Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
Sensomotorische Körpertherapie
nach Dr. Pohl®
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nach Dr. Pohl®

Halsbeschwerden

Halsbeschwerden wie Halsschmerzen werden eigentlich immer als von innen kommend wahrgenommen. Man muss jedoch akute Halsbeschwerden und chronische Halsbeschwerden unterscheiden. Akute Halsbeschwerden wie zum Beispiel akute Halsschmerzen kommen tatsächlich meist von innen, z.B. durch eine akute Entzündung infolge von Erregern. Chronische Halsbeschwerden fühlen sich dagegen nur so an, als kämen sie von innen, kommen tatsächlich aber von außen. Chronische oder immer wieder kehrende Halsbeschwerden lassen sich daher auch von außen behandeln.

Phänomenologie des Halserlebens

Insgesamt ist der Hals vorn eine Gegend, in der wir uns leicht bedroht fühlen. Unsere ganze Vorderseite empfinden wir als schutzbedürftiger, ausgesetzter, empfindlicher als die übrigen Teile des Körpers. Wir Menschen sind die einzigen Lebewesen, die diese empfindliche, verletzliche Vorderseite ganz der Außenwelt zugewandt halten. Tatsächlich sind wir hier leichter verwundbar als auf unserer, als robuster wahrgenommenen Rückseite. Ganz besonders trifft das auf die Halsvorderseite zu, da man uns hier ohne weiteres die Luft abdrücken und uns damit töten kann. Bei Tieren gilt es als Unterwerfungsgeste, wenn der Besiegte dem Feind die Kehle entgegenstreckt.

HalsbeschwerdenBei Patienten mit Myogelosen und/oder Bindegewebsverspannungen am Hals ist das Gewebe von Haus aus überempfindlich. Sie vertragen oft nicht einmal Halstücher, Schals, Rollkragenpullover, Hemdkrägen am Hals, so dass ihnen eine Halsbehandlung erst recht bedrohlich erscheint. Wir bemühen uns während der Behandlung auf diesen Aspekt der Bedrohlichkeit mit viel Verständnis und Einfühlungsvermögen einzugehen.

Da wir alle gelernt haben Weinen durch Anspannen der Halsmuskulatur zu unterdrücken, ist es nicht verwunderlich, dass wir Therapeuten beim Lockern der Halsmuskulatur während Behandlung mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® häufig Weinen erzeugen. Meist beziehen sich die Tränen auf keinen bestimmten Inhalt und die Patienten sind selbst über ihr Weinen erstaunt. Manchmal kommen auch Erinnerungen an konkrete Erlebnisse hoch.

Auf der Therapeutenliste finden Sie qualifizierte Therapeuten zur körpertherapeutischen Behandlung Ihrer Halsbeschwerden.

Chronische Halsschmerzen

Chronische Halsschmerzen sind Schmerzen am oder im Hals, die ständig da sind oder in kurzen Abständen immer wieder kehren, aber nicht auf akute Infekte Verletzungen, Geschwüre oder andre organische Ursachen zurück gehen. Bei diesen Halsschmerzen findet man bei medizinischen Untersuchungen nichts, sehr zum Leidwesen der verzweifelten Betroffenen. Allerdings können bei diesen "funktionellen" Beschwerden oder bei denen immer wieder Infekte auftreten. Wie viele Beschwerden werden chronische Halsschmerzen meist tief innen empfunden, sind aber auf Dauerkontraktionen außen zurück zu führen. Am häufigsten sind bei chronischen Halsschmerzen das Unterhaut-Bindegewebe / Faszien am Hals vorn bis seitlich und Teile der Zungenbeinmuskulatur betroffen.

