Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
Sensomotorische Körpertherapie
nach Dr. Pohl®
Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
Sensomotorische Körpertherapie
nach Dr. Pohl®

Unterleibsschmerzen durch Verspannungen

Chronische Unterleibsschmerzen. Körpertherapeutisches Verfahren zur Erkennung und Behandlung verspannungsbedingter Unterbauchschmerzen. Was schmerzt im Unterleib und wo? Ursache psychosomatisch?. Ziehen im Unterleib, Pelvipathie. Fester, straffer Bauch - gut oder schlecht?

Unterleibsschmerzen - wie fühlen sie sich an?

Bei Unterbauch- oder Unterleibsschmerzen spürt man einen ziehenden, bohrenden oder auch stechenden, reißenden Schmerz im Bereich zwischen Nabel und Schambein. Diese Bauchschmerzen (Pelvipathie) können so heftig sein, dass man sich vor Schmerz krümmt. Es kann zu regelrechten Bauchkrämpfen kommen. Manche Betroffene können es nur noch im Bett aushalten, mit einer Wärmflasche auf dem schmerzenden Bauch.

Trotz der Stärke der Schmerzen findet man keine organische Ursache. Die Patient/innen - mehr Frauen als Männer - laufen oft jahrelang von Arzt zu Arzt, ohne Hilfe zu finden. Operationen und Behandlungen der inneren Organe bleiben erfolglos.

Bei akuten Unterleibsschmerzen sollten Sie sich umgehend vom Arzt auf organische Ursachen untersuchen lassen: z. B. Blinddarmentzündung, Eierstockentzündung, Prostataentzündung, Leisten- oder Nabelbruch, akute Darmerkrankungen etc. Werden diese Diagnosen bei chronischen Unterleibsschmerzen gestellt, handelt es sich allerdings häufig um Fehldiagnosen.

Unterleibsschmerzen - was schmerzt und wo?

Chronische oder immer wieder kehrende Unterleibsschmerzen fühlen sich an, als kämen sie von tief innen im Bauch, also von den inneren Organen. Sie kommen aber meist von außen, nämlich von Verspannungen

  • im Bindegewebe / Faszien der Haut und Unterhaut des Unterbauchs
  • in den Bauchmuskeln
  • in den Faszien und in der Sehnenplatte der Bauchmuskeln
UnterleibsschmerzenUnterleibsschmerzenUnterleibsschmerzenUnterleibsschmerzen

Welche Muskeln und Bindegewebspartien welche Schmerzen auslösen können, erfahren Sie unter Unterleibsschmerzen - was schmerzt und wo?

Unterleibsschmerzen - was sind die Ursachen?

Verspannungsbedingte Unterleibschmerzen kommen von sehr unterschiedlichen Ursachen und Auslösern (z.B. Narben, Alltags-Gewohnheiten, Fehlhaltungen, Hormone, Kälte, belastenden Lebensumständen u. v. a. m.). Mehr zu den Ursachen erfahren Sie unter Ursachen und Auslöser von Unterleibsschmerzen.

Unterleibsschmerzen - alles psychosomatisch?

Unterleibsschmerzen, die nicht von den inneren Organen ausgehen, gelten häufig als rein psychisch. Die Betroffenen sehen jedoch die psychische Beeinträchtigung nicht als Ursache sondern eher als Folge der Schmerzen. Wie es sich mit der fraglichen psychischen Komponente wirklich verhält, erfahren Sie unter Der Bauch und die Psyche.

Fester, flacher Bauch - gut oder schlecht?

Ein straffer, flacher Bauch gilt als schön, sportlich und gesund - er kann jedoch auch die Fitness beeinträchtigen und zu Beschwerden führen. Wie es sich genau damit verhält, erfahren Sie unter Fester, flacher Bauch - gut oder schädlich?

Unterleibsschmerzen- was kann man dagegen tun?

Schmerzmittel heilen Unterleibsschmerzen nicht, sie können nur ein akuter Notbehelf sein - und häufig sind sie nicht einmal das. Wie man Unterleibsschmerzen langfristig wirkungsvoll körpertherapeutisch behandeln kann, erfahren Sie unter Die Behandlung von Unterleibsschmerzen.

Therapeuten, die Unterleibsschmerzen effektiv körpertherapeutisch behandeln, finden Sie auf der Therapeutenliste.

Chronische Unterleibsschmerzen - Was schmerzt und wo?

Chronische Unterleibsschmerzen durch Verspannungen im Bindegewebe, in Muskeln, Sehnen und Faszien des Unterbauchs. Narbenschmerzen, Bauchmuskel-Schmerzen, Iiopsoas-Schmerzen.

Verspannungen des Unterleibs

Je nachdem, wo die Verspannungen sitzen, können Unterleibsschmerzen

  • eine andere Schmerzqualität haben
  • den ganzen Unterleib erfassen,
  • nur auf einer Seite (rechts oder links) quälen
  • nur im oberen oder unteren Unterbauch schmerzen
  • nur von einem bestimmten Punkt des Unterleibs ausgehen

Hier die Infos zu den verschiedenen Unterleibsschmerzen:

Schmerzen aus dem Bindegewebe / Faszien der Haut und Unterhaut
Schmerzen aus Muskeln, Sehnen und Muskel-Faszien


Schmerzen aus dem Bindegewebe / Faszien der Haut und Unterhaut

Häufigste Ursache rätselhafte Unterbauchschmerzen sind Verspannungen und Verhärtungen im Unterbauch-Bindegewebe / Faszien . Das ist die Schicht, die die meisten nur für Fettgewebe halten. In Wirklichkeit enthält sie aber

  • außer den Fettzellen
  • ein wichtiges dichtes Geflecht von Fibroblasten.

Fibroblasten sind winzige Fasern, die sich flächig zusammen ziehen können (z. B. beim Heilungsprozesse von Wunden). Dauerkontraktionen im Fibroblasten-Netz können

    • die Bauchatmung einschränken
    • Druck- und Engegefühle hervorrufen
    • Unterleibsschmerzen hervorrufen

Schmerzregion

Schmerzen wo?

  • Großflächig überall am Bauch möglich
  • besonders häufig in der Umgebung von Narben
    (wo sie sich beim Heilungsprozess gebildet haben).

Schmerzen wobei?

  • Dauerschmerz
  • meist nicht bewegungsabhängig

Wie feststellbar?

Schmerzregion Bindegewebsverspannungen lassen sich ohne alle Geräte mit geübter Hand leicht ertasten. Man kann sie sogar sehen. Besonders verdächtig sind alle Einziehungen und Querfalten auf dem Bauch.

