Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
Sensomotorische Körpertherapie
nach Dr. Pohl®
Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
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nach Dr. Pohl®

Funktionsweise des Nackens

Normalerweise ist unser Kopf im Alltag ständig in Bewegung: immer, was wir allerdings weder bei uns noch bei anderen kaum je registrieren. Nur wenn jemand den Kopf ganz steif hält, merken wir, dass da etwas nicht stimmt, dass der Betreffende wohl einen steifen Hals hat. Die ständige leichte Bewegung des Kopfes hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Die obersten zwei Wirbelkörper (Atlas und Axis) zeichnen sich durch eine besondere Leichtgängigkeit aus. Der Kopf wird (wenn alle Muskeln frei sind) auf dem Stift des Atlas locker balanciert.
  • Funktionsweise des NackensEs gibt eine reflektorische Verbindung von Kopf und Telerezeptoren. Telerezeptoren sind diejenigen Sinnesorgane, die wir für weiter entfernte Reize brauchen, d.h. die Augen, die Nase und die Ohren. Wir richten unwillkürlich unseren Kopf immer so aus, dass das jeweilige Sinnesorgan in Richtung auf die Reizquelle schaut. Das heißt, man bewegt automatisch den Kopf immer in die Richtung, wo man etwas zu sehen, zu hören oder zu riechen meint. Das ist unsere allgegenwärtige Orientierungsreaktion, die wir den ganzen Tag über ausführen, ohne es kaum je zu registrieren.

    Da wir Menschen hauptsächlich unsere Augen (und weniger unsere Ohren oder unsere Nase) zur Orientierung gebrauchen, gibt es eine starke Abhängigkeit der Kopfbewegung von der Augenbewegung.
  • Alle unsere Intentionen und Gefühle teilen wir über Gesichts- und Kopfbewegungen mit. So bewegen wir zum Beispiel unwillkürlich in einem fort den Kopf, wenn wir mit jemandem sprechen, wir weichen mit dem Kopf zurück, wenn uns etwas anwidert, legen ihn bei Erstaunen in den Nacken, strecken ihn bei Wut nach vorn, neigen ihn bei Zweifel zur Seite, nicken zustimmend, usw.

Da wir in all diesen Fällen den Kopf mit den Hals/Nackenmuskeln bewegen, hängen diese Bewegungen und Funktionen von der Beweglichkeit dieser Muskeln ab. Kopfbewegungen werden in der Hauptsache von den Muskeln ausgeführt, die sich hinten am Nacken befinden (es gibt dort fünf Schichten Muskeln übereinander), sowie von zwei Muskeln, die vom Schlüsselbein vorn bis zum Hinterkopf hinter den Ohren unten ziehen. Die Muskeln direkt am Hals vorn dienen dagegen der Kehlkopfbewegung, dem Atmen, Sprechen und Schlucken.

Die Nackenmuskeln verlaufen zum Teil gerade, zum Teil aber auch schräg. Mit Hilfe der geraden Hals- und Nackenmuskeln können wir den Kopf und die Halswirbelsäule nach vorn und hinten biegen, mit Hilfe der schrägen Muskeln können wir ihn drehen und zur Seite neigen. Befinden sich die jeweiligen Muskeln in Dauerkontraktion, bleiben Kopf und Nacken immer in eine bestimmte Richtung gezogen: nach vorn, nach hinten, zur Seite oder gedreht. So entstehen Nackenfehlhaltungen, die mit schmerzhaften Bewegungseinschränkungen verbunden sind.

Die Nackenmuskeln haben unterschiedliche Längen. Manche reichen nur vom Hinterkopf bis zu den ersten Halswirbeln, andere erstrecken sich über den ganzen Nacken, bis in die Brustwirbelsäle, ja sogar bis in die Lendenwirbelsäule. Das heißt, dass Kopf und Nacken mit dem ganzen Rücken verbunden sind. Indirekt sind Nacken und Kopf auch mit der ganzen Vorderpartie und mit den seitlichen Körpermuskeln verbunden. Neigt man nämlich mithilfe der Bauchmuskeln den Oberkörper nach vorn oder zur Seite, bewegt man dadurch indirekt auch Kopf und Nacken. Das heißt aber auch, dass Fehlhaltungen, die vom Rücken oder Bauch ausgehen, sich bis in den Nacken fortsetzen.

Siehe auch Artikel

pdfNackenschmerzen

Wie Ihr Nacken funktioniert und um welche Störungen in der Funktionsweise des Nackens es sich bei Ihnen handelt, erfahren Sie von den Therapeuten der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl®.

Nackenschmerzen

Nackenschmerzen sind sehr häufig. Es gibt kaum jemanden, der nicht schon unter Nackenschmerzen gelitten hätte. Vor allem durch die Bildschirmarbeit haben Nackenschmerzen in den letzten Jahren rasant zugenommen.