Chronische HalsschmerzenIn der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® lassen wir uns vom Patienten zunächst zeigen, wo genau ihm ständig der Hals wehtut, an welcher Stelle des Halses er also seine chronischen Halsschmerzen empfindet. So wird die diagnostizierte "Seitenstrangangina" gewöhnlich am Hals vorn außen gezeigt (und nicht in der Mitte, wohl aber innen empfunden). Chronische oder chronisch rezidivierende Halsentzündungen wie auch den Hals betreffende Allergien können auch dadurch entstehen, dass der Betroffene mittels des Styloglossus-Muskels unmerklich die Zunge hinten an den Gaumen presst, und/oder den Kehlkopf mit den suprahyoidalen Muskeln ständig hochgezogen hält. Das ist eine unbemerkte Angewohnheit, die immer einsetzt, wenn sich der Patient zum Beispiel unter Druck oder Stress fühlt. Damit wird auch gleichzeitig die Atmung gedrosselt. Der Patient kann diese Stelle oft erst zeigen, wenn man seine Aufmerksamkeit, seine Körperwahrnehmung auf den Hals lenkt.

Das Pressen der Zunge vorn an den Gaumen ist zwar ziemlich verbreitet, scheint aber nicht so schädlich zu sein, da es die Atmung unbeeinträchtigt lässt. Presst jemand die Zunge hinten an den Gaumen, reicht im Allgemeinen die Bindegewebs- / Faszienbehandlung nicht, sondern es muss auch die Mundbodenmuskulatur mit behandelt werden, vor allem der Styloglossus-Muskel, der vom Processus styloideus zum Zungengrund zieht. Im Falle des Hochziehens des Kehlkopfs sollte auch die suprahyoidale Muskulatur mit behandelt werden. Auch der Palatopharyngeus-Muskel hinten am Gaumen befindet sich oft in Dauerkontraktion und sollte daher in die manuelle Behandlung der chronischen Halsschmerzen mit einbezogen werden.

Außerdem wird ein Patient mit immer wieder kehrenden Halsschmerzen in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® via mittels Körperbewusstseinstraining dazu gebracht, die unwillkürliche Angewohnheit des Zungehochziehens und des Gaumen-"engmachens" zunächst zu bemerken, dann willkürlich nachzumachen und wieder zu lösen, so dass er sie schließlich auch bei Stress und anderen Belastungssituationen aufgeben kann.

Wie bei den meisten Beschwerden wird in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® auch bei den Halsschmerzen die Kopf- und Körperhaltung mit untersucht und gegebenenfalls behandelt.

Vereinzelt klagen Patientinnen auch über Halsschmerzen als Periodenschmerzen (sic!). Diese Halsschmerzen kommen also jedem Monat einmal wieder. Das ist dadurch möglich, dass sich während der hormonellen Umstellung, wie sie zur Zeit der Periode herrscht, sich oft alle Schwachstellen, d. h. verspannten Stellen schmerzhaft melden, während in der übrigen Zeit der sensorische Anteil der Störung unter der Schmerzgrenze bleibt. Dadurch haben unterschiedliche Frauen unterschiedliche Periodenschmerzen. Die Behandlung von Halsschmerzen vor oder während der Periode unterscheidet sich von nicht von derjenigen der übrigen Halsschmerzen. Gegebenenfalls werden gleichzeitig als Periodenbeschwerden auftretende Bauch-, Rücken- oder Kopfschmerzen mitbehandelt.

Therapeuten, die Sie auf der Therapeutenliste finden, können Ihre Chronischen Halsschmerzen professionell körpertherapeutisch behandeln.

Stimmstörungen, Dysphonien

Die Stimme

Es gibt organisch bedingte Stimmstörungen (z.B. nach einer Kehlkopfoperation) wie auch nicht organisch bedingte, bei denen sich trotz eingehender medizinischer Untersuchungen keine Ursache für die Stimmstörung finden lässt.

Zu den nicht organisch bedingten Stimmstörungen zählen zum Beispiel:

Um nicht organisch bedingte Stimmstörungen zu verstehen, muss man sich ein paar anatomische und physiologische Details vergegenwärtigen:
Die Störung der Stimme kann sowohl auf ein gestörtes Funktionieren der eigentlichen Sprechwerkzeuge zurückzuführen sein, wie auch auf Störungen in der Atemmuskulatur sowie in der Kopf- und Körperhaltung.