Macht genau an den Stellen, wo der Bauchschmerz innen empfunden wird, von außen einen Kneiftest, indem man an diesen Stellen die Haut abhebt und zusammendrückt, kann man feststellen:

genau an den innen schmerzenden Stellen fühlen sich Haut und Unterhaut hart und fest an und sind druckschmerzhaft. Daneben ist der gleiche Druck nicht schmerzhaft, Haut und Unterhaut fühlen sich weich an.
Schmerzregion

Der Nachweis, dass die Schmerzen tatsächlich von außen kommen, gelingt dadurch, dass man sie mit der speziellen Bindegewebs- / Faszienbehandlung der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt: werden die man die druckschmerzhaften Stellen außen weich, verschwinden die Schmerzen innen (siehe auch Behandlung von Unterbauchschmerzen.

Verwechslungsgefahr, Fehldiagnosen

Weil die Schmerzen, die vom Bindegewebe / Faszien der Haut und Unterhaut ausgehen, meist tief innen im Unterbauch empfunden werden (die Betroffenen könnten schwören, dass die Schmerzen von innen aus dem Unterleib kommen), werden sie meist für Schmerzen der inneren Organe gehalten und entsprechend fehldiagnostiziert und fehlbehandelt (operiert usw.). Findet man an den inneren Organen nichts, ist eine weitere Fehldiagnose "psychosomatisch" (siehe Der Bauch und die Psyche).

Woher kommen diese Verspannungen?

Verspannungen im Bindegewebe / Faszien der Haut und Unterhaut entstehen durch alles, was den Bauch festmacht. Häufige Ursachen sind Narben, Operationen, Fehlhaltungen und ungünstige Alltagsgewohnheiten (Bauch einziehen!). Näheres dazu unter Ursachen und Auslöser chronischer Unterbauchschmerzen.


Schmerzen aus Muskeln, Sehnen und Muskel-Faszien

Bei Unterleibschmerzen durch Verspannungen findet man auf den betreffenden Muskeln oder auf deren Faszien und Sehnen harte Stränge und druckschmerzhafte Punkte. Je nachdem, wo und wie es schmerzt, gehen die Schmerzen aus

  • von den äußeren Bauchmuskeln
    • schräge Bauchmuskeln
    • querer Bauchmuskel
    • gerader Bauchmuskel
  • von den inneren Bauchmuskeln
    • Iliopsoas- Muskeln
    • Quadratus-lumborum-Muskeln

Schräge Bauchmuskeln

Die schrägen Bauchmuskeln verlaufen in den Diagonalen vom Brustkorb der einen Seite bis zum Becken der anderen Seite. Vorn mündet jede Seite in die große Sehnenplatte (Faszie) in der Mitte des Bauchs.

Schmerzregion

Schmerzen wo?

  • im gesamten Bauchbereich und
  • auf den Rippenbögen

möglich

  • meist am Unterleib außen

Schmerzen wobei?

Die Schmerzen machen sich am meisten

  • beim Drehen und
  • beim Seitwärtsneigen

bemerkbar.


Querer Bauchmuskel

Der quere Bauchmuskel verläuft, wie sein Name sagt, quer über den ganzen Bauch- und Magenbereich bis in den Rücken hinein. Er dient vor allem der Atmung.

Schmerzen wo?

  • im gesamten Bauchbereich möglich
  • auch außen in der Taille

Schmerzen wobei?

  • beim tiefen Atmen
  • beim Baucheinziehen
  • beim Bauch-Herausstrecken

Gerader Bauchmuskel

Der gerade Bauchmuskel erstreckt sich vom Brustbein unten bis zum Schambein.Schmerzregion Er ist es, der bei starkem Training mit Gewichten die Sixpacks macht. Verspannt ist er vor allem bei der Fehlhaltung Stoppmuster.

Schmerzen wo?

A) Gegend um den Nabel (sehr häufig)

  • Wodurch verursacht?
  • Schlüsselloch-Operationen über den Nabel
  • und nach Nabelbrüchen und Nabelbruch-Operationen.
  • Bei Kindern eventuell Folge des Abnabelns.
    Kinder klagen ganz besonders oft über Bauchweh und zeigen dabei die Gegend um den Nabel (siehe Bauchweh der Kinder).

B) auf und über dem Schambein

      auf den Ansätzen des geraden Bauchmuskels am Schambein-Knochen, bzw. auf der Bauchfaszie.


Schmerzregion

      Oft

Begleitbeschwerden:

    • Blasenschmerzen und
    • andere Blasenbeschwerden wie
      • häufiger Harndrang,
      • Harnverhalt
      • Inkontinenz
      (siehe Blasenbeschwerden)
    • Atmung in den Unterbauch blockiert, keine tiefe Bauchatmung möglich

Schmerzen wobei?

  • Beim Rückwärtsbeugen
  • Vor oder beim Wasserlassen

Ist der obere Teil des geraden Bauchmuskels verspannt, kann das Magenschmerzen und Oberbauchschmerzen auslösen.

Schmerzen woher?

Fehlhaltungen, Verletzungen, Operationen


Iliopsoas-Muskeln

Bauchmuskelschmerzen können auf Verspannungen in den Iliopsoas-Muskeln zurück zu führen sein. Die Iliopsoas-Muskeln verlaufen auf jeder Seite

  • vom Oberschenkel vorn oben
  • schräg durch den Bauch hindurch
  • und setzen innen an der Lendenwirbelsäule an.

Schmerzregion

Schmerzen wo?

  • Tief innen im Bauch
  • meist einseitig

Schmerzen wobei?

  • Immer
  • Schmerz verstärkt sich
    • in Rückenlage mit ausgestreckten Beinen
    • in Bauchlage
    • im Gehen beim Bewegen des Beins nach hinten
    • im Stehen bei völliger Aufrichtung

Am ehesten noch aushaltbar:

  • zusammengekrümmt im Sitzen
  • zusammengekrümmt in Seitlage

Verwechslungsgefahr

Schmerzen des rechten Iliopsoas werden häufig mit Schmerzen durch eine

  • Blinddarmentzündung verwechselt. Schon mancher "Wurmfortsatz" (Blinddarm) wurde aus diesem Grund unnötigerweise entfernt.

Manche Frauen halten Iliopsoas-Schmerzen auch für

Oft Begleitbeschwerden:

Woher kommen Iliopsoas-Verspannungen?

Psoas-Verspannungen ergeben sich häufig bei Fehlhaltungen und ungünstigen Alltagsgewohnheiten. Näheres dazu unter Ursachen und Auslöser chronischer Unterbauchschmerzen.


Quadratus-Lumborum-Muskeln

Die Quadratus-Lumborum-Muskeln sind die innersten Muskeln im unteren Rücken und werden daher oft auch als Schmerz hinten im Bauch wahrgenommen. Auch die quadratischen Lendenmuskeln kommen als Verursacher von Unterbauchschmerzen in Betracht, vor allem bei einseitigen Unterleibs- Schmerzen. Schmerzregion

Schmerzen wo?

