Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
Sensomotorische Körpertherapie
nach Dr. Pohl®
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Ursachen von Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind heutzutage die am häufigsten anzutreffende Schmerzform. Sie haben sich in den Industrienationen zu einer wahren Landplage entwickelt. Rückenschmerz wird meist als sehr quälend und lähmend erlebt und schlägt oft auf die gesamte Stimmung. Von allen Rückenschmerzen sind diejenigen im unteren Rücken am häufigsten.

Übliche und alternative Erklärungen

Ursachen von RückenschmerzenSchmerzen im Rücken werden von Orthopäden meist auf die Wirbelsäule zurückgeführt. Häufig wird angenommen, dass Rückenschmerzen von der Wirbelsäule ausstrahlen. Diese Meinung ist derart verbreitet, dass Patienten mit Schmerzen im unteren Rücken nach ihren Beschwerden befragt, oft äußern, sie hätten Probleme mit der Lendenwirbelsäule.

Die Lendenwirbelsäule befindet sich zwar im unteren Rücken und man kann im Röntgenbild auch sehen, dass sie bei Schmerzen meistens verbogen ist: Einzelne Wirbel klaffen an ihrer Innenseite auseinander und stehen an ihrer Außenseite zu nah zusammen. Jedoch ist die Lendenwirbelsäule mitsamt ihrer Verbiegung nicht Ursache der Beschwerden, sondern selbst Opfer von Muskeln und Bindegewebe, da sie von diesen hinten zusammengedrückt und in dieser unnatürlichen Form gehalten wird. Ferner handelt es sich auch nicht um Ausstrahlungen von der LWS. Vielmehr kann man mit Fingerdruck auf die Stellen, die der Patient zeigt, genau den Schmerz des Patienten auslösen, nicht aber von der Wirbelsäule her.

Der Bandscheibenvorfall

Auf die gleiche muskuläre Ursache sind Bandscheibenschäden zurückzuführen. Sie entstehen dadurch, dass die Muskeln die Wirbel so zusammenpressen, dass sie schließlich herausquellen (Protrusion) bzw. dass der äußere Ring reißt und der gallertige Inhalt hervorquillt (Bandscheibenvorfall, Prolaps, Dikushernie). Die Bandscheiben selbst können jedoch nicht wehtun, da sie aus Knorpelmaterial bestehen, das über keine Sinneszellen und damit auch keine Schmerzrezeptoren verfügt.

Ein bandscheibenbedingter Schmerz kann nur dann entstehen, wenn der Vorfall oder die Vorwölbung so gelagert ist, dass er bzw. sie genau auf eine Nervenwurzel drückt. Die meisten Bandscheibenvorfälle tun dies nicht und sind daher völlig harmlos – auch wenn man sie noch so deutlich im Röntgenbild oder Computertomogramm sieht. Daher lassen sich auch bei Menschen ohne akute Rückenschmerzen jede Menge Bandscheibenvorfälle finden. Selbst wenn tatsächlich ein Vorfall besteht, der auf eine Nervenwurzel drückt, so bewirkt er eher Ischias- und Beinschmerzen – nicht aber Rückenschmerzen. Da Vorfälle meist durch Kompression der Wirbelsäule durch chronische Muskelverspannungen entstehen, kann durch Lockerung von Bindegewebe / Faszien und Muskulatur des Rückens oft erreicht werden, dass der Druck auf die Wirbel nachlässt und die Bandscheibe an ihre ursprüngliche Stelle zurück rutscht. Mit einer Bandscheibenoperation lässt sich zwar in manchen Fällen der Druck auf die Nervenwurzeln und damit die Beinschmerzen auch beseitigen, doch ist eine solche Operation nur in den seltensten Fällen (z.B. bei Beinlähmungen durch Bandscheibenvorfälle) wirklich erforderlich. Bei vielen Rückenschmerzen helfen Bandscheibenoperationen überhaupt nicht, manchmal verschlechtern sie die Schmerzen sogar. Es gibt inzwischen sogar ein spezielles Krankheitsbild, das „Failed-back-surgery-Syndrom“, worunter wieder auftretende Rückenschmerzen nach Operationen zu verstehen sind.