Stimmstörungen Die Stimme funktioniert ungefähr wie ein Blasinstrument: Es gibt eine Reihe einstellbarer "Klappen" und Resonanzräume: Lippen, Nase, Nebenhöhlen, Kiefer, Kehlkopf, Stimmbänder im Kehlkopf, Halsmuskeln. Und es muss ein Luftstrom durch diese Klappen ziehen, um einen Ton zu erzeugen. Bei der Stimme ist das der Ausatem, denn Sprechen und Singen sind Ausatemvorgänge. Der Luftstrom hängt vom richtigen Einsatz der Atemmuskeln und von der Körperhaltung ab. Daher können sowohl Störungen in den "Klappen" und Resonanzräumen wie auch Störungen der Atemmuskulatur und Fehlhaltungen sich als Stimmstörung bemerkbar machen. Die Stimme ist also unmittelbar von der Atmung abhängig. Stimmstörungen sind daher immer auch Atemstörungen und Atemstörungen machen sich daher auch meist als (mehr oder weniger ausgeprägte) Stimmstörungen bemerkbar. Wir sprechen normalerweise vor allem mit dem Unterbauch, denn die Kraft zum Sprechen kommt aus dem Unterbauch Wir sind also alle eigentlich "Bauchredner".

Befinden sich die Bauchmuskeln durch Dauerkontraktion immer in Ausatemposition (der Bauch bleibt immer ganz flach), kann zu wenig eingeatmet werden und es steht infolgedessen zu wenig Luftstrom für das Sprechen zur Verfügung. Die Stimme wird kraftlos. Diese Stimmstörung ist nicht eine Sache zu schwacher, sondern zu verspannter Bauchmuskeln! Durch knallhart auftrainierte Bauchmuskeln kann man eine Stimmstörung nicht etwa heilen sondern direkt erzeugen. Um die Stimmkraft zu verbessern und eine Stimmstörung zu behandeln, muss man die Bauchmuskeln nicht auftrainieren sondern lockern! Der Bauch muss bei der Einatmung wieder herauskommen dürfen! Dass dem so ist, sieht man an folgendem: Ein Baby hat schon gleich nach der Geburt genügend Kraft in seinen Bauchmuskeln, um laut und kräftig zu schreien - ohne alles Training. Im Ruhezustand sind seine Bauchmuskeln butterweich. Es hat keine Stimmstörung.

Später im Leben kann von außen sehen, ob jemand mit dem Unterbauch spricht oder nicht. Und man kann der Stimme auch anhören, ob jemand von unten aus dem Bauch spricht oder nur von oben. Aus dem Bauch hört sich die Stimme voller, kräftiger, wohltönender an und wird besser gehört, besser bemerkt und besser verstanden.

Auch eine Körperhaltung kann man an der Stimme hören. Steht oder sitzt man in vornüber gebeugter Haltung und/ oder mit gesenktem Kopf, (siehe Stoppmuster) drückt man sich selbst an Oberbauch, Brust und Hals den Luftstrom ab. Es kann ein Gefühl von "Kloß im Hals" oder eine chronische Heiserkeit entstehen. Bei der chronischen Heiserkeit und der rauen Stimme herrschen oft außerdem eine Fehlkoordinationen der gesamten Atemmuskulatur vor. Manchmal tragen auch Narben durch Verletzungen und Operationen am Hals zu chronischer Heiserkeit bei, zum Beispiel nach Schilddrüsen-Operationen. Bei diesen Eingriffen kommt es öfters zu Verspannungen der Muskulatur und des Bindegewebes des Halses, wodurch die Fehlorganisation der Atemmuskulatur erst in gang gesetzt wird.

Den zu hohen oder zu tiefen Stimmen, ebenso wie den kraftlosen und monoton depressiven Stimmen liegt im Allgemeinen eine zu große Unbeweglichkeit des vorderen Halses zugrunde. Bei der Piepsstimme ist der Kehlkopf chronisch nach oben gezogen, bei der zu tiefen, brüchigen Stimme chronisch nach unten. Die kraftlose Stimme kommt dadurch zustande, dass die Betroffenen beim sprechen zu wenig die Bauchmuskulatur betätigen, zum Beispiel, weil sie den Bauch ständig eingezogen halten. Fasst man von außen auf den Unterbauch, ist bei diesen Stimmstörungen hart und unbeweglich. Ist der Bauch frei beweglich locker, sollte sich auch der Beckenboden mitbewegen. Selbst der Beckenboden ist am Sprechen beteiligt.

