der Stelle, wo die ursprüngliche Verletzung war. Manchmal melden sich auch alte Schmerzstellen an den Füßen, denen man vorher durch Verlagerung auf das andere Bein ausgewichen ist.

schief von unten

Andere Fehlhaltungen beim Traumareflex haben ebenfalls ihre spezifischen beschwerdeträchtigen Punkte. Ist jemand zum Beispiel auf dem gewichtsbelasteten Bein einseitig in der Hüfte gebeugt und mit dem Körper auf dieser Seite im Hüftgelenk nach vorn gebeugt, so entstehen Schmerzen gewöhnlich an den Ansätzen der Hüftbeuger in der Leiste des Beines sowie im Rectus femoris, eventuell auch im Iliopsoas-Gebiet. Natürlich ist die Hüftgelenksstreckung eingeschränkt, manchmal auch schon die Kniestreckung. In letzterem Fall gibt es auch Schmerzen in der Kniekehle.

Ist jemand dagegen auf dem gewichtsbelasteten Bein einseitig im Hüftgelenk gestreckt und mit dem Körper auf dieser Seite nach hinten gebeugt, entstehen Schmerzen meist an den Glutäusansätzen am Becken und zusätzlich oft noch am Knie vorn, am Oberschenkel vorn und am Unterschenkel hinten, eventuell auch an der Ferse.

Generell führt ein Steifhalten des Beckens oft zu Beschwerden in den Beinen. Diese können sich nicht frei bewegen und beteiligen sich an der unphysiologischen Bremsarbeit.

Fehlhaltungen von Zehen, Knien, Sprunggelenken und ihre Auswirkungen sind unten aufgeführt.

Ursache - Falsche Schuhe bei Frauen

Von Problemen verursachenden "falschen" Schuhen sind meist Frauen betroffen. Sie haben, vor allem im Alter, viel mehr Fußprobleme als Männer. Zu erwähnen sind hier hochhackige und/oder vorn zu enge, zu spitz zulaufende Schuhe.

Hohe Absätze

Durch hohe Absätze wird das Gewicht nach vorn auf den Vorfuß verlagert und die Zehen werden zusammen geschoben. Hierdurch verkürzt sich der ganze Fuß, der Vorfuß verbreitert sich und die Zehen im Mittelglied werden gekrümmt. Da sich das Sprunggelenk ständig in Plantarflexion befindet, ist ein reguläres Abrollen nicht möglich. Schuhe mit hohem Absatz verändern nicht nur die Füße und Zehen, sondern auch den Gang, der bis in den Rücken hinauf steifer wird. Dies kann zu Rückenschmerzen führen.

Enge, spitz zulaufende Schuhe

Die Enge vorn führt häufig dazu, dass Zehen eingeklemmt, gekrümmt und nicht selten über- oder untereinander geschoben werden. Die dadurch ausgelöste Stellung des Fußes und der Zehen bleibt im Laufe der Zeit auch nach Ausziehen der Schuhe erhalten. Das heißt, die Wadenmuskeln sind verkürzt und nicht selten kommt es zu ausgebildeten Hammerzehen Zehenbeschwerden. Auch der Hallux valgus kann auf diese Weise gefördert werden. Gemeint ist damit ein heraustretender Großzehenballen und ein zu den anderen Zehen hin geschobener Großzeh. Zudem können verbogene Zehen häufig Druckstellen an den Füßen verursachen.

Erst wenn man längere Zeit keine "falschen" Schuhe mehr getragen hat, und Beine und Füße wieder frei sind, spürt man, wie bis zur Schmerzgrenze einengend und fehlbelastend diese Schuhe sein können.