  • dumpfer Schmerz in der Bauchmitte, sehr tief innen

Schmerzen wobei?

  • beim Aufstehen,
  • schrägen vorbeugen (Strümpfe anziehen)

Verwechslungsgefahr

Auch dieser Muskel kann -

  • Blinddarmschmerzen oder
  • Eierstockschmerzen simulieren

und wird bei manchen Frauen vor allem während der Periode aktiv (siehe Periodenschmerzen).

Begleitbeschwerden

  • oft Schmerzen im unteren Rücken, meist fehlhaltungsbedingt

Behandlung von Unterleibschmerzen und - verspannungen

Je nachdem von welchen Bindegewebspartien, Muskeln, Sehnen oder Faszien die Unterleibsschmerzen ausgehen, behandeln wir sie in der sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® unterschiedlich. Wie diese Behandlung vor sich geht, erfahren Sie unter Behandlung von Unterleibsschmerzen.

Therapeuten

Auf der Therapeutenliste finden Sie geschulte Spezialisten für die Behandlung Ihrer Unterleibsschmerzen.

Fester, flacher Bauch - gut oder schädlich?

Ein fester, flacher Bauch gilt als Ideal von Schönheit, Sportlichkeit und Gesundheit. Er kann aber auch unfit und krank machen. Vorstehender Bauch durch Fehlhaltung. Gesunde und ungesunde Bauchmuskelübungen.

Der Bauch als Feind

Der Bauch ist wohl das meist gehasste Körperteil. Einen runden, weichen Unterbauch zu haben, halten die meisten heute für

  • einen Schönheitsfehler
  • eine reine Fettansammlung
  • ein Zeichen von schlaffen, untrainierten Bauchmuskeln

Sie meinen, diesen Bauch bekämpfen zu müssen.

Das Ideal

Medien und Sportstudios preisen einen ständig festen, flachen Bauch, der sich von außen hart anfühlt, als

  • Schönheitsideal

und als Zeichen von

  • Sportlichkeit
  • Gesundheit
  • Jugendlichkeit

Auch meint man, mit einem festen Bauch die Wirbelsäule zu stützen und dem Rücken etwas Gutes zu tun.
Um dieses Ideal zu erreichen, geben sich viele große Mühe. Sie

  • machen spezielle Gymnastikprogramme
  • stählen die Bauchmuskeln im Fitness-Studio
  • lernen, den Bauch ständig eingezogen zu halten

Aber lohnt sich das?

Lesen Sie, was es mit folgenden Aussagen wirklich auf sich hat:

"Ständiges Baucheinziehen lässt den Bauch flacher erscheinen."
"Ein fester, harter Bauch ist stark und sportlich".
"Ein fester Bauch macht einen festen, geraden Rücken."
"Ein fester Bauch ist gesund."
"Den Bauch zu bewegen ist gesund."


"Ständiges Baucheinziehen lässt den Bauch flacher erscheinen."

Stimmt.

Aber !!

  1. Bretter-Bäuche sind unnatürlich
    Flache, gerade Bäuche, die wie Bretter aussehen, sind - auch bei den schlanksten Menschen - nicht natürlich.
  2. Ein leicht nach außen gewölbter Bauch ist kein vorstehender Bauch.
    Die normale Form des Unterbauchs ist leicht nach außen gewölbt - ganz besonders bei der Frau.
    Leicht vorgewölbt
    • heißt nicht: vorstehend
    • heißt nicht: dick.
  3. Vorstehende Bäuche kommen nicht durch schwache Bauchmuskeln.
    Vorstehende Bäuche kommen durch
    • Speck und/oder
    • Fehlhaltungen
  4. Vom Einziehen geht der Speck am Bauch nicht weg.
    Der bleibt. Das ständige Angespannthalten des Bauchs vermittelt nur eine Illusion.
        Ein ständig eingezogener Bauch kann sogar
    Heißhungerattacken
      auslösen und damit den Speck am Bauch vermehren.
  5. Vom Einziehen geht die Fehlhaltung nicht weg
    Bei Fehlhaltungen ist die Bauchmuskulatur nicht erschlafft, sondern der Bauch wird unwillkürlich herausgedrückt.
        Die Fehlhaltung wird durch Einziehen und Auftrainieren der Bauchmuskeln nicht beseitigt.

    Fehlhaltungen
  6. Durch die Fehlhaltung Stoppmuster, die vorgebeugte Haltung (siehe Abbildung und unter Stoppmuster) drückt man den Unterbauch heraus. Durch Baucheinziehen verschlimmert man diese Fehlhaltung: es zieht einem noch mehr nach vorn.
  7. Bei der Fehlhaltung Startmuster (siehe Abbildung und unter Startmuster wird durch das Zurücklehnen in die Hohlkreuzhaltung der gesamte Bauch herausgestreckt.
  8. Durch die Fehlhaltung Vorbeugung in den Hüftgelenken (siehe Abbildung) kippt es den ganzen Bauchinhalt nach vorn unten - und man bekommt einen Entenhintern.

"Ein fester, harter Bauch ist stark und sportlich."

Stimmt - aber nur sehr kurzfristig

Denn:

  1. Die Bauchmuskeln sollten nur dann hart sein, wenn sie gegen die Schwerkraft arbeiten
    Wie jeder Muskel sollten auch die Bauchmuskeln sich abwechselnd anspannen und entspannen. Wenn Sie ein Gewicht heben oder sich zurückbeugen, müssen sich die Bauchmuskeln vorübergehend hart machen, um das Gewicht bzw. das Körpergewicht gegen die Schwerkraft zu halten.
  2. Dauernd hart ist nicht sportlich, sondern verspannt.
    Ein dauerhaft harter Bauch kann sich nicht mehr entspannen und nicht mehr bewegen. Er lässt sich beim Sport nicht mehr einsetzen.
  3. Dauernd hart ist nicht stark
    Ein ständig harter Bauchmuskel ist nicht stark, sondern verspannt. - selbst wenn er dick und kräftig aussieht, denn verspannte Muskeln haben keine Kraft.
      Wie jeder Muskel kann die Bauchmuskulatur ihre Kraft nur in der Bewegung entfalten. Dauerkontraktion der Bauchmuskeln blockiert ihre Kraft.
  4. Weich ist nicht schlaff
    Wenn man im Stehen, Sitzen oder Liegen auf den Bauch drückt, sollte er sich immer weich anfühlen und elastisch nachgeben. Ein elastisch-weicher Bauch im Ruhezustand ist nicht schlaff sondern natürlich und gesund. Wirklich schlaffe Bauchmuskeln bekommt man nur bei einer schlaffen Lähmung durch
    • Verletzung der Bauchnerven,
    • Schlaganfall oder
    • Querschnittslähmung.
    Diese Schlaffheit ist extrem selten.
  5. Ständig harte Bauchmuskeln behindern die Atmung.
    Hauptaufgabe der Bauchmuskulatur ist die Atmung. Dafür muss sie locker sein. Sonst kommt es unausweichlich zu Atemeinschränkungen (es gibt keine Bauchatmung mehr).
      Bei jedem Ausatmen macht sich der Bauch etwas fester, um die inneren Organe nach oben in die Zwerchfellkuppel zu schieben. Bei jedem Einatmen müssen sich die Bauchmuskeln ganz lockern, damit sich die Lunge nach unten ausdehnen kann.
  6. Ein harter Bauch macht schlapp und wenig leistungsfähig.
    Weil die Muskeln durch die Atemeinschränkung nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt sind, bewirkt ein ständig harter Bauch auf Dauer das Gegenteil von Fitness: Abnahme der Kondition und der körperliche Leistungsfähigkeit.
  7. Mit dauernd harten Bauch fühlt man sich auf Dauer ausgepowert
    Die Atemeinschränkung durch den harten Bauch schlägt auch auf Antrieb und Stimmung. Man fühlt man sich
    • insgesamt abgeschlagen,
    • kraft- und energielos,
    • manchmal sogar depressiv
  8. Pilates' "Powerhaus" gibt überhaupt keine Power
    Sofern die Pilates-Übungen mit dauernder Anspannung durchgeführt werden und das "Powerhaus" aus dauernd harten Muskeln besteht, gewinnt man dadurch keine Kraft. Im Gegenteil: durch die Atemeinschränkung reduziert es die Kraft und die körperliche Leistungsfähigkeit