Die Beschwerden

  • Morgens wachen Sie mit einem steifen, schmerzenden Genick auf. Erst, wenn Sie sich ein bisschen bewegt haben und unter der warmen Dusche waren, wird es wieder erträglicher.
  • Wenn Sie längere Zeit am Schreibtisch gesessen haben und dann aufstehen, reiben Sie sich den schmerzenden Nacken.
  • Je stressiger der Tag im Büro war, desto schlimmer macht sich der Nacken bemerkbar, oft zusammen mit der Muskelpartie auf den Schultern.
  • Irgendwie konnten Sie früher besser rückwärts einparken, Sie schafften es auch ohne Spiegel, während Sie jetzt den Kopf gar nicht mehr so weit drehen können.
  • Längeres Sitzen im Auto scheint dem Nacken auch alles andere als gut zu tun
  • Sie haben plötzlich wie aus heiterem Himmel einen total steifen Hals, jede Kopfbewegung ist unmöglich. Versuchen Sie trotzdem, den Kopf zu bewegen, leiden Sie Höllenqualen.
  • Der Nacken ist so kälteempfindlich geworden, dass Sie am besten immer ein warmes Halstuch umgebunden haben, auch nachts im Bett, denn jeder Luftzug könnte teuflische Nackenschmerzen zur Folge haben.
  • Sie fühlen sich deprimiert und antriebslos und müssen sich zu allem zwingen. Gleichzeitig ist der Kopf dumpf und der Nacken fühlt sich ungut an.
  • Manchmal fährt ein Stich wie ein Messer in den Nacken.
  • Sie fühlen sich ängstlich, misstrauisch und zurückgezogen. Dabei sind Sie nach vorn gebeugt, atmen kaum und haben den Kopf in den – oft schmerzenden – Nacken gelegt.
  • Gerade auf dem Rücken können Sie schon lange nicht mehr liegen. Ohne ein paar Kissen unter dem Kopf ist es mit dem Nacken nicht mehr auszuhalten.
  • Die Nackenschmerzen ziehen häufig in den Kopf hoch und machen sich dort als Kopfschmerzen bemerkbar.
  • Auch Schwindel, Schlafstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sind häufige Begleiter Ihrer Nackenschmerzen.

NackenschmerzenWenn wir einen steifem Hals und/oder Nackenschmerzen haben, denken wir oft gleich an Schäden an der Halswirbelsäule. Im Röntgenbild kann man tatsächlich sehen, dass in diesen Fällen die Halswirbelsäule stärker oder weniger (meist stärker) gebogen ist als normal, aber diese Stellung der Wirbel ist durch die chronische Muskelverspannung bedingt. Auch gibt es manchmal an der Halswirbelsäule Vorwölbungen einer oder mehrerer Bandscheiben, aber auch das ist nicht die Ursache der Nackenschmerzen. Vielmehr sind auch diese Vorwölbungen durch die verspannten Muskeln bedingt, die die Wirbel im Nacken stärker zusammen drücken.

Selbst Bandscheibenvorfälle können durch chronische Muskelverspannungen hervorgerufen werden, da der überstarke Druck, den verspannte Muskeln ausüben, dazu führen kann, dass die äußere feste Hülle einer Bandscheibe platzt und der gallertige Kern nach außen tritt. Diese Vorfälle sind aber nur schmerzhaft, wenn sie sich an ganz bestimmten Stellen, befinden, nämlich da, wo die Nervenwurzeln aus dem Rückenmark kommen. Die meisten Bandscheibenvorfälle befinden sich aber an ganz anderen Stellen und sind völlig harmlos. Der Schmerz geht nicht von diesen Bandscheibenschäden aus, sondern von Muskulatur und Bindegewebe / Faszien des Nackens.


Chronische Verspannungen

Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit des Kopfes sind in unserem Kulturkreis ubiquitär und Nackenschmerzen überaus verbreitet. Bewegungseinschränkung wie Schmerz sind in fast allen Fällen auf eine verspannte Nackenmuskulatur oder verspanntes Bindegewebe / Faszien auf dieser Muskulatur zurückzuführen. Oft schmerzt dabei nicht nur der Nacken selbst, sondern auch es schmerzt auch auf den Schultern oben. Das gibt einen Schulter-Nacken-Schmerz. Diese Schmerzkombination ist darauf zurück zu führen, dass die am häufigsten verspannten Muskeln überhaupt die oberen Trapezmuskeln sind. Diese erstrecken sich vom untersten Hinterkopf bis zu den Schultern außen. Sind sie verspannt, kann man sie als harte Wülste fühlen. Oft sieht man auch, dass die Schultern durch die Dauerverspannung dieser Muskeln hochgezogen sind. Bei Dauerkontraktion dieser Muskeln kommt es gleichzeitig zu Kopfschmerzen.

Durch die Verspannungen in Muskulatur und Bindegewebe / Faszien wird der Nacken überempfindlich. Es reicht dann oft schon ein Luftzug, Stress, eine kleine ruckartige Bewegung, um die Nackenschmerzen auszulösen oder zu verstärken. Instinktiv binden sich daher viele von Nackenschmerz Geplagte ein warmes Tuch um den Hals.

Diese Nackenverspannungen wiederum beruhen meist auf Nackenfehlhaltungen, die durch den ganzen Körper gehen. Allerdings wird die Fehlhaltung, die sich lange vor den Nackenschmerzen zeigt, von den Betroffenen gewöhnlich nicht wahrgenommen. Auch die Einschränkung der Beweglichkeit des Kopfes, vor allem der Drehfähigkeit, fällt den Betroffenen im Allgemeinen lange nicht auf. Am häufigsten merken sie es schließlich beim Rückwärtseinparken: wenn es nicht mehr ohne Spiegel geht oder nur noch mit großer Mühe.

Beobachtet man jemanden, der Schwierigkeiten beim Rückwärtseinparken hat, genauer, kann man feststellen, dass sein Kopf nicht an der eigentlich dafür vorgesehenen Stelle sitzt. Daher muss er den Kopf mit ständig angespannten Nackenmuskeln gegen die Schwerkraft halten. Das ist eine Nackenfehlhaltung.