Auch eine Zervicalkanalsthenose (das heißt eine Verengung des Wirbelkanals) lässt sich zwar im Röntgenbild feststellen, ist aber unserer Erfahrung nach auch nur äußerst selten die Ursache von Rückenschmerzen. Diese lassen sich eher mit körpertherapeutischen Verfahren beseitigen.

Typische Rückenbeschwerden

Prinzipiell kann der Rücken überall schmerzen, denn es befinden sich auf dem ganzen Rücken eine Vielzahl von Muskeln, die sich alle in Dauerkontraktion befinden können – einzeln oder zusammen mit anderen. Auch das Bindegewebe / Faszien gibt es natürlich am ganzen Rücken und es kann an unterschiedlichen Stellen zusammen gezogen sein und schmerzen. Manchmal, zum Beispiel bei Hexenschuss, beginnt der Rückenschmerz auch an einer Stelle und breitet sich dann über den ganzen Rücken aus. Im Folgenden haben wir nur diejenigen Rückenbeschwerden aufgeführt, die typischerweise am häufigsten auftreten. Das große Feld der Rückenschmerzen lässt sich unterteilen in:

Schmerzen, Missempfindungen und Bewegungseinschränkungen sind, wie bereits erwähnt, auch an anderen Stellen des Rückens möglich. Verschiedene Rückenbeschwerden können gleichzeitig oder alternierend auftreten. Auch gibt es Kombinationen von Rückenschmerzen mit anderen Beschwerden zusammen, zum Beispiel mit

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Kreuzschmerzen bei Startreflex-Haltung

Die weitaus meisten Schmerzen im unteren Rücken sind auf eine bestimmte Körperfehlhaltung zurückzuführen, die von Betroffenen häufig nicht bemerkt wird. Es handelt sich um die von Thomas Hanna so genannte Startreflex-Haltung oder auch Das Startmuster. Bei dieser Haltung legt man sich mit dem Oberkörper nach hinten, sodass sich der Oberkörper weiter hinten befindet als Becken und Beine. Dieses Zurücklegen kann man nur, indem man die Rückenmuskeln anspannt. Tut man das gewohnheitsmäßig, was häufig unter Stress und anderen Belastungen geschieht, entsteht eine Fehlhaltung in Form einer Dauerkontraktion der Rückenmuskeln. Diese löst sich von alleine nicht mehr, auch im Liegen nicht.

Kreuzschmerzen bei Startreflex-Haltung

Verkürzung der Rückenmuskulatur und Kreuzschmerz

Typischerweise haben Menschen mit Kreuzschmerzen daher auch im Liegen noch ein Hohlkreuz. D.h. der Rücken liegt in Rückenlage in der Taillengegend nicht auf, was er jedoch täte, wenn die Rückenmuskeln entspannt wären. Wegen des damit verbundenen Spannungsgefühls ist die Rückenlage bei Menschen mit Schmerzen im unteren Rücken oft sehr unangenehm. Besonders schmerzhaft ist auch im Stehen meist das Vorbeugen des Oberkörpers. D.h. es schmerzt dann, wenn der untere Rücken besonders unter Dehn-Spannung gerät. Durch die Verkürzung der Rückenmuskulatur kommt man mit solchen Kreuzschmerzen typischerweise beim Vorbeugen nicht mit den Fingerspitzen, geschweige denn mit den Händen auf den Boden. Meist gibt man schon lange vorher auf. Durch diese Verkürzung und den Kreuzschmerz fällt es oft schwer, morgens Schuhe und Strümpfe anzuziehen. Schaukelt sich der Schmerz im unteren Rücken allmählich in die Höhe, tun schließlich alle Rumpfbewegungen weh.

Hauptschmerzstellen bei Patienten

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® untersuchen wir zunächst das schmerzende Gebiet und finden Hauptschmerzstellen, die der Patient auch zeigt:

  1. die Glutäusansätze am Becken hinten und das zugehörige Bindegewebe
  2. die unteren Rückenstrecker und das Bindegewebe / Faszien auf ihnen
  3. das Bindegewebe / Faszien auf dem unteren Rücken in der Taillengegend
  4. das Kreuzbein, auf dem sich ebenfalls Muskelansätze und Bindegewebe / Faszien befinden

GlutäusansätzeGlutäusansätze

Glutäusansätze am Becken hinten und das zugehörige Bindegewebe

Am häufigsten werden die Glutäusansätze gezeigt. Sie befinden sich am Becken hinten oben. Die Glutäen, insbesondere der Glutäus-Maximus-Muskel, sind die großen Gesäßmuskeln, die unserer Hinterpartie die charakteristische Form geben. Es sagt allerdings fast nie jemand, ihm tue der Hintern weh, zumal in der Laienvorstellung nichts davon bekannt ist, dass die großen Gesäßmuskeln so weit oben beginnen.