Bei der näselnden Stimme sind gewöhnlich Nase und Nebenhöhlen, also ein Teil der Resonanzräume, zu und sollten mitbehandelt werden. (siehe Nasen- und Nebenhöhlenbeschwerden


Stimme und Stimmung

Es ist ganz deutlich, dass Stimme und Stimmung unmittelbar miteinander zu tun haben. Meist hören wir schon am Telefon, wie jemand gestimmt ist. Bei den Stimmstörungen im Sinne einer depressiven Stimme ist der Kehlkopf meist in der Mitte fixiert und rührt sich weder beim Atmen noch beim Sprechen (es gibt keine Höhen und Tiefen). Auch der Mund und das gesamte Gesicht bewegen sich beim depressiven Sprechen wenig. Dasselbe gilt für die Atemmuskulatur. Fröhliche Stimmen sind akzentuierter und modulierter, es gibt mehr Unterschiede in der Stimmgebung, d.h. sowohl die "Klappen" wie die Resonanzräume wie die Stärke des Luftstroms werden in ständig variierende Bewegung versetzt. Eine depressive Stimmen entsteht, wenn man sich auf der Vorderseite stark zusammenzieht, was häufig bei lang dauernden Belastungen der Fall ist, in die man selbst aktiv nicht eingreifen kann.

Als Auslöser von Stimmstörungen ist auch an eine antrainierte falsche Sing- und Atemtechnik vor allem bei Sängern zu denken. Zur Verbesserung der Kraft und des Volumens der Stimme bei Sängern wird nach der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl ® die gesamte Atemmuskulatur (bzw. das Bindegewebe / Faszien auf ihr) und zwar einschließlich des Beckenbodens untersucht und gegebenenfalls behandelt. Danach ändert sich die Singstimme beträchtlich: sie klingt meist voller und das Volumen wird größer. Außerdem wir das Singen lustvoll und weniger anstrengend, da alle unnötigen Bremsen durch unwillkürlich festgehaltene Muskulatur wegfallen.

Bei der Stimmstörung Aphonie bringt man keinen Ton mehr heraus, trotz - oder wegen - aller Anstrengung. Die Stimme bleibt zumindest vorübergehend ganz weg. Häufiger ist die Stimme kaum noch hörbar. Es kann passieren, dass man die für die Stimme zuständigen Muskeln so in Dauerspannung hält, dass sie sich verkrampfen und man sie nicht mehr bewegen kann. Dadurch blockiert man sich selbst die Stimme. Etwas Ähnliches passiert beim Stottern, nur geraten beim Stottern eher die Sprechmuskeln vor Überanstrengung in einen Krampf.

Diese Art von Aphonie tritt z. B. häufig bei Menschen in Sprech-Berufen auf, die wie z.B. bei Lehrer. Häufig wird dann eines Kehlkopfentzündung diagnostiziert, die sich aber mit den herkömmlichen Mitteln nicht recht behandeln lässt. Manche werden durch Aphonie und verwandte Stimmstörungen berufsunfähig.. Das Leiden ist in dieser Berufsgruppe deswegen so häufig, weil sie extrem stimmlich gefordert sind, so dass sich fehlerhafte Atem- und Stimmorganisation hier am meisten bemerkbar macht. Bei dieser Art von Aphonie kann man im Allgemeinen beobachten, dass sich die Betreffenden im Hals ungeheuer anstrengen, während sie sich gleichzeitig mit den Bauch- und Brustmuskeln die Luft abdrücken, anstatt diese Muskeln zum Atmen und Sprechen einzusetzen. Oft sieht man eine forcierte Halsatmung, bei der vor allem die Sternocleidomastoideus- ,die Scaleni- und die suprahyoidalen Muskeln angespannt werden, während der Bauch hart und starr bleibt.

