Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
Sensomotorische Körpertherapie
nach Dr. Pohl®
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Formen der Fehlatmung

Regelmäßig kann man bei Atemstörungen eine Fehlatmung feststellen, die durch Verspannungen bedingt ist. Im Unterschied zu den Atemstörungen, die direkt als unangenehm erlebt werden, fällt einem selbst die eigne Fehlatmung meistens gar nicht auf. Die Hauptatembewegung findet normalerweise vorne statt, aber es gibt durchaus auch eine Rückenatmung.

Immer sollte sich bei der normalen Atmung der ganze Rumpf bewegen, auch wenn das Ausmaß der Atembewegung je nach Tätigkeit und Körperstellung schwankt. Immer sollte der ganze Rumpf in die Atembewegung einbezogen sein, wenn nicht, liegt eine Fehlatmung vor. Bei den einzelnen Fehlatmungsformen wirken sich die Verspannungen der einzelnen Atemmuskeln unterschiedlich aus, immer aber schränken sie die Atmung ein. Häufig sind Fehlatmungen mit Fehlhaltungen verbunden.


Brustatmung oder Bauchatmung?

Formen der FehlatmungViele Menschen atmen, ohne es zu wissen, nur mit dem Brustkorb, während sie die Baumuskeln ständig unwillkürlich angespannt halten. Mit dieser Fehlatmung atmen sie ihr ganzes Leben lang auf Sparflamme. Das ständige Anspannen der Bauchmuskeln geschieht außer durch dumme Angewohnheiten aufgrund von Eitelkeit oder falsch verstandenem Sportideal hauptsächlich unwillkürlich bei Stress und anderen Belastungen.

Andere Menschen sind stolz auf ihre Bauchatmung, aber wenn man genauer hinschaut, sieht man, dass sich der Bauch zwar tatsächlich mit der Atmung bewegt, der Brustkorb aber nicht. Auch diese Menschen bekommen zu wenig Luft. Die normale Atmung ist eine Vollatmung. Wer also nur mit dem Bauch atmet, ist im Atemvolumen ebenso eingeschränkt, wie jemand der nur mit dem Brustkorb atmet.


Die Hochatmung

Sehr verbreitet ist die Hochatmung. Bei der Hochatmung geht die Atembewegung nicht nach unten in den Bauch und in den unteren Brustkorb, sondern der Brustkorb wird mit den Halsmuskeln bei jeder Einatmung nach oben gezogen. Man sieht das bei andern Menschen an den verspannten Halsmuskeln, sowie daran, dass die Schultern sich mit jeder Einatmung heben. Die Halsmuskeln werden eingesetzt, weil die anderen Wege bei dieser Art von Fehlatmung nicht gangbar sind.

Wenn also die Lunge sich nicht im Brustkorb, Bauch, Rücken und Beckenboden ausdehnen kann, bleibt nur noch, ihr nach oben Raum zu schaffen. Das geschieht durch das Hochziehen (anstatt des Weitens) des Brustkorbs. Oft kann man bei Menschen mit dieser Art von Atemstörung eine Seufzeratmung beobachten und häufige zwischengeschaltete "tiefe" Atemzüge, bei sehr sie aber nur forcierte Hochatmung betreiben.


Die paradoxe Atmung

Andere Patienten mit Atemstörungen haben eine paradoxe Atmung, d. h. sie ziehen den Bauch bei der Einatmung ein, anstatt ihn heraus zu lassen. Sie atmen sozusagen umgekehrt. Logischerweise bekommt man mit dieser Atemform nur wenig Luft, denn die Lunge kann sich beim Einatmen ja nicht nach unten in den Bauch ausdehnen, wo sie die größte Ausdehnungsmöglichkeit hätte. Auch diese Fehlatemform ist den Patienten überhaupt nicht bewusst. Oft sieht man sie am liegenden Patienten nicht, wohl aber im Stehen und Sitzen.


Fixierte Ausatmung

Zu dieser Form von Fehlatmung kommt es, wenn ein Teil der Ausatemmuskeln verspannt ist, sich also in Dauerkontraktion befindet und sich nicht voll entspannen kann, wenn er an der Reihe ist.