Für die meisten Menschen beginnt das Gesäß erst da, wo die Gesäßfalte anfängt. Tatsächlich aber sind die Ansätze der großen Gesäßmuskeln diejenigen Stellen am unteren Rücken, von denen die meisten Rückenschmerzen ausgehen.

Manchmal sind nur die obersten Ansätze an den Beckenrändern hinten betroffen, manchmal auch ein breiterer Streifen, oft einschließlich des Kreuzbeins.

Untere Rückenstrecker und das Bindegewebe / Faszien auf ihnen

Die Rückenstrecker sind große Muskelstränge, die rechts und links parallel zur Wirbelsäule verlaufen, und zwar von oben bis unten. RückenstreckerDie längsten von ihnen verbinden das Kreuzbein mit dem Kopf. Die Rückenstrecker setzen sich aus drei verschiedenen kräftigen Muskelsträngen zusammen, die teils nebeneinander, teils übereinander liegen. Sie schmerzen besonders gern im unteren Rücken, im Gebiet der Lendenwirbelsäule, also zwischen hinteren Beckenrändern und dem unteren Ende des Brustkorbs hinten. Sind sie verspannt, kann man in dieser Gegend harte, senkrechte Stränge spüren. Angespannte Rückenstrecker verleihen dem Rücken die charakteristische Hohlkreuzform. Beugt sich jemand mit diesem Spannungsmuster nach vorn, rundet sich der Rücken dort nicht, sondern bleibt gerade wie ein Brett.

Rückenschmerzen aus dem Bindegewebe

Bindegewebe / Faszien auf dem unteren Rücken in der Taillengegend

Kommt der Rückenschmerz im unteren Rücken hauptsächlich aus dem Bindegewebe des unteren Rückens, so zeigen die Patienten ihren Schmerz gewöhnlich großflächig quer hinten in der Taille. Manchmal erstreckt sich die Fläche auch auf das Kreuzbein und die oberen Glutäen. Auch dieser Schmerz kann einseitig oder beidseitig auftreten.

Eine ausgeprägte Fehlhaltung ist oft nicht so sichtbar, wie wenn die Rückenstreckermuskeln betroffen sind. Am liegenden Patienten (in Bauchlage) kann man sehen, dass sich der untere Rücken beim Atmen nicht bewegt, dass also durch das zu feste Bindegewebe / Faszien eine Bewegungseinschränkung besteht.

Auch beim Gehen kann man eine Bewegungseinschränkung in dieser Gegend sehen, indem nämlich das Becken nicht mit bewegt wird (wozu man den unteren Rücken bräuchte).

Die Schmerzen im unteren Rücken, die am Kreuzbein auftreten sind unter »Schmerz Kreuzbein« beschrieben.

Behandlung von Kreuzschmerzen

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln wir die schmerzenden Stellen am Rücken mit Myogelosen- und Bindegewebsbehandlung Die einzelnen Verfahren. Unbedingt erforderlich ist es, außer diesen lokalen manuellen Behandlungen mit den Pandiculations nach Thomas Hanna eine Ganzkörperbehandlung gegen Startmuster durchzuführen. Das Startmuster zieht sich als Fehlspannung durch den ganzen Körper. So sind bei Kreuzschmerzen typischerweise auch die Schultern nach hinten gezogen, die Beine befinden sich in Außenrotation und die Knie sind durchgedrückt. All diese Stellen sind in Dauerkontraktionen erstarrt und das Gehirn lernt bei den Pandiculations nach Thomas Hanna, die einzelnen zugehörigen Muskeln wieder bewusst zu bewegen. Nur wenn man diese Fehlhaltung mitbehandelt, kann man sicher gehen, dass sich die Schmerzen im unteren Rücken nicht immer wieder von neuem einstellen.