Halten wird den Kopf aber ständig mit der Kraft unserer Muskeln in einer bestimmten Position, können die Muskeln den Kopf nicht mehr frei bewegen, denn sie müssen den Kopf ja an dieser Stelle halten. Mit der Zeit verspannen durch die ständige Haltearbeit Muskeln und Bindegewebe / Faszien so stark, dass sie auch im Liegen noch immer in der gleichen Anspannung sind. Dann brauchen wir zum Beispiel in Rückenlage unbedingt ein oder mehrere Kopfkissen, um die Spannung der Nackenmuskulatur auszugleichen.


Einseitige Nackenschmerzen

Einseitige Nackenschmerzen sind meist durch einseitig stärker verspannte Nackenmuskulatur bedingt. Es kann sich dabei um eine chronische Seitwärtsneigung oder um eine chronische Drehung des Kopfes handeln. Seitwärtsneigung und Drehung treten auch häufig zusammen auf.


Steifer Hals

Beim so genannten Steifen Hals handelt es sich vorwiegend um einen steifen Nacken. Insgesamt kann man bei allen Nackenbeschwerden feststellen, dass die Nackenbeweglichkeit in irgendeiner Weise eingeschränkt ist. Der steife Hals ist aber wie ein Hexenschuss im Nacken. Plötzlich ist die Nackenmuskulatur so starr, dass man den Kopf praktisch nicht mehr bewegen kann. Er hängt in einer Stellung fest. Versucht man es trotzdem, erzeugt man ungeheure Schmerzen. Die Nacken-Muskulatur ist beim steifen Hals gewöhnlich hart wie ein Brett.

Siehe auch

und den Artikel

pdfNackenschmerzen

Hier finden Sie eine Liste von Therapeuten, die Nackenschmerzen nach den neuesten Erkenntnissen körpertherapeutisch behandeln.

Nackenfehlhaltungen

Dazu gehören:

Ideale Kopfhaltung

NackenfehlhaltungenBei idealer Kopfhaltung sitzt der Kopf genau über den Schultern (und in der Verlängerung nach unten genau über dem Fußgewölbe). Die Ohren stehen senkrecht und befinden sich über der Mitte der Schultern. Der Nacken ist nur ganz leicht konkav, also einwärts gewölbt. In dieser Position wird das Gewicht des Kopfes (er soll bis zu 6kg wiegen) über die Wirbelsäule vom ganzen Skelett, also von den Knochen getragen. Da die Nackenmuskeln keinerlei Gewicht tragen brauchen, sind sie allesamt weich und der Kopf ist auf der Wirbelsäule frei beweglich.

Bei allen anderen Kopf- bzw. Nackenhaltungen sind die Nackenmuskeln chronisch angespannt, denn sie müssen nun das Gewicht des Kopfes gegen die Schwerkraft halten. Je nachdem, ob der Kopf nach vorn oder hinten gezogen ist oder nach rechts oder links geneigt gehalten wird, und ob der Nacken dabei stärker oder weniger gekrümmt ist, befinden sich unterschiedliche Nacken- und Körpermuskeln in Dauerkontraktion, sind also unterschiedliche Muskeln verspannt. Das führt zu unterschiedlichen Kopf- und Nackenschmerzen. Gleichzeitig ist die Beweglichkeit des Nackens eingeschränkt, da die Muskeln den Kopf ja jetzt in einer bestimmten Haltung fixieren müssen und daher nur in eingeschränktem Umfang für Bewegung zur Verfügung stehen.


Der vorgestreckte und in den Nacken gelegte Kopf

NackenfehlhaltungenDie bei weitem häufigste Fehlhaltung, die Nackenschmerz und steifen Hals bedingt, ist der mit dem Kinn nach vorne gezogene und in den Nacken gelegte Kopf, wie er für eine vorgebeugte Haltung charakteristisch ist. Die Krümmung der Halswirbelsäule ist dabei stärker als normal ausgeprägt. Der Nacken schmerzt, weil seine Muskeln ständig das Gewicht des Kopfes gegen die Schwerkraft halten müssen.

Dabei befindet sich der Oberkörper in einer kyphotischen Verspannung, d.h. der obere Rücken ist mehr oder weniger gerundet. Da oft auch noch die Schultern hochgezogen werden, verschwindet der Hals fast und der Kopf scheint hinten aus dem Körper heraus zu wachsen (Extrembeispiel: Franz-Josef Strauß). Der Kopf kann dabei nicht mehr ausreichend nach vorn Richtung Brustbein bewegt werden. Normal wäre, dass der Kopf, wenn man ihn nach vorn unten bringt, mit dem Kinn das Brustbein berühren kann. Das gelingt Menschen mit dieser Fehlhaltung nicht. Die Fehlhaltung mit Rundrücken und chronisch nach vorn gestreckten und in den Nacken gelegten Kopf ist ihrerseits entstanden

  • durch negative Erlebnisse. Dabei zieht sich unweigerlich vorn die Bauch- und Brustmuskulatur zusammen und es zieht automatisch den Kopf nach vorn und in den Nacken (siehe auch Stoppmuster, Angst, Depression)
  • durch eine Verletzung, eine Operation, ein Trauma. In Frage kommen zum Beispiel Bauchoperationen und Schleudertraumen
  • durch „dumme Angewohnheiten“ wie z.B. Tag für Tag in vorgebeugter Haltung vor dem Bildschirm zu sitzen

Mehr zu den Ursachen von Nackenfehlhaltungen siehe unter Ursachen Nackenfehlhaltungen und den Artikel pdfNackenschmerzen

Die Behandlung des nach vorn gestreckten und in den Nacken gelegten Kopfes erfolgt in der sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® zum einen über die beteiligten Nackenmuskeln und das Bindegewebe / Faszien auf ihnen, zum andern über die Körpermuskeln, die die Fehlhaltung bedingen (siehe Stoppmuster).