Meist sind hauptsächlich die Bauchmuskeln bzw. das Bindegewebe / Faszien auf ihnen verspannt (am allerhäufigsten der große, gerade Bauchmuskel). Bei solchen Menschen befinden sich die Atemmuskeln also ständig im Zustand der Ausatmung, so dass kaum Einatmung stattfinden kann. Das ist zum Beispiel bei allen Menschen mit vorgebeugter Haltung der Fall. Sie bekommen definitiv zu wenig Luft. Diese Form der Fehlatmung ist in den westlichen Industriegesellschaften ungeheuer weit verbreitet. Sie tritt vor allem bei chronischem Stress auf (auf Stress reagieren alle Muskeln mit Anspannung, am meisten aber die Bauchmuskeln). Aber auch das gängige Schönheitsideal des flachen Bauchs kann bewirken, dass sich die Ausatmungsstellung der Muskulatur als chronische Fehlatmung fixiert. Diese Fehlatmungsform schlägt häufig auf die Stimmung und ist nicht selten mit Depression verbunden.


Fixierte Einatmung

Es gibt aber auch Menschen, bei denen hauptsächlich die Einatemmuskulatur verspannt ist. Diese Menschen können vor allem schlecht ausatmen (z.B. viele Asthmatiker). Man erkennt Menschen mit fixierter Einatmung daran, dass der Brustkorb wie aufgebläht wirkt, sich aber gleichzeitig bei der Einatmung nur wenig bewegt. Auch diese Menschen bekommen zu wenig Luft, denn um voll einatmen zu können, muss man vor allem zuerst ausatmen können.

Manchmal ist auch ein Teil der Einatemmuskeln verspannt und ein Teil der Ausatemmuskeln. Immer aber gilt natürlich: Egal ob Ein- oder Ausatemmuskeln verspannt sind, die jeweiligen Antagonisten (Gegenspieler) können sich auch wenig rühren, die gesamte Atmung ist also eingeschränkt. Das kann man selbst probieren: Atmet man forciert aus und hält die Muskeln in dieser Position, ist sowohl Ein- wie Ausatmung nur noch sehr reduziert möglich. Atmet man forciert ein, indem man zum Beispiel den Brustkorb aufbläst und ihn dann so lässt, ist das Atemvolumen wiederum sehr eingeschränkt. Das heißt: auch wenn der Brustkorb ständig in Einatemstellung fixiert ist, also aufgebläht ist, bekommt man zu wenig Luft.


Behandlung der Fehlatmung

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® stellen wir durch Beobachtung und Berührung zunächst fest, unter welcher Art von Fehlatmung der Patient genau leidet, d. h. welche Atemmuskeln bei ihm besonders verspannt sind. Entsprechend dem Ergebnis behandeln wir dann die verschiedenen Fehlatmungsformen. Zuerst pandiculieren wir die betroffenen Atemmuskeln, um sie dann von Triggerpunkten und Bindegewebsverhärtungen zu befreien (siehe Die einzelnen Verfahren). Häufig ist zusätzlich eine Behandlung der Fehlhaltung erforderlich. Ist jemand zum Beispiel ständig vornüber gebeugt, kann er zu wenig in Bauch und Brustkorb atmen. Daher muss zunächst diese Fehlhaltung aufgelöst werden.

Bei der Behandlung aller Atemstörungen ist anschließend ein Körperbewusstseintraining unbedingt erforderlich. Der Patient lernt dabei, bewusst auf seine Atmung zu achten und sich so hinzusetzen, dass er frei durchatmen kann. Auch spezielle Atemübungen können ihm helfen, sofern vorher mit den manuellen Methoden die Atemmuskulatur befreit wurde.

Welche Form der Fehlatmung bei Ihnen speziell vorliegt, kann einer der Therapeuten der Sensomotorischen Körpertherapie feststellen, die auf der Therapeutenliste aufgeführt sind.

Das Buch von Dr. Pohl

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