Ursache - Falsche Schuhe bei Männern

Bei Männern gibt es "falsche" Schuhe sehr viel seltener. Allerdings sind auch hier Fälle bekannt, bei denen die Schuhe wesentlich zum Problem beitragen. Es handelt sich um Birkenstockschuhe (siehe "Krallenzehen" Zehenbeschwerden) und um teure englische Schuhe. Letztere haben eine so starre Sohle, dass ein reguläres Abrollen nicht möglich ist. Das mögen Knie zum Beispiel gar nicht.

Ursache - Falsche Schuhe allgemein

Hauptsächlich bei älteren Männern und Frauen der Kriegs- und Nachkriegs-Generation gibt es Fußdeformationen. Diese sind meist in deren Kindheit durch das Tragen zu kleiner Schuhe entstanden. Schuhe, die dem Wachstum des Kindes nicht angepasst wurden.

Die Meinung, dass Schuhe so beschaffen sein sollten, um Halt zu geben, tirfft meist nicht zu. Wenn jemand zum Beispiel leicht in den Knöcheln umknickt, sollte hier das Bindegewebe nach der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt werden: Der Patient wird dann wieder in der Bewegung stabil. „Stabilisierende“ Schuhe machen in Wirklichkeit das Sprunggelenk unbeweglich und verstärken damit das Problem. Auch als Bergschuhe würden Halbschuhe reichen.

Schuhe sind am besten, wenn sie so viel Bewegungsfreiheit wie nur möglich lassen. Oder, um mit Thomas Hanna zu sprechen: “Best shoes are no shoes“.

Sitzt die Seele auch in den Beinen und Füßen?

Die Beweglichkeit unserer Beine und insbesondere der Füße leisten einen Beitrag zu unserer gesamten Stimmungslage. Dies wird in Fällen extremer Angst, Depression, Schreck, Schock und Trauma deutlich. Nicht selten sind die Beine in solchen Fällen wie gelähmt und lassen sich – zumindest vorübergehend – willkürlich nicht mehr bewegen. Man nennt das dann eine psychogene Lähmung. Aber auch weniger extreme Fälle von Depression führen via Stoppreflex-Haltung Das Stoppmuster zu einem kleinschrittigen, lustlosen, mühsamen, schlurfenden Gang, bei dem die Füße kaum mehr abgerollt, die Zehen ständig gekrümmt und auch Becken und Beine kaum mehr bewegt werden. Die Stimmung ist entsprechend. Auch bei Angst überwiegt ein Zurückhalten der Fuß- und Beinbewegung (wenn man nicht vor Angst davon läuft), der Gang wird steif, unsicher und die Knie werden schlottrig.

So wie wir uns fühlen, gehen wir. Und so wie wir gehen, fühlen wir uns.

A leg to stand on

Selbst psychisch unverdächtig wirkende Beinbrüche können zu leichten bis massiven, psychischen Beeinträchtigungen führen. Wer je ein Bein gebrochen hat, kann bestätigen, dass man sich beispielsweise durch einen Gips im ganzen Antrieb, in der Intentionalität gebremst fühlt - und zwar nicht nur, weil das Gipsbein bei vielem einfach lästig ist. Es fehlt die Leichtigkeit des Seins. Oliver Sacks beschreibt in seinem Buch „Der Tag, an dem mein Bein wegging“ (englischer Originaltitel: A leg to stand on) sehr anschaulich die weit reichenden Folgen eines Risses der Quadrizeps-Sehne (mit anschließendem Gips), den er selbst erlitten hatte. Es schlug ihm nicht nur massiv auf die Stimmung, sondern führte bei ihm schließlich auch zu Entfremdungs- und Derealisationsgefühlen. Störungen, von denen er als Neurologe vorher hätte schwören können, dass sie nur zentral, niemals aber durch Veränderungen in der Peripherie ausgelöst werden können.