Der gesenkte Kopf

Am zweithäufigsten ist der nach vorn geschobene Kopf mit geradem, d.h. wenig gekrümmtem Nacken. Diese Menschen laufen mit gesenktem Kopf einher, den Blick nach unten gerichtet. Die verspannten Nackenmuskeln sind vor allem deswegen schmerzhaft, weil dauernd an ihnen gezogen wird und sie dem Zug nach vorn Widerstand leisten müssen (keiner lässt den Kopf einfach hängen).
Die Ursache liegt bei dieser Fehlhaltung gewöhnlich darin, dass die Menschen aus irgendeinem Grund auf den Boden, anstatt geradeaus schauen. Häufig geschieht dass, wenn die Füße so unsicher sind, dass man sie mit dem Blick steuern will.

Siehe unter Ursachen Nackenfehlhaltungen und den Artikel pdfNackenschmerzen

Die Behandlung dieser Art von Fehlhaltung geschieht in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® zum einen über die Sternocleidomastoideus- Muskeln, die den Kopf senken, zum andern über das Bindegewebe / Faszien an den Füßen und Beinen, von dem der unsichere gang ausgeht.


Der gerade Nacken

Bei den meisten Menschen mit Kopffehlstellung ist, wie erwähnt, der Nacken zu sehr gebogen. Aber es kommt in unseren Breiten, wenn auch relativ selten, der zu gerade Nacken vor. Bei dieser Fehlhaltung wird der Kopf mit dem Kinn zum Hals gepresst, wodurch auch bei den schlanksten Leuten ein Doppelkinn entsteht. Eine solche Fehlhaltung haben wir bisher vor allem als Ergebnis von falscher oder falsch verstandener Körpertherapie oder Krankengymnastik gesehen. Auch bei durchgängigem Startmuster (also zurück gebeugtem Oberkörper) kommt sie vor. Falsch ist diese Haltung, weil zum einen die Aufrichtung übertrieben wurde (das ist nicht die natürliche Stellung des Kopfes und Halses) und zum anderen, weil mit dieser Haltung ebenfalls eine Bewegungseinschränkung verbunden ist. Beim zu geraden Hals ist die prävertebrale Muskulatur in Dauerkontraktion (Das sind die Muskeln, die sich vorn an der Halswirbelsäule befinden).

Die Behandlung geschieht bei dieser Art der Fehlhaltung in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® hauptsächlich über die Myogelosenbehandlung der prävertebralen Muskulatur. Außerdem findet ein Körperbewusstseinstraining statt, um wieder eine normale Kopf- und Körperhaltung zu erreichen.


Chronische Seitwärtsneigung des Kopfs

Die chronische Seitwärtsneigung des Kopfes, die mit einseitigen Nackenbeschwerden verbunden ist, findet sich oft bei Traumamuster, also der Seitwärtsneigung des ganzen Körpers im Anschluss an Verletzungen, aber auch ohne dieses Muster, nur durch schlechte Angewohnheiten bedingt (siehe Ursachen Nackenbeschwerden).

Die Behandlung dieser Art von Fehlhaltung richtet sich nach den Faktoren der Entstehung und Aufrechterhaltung dieser Nackenfehlhaltung.


Chronisch gedrehter Kopf

Auch chronisch gedrehte Köpfe findet man oft bei einseitigen Nackenschmerzen. Sie können mit einer generellen Verdrehung des Körpers zusammen hängen (siehe Traumamuster) oder wiederum durch dumme Angewohnheiten bedingt sein (siehe Ursachen Nackenbeschwerden).

Die Behandlung richtet sich wieder nach den Faktoren der Entstehung und Aufrechterhaltung.


Schiefhals, Torticollis

Der spastische Schiefhals oder Torticollis spasticus oder spasmodicus wird in der Medizin und Psychologie als eigenständige Krankheit geführt. Es handelt sich um Extremvarianten des geneigten und/oder gedrehten Kopfes und um ein extrem chronisches Geschehen, d.h. der Schiefhals begleitet die Betroffenen über Jahre, manchmal über ihr ganzes Leben. Ein Schiefhals ist meist schmerzhaft und bedingt oft kompensatorische entgegen gesetzte Schiefstellungen des ganzen Körpers mit entsprechenden Beschwerden. Die gesamte Schiefhaltung geht hier also nicht vom Körper, sondern vom Kopf aus.

Beim Schiefhals (Torticollis) überwiegen neurologische und psychologische Interpretationen (z.B. jemand will etwas nicht sehen, will sich abwenden etc.). Leider wird der Schiefhals von solchen Interpretationen auch nicht gerader. Tatsache ist, dass bei dieser Erkrankung die seitlichen Halsmuskeln(Sternocleidomastoideus-Muskeln und Scalenus-Muskeln) sowie ein Teil der Nackenmuskeln einseitig sich so stark in Dauerkontraktion befinden, dass eine extreme Schieflage resultiert, die die Betroffenen nicht oder kaum beeinflussen können. Die Muskelverspannung des Torticollis kann man von außen deutlich sehen und spüren. Die Entstehungsbedingungen für Schiefhals sind unterschiedlich. Manchmal entsteht ein Torticollis schon beim Geburtsvorgang oder im Mutterleib, ansonsten häufig durch einen Unfall oder eine Operation und sonst ein Trauma, z.B. durch ein Schleudertrauma. Zuweilen kommt auch eine langsame, unmerkliche Entstehung vor.

