Druck-und Enge-Gefühle auf der Brust sind psychisch unangenehm und treten gehäuft bei Angst und Depression auf. Doch lässt sich der Druck am besten körpertherapeutisch behandeln.

Bedrückungsgefühle sind oft Teil des depressiven Erlebens (siehe Depression). Beklemmungs- und Engegefühle sind häufig mit behandlungsbedürftiger Angst verschwistert.

Mit diesem Zusammenhang hat es Folgendes auf sich:

  1. Unter belastenden Lebensumständen ziehen wir uns alle auf der Vorderseite zusammen und halten den Atem an. Das schlägt uns oft auf Herz, Brust, Magen und Stimmung.
    Normalerweise erfolgt ein als befreites Aufatmen, wenn die Belastung vorüber ist: uns fällt ein Stein vom Herzen oder von der Brust. Nimmt die Belastung aber kein Ende, ist das oft der Ausgangspunkt für Entstehen oder Verstärkung chronischer Druck- und Enge-Gefühle, da dann Muskeln und Bindegewebe / Faszien zusammen gezogen bleiben. Das ist oft an einer vorgebeugten Haltung zu sehen (wie auf der nebenstehenden Zeichnung von Käthe Kollwitz , man sieht darauf ein Stoppmuster). Durch die körperlichen Verfestigungen bleiben die unangenehmen Empfindungen an Herz, Brust, Magen aber auch eine ängstliche Erwartung und eine negative Sicht der Dinge erhalten, auch wenn die belastenden Lebensumstände längst vorbei sind.
    Negative Gefühlserlebnisse können schon im Kindesalter ein entsprechendes Spannungsmuster entstehen lassen, meist auch eine Fehlhaltung im Sinne eines Stoppmusters (siehe nebenstehende Kinderzeichnung von Käthe Kollwitz). So können schlimme Kindheitserlebnisse bis ins Erwachsenenalter fortwirken.
    Aber: längst nicht jeder Druck auf der Brust, längst nicht jede vorgebeugte Haltung ist auf Kindheitstraumen zurück zu führen!
    Die belastenden Lebensumstände können auch viel später geherrscht haben und es gibt noch viele, viele ganz andere Auslöser für eine vorgebeugte Haltung - wie auch für Druck auf der Brust. Und:

Der Zusammenhang Körper-Psyche kann auch umgekehrt entstehen:

  1. Auch wenn der Druck auf der Brust primär durch körperliche Faktoren entstanden ist (wie Verletzungen, Operationen, Narben, falsche Sitzhaltung, zu enge Kleidung etc siehe Ursachen von Druck auf der Brust), wird sekundär das psychische Empfinden beeinträchtigt. Denn die Dauerkontraktionen in Muskeln, Faszien und Bindegewebe / Faszien bewirken eine Einengung des Brustkorbs. Dadurch fühlt man sich depressiver, ängstlicher, beklemmter.

Oft lässt sich auch kaum entscheiden, was zuerst da war, ob Henne oder Ei.

Wie auch immer das Ganze angefangen hat: Es entsteht ein Teufelskreis:

  1. Je unangenehmer die Lebensumstände, desto mehr zieht man sich zusammen. Je mehr man sich zusammen zieht, desto unangenehmer erlebt man alles. Der Druck auf der Brust wird zum Stimmungsbarometer.

Mehr dazu unter Beklemmung und Bedrückung, Die körperliche Verankerung von Angst und Depression finden Sie unter Angst und Depression beschrieben.

Behandlung

Die Erfahrung hat gezeigt, dass es bei der Behandlung von Druck auf der Brust bedeutend einfacher ist, vom Körper auszugehen und damit die Psyche positiv zu beeinflussen, als umgekehrt, von der Psyche aus zu gehen und den Körper verbal zu erreichen.

Wie wir in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® bei der Behandlung von Druck auf der Brust vorgehen, finden Sie unter Die Behandlung von Druck auf der Brust beschrieben.

Therapeuten, die Druck auf der Brust, Angst, Depression und Fehlhaltungen körpertherapeutisch behandeln, finden Sie auf der Therapeutenliste.