Vitalität und Wohlgefühl

Ein Teil unserer Vitalität und unseres Lebensgrundgefühls hängt gewiss vom Abrollen der Füße ab. Dies kann man ausprobieren, indem man ohne Abrollen vor sich hin tappt oder im Vergleich dazu, die Füße übertrieben abrollt. In letzterem Fall sieht nicht nur der Gang beschwingter aus, der ganze Mensch fühlt sich auch so. Er wirkt springlebendig und bekommt Auftrieb und Unternehmungslust. Kein Wunder, dass uns Tanzmusik in die Beine fährt. Ein Teil des Wohlgefühls bei und nach dem Joggen dürfte auf dieser Erkenntnis beruhen. Auch der Freudensprung weist auf dieses Phänomen. Dabei dürfte eine starke Streckung (richtiger Plantarflexion Fehlstellungen der Füße) im Sprunggelenk der ausschlaggebende Faktor für Wohlbefinden und Unternehmungslust sein.

Behandlung

Bei Behandlung von Bewegungsstörungen und Schmerzen sowie Missempfindungen an Füßen und Beinen ist es hilfreich, die Ursache von Beschwerden zu kennen. Wenn es sich um reine Verletzungsfolgen handelt, reicht es oft, nur die betroffene Stelle zu behandeln. Ist die Störung dagegen primär oder sekundär auf eine Fehlhaltung zurück zu führen, muss sowohl die lokale Stelle als auch die Fehlhaltung behandelt werden. Spielt das Tragen "falscher" Schuhe als Ursache eine Rolle, müssten diese als Erstes ersetzt werde - bevor eine Behandlung begonnen wird.

Ursache und Behandlung verschiedener Beinbeschwerden

Ischias und Beinschmerzen

Fehlstellungen der Beine

Knieschmerzen, Schmerzen im Knie

Bewegungsstörungen der Beine

Sonstige Beinbeschwerden

Therapeuten, die die Ursachen von Beinbeschwerden behandeln, finden Sie auf der Therapeutenliste.

Schwächegefühl in den Beinen, Gangunsicherheit, wacklige Beine

Ein Schwächegefühl in den Beinen kann im Oberschenkel, in den Unterschenkeln, in den Knien und in den Sprunggelenken auftreten. Die Betroffenen können sich vor lauter Unsicherheit und Schwäche in oft kaum auf den Beinen halten. Schwächegefühle in den Beinen führen meist zu einem äußerst vorsichtigen, gebremsten Gang, was die Gangunsicherheit verstärkt. Oft benutzen die Betroffenen auch einen Stock, da sie sich sonst zu unsicher und zu schwach auf den Beinen fühlen.

Schwächegefühl in den BeinenIm Allgemeinen wird angenommen, dass es sich bei den Schwächegefühlen in den Beinen um Muskelschwäche handelt. Normale Muskelschwäche führt jedoch niemals zu solchen Schwächeempfindungen. Sind Beinmuskeln durch fehlenden Gebrauch schwach geworden, klagen die Betreffenden eher darüber, dass es ihnen beispielsweise von den Beinen her schwer fällt, eine ausgedehnte oder gar steile Bergwanderung zu machen, aber sie empfinden keine Schwäche- oder Unsicherheitsgefühle beim gehen. Entgegen landläufiger Meinung ist das Schwächegefühl in den Beinen also nicht auf zu schwache Muskulatur zurück zu führen. Es lässt sich daher auch nicht wegtrainieren.

Vielmehr sind solche Schwächeempfindungen in den Beinen - wie die Schwächegefühle an anderen Orten - auf Verspannungen im Unterhautbindegewebe auf den betreffenden Muskeln zurück zu führen (siehe Andere Missempfindungen). Beim Pandikulieren der betreffenden Muskeln (siehe Die einzelnen Verfahren) kann man merken, dass dem Schwächegefühl oft auch eine tatsächliche funktionelle Schwäche entspricht, bzw. dass eine ziemlich ausgedehnte sensomotorische Amnesie vorliegt (siehe Artikel Schmerztherapie ohne Chemie - ausführlicher Artikel). D.h. die Patienten "finden" die zugehörigen Muskel nicht, sie können die erforderliche Bewegung, wenn man sie darum bittet, nicht oder nur sehr schwach ausführen, weil sie die betreffenden Muskeln vom Gehirn her nicht ansteuern können. Das ergibt die Schwäche und das Schwächegefühl.

