Sonstige Beinbeschwerden
Zu den sonstigen Beinbeschwerden gehören
- Schwächegefühl in den Beinen
- Schwere Beine, müde Beine und schnell ermüdende Beine
- Überstarker Muskelkater in den Beinen
- Dicke Beine
- Nicht heilende Wunden am Unterschenkel
- Morbus Sudeck
- Cellulite
Schwächegefühl in den Beinen
Schwächegefühl in den Beinen kann im Oberschenkel, in den Unterschenkeln, in den Knien und in den Sprunggelenken auftreten. Die Betroffenen können sich kaum auf den Beinen halten. Entgegen landläufiger Meinung ist das Schwächegefühl in den Beinen nicht auf zu schwache Muskulatur zurück zu führen. Es lässt sich daher auch nicht wegtrainieren.
Vielmehr sind solche Schwächeempfindungen in den Beinen – wie die Schwächegefühle an anderen Orten – auf Bindegewebsverspannungen im Unterhautbindegewebe auf den betreffenden Muskeln zurück zu führen (siehe »Andere Missempfindungen«).
Schwächegefühle in den Beinen führen meist zu einem äußerst vorsichtigen, gebremsten Gang, was die Verspannung verstärkt. Oft benutzen die Betroffenen auch einen Stock, da sie sich sonst zu unsicher fühlen. Beim Pandikulieren der betreffenden Muskel kann man merken, dass dem Schwächegefühl oft auch eine tatsächliche funktionelle Schwäche entspricht, bzw. dass eine ziemlich ausgedehnte sensomotorische Amnesie (siehe Artikel »Schmerztherapie ohne Chemie (PDF)«) vorliegt, d.h. die Patienten „finden“ die zugehörigen Muskel nicht, sie können die erforderliche Bewegung, wenn man sie darum bittet, nicht oder nur sehr schwach ausführen.
Im Allgemeinen wird angenommen, dass es sich bei den Schwächegefühlen in den Beinen um Muskelschwäche handelt. Normale Muskelschwäche führt jedoch niemals zu solchen Schwächeempfindungen. Sind Beinmuskeln durch fehlenden Gebrauch zu schwach, klagen die Betreffenden eher darüber, dass es ihnen beispielsweise von den Beinen her schwer fällt, eine ausgedehnte oder gar steile Bergwanderung zu machen, aber sie empfinden keine Schwäche- oder Unsicherheitsgefühle beim gehen.
Es gibt allerdings tatsächlich krankhafte Muskelschwäche, die auch als Schwächegefühl erlebt wird. Dies ist zum Beispiel bei der Erkrankung Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) der Fall. Dabei bauen sich aus ungeklärter Ursache die Motoneuronen allmählich ab. Ebenso können Kleinhirnerkrankungen zu einem unsicheren Gang mit erlebter Muskelschwäche führen, häufig mit allgemeiner Verlangsamung und verwaschener Sprache. Die Betroffenen klagen häufig darüber, dass ihnen ihre Beine nicht so gehorchen wie früher. Sowohl bei Amyotropher Lateralsklerose wie bei den Kleinhirnerkrankungen ist mit Sensomotorischer Körpertherapie nur wenig auszurichten. Leider helfen auch alle medizinischen Verfahren nicht, d.h. bis jetzt gibt es keine Methode, um diese Erkrankungen zu heilen.
Gott sei dank sind diese Erkrankungen jedoch sehr selten. während die Schwächegefühle in den Beinen durch Bindegewebsverspannungen vor allem in höherem Alter relativ häufig und mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® sehr gut behandelbar sind.
Man behandelt bei Schwächegefühlen in den Beinen das Bindegewebe überall da, wo die Schwäche empfunden wird, also am Oberschenkel vorn, in den Waden, um die Sprunggelenke usw.. Anschließend kann man die darunter liegenden Muskeln pandikulieren (siehe »Die Behandlung«) und dabei feststellen, wie viel sie bereits an Kraft gewonnen haben. Schließlich lässt man den Patienten gehen oder eine andere Bewegung ausführen, bei der die Schwäche in den Beinen aufgetreten war und überprüft das Ergebnis. Im Allgemeinen können Patient und Therapeut bereits nach der ersten Behandlung eine größere Stabilität feststellen, die nach mehreren Behandlungen dann auch stabil bleibt. Via Körperbewusstseinstraining der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® lernt der Patient / die Patientin dann noch einen lockeren, unangestrengten, schwungvollen Gang (in jedem Alter!). Damit wird das Gehen wieder sicher, der Stock unnötig und die Angst zu fallen verliert sich. Ein Auftrainieren der Muskulatur ist dabei nicht nötig, denn es handelt sich definitiv um keine Muskelschwäche, sondern um ein Problem des Bindegewebes und der Muskelkoordination.