"Ein fester Bauch macht einen festen, geraden Rücken."

Stimmt.

Aber !!

  1. Ein fester, gerader Rücken ist ein ungesunder Flachrücken
    Bei normaler Ausgangshaltung verschwindet durch verkürzte Bauchmuskeln die natürliche Einwärtswölbung des Rückens in der Taille. Der Rücken wird übergerade und unbeweglich. Sehr ungesund, sehr unsportlich.
  2. Eine Hohlkreuzhaltung verschwindet durch einen festen Bauch nichtEine Hohlkreuzhaltung entsteht durch verspannte, verkürzte Rückenmuskeln (siehe oben unter Fehlhaltungen: Startmuster, Vorbeugung in den Hüftgelenken). Hält man zusätzlich den Bauch angespannt, ist man nur doppelt verspannt.
  3. Eine Hohlkreuzhaltung verschwindet durch einen festen Bauch nicht
    Eine Hohlkreuzhaltung entsteht durch verspannte, verkürzte Rückenmuskeln (siehe oben unter Fehlhaltungen: Startmuster, Vorbeugung in den Hüftgelenken). Hält man zusätzlich den Bauch angespannt, ist man nur doppelt verspannt.
  4. Ein fester Bauch macht den Rücken starr
    Ist der Rücken starr, bewegt er sich im Alltag (zum Beispiel beim Gehen) nicht mehr. Man wird steif.
  5. Die Bauchmuskeln sind zum Bewegen da - nicht zum dauerhaften Halten oder Stützen.
    FehlhaltungenWie alle Muskeln sind auch die Bauchmuskeln darauf angelegt, dass sie sich abwechselnd anspannen und entspannen. Sie stützen und halten nur kurzfristig, wenn sie uns bei der Bewegung gegen die Schwerkraft halten müssen. Bei aufrechter Haltung befindet sich der Körper im Lot. Weder Körper noch Rücken brauchen dabei eine Stütze.
  6. Um die Wirbelsäule dynamisch aufrecht zu halten, braucht es einen lockeren, beweglichen Bauch.
    Als Zweibeiner hat der Mensch kein statisches sondern ein dynamisches Gleichgewicht. Die aufrechte Haltung ist nur mit lockeren, reaktionsbereiten Muskeln zu erreichen. Deswegen sind kleine Kinder von Anfang an total aufrecht - ohne Bauch- oder Rückenmuskeltraining und mit einem gerundeten, weichen Bauch.
  7. Ein dauernd fester Bauch macht instabil
    Ist der Bauch ständig fest, verliert auch der Rücken an Anpassungsfähigkeit und dynamischer Stabilität. Man fällt leichter.
  8. Ein dauernd fester Bauch kann zu Rückenschmerzen führen
    Rückenschmerzen kommen in erster Linie von Dauerkontraktionen in der Muskulatur. Ist der Rücken durch Dauerkontraktion des Bauchs erstarrt, wird er zu Anwärter von Schmerzen.

"Ein fester Bauch ist gesund"

Ganz falsch!

Ein ständig flacher, harter Bauch ist extrem ungesund, denn er führt zur Mangeldurchblutung der Bauchdecke und Bauchorgane. Man merkt es daran, dass der Bauch sich von außen kalt anfühlt. Außerdem werden die inneren Organe unbeweglich. Normalerweise werden sie von der Atmung ständig mitbewegt und durchmassiert. Das entfällt, wenn der Bauch starr ist.
Daher kann ein harter Bauch einen Rattenschwanz an gesundheitlichen Folgeproblemen nach sich ziehen.

  1. Ein ständig harter Bauch kann Schmerzen verursachen: allen voran
    Unterleibsschmerzen, Oberbauchschmerzen
    aber auch
    Rückenschmerzen,
    Leistenschmerzen,
    Beckenbodenbeschwerden,
  2. Durch einen ständig harten Bauch kann es auf Dauer zu Funktionsstörungen an den inneren Organen kommen.
    Häufige sind:
    • Atemstörungen Bei verspanntem Unterleib kann man nicht mehr tief in den Bauch atmen, die Lunge kann sich nicht ausreichend ausdehnen. So können Kurzatmigkeit und Hyperventilation entstehen.
    • Magenschmerzen, (vor allem, wenn der obere Teil des Bauchs eingezogen ist).
    • Verdauungsstörungen, Verstopfung, Reizdarm, Blähbauch (durch die harte Bauchdecke wird die Darmbewegung behindert).
    • Blasenbeschwerden von der Reizblase bis zum kompletten Harnverhalt (Blasenbeschwerden, sogenannte "chronische Prostatitis")
    • Durch die Mangeldurchblutung kann der ständig harte Bauch auch Potenz- und Libido-Störungen bewirken. Das Spektrum reicht von Unfruchtbarkeit bis zur Impotenz, siehe unter Sexuelle Störungen.
  3. Durch einen ständig harten Bauch kann es auf Dauer zu psychischen Störungen kommen. Näheres dazu unter Der Bauch und die Psyche.

"Den Bauch zu bewegen ist gesund."

Stimmt!

Aber !!

Die meisten Bauchmuskel-Übungen machen den Bauch unbeweglich.