Aphonie tritt auch als Schreckreaktion auf: in plötzlichen traumatischen Situationen verschlägt es einem die Sprache, weil alle Muskeln sich plötzlich unwillkürlich zusammenziehen und sich willkürlich nicht mehr bewegen lassen.

Behandlung von Stimmstörungen

Halsbehandlung

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man alle bisher erwähnten Stimmstörungen zunächst mit der Bindegewebs- / Faszienbehandlung des Halses vorn. Sollte das noch nicht ausreichen, kann man mit aktiver Triggerpunktbehandlung bzw. Pandiculations noch die äußeren Zungenbein- und Kehlkopfmuskeln mit bearbeiten. Auffallend ist, dass Patienten mit Stimmstörungen diese Muskeln zunächst willkürlich nicht bewegen können und erst langsam wieder lernen müssen, die bewusste Steuerung dieser Muskeln zurück zu gewinnen. Das geschieht mit den Pandiculation und dem Körperbewusstseinstraining.

Am Kehlkopf selbst vor allem der Cricothyroideus-Muskel (direkt am Kehlkopf vorn unten) und der Thyrohyoideus-Muskel (er stellt die Verbindung zwischen Kehlkopf und Zungenbein her).

Körperbehandlung

Bei allen Stimmstörungen beachtet man in der sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® unbedingt die übrige Körperorganisation, vor allem beim Atmen und Sprechen. In erster Linie geht es dabei um die Bauch- und die übrige Atemmuskulatur, denn Sprechen ist ja ein Ausatemvorgang. Hier ist neben der Halsbehandlung natürlich eine Behandlung der Bauch- und Brustmuskulatur bzw. des Bindegewebes durch Pandiculations, Myogelosen und Bindegewebsbehandlungen nötig, aber auch viel Körperbewusstseinstraining unter Simulation der Berufssituation. Durch die manuellen Behandlungen lösen sich die Verspannungen in Muskulatur und Bindegewebe / Faszien und durch das Körperbewusstseinstraining wird die falsche und die richtige Koordination der Atem- und Stimmmuskeln bewusst und der Patient kann über beide Organisationsformen wieder frei verfügen, anstatt hilflos der falschen Atem- und Stimmführung ausgeliefert zu sein.

Wenn Sie bei Stimmstörungen einen Therapeuten in Ihrer Nähe suchen: bitte schauen Sie auf die Therapeutenliste.

Reizhusten und chronisches Räuspern

Beim Reizhusten und beim Räusper-Tic wird gehustet bzw. geräuspert, obgleich keine Erkältung besteht und auch kein Schleim abgehustet oder durch Räuspern nach außen befördert wird. Normalerweise wird der aufsteigende Schleim in der Kehle als Reiz gespürt und löst den Husten oder das Räuspern aus, wodurch der Schleimpfropf nach oben herausgebracht wird.

Reizhusten und chronisches Räuspern

Reizempfindung

Beim Reizhusten und beim chronischen Räuspern wird an einer bestimmten Stelle – die wechseln kann – penetrant immer wieder ein Reiz empfunden, der den Husten bzw. das Räuspern antreibt. Tatsächlich stammt jedoch die Reizempfindung nicht von einem Schleimpfropf oder einem Fremdkörper im Hals, sondern kommt von außen, meist aus dem Unterhautbindegewebe, manchmal auch von der Halsmuskulatur. Die Bewegung des Hustens beseitigt die Reizempfindung - wenn überhaupt - dann nur für kurze Zeit. Oft kommt es zu einem nahezu permanenten Hüsteln oder Räuspern, das die Betroffenen selbst oft nicht mehr wahrnehmen, das ihre Umgebung aber nicht selten ungeheuer nervt. Manchmal kommt es auch zu scheinbar unbegründeten lang andauernden großen Hustenanfällen, die von der Umgebung als ganz schwerwiegend empfunden, von den Betroffenen aber nur als mäßig störend erlebt werden.