Körperbewusstseinstraining für den Rückenschmerzpatient 

Im Körperbewusstseinstraining der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® lernt der Rückenschmerzpatient außerdem die lockere aufrechte Haltung, die er im Alltag einnehmen soll. Er lernt auch, sich wieder so zu bewegen, dass er den Rücken nicht mehr steif hält, sondern ihn in der Alltagsbewegung (z.B. beim Gehen) wieder so einsetzt wie es der natürlichen Bewegung entspricht. Damit lernt der Patient auch, in Stress- und anderen Belastungssituationen nicht mehr in die angespannte Hohlkreuzhaltung zu verfallen, sondern – auch muskulär und bindegewebsmäßig – gelassen zu bleiben. Mit dieser Änderung der Alltagsbewegung bzw. -haltung wird eine dauerhafte Heilung und Vorbeugung von Rückenschmerzen und eine bessere Stressbewältigung erreicht.

Therapeuten, die mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln, finden Sie auf der Therapeutenliste.

Kreuzschmerzen durch Psoasverspannung

Psoas-MuskelSchmerzen im unteren Rücken müssen nicht von den Rückenstreckern und den Glutäusansätzen, also von hinten (siehe Kreuzschmerzen Startmuster), kommen, sondern sie können auch vom Psoasmuskel, also von vorn, kommen. Der Psoas ist ein Muskel, der oben am Oberschenkel, kurz unter der Leiste ansetzt, dann schräg quer durch den Bauch zieht, um dann innen an den einzelnen Wirbel der Lendenwirbelsäule anzudocken. Von der Existenz dieses Muskels haben die meisten Menschen keine Ahnung. Der Psoas ist jedoch ein sehr wichtiger Muskel für die Hüftbeugung wie auch für die Bewegung der Lendenwirbelsäule.

Kreuzschmerzen aufgrund von PsoasverspannungenPatienten, die unter Verspannungen des Psoasmuskels leiden, zeigen, wenn man sie nach dem Ort ihrer Schmerzen fragt, meist direkt die Lendenwirbelsäule und daneben.

Das einfachste Unterscheidungskriterium zwischen den beiden Hauptformen von Schmerz im unteren Rücken ist, den Patienten zu fragen, ob die Schmerzen eher beim Vorbeugen (Startmuster, Rückenstrecker und Glutäen) oder beim Aufrichten (Psoas) auftreten.

Ein guter Hinweis auf Psoasschmerz ist auch, wenn in Rückenlage die Oberschenkel nicht aufliegen. Wenn der Patient mit Kreuzschmerzen, die vom Psoas kommen, steht und geht, kann man die Verkürzung dieses Muskels auch oft sehen: entweder ist der ganze Körper in den Hüftgelenken nach vorn gebeugt oder der Betreffende hat ein Hohlkreuz von unten her, nämlich durch ein gekipptes Becken.

Entstehung

Kreuzschmerzen aufgrund von Psoasverspannungen entstehen manchmal durch berufsbedingte Fehlhaltungen. So behandelten wir einen groß gewachsenen Becker, der Zeit seines Lebens in der Haltung mit gebeugten Hüftgelenken die Backwaren in den Ofen geschoben hatte. Auch beim Sitzen am Computer kommt diese Haltung heute öfters vor. Manchmal sind Psoasverspannungen auch mit Stoppmuster verbunden.

Behandlung

Die Behandlung von Kreuzschmerzen, die durch eine Verspannung des Psoasmuskels bedingt sind, erfolgt in der sensomotorischen Körpertherapie natürlich auf andere Art als beim Kreuzschmerz bei zurück gebeugter Haltung (Startmuster). Beim Psoaskreuzschmerz wird in erster Linie der Psoasmuskel behandelt und zwar mit Pandiculations sowie Myogelosen- oder Triggerpunkt Behandlungen. Im Anschluss an dieses Behandlungen kann man leicht überprüfen, ob die Beine des Patienten in Rückenlage jetzt besser aufliegen und ob er mit besser gestreckten Hüftgelenken stehen kann.

Im Körperbewusstseintraining lernt der Patient, im Alltag beim Stehen, Gehen und Sitzen keine in den Hüftgelenken gebeugte Stellung mehr einzunehmen. Ist außerdem ein Stoppmuster der Körperhaltung vorhanden, so behandelt man auch die zu diesem Muster gehörigen Muster.