Schwere Beine, müde Beine und schnell ermüdende Beine
Schwere- und Müdigkeitsgefühle in den Beinen sind relativ häufig. Die davon Betroffenen können kaum längere Strecken gehen. Häufig müssen sie Pausen einlegen oder sie kommen völlig erschossen von ihren Einkäufen in der Stadt zurück.
In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® fragt man die Patienten als erstes, wo genau sie die Müdigkeit in den Beinen empfinden. Sind es die Waden? Die Oberschenkel vorn? Die Füße? Meist reicht es dann, an den betreffenden Stellen mit der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® das Bindegewebe zu behandeln, eventuell auch die Myogelosen oder Triggerpunkte in der Muskulatur. Wie bei den Schwächegefühlen in den Beinen empfiehlt es sich, den Patienten anschließend via Körperbewusstseinstraining der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® einen lockeren, schwungvollen Gang beizubringen, der nicht nur mit den Beinen ausgeführt wird, sondern durch den ganzen Körper geht. Mit dieser Art zu gehen kann man sich stundenlang mühelos ohne Schwere- und Müdigkeitsgefühle in den Beinen fortbewegen. Oft stößt man dabei vor allem bei älteren Patienten zunächst auf Erstaunen, denn sie können sich nicht vorstellen, in ihrem Alter das Gehen nochmals neu zu lernen. Da die neue Art zu gehen jedoch viel leichter ist als die alte und sehr viel mehr Spaß macht, sind aber schließlich alle dafür zu gewinnen.
Überstarker Muskelkater in den Beinen
Es gibt Menschen, die bereits nach kürzerem Gehen oder Joggen einen unmäßig starken Muskelkater spüren. Hier hilft vor allem, sich die Laufökonomie anzuschauen. Läuft der Betreffende zum Beispiel nur mit den Beinen anstatt mit dem Becken, so ist es kein Wunder, wenn ihm am nächsten Tag die Beine wehtun. In diesem Fall sollte man den Gang via Körperbewusstseinstraining der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® entsprechend verändern. Ansonsten hilft pandikulieren und manuelle Behandlung der entsprechenden Muskeln und der zugehörigen Bindegewebspartien.
Insgesamt muss man bei der Behandlung von Beinschmerzen vor allem auf eine eventuelle Beckensteifigkeit achten und diese gegebenenfalls behandeln. Viele Beine schmerzen, weil ihre Besitzer unwillkürlich ihr Becken steif halten, so dass die Beine überfordert sind. Im Körperbewusstseinstraining der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® lernen diese Menschen wieder, Becken und Beine frei zu bewegen und sich nicht ständig in den Beinen zu stark anzustrengen.
Dicke Beine
Meist sind die Sprunggelenke, manchmal auch die Füße, die Unterschenkel und/oder die Knie betroffen. Natürlich ist an den betroffenen Stellen der dicken Beine auch die Beweglichkeit eingeschränkt. Achtung: dicke Beine, vor allem wenn sie schon von oben an dick sind, können auch auf Nieren- oder Herzerkrankungen oder Venenprobleme hinweisen. Das sollte man natürlich zuerst abklären. Ist internistisch und von den Venen her alles o.B., liegt die Störung mit Sicherheit im Bindegewebe, das so verfestigt ist, dass die Lymphe nicht ausreichend abfließen kann. Solche Verfestigungen entstehen oft nach Unfällen, Operationen und sonstigen Verletzungen, wie auch nach langer Ausübung eines Stehberufs, sowie bei ständigem Sitzen. In Ansätzen kennen die meisten von uns die Auswirkung von langem Sitzen auf die Beine von Langstreckenflügen in der Touristenklasse. Auch sehr starkes Übergewicht kann zu dicken Beinen führen, bei denen nicht nur das Fett sondern auch der Lymphstau eine Rolle spielt, wobei die Betreffenden sich aber auch kaum noch auf ihren Beinen bewegen.
Bei der manuellen Behandlung mit den Methoden der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® achtet man darauf, nicht nur die direkt betroffene Region zu behandeln, sondern vor allem die angrenzenden mehr zum Rumpf hin gelegenen Partien. Besonders suchen sollte man nach solchen Stellen, wo sich Einziehungen zeigen, denn dort staut es zurück.
Außerdem empfiehlt man den Patienten viel Bewegung, z.B. Walken, Joggen, Bergwandern, Trampolinhüpfen oder schlicht und einfach Spazierengehen. Kraftsportarten eignen sich nicht.
Nicht heilende Wunden am Unterschenkel
Speziell am Unterschenkel gibt es – abgesehen von Diabetesbeinen und langwierigen Venenentzündungen – auch bei sonst gesunden Personen oft kleinere Wunden, die einfach nicht zuheilen wollen. In diesem Fall hilft gewöhnlich die Bindegewebsbehandlung um die Wunde herum und soweit im Umfeld, wie es sich spürbar verfestigt hat.