Erfahrungen mit Reizhusten

Die betroffenen Patienten ziehen mit ihrem chronischen Husten oder Räuspern häufig von einem HNO-Arzt zum nächsten, machen sich Vorwürfe wegen ihres Rauchens und fürchten manchmal, unter Kehlkopfkrebs zu leiden. Da aber kein Arzt je Muskeln oder Bindegewebe / Faszien an ihrem Hals untersucht, findet auch keiner eine körperliche Veränderung, die Reizhusten oder Räuspern erklären könnte. Wie bei den meisten Beschwerden, bei denen die Medizin keinen körperlichen Befund feststellen kann, landen die Betroffenen in der Psychoecke. Ihre Beschwerden gelten nun als psychisch bedingt, was diese leider auch nicht besser werden lässt.

Behandlung von Reizhusten

Während der Behandlung mit der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® von Reizhusten, Hustenreiz und chronischem Räuspern wird das Bindegewebe / Faszien bzw. die Halsmuskulatur an der Stelle gelockert, an der der Patient den Husten- bzw. Räusperreiz anzeigt. Nach erfolgreicher Behandlung dieser Partien sind die Beschwerden meist schon verschwunden, wenn nicht, muss als nächstes die Atemmuskulatur Formen der Fehlatmung bzw. das Bindegewebe / Faszien auf ihr in die Behandlung einbezogen werden.

Anspannung der Halsmuskeln

Damit Reizhusten, chronischer Hustenreiz und chronisches Räuspern nicht wieder kommen, achtet man in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® auch auf den Zusammenhang mit der übrigen Körperhaltung und –bewegung des Patienten Fehlhaltungen, insbesondere auf alles, was die Anspannung am Hals betrifft. Es ist meist der Fall, dass die Patienten, die unter Reizhusten oder einem Räusper-Tic leiden, bei allem was sie tun - vor allem bei jeder Anstrengung - als erstes die Halsmuskeln anspannen. Sie tun dies zum Beispiel beim Aufstehen, beim Gehen oder beim Anheben von Gegenständen oder auch beim Spielen von Blasinstrumenten. Damit schaffen sie sich den Reiz, der zum Husten oder Räuspern führt, unwillkürlich selbst, ohne es zu merken. Denn diese Anspannung ist ihnen zunächst völlig unbewusst, sie läuft gewohnheitsmäßig ab und wird daher nicht von den bewussten oberen Hirnteilen, sondern von den unbewussten unteren Hirnteilen gesteuert.

Körperbewusstseinstraining

Das Körperbewusstseinstraining der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® Die einzelnen Verfahren hilft den Patienten, sich ihre „dummen Angewohnheiten“ bewusst zu machen und sie schließlich aufzugeben, indem sie die bewusste Steuerung der Halsmuskulatur wieder erlangen. Oft muss auch an der gesamten Atemmuskulatur gearbeitet werden, so dass die Patienten schließlich lernen, aus der Tiefe von Unterbauch und Beckenboden zu atmen und zu sprechen und den Hals dabei locker und beweglich zu lassen.

Sind die Blockaden in Muskulatur und Bindegewebe / Faszien durch die verschiedenen ineinander greifenden Methoden der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® aufgelöst, führt dies bei den Patienten meist auch zu einer Stimmungsverbesserung, sie werden extrovertierter und äußern sich spontaner.

Siehe auch unter »Fehlatmung«.

Therapeuten, die Reizhusten und chronisches Räuspern körpertherapeutisch behandeln, finden Sie auf der Therapeutenliste.

Schluckstörungen

Schluckstörungen werden meist als ausgesprochen lästig erlebt. Manchmal führen Schluckstörungen dazu, dass man kaum mehr etwas hinunter bringt. Daher nehmen Menschen mit Schluckstörungen häufig stark ab. Manchmal werden Patienten mit Schluckstörungen daher für magersüchtig gehalten, was sie jedoch keineswegs sind. Menschen mit Schluckstörungen würden gerne mehr essen, wenn sie nur besser schlucken könnten. Schluckstörungen machen den Betroffenen häufig Angst. Meist werden Schluckstörungen vorn am bzw. im Hals wahrgenommen.

Normalerweise geschieht das Schlucken der festen oder flüssigen Nahrung völlig unbewusst und ist unserer Aufmerksamkeit entzogen. Zwar können wir auch willkürlich schlucken, aber wir können auch dann kaum sagen, was genau dabei eigentlich geschieht. Das Schlucken geschieht im Normalfall leicht, mühelos und selbstverständlich.