Selten kommen auch Kreuzschmerzen ohne die eine oder andere Art von Hohlkreuz vor. Dann sind gewöhnlich die Quadratus-Lumborum-Muskeln beidseits betroffen und/oder nur das Bindegewebe / Faszien des unteren Rückens.

Therapeuten, in der Therapeutenliste behandeln Kreuzschmerzen durch Psoasverspannung.

Gesäßschmerzen

GesäßschmerzenZu den Gesäßschmerzen gehören

Gesäßschmerzen oben sind ungeheuer häufig, sie werden von den Betroffenen aber meist als Rücken- oder Kreuzschmerzen bezeichnet, da es im Allgemeinen unbekannt ist, dass die Gesäßmuskeln bereits oben am Becken hinten beginnen. Die meisten Menschen denken, der Hintern beginne erst da, wo die Längsfalte anfängt. Wegen dieser Vorstellung und wohl auch aus Schamgefühl klagt kaum jemand darüber, dass ihm der Hintern weh tut, obgleich das sehr oft der Fall ist.

Am stärksten betroffen sind meist die Ansätze der Glutäen, also der Muskeln am Beckenrand oben und/oder am Kreuzbein.

Am häufigsten treten die Gesäßschmerzen, bzw. die Schmerzen im unteren Rücken beidseitig beim so genannten Startmuster auf. Damit ist gemeint, dass der Betreffende sich mit dem Oberkörper zurück gelehnt hält. Das ist ihm meistens nicht bewusst. Man kann es aber daran sehen, dass – von der Seite her gesehen – sich die Schulter weiter hinten als die Hüfte befindet (siehe Kreuzschmerzen Startmuster).


Einseitige Gesäßschmerzen

Treten Gesäßschmerzen einseitig auf, ist der Patient von seiner Körperhaltung her meist zu einer Seite geneigt, bzw. verlagert das Gewicht auf eine Seite und lehnt gleichzeitig auf dieser Seite den Oberkörper zurück. Die Schmerzen entwickeln sich gewöhnlich am gewichtsbelasteten Bein (siehe Rückenschmerz einseitig).


Beidseitige Schmerzen im gesamten Gesäß

GesäßschmerzenBei beidseitigen Schmerzen in den Pobacken, d.h. im gesamten Glutäus maximus-Gebiet, sind häufig darauf zurück zu führen, dass die Betreffenden ständig ihre Gesäßmuskeln angespannt halten, was sie sich entweder aus eigenem Antrieb oder auf Empfehlung diverser Fitness-, Gymnastik- oder Tanzlehrer oder Frauenzeitschriften angewöhnt haben. Der „Knackarsch“ tut schließlich entsetzlich weh.

Manche Patienten haben sich auch angewöhnt, mittels Daueranspannung der Pomuskeln die Hüftgelenke zu strecken und so ein Hohlkreuz scheinbar zum Verschwinden zu bringen.

Bei all diesen Angewohnheiten wird der Sensomotorische Körpertherapeut außer der direkten Behandlung ein Körperbewusstseinstraining einsetzen, um die Betreffenden davon abzuhalten, ihr Gesäß weiterhin in Dauerkontraktion zu bringen.

Behandlung

Während einer Behandlung mittels der Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl® wird der Patient zunächst auf seine gewohnheitsmäßige Körperfehlhaltung hingewiesen, man zeigt sie ihm zum Beispiel im Spiegel, denn bis dato hat er von der Existenz seiner Fehlhaltung meist keine Ahnung. Auch sonstige Angewohnheiten, wie ständig die Gesäßmuskeln angespannt zu halten, sind den Patienten meist überhaupt nicht bewusst.

Bevor jedoch der Patient in der Lage ist, seine Haltung und / oder sonstige dumme Angewohnheit selbstständig zu korrigieren, sind meist noch verschiedene körpertherapeutische Maßnahmen nötig: So lockert der Therapeut zum Beispiel zusammen mit dem Patienten die Muskeln am Beckenrand oben, manchmal auch am Kreuzbein mittels Pandiculations (siehe Die Behandlung) und entspannt ansonsten auch Muskeln und Bindegewebe / Faszien an diesen Stellen manuell. Auch Myogelosen- und Bindegewebs- / Faszienbehandlung kommen bei Bedarf zum Einsatz. Schließlich sollte das ganze Gebiet wieder voll beweglich und schmerzfrei sein und sich weich anfühlen. Erst dann kann mit der Haltungsänderung begonnen werden.