Die Behandlung des Schiefhalses mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® unterscheidet sich im Prinzip nicht von der anderer Nackenfehlhaltungen, sie ist allerdings durch die starke Ausprägung der Verspannung und die erhebliche Chronifizierung gewöhnlich langwieriger.

Mehr zum Schiefhals siehe unter Artikel

pdfNackenschmerzen

Fehlhaltungen von Kopf und Nacken behandeln die Therapeuten, die Sie auf dieser Liste finden.

Ursachen von Nackenschmerzen und steifem Hals

Die Ursache von Nackenschmerzen liegt in erster Linie in Verspannungen von Muskulatur und Bindegewebe / Faszien am Nacken, die wir uns meist durch „dumme Angewohnheiten“ und Fehlhaltungen zuziehen. Wichtige Ursache dieser Fehlhaltungen, die zu Nackenschmerzen führen, sind äußere Faktoren am Arbeitsplatz, z.B. zu tiefe, zu hohe oder zu weit entfernte Arbeitsplatten und/oder falsch stehende Monitore. Aber auch, zu tiefe oder zu hohe Sitze, falsche Brillen u.v.a. können Ursache von Nackenverspannungen und Nackenschmerzen sein. Auch längere Zeiten von Stress, Leistungsdruck und ängstlicher Erwartung können zur Nackenverspannung geführt haben, wie man sich umgekehrt gestresster fühlt, wenn der Nacken verspannt ist und sich in einer Fehlhaltung befindet.

Wenn sich bereits massive chronifizierte Dauerkontraktionen in der Nackengegend gebildet haben, ist die Beseitigung der äußeren Faktoren häufig nicht ausreichend. In solchen Fällen behandelt man in der Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl® direkt die Nacken-Fehlhaltung , die sich häufig als Verspannung und Fehlhaltung durch den ganzen Körper zieht (siehe Behandlung). Anschließend ist man nicht nur schmerzfrei, sondern fühlt sich auch insgesamt wohler, weniger unter Druck.

Die „dumme Angewohnheit“, ständig den Kopf nach vorn gestreckt und in den Nacken gelegt zu halten und sich damit Nackenschmerzen zuzuziehen, kann durch folgende äußere Faktoren gefördert werden:

  • Kurzsichtigkeit, die nicht durch Brille oder Kontaktlinsen korrigiert ist. Viele kurzsichtige Menschen, bringen nicht das, was sie sehen möchten, zum Beispiel ein Buch oder eine Handarbeit, näher an sich heran, sondern sie bringen die Augen näher an das Buch oder die Handarbeit und strecken dabei, weil der Kopf mit den Telerezeptoren geht, natürlich wieder den Kopf nach vorn. Halten sie diese Position öfter über längere Zeit, schaffen Sie alle Voraussetzungen für Nackenverspannungen und Nackenschmerzen.
  • Gleitsicht- und Bifokalbrillen. Wenn man durch die untere Abteilung der Gläser schaut, legt man automatisch den Kopf in den Nacken (wieder über die Verbindung Telerezeptoren/ Kopfstellung). Übt man eine Tätigkeit aus, bei der man ständig durch den unteren teil der Blicke schauen muss, programmiert man sich eine Nackenverspannung ein, die irgendwann zu Nackenschmerzen führt.
  • Nackenspezialist sein. Es gibt Menschen, die, was sie auch immer beginnen, erst mal den Kopf vorstrecken und den Nacken aktiv werden lassen, zum Beispiel beim Hinsetzen und Aufstehen, beim Hinlegen und Aufsetzen, beim Gehen, vor allem beim schnellen, gehetzten Gehen. Es wirkt, als würden diese Nackenspezialisten meinen, der Kopf sei immer der Anführer der Bewegung. Tatsächlich eignet er sich hierfür nur sehr schlecht. Ökonomischerweise gehen die eben erwähnten Bewegungen von den Muskeln aus, die die großen Körpermassen bewegen, z.B. die Rücken- und Bauchmuskeln, die das Becken bewegen. Lässt man in diesen Fällen, die Bewegung vom Kopf ausgehen, bedeutet das eine große Anstrengung für die verhältnismäßig kleinen Nackenmuskeln, die für diese Aufgabe nicht geschaffen sind. Es ist als würde man den Hund mit dem Schwanz wackeln. Irgendwann rächen sich die überstrapazierten Nackenmuskeln mit Schmerz und Spannungsgefühlen.
  • Zu niedrige Sitzmöbel. Sitzmöbel sollten so beschaffen sein, dass sich an allen Gelenken (Sprunggelenke, Knie, Hüftgelenke) rechte Winkel bilden. Sind die Sitzmöbel zu niedrig (von Haus aus, oder weil der betreffende Mensch sehr groß ist), bilden sich in den Gelenken spitze Winkel und das Becken kippt mit dem untersten Teil, den Sitzbeinen nach vorn, mit dem oberen Rand aber nach hinten. Durch diese Beckenkippung entsteht ein Rundrücken und dieser wiederum lässt den Betreffenden den Kopf in den Nacken legen. Sitzt er ständig so, sind auch in diesem Fall Nackenbeschwerden vorprogrammiert.
  • Nackenbeschwerden durch SitzmöbelSitze, die hinten tiefer sind als vorne, z.B. Autositze. Auch diese Art von Sitzen zwingen in den Rundrücken und bewirken auf Dauer eine Nackenverspannung. Viele Autofahrer kann man in total gekrümmter Haltung mit vorgestrecktem und in den Nacken gelegten Kopf in ihrem Wagen sitzen sehen. Häufig haben sie dabei noch die Schultern hochgezogen und halten das Lenkrad umklammert. Kann man die Sitze nicht ändern, hilft häufig ein Keilkissen, das hinten höher als vorn ist.
  • Vermeidung von Doppelkinn. Es gibt Menschen, die so eitel sind, dass sie, sobald sie bei sich den Ansatz eines Doppelkinns bemerken, den Kopf in den Nacken legen, wodurch sich das Doppelkinn flacher zieht und weniger zu sehen ist. Allerdings sieht diese Kopfhaltung von der Seite auch nicht schön aus und sie wird mit einer Nackenverspannung erkauft, die bei Gelegenheit zu Nackenschmerz führen kann.
  • Sportarten wie z. B. Brustschwimmen oder Radfahren. Sport ist zwar gesund, aber leider nicht in jeder Form. Schädlich für den Nacken sind vor allem Sportarten, bei denen man den Kopf in den Nacken gelegt hält. Viele Menschen tun das beim Brustschwimmen. Helfen würde, mit dem Kopf, oder wenigstens mit dem Gesicht, beim Schwimmen immer wieder unterzutauchen, anstatt den Kopf starr nach oben und in den Nacken gelegt zu halten. Auch nach dem Rad fahren klagen manche Menschen über Nackenbeschwerden. Oder sie haben Nackenschmerzen und es stellt sich schließlich heraus, dass sie beim Rad fahren den Nacken immer in die abgeknickte Position. Abhilfe schafft hier, den Lenker so hoch zu stellen, dass keine Gewicht mehr auf den Armen ruht. Dann ruht der Kopf wieder auf der Wirbelsäule und muss nicht mehr von den dauernd angespannten Nackenmuskeln getragen werden.