Morbus Sudeck
Morbus Sudeck ist eine Komplikation, die nach Verletzungen der Beine (seltener auch der Arme) entstehen kann. Die Verletzungen müssen keine offenen Wunden sein, am häufigsten sind Brüche, aber auch Operationen, Entzündungen und einfache Prellungen kommen als Auslöser in Betracht. Manchmal handelt es sich um zunächst ganz harmlos scheinende Verletzungen. Charakteristisch für Morbus Sudeck sind Schmerzen und Bewegungseinschränkungen in der ursprünglich verletzten Gegend. Die Störungen geben sich von alleine nicht mehr, es besteht eine ausgesprochene Neigung zur Chronifizierung, wobei sogar eine Tendenz zur Ausbreitung im Laufe der Zeit besteht, und zwar oft auf die gesamte Extremität. Die Stellen wirken geschwollen oder zusammengezogen, die Muskeln atrophiert, die Haut wirkt dünn und gespannt, die Stellen sind oft kalt. Mediziner finden eine Stoffwechselstörung im gesamten Gebiet, sogar die Knochen sind verändert. Auf der psychologischen Seite findet sich eine ausgeprägte Angst und Unwille, das Bein überhaupt noch zu bewegen oder zu belasten, es verkümmert in Schonhaltung.
Behandlung
Bei Morbus Sudeck hilft die Behandlung des Bindegewebes mittels der Bindegewebsbehandlung der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® sehr gut. Manchmal muss man auch die betroffenen Muskeln noch behandeln. Im Anschluss daran sind auch Pandiculations möglich, damit der Patient lernt, das Bein wieder in Bewegung zu bringen. Schließlich muss man den Betreffenden auch den Einsatz des Fußes und Beins wieder beibringen, indem man ihnen zuerst mit Körperbewusstseinstraining das Gehen wieder beibringt und sie dann ermuntert, die betroffene Gliedmaße auch im Alltag wieder normal einzusetzen. Es muss ihnen klar werden, dass man das Gehen nur durch das Gehen lernt. Dabei müssen sie eine Angsthaltung überwinden, die aus dem erlittenen Trauma resultiert und sich in der weiteren schlimmen Entwicklung ihres Beins verfestigt hat. Eventuell muss man auch die Bauchdecke mitbehandeln, die sich immer anzieht, wenn die Patienten Angst bekommen, sobald sie sich anschicken, das betroffene Bein zu belasten.
Bei den von mir behandelten Patienten, deren Beschwerden als Morbus Sudeck mit Knochenveränderung diagnostiziert waren, wurde anschließend festgestellt, dass sich auch die beteiligten Knochen keine Schäden mehr aufwiesen. Das ist wohl so erklärlich, dass insgesamt eine viel bessere Durchblutung, Bewegung und wechselnde Gewichtsbelastung des betroffenen Beines erfolgte, wodurch sich der Knochen regenerieren kann.
Cellulite, Cellulitis
Cellulite, Cellulitis oder Orangenhaut bildet sich vor allem bei Frauen und zwar meist an den Oberschenkeln, manchmal auch an Hüften und Gesäß. Von außen sieht das von Cellulite betroffene Gebiet uneben mit Einziehungen versehen aus. Viele Frauen leiden unter diesem Schönheitsfehler und versuchen alle möglichen Behandlungsmethoden. Manchmal ist Cellulite auch schmerzhaft. Oft fühlen sich die betroffenen Stellen von außen kalt an, manchmal sind sie auch kälteempfindlich.
Bei der Cellulite oder Cellulitis handelt es sich ganz einwandfrei um verklumptes Unterhautbindegewebe, das sich zwischen oberster Hautschicht und Muskeln befindet. Das heißt, die Collagenfasern, die einen wesentlichen Bestandteil des Bindegewebes ausmachen, sind in unterschiedlichem Ausmaß zusammen gezogen, wodurch der unregelmäßige Eindruck entsteht. Dieses Bindegewebe schmerzt, wenn man es zwischen den Fingern reibt, auch wenn es im Alltag nicht schmerzhaft ist.
In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln wir das verklumpte Bindegewebe mehrfach mit der speziellen Bindegewebsbehandlung, die zur Sensomotorischen Körpertherapie gehört. Dadurch lösen sich die bei der Behandlung schmerzhaften Verklumpungen durch Zusammenziehung im Unterhautbindegewebe und der betroffene Körperteil wird schmerzfrei und erlangt ein glattes Aussehen.
Manchmal ist es, um zu vermeiden, dass die Cellulite wieder entsteht, notwendig auch die Haltung und Bewegungsorganisation der Patientin zu ändern, indem diese zum Beispiel lernt, nicht mehr mit durchgedrückten Knien und damit mit ständig angespannten Oberschenkeln herum zu laufen bzw. zu stehen.
Therapeuten, die mit »Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl®« behandeln, finden Sie auf der Therapeutenliste.