Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl - Herzbeschwerden durch Verspannungen in Muskeln und Bindegewebe


Herzbeschwerden

Zu den sensomotorischen Herzbeschwerden gehören:

HerzbeschwerdenAlle Herzbeschwerden sollten vor Beginn der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® organisch abgeklärt werden. Falls kein akuter organischer Defekt vorliegt, können die Beschwerden meist körpertherapeutisch beseitigt werden. Hierzu gehören auch Beschwerden und Schmerzen im Brustbereich, die zum Beispiel nach einem erfolgreich operierten Herzinfarkt auftreten können.

Bei allen Herzbeschwerden, wie Herzstechen, Herzdrücken, Herzbeklemmungen, Herzrhythmusstörungen, Extrasystolen (einzelne spürbare Herzschläge), ist ganz besonders wichtig, dass der Patient genau die Stellen zeigt, an denen er eine Missempfindung wahrnimmt. Denn viele Beschwerden die als Herzbeschwerden wahrgenommen werden, spürt man nicht zwangsläufig genau am Sitz des Herzens (im Brustkorb unten, vorn Mitte links). Dies ist sogar eher selten der Fall. Es gibt ganz unterschiedliche „Ortsangaben“ für Herzbeschwerden: Die einen zeigen sie am Brustkorb links oben, die andern am Brustkorb links unten oder oben seitlich, die nächsten am Brustbein oder sogar rechts vom Brustbein und so weiter.

Tatsächlich ist es wohl so, dass die elektrisch und chemisch vermittelte Erregung die den Herzschlag bewirkt, auch die ganze Gegend ringsum erregt. Gespürt wird es aber an den jeweils verspannten Stellen. Meist handelt es sich hierbei um die Zwischenrippenmuskulatur und oder um diejenigen Muskeln, die auf den Rippen liegen bzw. um das Bindegewebe auf diesen Muskeln. Sind Muskeln und/oder Bindgewebe an diesen Stellen verspannt, so kann das Herzbeschwerden wie Herzstechen, Herzstolpern, Arrhythmien, Herzschmerzen, Herzklopfen, Herzunruhe auslösen.

Auch ein etwas weiter entfernter Muskel, der normalerweise unter dem Schulterblatt verborgen ist (der Serratus-posterior-superior-Muskel), kann Herzbeschwerden auslösen: Offensichtlich sticht es von diesem Muskel aus nach vorn (der Patient nimmt die Missempfindung vorn wahr, meist genau an der dem Muskel gegenüber liegenden Stelle). Erfahrungsberichten von Patienten zufolge fühlt sich die Verspannung die von diesem Muskel ausgeht oft so an, als ob sie einen Herzinfarkt bekämen.

Herzbeschwerden treten vor allem bei Patienten mit vorgebeugter Haltung auf, denn bei diesen Patienten ist immer die Bauch- und Brustmuskulatur verspannt. Da man zum freien Atmen aber eine entspannte Brust- und Bauchmuskulatur braucht, weisen diese Patienten eine eingeschränkte Atmung auf.

Herzbeschwerden haben generell eine hohe Affinität zu Atembeschwerden und zu Angst. Sobald jemand irgendetwas Auffälliges an seinem Herzen wahrnimmt, empfindet er gewöhnlich Angst und atmet schneller und unregelmäßiger. Umgekehrt ist Angst außer mit Atemstörungen häufig auch mit Herzbeschwerden verbunden. Dieser Zusammenhang ist biologisch durchaus sinnvoll: Ein Sistieren sowohl der Herz- wie der Atembewegung ist unmittelbar tödlich. Andere Beschwerden, wie zum Beispiel Nahrungsmangel, können wir dagegen lange überstehen, daher rufen sie auch keine Angst, sondern die Missempfindung Hunger hervor, die uns zur Nahrungssuche und zum Essen antreibt. Sind hingegen Herz und Lunge bedroht, ruft das unmittelbare Angst bis zur Todesangst hervor, denn die Situation könnte ja auch unmittelbar lebensbedrohlich werden. In diesem Fall hat Angst eine Warnfunktion. So erklärt sich auch, dass schwere organische Erkrankung des Herzens und der Lunge mit intensiven Angstgefühlen einhergehen. In der Vorstellung vieler Menschen ist Ersticken die schlimmste Art zu sterben. Tatsächlich sind auch Brustkorb und Hals (jeweils auf der Vorderseite) unsere am meisten gefährdeten Gebiete. Hier sind wir am leichtesten tödlich zu verletzen. Es ist also durchaus sinnvoll, dass wir hier Angst empfinden.

Die Herzfunktion, die Atmung und die übrigen Körperbewegungen sind unmittelbar aneinander gekoppelt. Wenn Herz und oder Atmung nicht mitmachen, können wir uns nicht stark oder schnell bewegen. Umgekehrt hängt die Herz- und Atemfrequenz von der Bewegung ab, die Herzfrequenz von der Atemfrequenz usw. Wenn wir uns stärker bewegen, atmen wir auch automatisch stärker (wobei es natürlich Unterschiede je nach Trainingszustand gibt) und auch unser Herz schlägt stärker, um die arbeitenden Muskeln mit mehr Sauerstoff zu versorgen. Das hat sicher jeder schon bemerkt und es ist ganz normal. Umgekehrt überfällt uns eine innere Unruhe, oder wir fangen an zu zappeln und zu klopfen, wenn unser Herz stärker oder schneller schlägt, als dies für die Bewegungen nötig wäre, die wir ausführen Angstpatienten haben daher häufig den Impuls wegzulaufen, egal wohin. Manchmal tun sie das auch, und zwar völlig kopflos.

Herz und Atmung reagieren unmittelbar emotional, jede Erregung, gleich welcher Art, lässt die Atem- und die Herzfrequenz steigen. Dann spüren wir unser Herz klopfen (in ruhigem Zustand spüren das nur sehr wenige Menschen). Es hüpft vor Freude, rast vor Angst usw.. Auch das ist völlig normal, bei verspannten Menschen aber häufig stärker ausgeprägt, was dann als Herzbeschwerden wahrgenommen werden kann.

Auch depressive Patienten haben häufig Herzbeschwerden, da auch sie verspannte Bauch- und Brust- und Brustkorbmuskeln haben. Die Zusammenhänge von Herz, Gefühlen und Atmung zu verstehen, beruhigt viele Patienten, was sich wiederum unmittelbar an Herz, Atmung und Stimmung positiv bemerkbar machen kann.

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln wir bei all diesen funktionellen Herzbeschwerden wie Herzstechen, Herzstolpern, Herzschmerzen, Herzenge, Herzdrücken usw., nicht nur äußerlich mit Myogelosen- und Bindegewebsbehandlung Muskulatur und Bindegewebe genau die Stelle oder die Stellen, an der / an denen die Herzbeschwerden empfunden werden, sondern auch die gesamte Körperorganisation, d.h. das Spannungsmuster des ganzen Körpers, mit der die Herzbeschwerden des einzelnen in Beziehung stehen.

Lernt der Patient dann auch noch via Körperbewusstseinstraining die normale Atmung nicht zu verhindern und im Alltag alles zu unterlassen, was seine Beschwerden fördern könnte, wird er auf Dauer beschwerdefrei.


Therapeuten, die mit »Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl®« behandeln, finden Sie auf der Therapeutenliste.