Die „dumme Angewohnheit“, ständig den Kopf mit geradem Nacken nach vorn gestreckt zu halten, entsteht am häufigsten durch folgende Umstände:

  • Computerarbeit. Auch diese Fehlhaltung entsteht heutzutage am häufigsten am Computer. Den vorgestreckten Kopf ohne starken Knick im Nacken und ohne Rundrücken bekommen nämlich diejenigen, die bei der Bildschirmarbeit in ihren Arbeitssessel zurück gelehnt sitzen, den Kopf aber nach vorne gestreckt halten. Auch das ist häufig zu beobachten. Wenn Menschen diese Haltung ihrer Muskulatur und ihrem Nervensystem die meiste Zeit ihrer wach verbrachten Zeit einprogrammiert haben, bleibt sie auch so, wenn sie nicht mehr arbeiten. Übrigens setzen viele das „Training“ dann zu Hause auf der Couch vor dem Fernseher fort.
  • Nackenbeschwerden durch zu niedrige ArbeitsplattenZu niedrige Arbeitsplatten. Manche Hausfrau hat sich schon einen Buckel und Nackenschmerzen geholt, weil sie beim Stehen in der Küche an einer zu niedrigen Arbeitsplatte gearbeitet hat. In früheren Jahrzehnten waren die Küchen chronisch für alle Leute zu niedrig. Inzwischen sind die Küchen im Allgemeinen höher geworden. Für große Menschen sind sie aber oft immer noch zu tief. Das gilt auch für Restaurantküchen. Bei einem Patienten von uns, der unter chronischen Nackenschmerzen litt, stellte sich heraus, dass er Restaurantbesitzer und Koch war. Da er und alle seine Angestellten in der Küche große junge Männer waren, bescherte letztlich erst das Auswechseln der gesamten Küchenmöbel dem Patienten und seinen Angestellten dauernde Schmerzfreiheit im Nacken. Nur ein kleiner Italiener durfte seine frühere Arbeitsplatzausstattung behalten. Er hätte vermutlich mit den neuen Möbeln Nackenschmerzen bekommen. Natürlich sind nicht nur viele Küchentische, sondern auch viele Schreibtische zu niedrig.
  • Körpergröße. Viele große Menschen haben eine vorgebeugte Haltung und damit eine zugehörige Kopfhaltung. Manche haben diese Haltung dadurch erworben, dass sie sich bewusst kleiner gemacht haben. Das taten vor allem heute ältere, große Frauen in ihrer Jugend, als es für ein Mädchen noch als äußerst unschön galt und - wie die Mütter meinten - die Heiratschancen verringerte, wenn es etwas größer geraten war. Andere haben sich unwillkürlich kleiner gemacht, einfach weil die materielle und menschliche Umgebung ihnen diese Angewohnheit nahe legte. So passen sie oft nicht durch die Türen, die für sie zu kleinen Sitze bringen sie in einen Rundrücken. Viele Gegenstände der Umgebung (wie Tische, Schreibtische und Küchenarbeitsplatten, öffentliche Telefone usw.) sind für sie zu niedrig konzipiert und sie zwingen daher ständig zur gebeugten Haltung. Ja selbst die Konversation mit anderen, nämlich in der Regel kleineren Menschen verlangt ihnen eine gebeugte Haltung ab, da man beim reden den anderen gewöhnlich anschaut (geradeaus schauen würde als Missachtung gelten), was für diese Menschen mit einem Sich-herunter-beugen verbunden ist. Alles das kann zu Nackenverspannungen und damit zu Nackenschmerzen führen.
  • Unsicherer Gang. Wenn Menschen wacklig auf den Beinen sind, ihre Füße nicht spüren oder sonst Schwierigkeiten mit den Füßen beim Gehen haben, versuchen sie automatisch, ihre Füße zu sehen, um sie mit Augen anstatt mit dem Körpergefühl zu steuern. Im Normalfall schauen wir unsere Füße beim gehen nicht an, da es völlig ausreicht, zu spüren, wie wir auftreten, wir brauchen das nicht zu sehen. Wir schauen statt auf unsere Füße auf das Ziel, das wir erreichen wollen. Da, wie wir bereits gesehen haben, der Kopf mit den Telerezeptoren geht, halten wir ihn dabei von alleine aufrecht. Gangunsichere Menschen aber halten aus demselben Grund beim Gehen unweigerlich den Kopf nach vorne gestreckt, da sie zur vermeintlich besseren Steuerung immer ihre Füße im Visier haben möchten. Auch das resultiert nicht selten in Nackenschmerzen, weil die Nackenmuskeln in Dauerspannung geraten, um den Kopf in dieser Position zu halten.