SchluckstörungenErst wenn das Schlucken schwierig wird, wenn also eine Schluckstörung entsteht, merken die Betroffenen, dass dabei offensichtlich irgendetwas in ihrem Hals geschehen muss. Was genau aber beim Schlucken bzw. bei ihrer Schluckstörung geschieht oder geschehen sollte, bleibt ihnen weiterhin unklar. Sie merken nur, dass das, was früher selbstverständlich war, sich auf einmal als eine äußerst schwierige Aufgabe darstellt. Sie bringen kaum einen Bissen herunter, müssen sich beim Schlucken konzentrieren und über die Maßen anstrengen. Nicht selten nehmen sie deswegen an Gewicht ab.

Häufig kommt es auch praktisch bei jeder Mahlzeit zum Verschlucken, d.h. ein Teil der Nahrung landet in der Luftröhre. Für Außenstehende ist es äußerst schwierig nachzuvollziehen, was am simplen Schlucken schwierig sein soll, denn für sie vollzieht sich ihr eigenes Schlucken reibungslos und selbstverständlich.

Normales Schlucken

Was tatsächlich beim Schluckakt geschieht, ist folgendes: vorne im Hals befindet sich in der Mitte von unten nach oben hochziehend die Luftröhre. Sie endet oben mit dem Kehlkopf, in dem sich die Stimmbänder befinden. Der Kehlkopf ist oben mit Muskeln mit dem Zungenbein verbunden, einem hufeisenförmigen Knochen, der sich im Hals vorn oben, vor dem Übergang zum Kinn befindet. Luftröhre, Kehlkopf und Zungenbein kann man an sich selbst spüren, wenn man mit der Hand den Hals vorn in der Mitte abtastet. Am Zungenbein befindet sich auch der knorpelige Kehlkopfdeckel, der normalerweise herunterhängt. Außerdem befindet sich hinten im Hals, also hinter der Luftröhre die Speiseröhre. Die Speisen kommen aber natürlich vorne zum Mund herein. Um sie nach hinten in die Speiseröhre zu befördern, zerdrücken Zunge und Gaumenmuskeln die Speisen am Gaumen und formen einzelne Bissen bzw. Schlucke. Dabei müssen die Bissen oder Schlucke aber über die Öffnung der Luftröhre befördert werden. Damit nun nicht das Butterbrot in der Luftröhre und damit in der Lunge landet, zieht man beim Schlucken zunächst die Zunge hoch Richtung Gaumen, und zieht auch die Muskeln am Gaumen oben zusammen, um einen Bissen abzuteilen. Dann zieht man mittels der über dem Zungenbein gelegenen Muskeln den Kehlkopf und das Zungenbein hoch zum Kehlkopfdeckel, um damit die Luftröhre von oben abzuschließen. Daher kann man während des Schluckens nicht atmen.

Beim zweiten Teil des Schluckvorgangs ziehen dann die unteren Zungenbeinmuskeln Zungenbein und Kehlkopf nach unten und befördern so den Speisebrei in der Speiseröhre abwärts, während gleichzeitig die Muskeln der Speiseröhre („Schlundschnürer“) aktiv werden, um den Speisebrei nach unten zu befördern. Dadurch gibt man den Atemweg wieder frei.

Schluckstörungen

Wird das Schlucken schwierig oder kommt es zu häufigem Verschlucken, liegt das daran, dass die oben erwähnten Muskeln nicht richtig funktionieren.
Natürlich gibt es organische Erkrankungen (z.B. Krebs), die solche Schluckstörungen bedingen können. In den allermeisten Fällen aber ergibt die organische Untersuchung nichts, was die Schluckstörung erklären könnte. Mit den bildgebenden Verfahren sieht alles genauso aus wie beim Gesunden. Die Ärzte sagen den Betroffenen dann häufig: „Sie haben nichts“ oder „es ist alles in Ordnung“ „es ist psychosomatisch“. Damit ist der Fall für sie gewöhnlich erledigt, nicht aber für die Betroffenen, die sich weiter mit ihren Beschwerden herumquälen. Auch der Gang zum Psychologen, Psychiater oder Psychotherapeuten hilft bei Schluckstörungen im Allgemeinen nicht weiter, so dass die Betroffenen häufig seit Jahren resigniert mit ihren Beschwerden leben.