Behandlung verspannungsbedingter Schwächegefühle

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man bei Schwächegefühlen in den Beinen vor allem das Bindegewebe, und zwar überall da, wo die Schwäche empfunden wird, also am Oberschenkel vorn, in den Waden, um die Sprunggelenke usw.. Anschließend kann man die darunter liegenden Muskeln pandikulieren (siehe Die Behandlung) und dabei feststellen, wie viel sie bereits an Kraft gewonnen haben. Schließlich lässt man den Patienten gehen oder eine andere Bewegung ausführen, bei der die Schwäche in den Beinen aufgetreten war und überprüft das Ergebnis. Im Allgemeinen können Patient und Therapeut bereits nach der ersten Behandlung eine größere Stabilität feststellen, die nach mehreren Behandlungen dann auch stabil bleibt.
Via Körperbewusstseinstraining der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® lernt der Patient / die Patientin dann noch einen lockeren, unangestrengten, schwungvollen Gang (in jedem Alter!). Damit wird das Gehen wieder sicher, der Stock unnötig und die Angst zu fallen verliert sich. Ein Auftrainieren der Muskulatur ist dabei nicht nötig, denn es handelt sich definitiv um keine Muskelschwäche, sondern um ein Problem des Bindegewebes und der Muskelkoordination.


Wacklige Sprunggelenke, häufiges Umknicken

Wacklige Sprunggelenke führen zu Gangunsicherheit und häufigem Umknicken nach innen oder außen. Man meint, die Gelenke und Muskeln seien zu schwach und müssten gekräftigt werden. Oft tragen die Betroffenen Spezialschuhe, die über den Knöchel nach oben reichen und in die feste Schienen eingearbeitet sind. Leider geben diese Schuhe den Betroffenen zwar momentan ein sicheres Gefühl, heben die Schwächegefühle auf, verschlechtern à la longue das Leiden aber eher, da sie jede anpassende Supinations-/Pronationsbewegung unterbinden.

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® haben wir festgestellt, dass wacklige Sprunggelenke und häufiges Umknicken der Füße wie fast alle Schwächegefühle auf Bindegewebsverspannungen zurück zu führen und daher auch durch Behandlung des Bindegewebes zu beseitigen sind. Es handelt sich um keine Muskelschwäche, weswegen auch hier das Auftrainieren von Muskeln nicht hilft.

In der sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man daher bei wackligen Sprunggelenken und umknickenden Füßen vor allem das Bindegewebe / Faszien rund um die Sprunggelenke und auf den Supinatoren und Pronatoren. Auf der Seite, auf die der Fuß hinknickt, herrscht meist die größere Verspannung. Als Hausaufgabe zeigt man den Betroffenen Supinations-/Pronationsübungen. Um festzustellen, ob sich das Leiden weiter nach oben fortsetzt, untersucht man in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® auf Körperschiefhaltung, O-Bein bzw. X-Beine und behandelt gegebenenfalls entsprechend, um durch veränderte Gesamtbeweglichkeit einen bleibenden Behandlungserfolg zu erzielen.


Schlotterknie, wacklige, unsichere Knie

Schlotternde Knie treten vor allem bei akuter Angst auf und geben sich von allein, wenn das Grundleiden erfolgreich behandelt ist (siehe unter Angst und Artikel Körpertherapie der Angst und Depression, PDF).