    Bauchmuskelübungen wie Situps, Curls usw. arbeiten meist mit ständigem Halten und Steigern der Anspannung. Solche Bauchmuskel-Übungen machen die Bauchmuskeln nur fest, dick und verhärtet, nicht aber beweglich und geschmeidig. Sie führen zur Verspannung der Bauchmuskeln und sind extrem ungesund.
      Bei gesunden Buchmuskelübungen wechseln Anspannung und Entspannung - und zwar innerhalb der Übung.

Hier eine gesunde Bauchmuskelübung
Rückenlage, Beine aufgestellt, beide Hände verschränkt hinter dem Übergang von Kopf und Nacken.
Mit der Ausatmung Kopf und Oberkörper langsam anheben und die Ellenbogen einander annähern.
Dabei den geraden Bauchmuskel und die Brustmuskeln spüren.
Extrem langsam Oberkörper, Kopf und Ellbogen wieder zurücklegen. Dabei normal weiter atmen.
      Wichtig ist das langsame Zurücklegen. Das ist für das Gehirn viel schwieriger zu steuern, als wenn es nur ein Kommando "anspannen" und ein Kommando "loslassen" gibt. Wenn der Bauchmuskel beim Heruntergehen zittert, ist das kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen dafür, dass der Muskel so verspannt ist, dass das bewusste Gehirn ihn nicht mehr voll ansteuern kann. Es wird nach einigen Wiederholungen besser, die Bewegung fließender.

Der gerade Bauchmuskel wird mit dieser Übung zwar auch stärker (durch das Heben des Körpergewichts), aber auch entspannter (durch das langsame Zurücklegen).

Eine lockere Bauchmuskulatur bewegt sich im Alltag

    Wenn Sie den Bauch nicht festmachen, bewegen Sie die Bauchmuskeln ohne jedes absichtliche Training,
    • wenn Sie gehen
    • wenn Sie etwas aufheben
    • wenn Sie sich umdrehen
    • wenn sie atmen
    und bei vielem anderen mehr!

Fazit:

Bauchmuskeln sollten vor allem locker und funktionstüchtig sein, um eine freie Beweglichkeit, eine tiefe Atmung und eine gute Verdauung zu ermöglichen. Tun Sie alles, um ihren Bauch wieder locker und frei beweglich zu bekommen!


Wie kann man einen ständig festen Bauch wieder loswerden?

Leider verselbständigt sich die Gewohnheit des Bauchfesthaltens mit der Zeit. Man kann den Bauch nicht mehr locker lassen. Selbst wenn man es will, ertappt man sich immer wieder dabei, dass man den Bauch festmacht und die Atmung anhält.
Daher empfiehlt sich in chronifizierten Fällen eine Behandlung mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl®.
Wie diese Behandlung bei zu festen Bäuchen abläuft, erfahren Sie unter Die Behandlung von Unterbauchschmerzen bzw. bei den einzelnen Störungen.

Und was kann man gegen die Folgeschäden tun?

Auf der Therapeutenliste finden Sie professionelle Therapeuten, die Sie von Ihrem festen Bauch und seinen Folgeschäden wieder befreien können.

Ausführlich wird die Bauch-Problematik auch im Artikel Über Bäuche und Bauchmuskeln abgehandelt.

Ursachen und Auslöser chronischer Unterleibsschmerzen

Operationen, Narben, dumme Angewohnheiten und Fehlhaltungen, Vergewaltigungen und andere Traumen, falsche Kleidung und psychische Belastungen können Ursache oder Auslöser chronischer Unterleibsschmerzen sein.

Chronische Unterleibsschmerzen, bei denen sich keine organische Ursache finden lässt, haben vor allem folgende Ursachen:

Als Auslöser und Verstärker können wirken


Ursachen

Narben, Operationen

SchmerzregionUnterleibsschmerzen treten sehr häufig im Anschluss an Unterbauchoperationen auf - manchmal auch viele Jahre danach. Diese postoperativen Schmerzen gehen vom verspannten Gewebe an den Narben und in der Narbenumgebung aus.  Als Verursacher kommen vor allem in Betracht

  • Blindarmoperationen
  • Bruchoperationen (besonders häufig: Nabel- und Leistenbrüche)
  • Kaiserschnitte
  • Hysterektomien (Gebärmutterentfernungen)
  • Operation von Verwachsungen, Briden
  • vorübergehende künstliche Darmausgänge
  • Schlüsselloch-Operationen über den Nabel
  • und andere Unterleibsoperationen

SchmerzregionDie betreffende Narben selbst und die Gegend um die Narben herum sind gewöhnlich fester als das umgebende Gewebe, sie sind druckschmerzhaft und lassen sich kaum vom Untergrund abheben. (Eine ausführlichere Darstellung des Narbenproblems allgemein finden Sie unter Narbenschmerzen und Narbenbeschwerden).

Leider sind postoperative Schmerzen (persistent postsurgical pain) und deren Ursachen bei den meisten Ärzten bisher unbekannt. Die Chirurgen sehen die Patienten nur unmittelbar nach der (gelungenen) Operation und haben keine Ahnung von den Folgeschäden. Da die Ursache unbekannt ist, werden postoperative Unterleibsschmerzen oft für psychisch gehalten (siehe Der Bauch und die Psyche). Oder es wird tragischerweise nachoperiert. Dabei entstehen immer neue Narben, deren Schmerzen dann Anlass für neue Operationen sind - ein Teufelskreis. Die Betroffenen selbst sind an diesem Teufelskreis oft aktiv beteiligt. Da sich die Schmerzen für sie anfühlen, als kämen sie von ganz innen, denken sie, bei den vorigen Operationen sei

  • etwas übersehen
  • etwas falsch zusammen genäht,
  • etwas im Bauch vergessen

worden etc. Daher drängen sie die Ärzte, nochmals aufzumachen, um von ihrem Leiden endlich erlöst zu werden - leider wieder vergebens.


Vergewaltigungen und sexueller Missbrauch

Vergewaltigungen sind nicht nur ein psychisches Trauma, sie hinterlassen auch deutliche Verspannungen und damit Schmerzquellen im Körper. Schon dadurch, dass das Opfer dabei

  • nicht sexuell erregt ist
  • nicht feucht wird
  • insgesamt in Abwehr und Angst ist

sind alle Muskel- und Bindegewebspartien von Unterbauch und Beckenboden bei der Vergewaltigung extrem angespannt - und bleiben es häufig auch noch lange Zeit nach dem Vergewaltigungstrauma.

Durch diese unwillkürlichen Dauerspannungen bildet sich häufig eine negative Erwartung und Angst in Bezug auf alle sexuellen Kontakte mit einem Mann. Es kommt zur Übergeneralisierung: einem unwillkürlichen körperlichen Zusammenziehen vor dem Eindringen des Mannes, auch wenn es der geliebte Partner ist. Das kann jeden normalen Sex unmöglich machen und zu Unterbauch-, Beckenboden- und Scheidenkrämpfen führen. In extremen Fällen erfolgt Notaufnahme im Krankenhaus (siehe Vaginismus). Zur Behandlung dieser Schäden durch Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch siehe Die Behandlung von Unterleibsschmerzen.