Im Körperbewusstseinstraining kommt es vor allem darauf an, dass der Patient seine Fehlhaltung, die seine Schmerzen bedingt hat, nicht nur sehen, sondern vor allem spüren lernt, so dass er sich schließlich auch selbst korrigieren kann. Eventuell kommen Therapeut und Patient während der Behandlung auf andere Schmerz- oder Schwachstellen des Patienten, zum Beispiel an Beinen oder Füßen, durch die die ursprüngliche Fehlhaltung erst ausgelöst wurde. Diese Stellen werden natürlich gleich mit behoben, so dass von daher kein neues Einschleifen der Fehlhaltung mehr erfolgt.


Schmerzen an den Sitzbeinen

Schmerzen an den SitzbeinenSchmerzen an den Sitzbeinen sind mit den Gesäßschmerzen eng verwandt, denn es schmerzt dabei die Sitzfläche, oft kommt es dadurch zu Sitzbeschwerden, was sehr quälend sein kann. Die Sitzbeine sind die untersten Punkte des Beckenknochens, das, worauf man sitzt, worauf das ganze Gewicht des Körpers beim Sitzen ruht. Sie finden Sie, wenn Sie sich im aufrechten Sitzen die Hände unters Gesäß schieben. Dabei merken sie zwei harte Knochen, das sind Ihre Sitzbeine.

Meist schmerzen bei Sitzbeinschmerzen nicht die großen Glutäus-Muskeln sondern die Ansätze der hinteren Oberschenkelmuskeln an den Sitzbeinen. Deswegen kommen Sitzbeinschmerzen relativ häufig bei Beinfehlstellungen vor (siehe Fehlstellungen der Beine), denn damit können Verspannungen in den hinteren Oberschenkelmuskeln einhergehen.

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln wir zum einen lokal die schmerzende Stelle an den Sitzbeinen, zum andern aber auch die Fehlstellung, zu der die Verspannung gehört.

Therapeuten für die Behandlung finden Sie auf der Therapeutenliste.

Einseitige Rückenschmerzen

Treten Rückenschmerzen einseitig auf, gibt es zwei Hauptmöglichkeiten:

  1. Einseitige Rückenschmerzenes handelt es sich um eine einseitige Startreflex-Haltung (siehe Startmuster und Kreuzschmerz Startmuster). Jemand geht im Stehen mit dem Gewicht auf einem Bein und lehnt sich auf der Seite dieses Beines ganz kommod zurück. Im Sinne eines Körperbewusstseinstrainings lässt man die Betreffenden in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® diese Haltung einnehmen und fragt sie nach dem Bekanntheitsgrad fragen. Er dürfte sehr hoch liegen, da sie diese Haltung in ihrem Alltag ständig einnehmen. Sich auf der anderen Seite zurück zu legen, empfinden sie gewöhnlich weniger vertraut und weniger bequem.

    In Dauerspannung befinden sich in diesem Fall alle Muskeln des Startmusters, nur auf einer Seite besonders ausgeprägt, also die Rückenstrecker, der Glutäus-Maximus-Muskel, die rückwärtigen Schultermuskeln usw. (siehe Kreuzschmerzen Startmuster).

  2. es handelt sich um eine Traumareflex-Haltung, d.h. der Betreffende lehnt mit dem Oberkörper nicht zurück, sondern zu einer Seite hin (siehe Traumamuster). In diesem Fall ist der Quadratus-Lumborum-Muskel der einen Seite besonders verspannt. Die Quadratus-Lumborum-Muskeln befinden sich seitlich von der LWS, sie verbinden Becken und Brustkorb miteinander und mit der LWS. Der Patient findet es am bequemsten und vertrautesten, das Gewicht auf ein Bein zu verlagern und den Oberkörper zu einer bestimmten Seite zu neigen.

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln wir der jeweiligen Körperhaltung entsprechend. Das heißt, wir führen mit Pandiculations, Myogelosen- und Bindegewebs- / Faszienbehandlung eine Start- oder Traumamuster-Behandlung durch und schließen entsprechende Übungen und ein Körperbewusstseintraining durch.

Therapeuten, für die Behandlung bei einseitigen Rückenschmerzen finden Sie in der Therapeutenliste.

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