Wacklige, unsichere Knie ohne akuten Angstzustand kommen meist durch Bindegewebsverspannungen im Quadrizepsbereich zustande. Sie gehen mit einem Gefühl der Unsicherheit und Schwäche einher, das die meisten davon Betroffenen dadurch zu beheben suchen, dass sie sich in den Beinen steif machen, indem sie die Quadrizepsmuskeln vermehrt angespannt halten und mit durchgedrückten Knien stehen. Dadurch sie verstärken ihr Leiden aber noch, d.h. sie werden immer unsicherer in den Knien. In diesem Fall kommt vordringlich die Bindegewebs- / Faszienbehandlung der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® zum Einsatz. Außerdem pandiculiert man die Quadrizepsmuskeln. Im anschließenden Körperbewusstseinstraining der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® geht es darum, spüren zu lernen, wie sicher lockere Knie sind und wie die Bewegung mit lockeren Knien durch den ganzen Körper geht. Meist muss man neu gehen lernen.

Es gibt allerdings tatsächlich krankhafte Muskelschwäche, die auch als Schwächegefühl erlebt wird. Dies ist zum Beispiel bei der Erkrankung Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) der Fall. Dabei bauen sich aus ungeklärter Ursache die Motoneuronen allmählich ab. Ebenso können Kleinhirnerkrankungen zu einem unsicheren Gang mit erlebter Muskelschwäche führen, häufig mit allgemeiner Verlangsamung und verwaschener Sprache. Die Betroffenen klagen häufig darüber, dass ihnen ihre Beine nicht so gehorchen wie früher. Sowohl bei Amyotropher Lateralsklerose wie bei den Kleinhirnerkrankungen ist mit Sensomotorischer Körpertherapie nur wenig auszurichten. Leider helfen auch alle medizinischen Verfahren nicht, d.h. bis jetzt gibt es keine Methode, um diese Erkrankungen zu heilen.

Gott sei dank sind diese Erkrankungen jedoch sehr selten, während die Schwächegefühle in den Beinen durch Bindegewebsverspannungen vor allem in höherem Alter relativ häufig und mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® sehr gut behandelbar sind.

Die Therapeutenliste enthält Therapeuten, die Schwächegefühle in den Beinen auf diese Weise ohne Medikamente behandeln

Unruhige Beine, Restless legs, RLS

Der Ausdruck Restless Legs (unruhige Beine) ist eine reguläre Krankheitsbezeichnung. Es handelt sich bei Restless Legs oder unruhigen Beinen um folgende Beschwerden: wenn die Betroffenen sich nachts zur Ruhe legen, überkommt sie eine schwer zu beschreibende Missempfindung (etwas ähnliches wie Ziehen, Kribbeln, Brennen) und ein Unruhegefühl in den Beinen, verbunden mit einem nicht steuerbarer Drang, die Beine zu bewegen.

Unruhige BeineDie Betroffenen fühlen sich getrieben, wieder aufzustehen und unruhig im Zimmer herum zu gehen, manchmal auch zu hüpfen oder mit den Beinen zu zappeln, je nachdem, was ihnen am meisten Erleichterung verschafft. Die Bewegung bessert nämlich vorübergehend die unangenehme Empfindung an den Beinen. Vereinzelt gibt es solche Restless Legs auch tagsüber, im Ruhezustand. Oft fangen die Beine auch an, unkontrolliert zu zucken und zu schlagen. Die Zuckungen der Restless legs sind nicht mit den Faszikulationen zu verwechseln, wie wohl eine ähnliche, schwer beschreibbare Missempfindung an den Beinen gespürt wird. Die Zuckungen bei den Faszikulationen sind sehr viel kleiner (Miniaturformat) und es fehlt der für Restless legs typische Bewegungsdrang.

Restless Legs werden als sehr quälend erlebt, vor allem, wenn die Störung mit massiven Schlafstörungen einhergeht. Durch die mit Restless Legs verbundenen Schlafstörungen leiden die Betroffenen auch unter Konzentrationsstörungen und Schläfrigkeit am Tag. Außenstehende können sich kaum vorstellen, wie man unter unruhigen Beinen so stark leiden und was an der Empfindung so schrecklich sein kann. Sie halten es oft eher für eine Lappalie. Tatsächlich aber kann das Leiden bis zu ausgeprägten Depressionen gehen.