Andere traumatische Verletzungen

Andere Traumen sind vor allem stumpfe Verletzungen des Bauchraums durch Stöße, Hiebe, Tritte, Unfälle (dabei kann sich z. B. einen Fahrradlenker oder ein Autolenkrad in den Bau rammen). Ursache und Reaktionen sind hier individuell sehr unterschiedlich. Die Folgen solcher Verletzungen können sich auch nach Jahren noch bemerkbar machen.


Psychische Belastungen

Zwar sind chronische Unterleibsschmerzen, bei denen man keine Beeinträchtigungen an den inneren Organen findet, nicht in dem Sinne psychosomatisch, dass sie nur im Kopf oder Psyche der Betroffenen existieren. Wohl aber können sie sich unter psychischer Belastung verstärkt bemerkbar machen, weil sich dann der Bauch reflexhaft mehr anspannt. Mehr zur psychischen Komponente erfahren Sie unter Der Bauch und die Psyche.

Identifikationen

Beobachten wir kranke nahestehende Personen mit organisch bedingten Unterbauchschmerzen, z.B. mit Blasenkrebs, Gebärmutterkrebs und beschäftigen uns innerlich viel mit deren Leid, kann das dazu führen, dass wir selbst Unterbauchschmerzen bekommen. Müssen wir ständig mit ansehen, wie sich jemand vor Schmerzen krümmt, kann es durch starkes Mitgefühl zu einer Über-. Aktivität der Spiegelneuronen im Gehirn und zu einer unbewussten Identifikation mit dem Leidenden kommen. Wir ziehen uns dann unwillkürlich ebenfalls im Unterbauch zusammen. Manchmal haben Hinterbliebene dann an der gleichen Stelle Beschwerden wie Verstorbene.


Dumme Angewohnheiten und Fehlhaltungen

Bei körperlichen dummen Angewohnheiten bringt man Muskeln so häufig in Dauerkontraktion, bis sich der Zustand automatisiert, so dass man nicht mehr anders kann. Es entsteht eine eingefleischte Gewohnheit, bei der Muskeln und Bindegewebe / Faszien in einem dauernden Verkürzungszustand sind, der willkürlich nicht mehr korrigierbar ist.

Baucheinziehen

Den Bauch ständig eingezogen zu halten, ist bei weitem die häufigste und gleichzeitig die dümmste und schädlichste aller Angewohnheiten. Meist zieht man den Bauch zuerst absichtlich ein, während man das später unabsichtlich ständig tut. Das Einziehen ist auf Dauer sehr ungesund und das Gegenteil von Fitness, denn es schränkt die Atmung ein und kann Funktionsstörungen an den inneren Organen wie z. B. Blasenbeschwerden, bewirken. Ausführlicher unter Fester, flacher Bauch - pro und contra.

Vorgebeugtes Sitzen im Rundrücken

Sitzen im Rundrücken mit eingeklemmtem Unterbauch ist eine sehr häufige, sehr beliebte Gewohnheit, die
vorgebeugtes Sitzenvorgebeugtes Sitzen

  • sofort die Bauchatmung einschränkt und
  • auf Dauer Verspannungen im Unterbauch bewirkt und
  • damit zu entsprechenden Beschwerden führen kann

Sitzen auf zu niedrigen Stühlen oder Sesseln (Abb. ganz rechts)und arbeiten an zu niedrigen Arbeitsplatten begünstigen diese Gewohnheit. Sitze, die hinten tiefer sind als vorn (viele Autositze!!) führen unweigerlich zum Entstehen dieser Sitzhaltung. Sie führt außer zu Unterbauchbeschwerden, die von der Bauchdecke ausgehen, auch zu Atemstörungen häufig auch zu Nackenschmerzen.

Sitzen und Stehen mit stark gebeugten Hüftgelenken

Hüftgelenksbeuger
Der Iliopsoas-Muskel als Hüftgelenksbeuger

Wenn die Unterleibsbeschwerden von verspannten Iliopsoasmuskeln im Inneren des Bauchs ausgehen, gebeugte Hüftgelenkeliegt die Ursache oft darin, dass man mit zu stark gebeugten Hüftgelenken sitzt oder steht.

  • Im aufrechten Stehen sollten die Hüftgelenke gar nicht gebeugt sein
  • im Sitzen nur im 90°-Winkel gebeugt sein, so dass Oberschenkel und Körper einen rechten Winkel bilden.

 


Am häufigsten entsteht die überstarke Beugung der Hüftgelenke

  • wenn die Arbeitsplatte zu weit weg ist
  • wenn Arbeitsplatte oder Tisch zu niedrig sind ( so dass man die Beine nicht mehr darunter bringt).

gebeugte HüftgelenkeEine chronisch stärkere Beugung in den Hüftgelenken führt zu einer Fehlhaltung(siehe unter Unterleibsschmerzen was schmerzt und wo?). Da der Psoas-Muskel innen an der Wirbelsäule ansetzt, ist diese Fehlhaltung häufig mit Rückenschmerzen verbunden (siehe unter Kreuzschmerzen durch Psoasverspannung).

Falsche Kleidung

Eine völlig banal erscheinende Ursache für Unterleibsschmerzen, auf die man gewöhnlich nicht kommt, liegt in der Kleidung.
gebeugte HüftgelenkeGefährlich sind vor allem

  • starre enge Gürtel
  • starre, große Gürtelschnallen
  • zu enge, unelastische Hosenbünde.

Harte Gürtel, in der Taille oder tiefer getragen, bewirken vor allem bei vorgebeugtem Sitzen halbringförmige Einschnürungen des Unterbauchs, die sich mit der Zeit schmerzhaft bemerkbar machen können. Eine große, starre Gürtelschnalle z. B. aus Metall, die man sich im Sitzen in den Bauch drückt, kann mit der Zeit einen "unerklärlichen" Schmerz in der Unterbauchmitte hervorrufen.


Chemotherapie

Chemotherapie in der Krebsbehandlung kann zu starken Verfestigungen im Bindegewebe / Faszien der Haut und Unterhaut von Bauch und Brustkorb führen, so dass man sich fühlt wie in einem Panzer und Schmerzen entwickelt.