Was sie nicht wissen: Niemand hat bis dahin die Verursacher ihrer Beschwerden, nämlich die Schluckmuskulatur und das Bindegewebe auf ihr untersucht. Diese sind bei Schluckstörungen so verspannt, dass sie sich nur unter größter Mühe bewegen lassen. Daher wird es mühsam, auch nur einen Bissen herunter zu bringen, bzw. daher klappt der Verschlussmechanismus der Luftröhre beim Schlucken nicht, so dass zu viel von den Speisen oder Getränken in der Luftröhre landet und durch exzessives Husten wieder nach oben befördert werden muss. Das ist das chronische Verschlucken.

Untersuchung und Behandlung

Bei der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® von Schluckstörungen wird zunächst der Patienten genau befragt, was er bei seinen Schluckbeschwerden empfindet, um heraus zu bekommen, wie seine individuelle Schluckstörung genau funktioniert. Auch lernt der Patient in der Behandlungs-Stunde und Zuhause sich selbst zu beobachten. Kann er zum Beispiel beim Schlucken Zungenbein und Kehlkopf nicht nach oben ziehen (1. Teil des Schluckaktes) oder kann er sie nicht nach unten ziehen (2. Teil des Schluckaktes)? Je nachdem werden die Überzungenbeinmuskeln oder die Unterzungenbeinmuskeln bzw. das Bindegewebe / Faszien auf diesen Muskeln behandelt. Auch die „Schlundschnürer“ werden in die Untersuchung und Behandlung mit einbezogen.

Bei der Behandlung einer Schluckstörung mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man aber nicht nur die Muskeln, die für das Schlucken zuständig sind, und das Bindegewebe / Faszien auf ihnen, sondern beobachtet auch die Kopfhaltung des Patienten / der Patientin und damit seine gesamte Körperhaltung. So erschwert eine extrem nach vorne gebeugte Körperhaltung, wie sie vor allem bei alten Menschen auftritt, das Schlucken insgesamt, weil bei dieser Haltung der Kopf nach vorne hängt. Dadurch entsteht am Hals oben, wo wir schlucken, eine enge Stelle, die ständig zusammen gedrückt wird. Jeder kann das nachprüfen, indem er selbst Körper und Kopf in die entsprechende Position bringt.

Ganz besonders erschwert eine solche Kopfhaltung das Trinken. Um nämlich eine Tasse oder ein Glas austrinken zu können, muss man den Kopf leicht zurücklegen, so dass die Flüssigkeit nicht vorn wieder aus dem Mund heraus laufen kann, sondern gerade den Schlund hinunter läuft. Gewöhnlich berücksichtigen wir dabei die auf die Flüssigkeit einwirkende Schwerkraft ganz automatisch, indem wir beim Trinken den Kopf in den Nacken legen. Wir wissen im Allgemeinen nicht, dass wir das tun – können aber jederzeit feststellen, dass wir das tun, wenn wir einmal bewusst eine Tasse oder ein Glas austrinken. Mit starr nach vorn gestrecktem oder nach unten gebeugtem Kopf ist diese Bewegung des Kopfes, die über die Hals- und Nackenmuskulatur erfolgen müsste, aber kaum mehr möglich. Damit sind Trinken und Schlucken sehr erschwert. Dies ist mit ein Grund, warum alte Menschen, die häufig diese Kopfhaltung haben, oft viel zu wenig trinken.

Stellt sich heraus, dass die Kopfhaltung bei der Schluckstörung eine Rolle spielt, sollte auch diese mit den Verfahren der Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt werden.

Siehe auch unter Stoppmuster und Nackenfehlhaltungen.

Professionelle Behandler von funktionellen Schluckstörungen stehen auf der Therapeutenliste der Sensomotorischen Körpertherapie.

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