Die Ursache von Restless Legs ist in der Medizin unbekannt. Manchmal hilft die Gabe von Eisen. Durch Parkinson-Medikamente lässt sich der Bewegungsdrang des Beins oder der Beine nur dämpfen aber nicht beseitigen. Es entsteht ziemlich regelmäßig eine Tendenz zur Steigerung der Medikamentenzufuhr und die Medikamente werden gewöhnlich nach einiger Zeit unwirksam.

Behandlung mit Sensomotorischer Körpertherapie

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® fragt man bei Restless legs zuerst die Patienten, wo genau sie das Unruhegefühl und den Drang zur Bewegung verspüren. Meist werden die Oberschenkel vorn gezeigt. Es kann aber auch die Rückseite der Beine, also die Beugeseite gemeint sein. Manchmal werden auch die Unterschenkel oder die Füße als Unruhestifter gezeigt.

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® hat sich gezeigt, dass Unruhe und Bewegungsdrang der Restless legs von dem verspannten Bindegewebe / Faszien auf den Muskeln ausgehen, wo der Patient die Unruhe spürt. Man behandelt daher mit einer ganz speziellen, schmerzhaften Bindegewebs- / Faszienbehandlung die betroffenen Stellen an den Beinen, wodurch sich nach einigen Behandlungen die Störung verliert und die Beine sich wieder normal anfühlen und verhalten. Die Betroffenen müssen dann nur noch das Gehen und Stehen neu erlernen und in einem Körperbewusstseinstraining zu spüren lernen, bei was und wie sie ihre Beine tagsüber angespannt halten. Solche Spannungsgewohnheiten kann es z.B. beim Sitzen am Schreibtisch geben. Erst diese Nachbehandlung der Restless Legs macht den Behandlungserfolg nachhaltig, d.h. es entstehen dann im Alltag keine Restless legs mehr.

Auf der Therapeutenliste finden Sie Restless-Legs-Therapeuten der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl®

Schwere Beine, müde Beine und schnell ermüdende Beine

Schwere- und Müdigkeitsgefühle in den Beinen sind relativ häufig. Menschen mit müden Beinen können kaum längere Strecken gehen. Häufig müssen sie wegen der Schweregefühle (die Beinen wiegen zentnerschwer) Pausen einlegen oder sie kommen völlig erschossen und ermüdet von ihren Einkäufen in der Stadt zurück.

müde BeineIn der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® fragt man die Patienten als erstes, wo genau sie die Müdigkeit oder Schwere in den Beinen empfinden. Sind es die Waden? Die Oberschenkel vorn? die Füße? Meist reicht es dann, an den betreffenden Stellen mit der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® das Bindegewebe / Faszien zu behandeln, eventuell auch die Myogelosen oder Triggerpunkte in der Muskulatur mit der aktiven Triggerpunktbehandlung.

Wie bei den Schwächegefühl in den Beinen empfiehlt es sich, den Patienten anschließend via Körperbewusstseinstraining der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® einen lockeren, schwungvollen Gang beizubringen, der nicht nur mit den Beinen ausgeführt wird, sondern durch den ganzen Körper geht. Mit dieser Art zu gehen kann man sich stundenlang mühelos ohne Schwere- und Müdigkeitsgefühle in den Beinen fortbewegen. Oft stößt man dabei vor allem bei älteren Patienten zunächst auf Erstaunen, denn sie können sich nicht vorstellen, in ihrem Alter das Gehen nochmals neu zu lernen. Da die neue Art zu gehen jedoch viel leichter ist als die alte und sehr viel mehr Spaß macht, sind aber schließlich alle dafür zu gewinnen.

Hier finden Sie Therapeuten, die schwere und müde Beine medikamentenfrei mit der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln

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