Auslöser von Unterleibsschmerzen

Manche Faktoren lösen zwar akut Unterleibsschmerzen aus, aber nur wenn zuvor schon Unterleibsverspannungen durch andere Ursachen bestanden haben. Zu den Auslösern zählen vor allem

Hormonelle Auslöser, Periodenschmerzen, PMS

Bei Frauen treten Unterbauchschmerzen häufig vor oder während der Menstruation auf oder verstärken sich in dieser Zeit. Daher glauben die meisten Frauen (aber auch die meisten Ärzte), die hormonelle Umstellung sei die Ursache dieser Schmerzen (siehe Menstruationsschmerzen).

In Wirklichkeit ziehen sich unter bestimmen hormonellen Bedingen Bindegewebe / Faszien und Muskulatur nur verstärkt zusammen. Die Schmerzen spürt man da, wo schon vorher Verspannungen waren, die jetzt erst schmerzhaft zum Vorschein kommen. Daher haben Frauen ganz unterschiedliche Periodenschmerzen: außer Unterleibsschmerzen können es Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Oberschenkelschmerzen, u.v.a.m. sein. Wer nicht verspannt ist, hat gar keine Periodenschmerzen.

Da die hormonelle Situation nicht ursächlich sondern auslösend ist, kann man Menstruationsschmerzen ohne weiteres mit der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® zum Verschwinden bringen (siehe Die Behandlung von Unterleibsschmerzen).


Kälte

Ein verspannter Unterbauch ist bei vielen in hohem Maße kälteempfindlich und reagiert schon auf einen kalten Luftzug. Ein nasser Badeanzug oder das Stehen vor einer Tiefkühltruhe im Supermarkt reichen oft aus, latente Unterleibsschmerzen akut zu machen. Häufig führt Kälte am Unterbauch auch zu Blasenbeschwerden.


Psychische Belastungen

Zwar sind chronische Unterleibsschmerzen, bei denen man keine Beeinträchtigungen an den inneren Organen findet, nicht in dem Sinne psychosomatisch, dass sie nur im Kopf oder Psyche der Betroffenen existieren. Wohl aber können sie sich unter psychischer Belastung verstärkt bemerkbar machen, weil sich dann der Bauch reflexhaft mehr anspannt. Mehr zur psychischen Komponente erfahren Sie unter Der Bauch und die Psyche.


Viele Faktoren zusammen

Häufig wirken bei Unterleibsschmerzen viele Faktoren zusammen. Im Laufe des Lebens kann man sich durch Operationen, Verletzungen, Narben, dumme Angewohnheiten, falsche Kleidung etc. immer mehr Schutzhaltungen und Verspannungen im Unterbauch zulegen, die sich unter psychischen und anderen Belastungen noch verstärken, bis irgendwann die Unterleibsschmerzen zum Ausbruch kommen.


Die Behandlung von Unterleibsschmerzen

Leider führt das Erkennen der Ursachen noch nicht zur Schmerzfreiheit, wenn es auch, Ängste nehmen, die Verkrampfung lockern und damit den Schmerz etwas lindern kann.

Wie man mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® professionell eingefleischte Gewohnheiten auflösen, Narben behandeln, ein Körperbewusstsein für dieses Gebiet entwickeln kann und vieles anderes mehr, erfahren Sie unter Die Behandlung von Unterleibsschmerzen.

Therapeuten, die Unterleibsschmerzen mit dieser Methode behandeln, finden auf der Therapeutenliste.

Der Bauch und die Psyche

Unterleibsschmerzen psychosomatisch? Körper wie Psyche reagieren auf Bedrohungen und körperliche Verletzungen. Körpertherapeutische Verfahren zum Verstehen und Behandeln von Unterbauchschmerzen. Angst, Depression nicht Ursache sondern Folge von Verspannung.

Alles psychosomatisch?

Patienten/innen mit starken Unterleibsschmerzen irren oft jahrelang von Arzt zu Arzt, da keiner eine Ursache ihrer Schmerzen an ihren inneren Organen findet.

Eine Erklärungsschiene lautet dann:
"Das ist nur psychosomatisch".
"Da ist nichts. Sie sind körperlich vollkommen gesund".
"Es muss bei Ihnen psychisch sein!".

Psychologische Fehlinterpretationen von Bauchschmerzen

Psychosomatisch ausgerichtete Ärzte und Psychotherapeuten geben dann häufig psychologische Interpretationen wie:

Unterleibs-Schmerz nach Geburt

Eine Frau schildert, dass ihre Schmerzen nach dem Gebären (mit Kaiserschnitt) aufgetreten sind.
Die Interpretation: Die Frau habe die Geburt ihres Kindes psychisch nicht verarbeitet, sei ihrem Kind gegenüber ambivalent, müsse an ihrer Beziehung zu ihrem Kind arbeiten, u.a.m.

Unterleibs-Schmerz nach Gebärmutterentfernung

Eine andere Frau schildert, dass ihre Unterleibsschmerzen nach einer Gebärmutterentfernung aufgetreten sind.
Die Interpretation: die Schmerzen kämen daher, dass die Frau die mit der Operation verbundene Beeinträchtigung ihres Frauseins nicht verkraftet habe. Deshalb habe sie psychisch bedingte Unterbauchschmerzen an der Stelle, wo vorher das Organ war.

Die Betroffenen fühlen sich mit diesen Interpretationen meist völlig missverstanden. Sie spüren genau, dass ihre Beschwerden körperlich sind.

Deutungen, die so am Erleben des /der Betreffen vorbeigehen, erreichen überhaupt nichts. Durch das Erleben des Nichtverstandenseins können sie die Bauchbeschwerden sogar verschlimmern, weil man mehr in Angst gerät und sich damit mehr zusammen zieht.

Körperliche Ursache: z. B. eine Narbe

Meiner Erfahrung (H.P.s) nach haben die Patient/innen recht: Sie haben eine körperliche Störung. Chronische Unterbauchschmerzen sind nicht psychosomatisch, jedenfalls nicht in dem Sinne, dass sie nur im Kopf oder Psyche der Betroffenen existieren. Tatsächlich gehen die Schmerzen in Fällen wie oben meist von den Narben aus. Erst durch

  • die ständigen Schmerzen,
  • die Atmungseinschränkung durch die Narbe und
  • die Erfolglosigkeit aller Untersuchungen und Behandlungen

werden die Patientinnen allmählich psychisch mürbe - auch wenn sie mit ihrem Kind noch so glücklich sind und sich in ihrem Frausein nicht beeinträchtigt fühlen.

Auch ohne Narbe findet sich immer eine körperliche Ursache von chronischen Unterleibsschmerzen: eine Verspannung in Muskeln, Faszien, Bindegewebe/Faszien.

Erfolglose Psychotherapie

Machen die Betroffenen dennoch wegen ihrer Unterbauchschmerzen eine Psychotherapie, sind sie von deren Erfolg oft enttäuscht. Selbst wenn sie ihnen für ihr Leben geholfen hat, so sind doch die ursprünglichen Unterbauchschmerzen meist geblieben. Die Erfolge rein sprachlicher Psychotherapie sind bei chronischen Schmerzen generell niedrig - bei Unterleibschmerzen erst Recht. Und Ursachen wie Narben ändern sich dadurch gar nicht.