Der ständig zur Seite geneigte Kopf, der viele einseitige Nackenschmerzen bedingt, kann durch folgende „dummen Angewohnheiten“ und äußere Faktoren entstehen:

Am meisten verbreitet ist hier das Einklemmen des Telefonhörers, um beide Hände frei zu haben. Besonders Vieltelefonierer tun das besonders gern. Ihnen ist auf jeden Fall zu einer Freisprechanlage zu raten. Auch Geigenspieler, vor allem solche, die keine Kinnabstützung verwenden, neigen zu berufsbedingten schiefen Köpfen. Ein Ausgleich kann hier meist nur in der Freizeit geschaffen werden.

Chronisch gedrehte Köpfe

Chronisch gedrehte Köpfe findet man oft bei einseitigen Nackenschmerzen. Sie kommen vor allem bei einseitig schlechtem Sehen oder Hören vor. Man streckt dabei automatisch das „gute“ Auge oder Ohr nach vorn, d. h. man richtet das intakte Sinnesorgan in Richtung der Reizquelle aus. Es gibt aber auch Leute, die sich ihre berufliche Umgebung (unabsichtlich) so arrangiert haben, dass sie immer mit gedrehtem Kopf (und Oberkörper) da sitzen, z.B. Psychoanalytiker hinter der Couch oder Menschen, die ihren Monitor im Büro schräg vor sich stehen haben. Auch hier gilt die Regel: Der Kopf geht mit den Telerezeptoren. Wenn ich ständig jemandem zuhöre, der schräg rechts unten vor mir liegt, oder auf etwas blicke, was schräg vor mir ist, wird mein Kopf irgendwann auch im Alltagsleben leicht nach rechts gedreht und nach vorn gebeugt sein. Behandlungsbedürftig sind im Allgemeinen vor allem der Sternocleidomastoideus-Muskel der Gegenseite und große Teile der Nackenmuskulatur sowie die schrägen Körpermuskeln. Daher werden diese Muskeln in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® mit Myogelosen- und Bindegewebs- / Faszienbehandlung sowie mit Pandiculations behandelt und außerdem werden Übungen und ein Körperbewusstseintraining durchgeführt, damit der Betreffende wieder gewohnheitsmäßig gerade ausgerichtet ist.

Verbreitung

Leider gibt es in unserem Kulturkreis viele Menschen, die viele dieser „dummen Angewohnheiten“, die zu Nackenproblemen führen, gleichzeitig haben. Wenn man sich in der Stadt unterwegs einmal umschaut, kann man nach der gesunden, normalen Kopfstellung lange suchen. Allerdings sind die meisten Menschen sich ihrer Fehlhaltung und ihrer Gewohnheiten gewöhnlich überhaupt nicht bewusst und meinen stattdessen, sie seien eben mit einer schlimmen oder fragilen Halswirbelsäule geschlagen. In anderen Kulturen, vor allem solchen, bei denen viel auf dem Kopf transportiert wird, und bei Naturvölkern ist die aufrechte Kopfhaltung dagegen die Regel und Nackenschmerzen so gut wie unbekannt. Mit einem nach vorn gestreckten oder in den Nacken gelegten Kopf kann man nichts auf dem Kopf transportieren, es fällt sofort herunter. Umgekehrt richtet das Tragen und Balancieren auf dem Kopf automatisch den ganzen Körper auf.

Was fast nie die Ursache ist

  • Kissen und Matratzen
    Da viele Menschen, die mit Nackenschmerzen geplagt sind, morgens mit einem besonders steifen und schmerzhaften Genick aufwachen, meinen viele, es läge an ihrer Schlafposition, die durch Matratze und Kopfkissen bedingt sei. Die meisten fangen dann an, Kissen und Matratze zu wechseln, leider mit wenig Erfolg, obwohl es sich um Spezialkissen und -matratzen handelte, die meist nicht wenig Geld gekostet haben. In Wirklichkeit liegt die morgendliche Verschlimmerung der Beschwerden nämlich an folgendem Umstand: bei uns allen ziehen sich Muskulatur und Bindegewebe / Faszien in der Nacht um etwa 7% zusammen, und zwar am ganzen Körper. Das kommt wahrscheinlich durch die relative Bewegungsarmut in der Nacht. Deswegen streckt sich jede Katze, wenn sie aufwacht. Auch Menschenkinder räkeln sich nach dem Wachwerden. Das alles ist ein ganz normaler, natürlicher Vorgang. Hat jemand aber eine oder mehrere Stellen am Körper, wo sich die Muskeln in Dauerkontraktion befinden, zum Beispiel im Nacken, wirken sich die 7% Zunahme der Verkürzung in der Nacht fatal aus. Die betreffenden Muskeln sind dann so verspannt, dass sie bei der geringsten Bewegung gegen die Anspannung schmerzen. Erst, wenn man wieder etwas einbewegt ist und möglichst noch unter der warmen Dusche war, verringert sich der Schmerz wieder.
  • Zugluft und Verkühlung
    Auch die Verkühlung tags oder nachts oder die Zugluft sind meist nur Auslöser, nicht aber die Ursache der Nackenschmerzen. Ursache ist wieder die verspannte Muskulatur, die auf alle möglichen Reize (wie zum Beispiel Kälte oder Stress) überempfindlich, d. h. mit noch stärkerer Kontraktion reagiert.