Wie Bauch und Psyche tatsächlich zusammenhängen

Neue Sichtweise

Dennoch kann jeder im Alltag einen deutlichen Zusammenhang zwischen Bauch und Psyche feststellen - und der geht über den Körper.
Der Zusammenhang von Bauch und Psyche basiert auf einer physiologischen Verbindung, dem Schreckreflex. Das ist eine uralte physiologische Schutzreaktion des Körpers zum Schutz der inneren Organe, die in tiefen, unwillkürlichen Hirnstrukturen verankert ist.

Der Schreckreflex

Schon fast ab dem Geborenwerden reagieren Muskeln, Faszien und Bindegewebe / Faszien der Bauchdecke auf alle

  • Verletzungen
  • Angriffe
  • plötzlichen starken Sinnesreize

hochsensibel mit einem sofortigen Zusammenziehen. Schon ein leichter Schlag auf den Bauch, ein plötzliches, lautes Geräusch bewirken, dass wir auf der Vorderseite zusammen zucken und uns blitzartig nach vorne wegducken.

Der Bauch reagiert schon auf die Vorstellung

Später setzt der Schreckreflex nicht nur bei realen Angriffen, sondern bereits bei vorgestellten Angriffen und Bedrohungen jeder Art ein.
Zentrum des Schreckreflexes ist die Bauchdecke. Wir merken es daran, dass wir in brenzligen Situationen und bei jeder Art von Angst oder negativer Vorstellung den Bauch festmachen und die Luft anhalten. Das klappt sogar in der Identifikation: Ist der Held/die Heldin im Film bedroht, halten wir mit ihm die Luft an, danach ist oft ein erleichtertes Aufatmen hörbar.

Normale Reaktion

Der Schreckreflex ist eine normale, vorübergehende psychophysische Reaktion, bei der Körper und Seele nicht zu trennen sind. Sobald Schreck oder Bedrohung vorüber sind, löst sich der Bauch wieder und wir atmen frei.
Gefährlich wird es erst, wenn Dauerkontraktionen am Bauch entstehen (ausführlicher unter Stoppmuster).

Schmerz durch Dauerkontraktion

Der Schreckreflex kann zum Dauerzustand werden. Dann werden aus vorübergehender starker Anspannung der Bauchmuskulatur Dauerkontraktionen in Muskeln, Faszien und Bindegewebe, die sich willkürlich nicht mehr lösen lassen.
Die Dauerkontraktionen bestehen selbst im Schlaf fort und führen schließlich zu Bauchschmerzen und Unterleibsschmerzen.

Wodurch bilden sich Dauerkontraktionen?

Dauerkontraktionen im Unterleib bilden sich

  • durch einmalige, traumatische Erlebnisse (wie Operationen, Vergewaltigungen)
  • durch dauerhafte oder immer wiederkehrende Bedrohungen
  • durch viele andere Dauerbelastungen mehr, wie z. B. durch Kälte
  • durch Identifikationen mit kranken nahestehenden Personen

Ausführlicher ist das dargestellt unter Ursachen und Auslöser von chronischen Unterleibsschmerzen).

Verstärkung unter psychischen Belastungen

Dauerspannungen in Muskeln, Faszien und Haut-Bindegewebe / Faszien des Bauchs können sich unter länger dauernden psychischen Belastungen noch verstärken, z.B. vor einer Scheidung, bei drohendem Arbeitsverlust oder drohender Abschiebung usw..
Die Verstärkung unter psychischer Belastung kommt daher, dass wir alle uns in solchen Situationen unwillkürlich stärker zusammen ziehen - und zwar vor allem auf der Vorderseite. Wir sind dann in ständiger gespannter, ängstlicher Erwartung. Bei Kindern entsteht so das Bauchweh morgens vor der Schule, wenn die Schule negativ erlebt wird (siehe auch unter Kinderbauchweh).

Teufelskreis

Die Schutzreaktion, die weitere Verletzungen vorwegnimmt, führt zu einer Überempfindlichkeit. Je stärker die Dauerkontraktion, desto stärker wird die Empfindlichkeit: der Bauch reagiert immer heftiger und schneller auf alle Formen von Beeinträchtigung oder Bedrohung. Oft reagiert der Unterbauch schon auf leise Berührungen oder geringfügige Kälte. Selbst enge Kleidung kann zu verstärkten Beschwerden führen. Erst recht die Erwartung von schmerzhaftem Sex. Dabei spielt es keine Rolle, wie Dauerkontraktionen und Unterleibsschmerzen ursprünglich entstanden sind (z.B. durch eine Operation).

Depression und Angst - nicht Ursache sondern Folge

Dadurch, dass ein verspannter Unterleib immer mit einer Atemeinschränkung verbunden ist (man kann nicht mehr tief in den Bauch atmen), kommt es bei Unterleibschmerzen häufig sekundär zu Angst, Depression und Gereiztheit. Nicht die Angst oder Depression sind Ursache der Unterleibsschmerzen, sondern sowohl Schmerz wie psychische-körperliche Beeinträchtigung sind Folge der Unterleibsverspannung (Näheres auch unter Angst und Depression und im Artikel Sensomotorische Körpertherapie bei Angst und Depression.

Daher lassen sich sowohl die Schmerzen im Unterbauch wie die Atemstörungen wie auch die ängstliche oder depressive Verstimmung körpertherapeutisch behandeln


Behandlung von Bauch und Psyche

Schon das Wissen um die psychophysischen Zusammenhänge kann zu einer gewissen Entängstigung, Entlastung und damit zur teilweisen Entspannung führen. Vollständig und nachhaltig kurieren lassen sich die Unterbauchschmerzen dann mit der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® einer Verschränkung von manuell-körperlichen, neurobiologischen und mentalen Methoden. Wie das geht, steht unter Die Behandlung von Unterleibsschmerzen

Therapeuten

Auf der Therapeutenliste finden Sie Ärzte, Psychotherapeuten und Heilpraktiker, die Unterleibschmerzen mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln.

Weitere Infos zu Bauch und Psyche

Auf dieser Website
steht zum Thema Psychosomatik einiges in den längeren Artikeln

Alles psychosomatisch?
(ausführlicher Artikel - öffnet sich in neuem Fenster)

pdfPsychosomatik - eine neue Sichtweise

pdfKörpertherapie bei Unterbauch- und Beckenbeschwerden

Eine ausführliche Darstellung und Erklärung des Zusammenhangs von Bauch und Psyche finden Sie im Buch von Dr. Helga Pohl.

Weitere Beiträge ...

Das Buch von Dr. Pohl

  • Das Buch von Dr. Pohl