Siehe auch Artikel

pdfNackenschmerzen

Welche Ursachen Ihren Nackenschmerzen zugrunde liegen, erfahren Sie von Ihrem Therapeuten der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl®, den Sie auf der Therapeutenliste finden.

Behandlung von Nackenschmerzen und steifem Hals

Nackenmassagen sind zur akuten Behandlung von Nackenschmerzen zwar momentan wohltuend, aber selten von anhaltender Wirkung, da sie die zugrundeliegenden Fehlhaltungen und deren Ursachen nicht beseitigen. Die Behandlung von Nackenschmerzen, Nackenverspannungen und steifem Hals mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® ist in erster Linie eine Behandlung der verschiedenen Nackenfehlhaltungen und ihrer Bedingungen. Das heißt, die Behandlung fällt unterschiedlich aus, je nachdem welche Fehlhaltung den Nackenschmerzen und Bewegungseinschränkungen zugrunde liegt. Nackenschmerz ist nicht gleich Nackenschmerz und Nackenverspannung ist nicht gleich Nackenverspannung. Es gilt, im individuellen Fall die jeweils betroffenen Muskel- und Bindegewebspartien zu finden.

Behandlung von NackenbeschwerdenDabei beziehen wir bei der Behandlung von Nackenschmerzen mit Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® die Alltagsgewohnheiten, die zu Nackenfehlhaltungen führen, explizit in das Körperbewusstseinstraining mit ein. Das heißt, es kommt in solchen Fällen darauf an, nicht nur via Pandiculations, Myogelosen- oder Triggerpunkt- und Bindegewebsarbeit sowohl die jeweils verspannten Nackenmuskeln und das Bindegewebe / Faszien auf ihnen wie auch die Fehlhaltung des ganzen Körpers zu behandeln, sondern die Patienten für ihre Alltagsbewegung und -haltung so zu sensibilisieren, so dass sie sie gegebenenfalls von sich aus ändern und in Zukunft Fehlhaltungen vermeiden können.

Oft ist hierzu ein Umarrangieren der Dinge am Arbeitsplatz notwendig. Meist steht zum Beispiel der Bildschirm zu tief. Ganz schlecht ist es daher, ständig am Laptop ohne zusätzlichen Bildschirm zu arbeiten. Denn, wie wir bei den Nackenfehlhaltungen gesehen haben, geht der Kopf automatisch mit den Telerezeptoren, in diesem Fall also nach vorne unten. Das einfachste, was man im ersten Fall tun kann, ist, den Monitor höher zu stellen (z.B. durch Unterlegen von Telefonbüchern). Um ständig mit einem Notebook zu arbeiten, sollte man sich entweder einen zweiten (hoch gestellten) Monitor anschaffen, oder aber eine zweite Tastatur (bei hoch gestelltem Laptop). Als Faustregel kann dabei gelten: das obere Drittel des Bildschirms sollte sich in etwa in Augenhöhe befinden, wenn man aufrecht sitzt. Auf jeden Fall gilt: die Position der Möbel und Dinge sollte so beschaffen sein, dass man lange Zeit aufrecht davor sitzen kann, ohne den Kopf vorgestreckt, in den Nacken gelegt oder gesenkt zu halten.

Allerdings gelingt dieses Körperbewusstseinstraining im Alltag erst dann richtig, wenn man zuvor durch die anderen Behandlungen der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® die vorhandenen falschen Programmierungen in Muskeln und Bindegewebe / Faszien beseitigt hat. Vorher kann zum Beispiel allein das Aufrechtsitzen sehr anstrengend sein, weil einen die verkürzte Bauchmuskulatur unwillkürlich immer wieder automatisch in die alte Haltung zurückzieht. Ohne Muskeln und Bindegewebe / Faszien aus ihrer Dauerspannung zu befreien, helfen daher Ermahnungen wie „Halte Dich gerade“ überhaupt nichts. Man sieht hier sehr gut das Ineinandergreifen der einzelnen Maßnahmen der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl®.

Auch um chronisch seitwärts geneigte oder gedrehte Köpfe im Alltag wieder gerade zu richten, müssen zunächst die chronisch angespannten Muskeln, die diese Fehlhaltung bedingen, mit den manuellen Methoden der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® gelockert werden. Erst dann ist ein Körperbewusstseinstraining zur Änderung der Alltagsgewohnheiten möglich, damit der Patient selbst wieder spüren kann, wann er seinen Kopf schief oder gerade hält. Ist der seitwärts geneigte oder gedrehte Kopf mit einem Traumamuster, das heißt mit einer Schiefhaltung des ganzen Körpers verbunden, so behandeln wir natürlich in erster Linie die Körperfehlhaltung.

Siehe auch:

Auf der Therapeutenliste finden Sie zur Behandlung Ihrer Nackenschmerzen einen Therapeuten in Ihrer Nähe.

Das Buch von Dr. Pohl

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