Knieschmerzen
Unter allen Fuß- und Beinleiden sind Knieschmerzen dasjenige, worüber am häufigsten geklagt wird.
Ursache der Knieschmerzen und sonstigen Beschwerden am Knie sind Verspannungen in Muskeln und Bindegewebe der Beinmuskulatur (siehe Artikel »Schmerztherapie ohne Chemie (PDF)«). Der Knieschmerz fühlt sich zwar oft an, als käme er tief innen aus dem Gelenk. Lässt man sich aber vom Patienten von außen die Stelle zeigen, an der es innen schmerzt, und drückt von außen auf diese Stelle, so spürt der Patient genau da seinen Knieschmerz. Behandelt man mit der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® diese Stellen von außen, so verschwindet auch der innen wahrgenommene Knieschmerz.
Von all den unterschiedlichen Knieschmerzen finden sich die meisten auf der Vorderseite, meist unterhalb der Kniescheibe. Das ist die Stelle, auf die wir alle – zumindest in der Kindheit – schon unzählige Male gefallen sind. Man behandelt in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® die Knieschmerzen an Ort und Stelle, auch wenn sich hier keine Muskeln sondern nur Sehnen und Bänder finden. Manche dieser vorderen Knieschmerzen setzen sich nach oben in den Quadriceps (den großen Muskel an der Vorderseite des Oberschenkels) fort. Außerdem ist sehr häufig der „Pes anserinus“ betroffen. Das ist die Stelle an der Innenseite des Knies unten, an der verschiedene Muskelansätze zusammen kommen und am Unterschenkel ansetzen.
Seltener sind Schmerzen in der Kniekehle und der Knieaußenseite.
Schmerzen am Knie vorn entstehen am häufigsten bei durchgedrückten Knien, am Knie innen bei außenrotierten Beinen, solche am Pes anserinus bei gebeugten Knien, z.B. bei O-Beinen, am Knie außen bei X-Beinen, solche in der Kniekehle bei chronisch gebeugten Knien (siehe »Fehlstellungen Beine«). Wegen der Schwerkraftverhältnisse sind chronisch gebeugte Knie auch chronisch in den Streckern verspannt. Daher schmerzen sie oft auch vorn. Auch insgesamt sind die Zuordnungen nicht so fest, da bei gröberen Abweichungen auch die Gegenseite unter Druck oder Zug gerät und es außerdem Kombinationen von verletzungs- und fehlhaltungsbedingten Schmerzen gibt.
In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man Muskeln und Bindegewebe in den direkt betroffenen Gebieten und weiter hinauf in die zugehörigen Muskeln hinein und pandikuliert die Beinmuskeln entsprechend der Überstreckung, Beugung und oder Rotation.
Die Knie sind oft die Leidtragenden, wenn sich weiter oben oder weiter unten Fehlhaltungen befinden. Daher sollte man bei Knieschmerzen auch Fuß- und Zehendeformitäten (siehe »Fehlstellungen Füße«) in Betracht ziehen, da zum einen viele Muskeln, die den Fuß bewegen, am Knie ansetzen, und sich zum andern die Fehlspannung von unten nach oben fortsetzen kann. Ebenso kann sich eine Verspannung von oben, also vom Becken bzw. den Hüftgelenken her, ins Knie fortsetzen. Paradebeispiel hierfür sind die außen- oder innenrotierten Beine, die oft intensive Knieschmerzen bedingen. Häufigste Ursache von beidseitigen Knieschmerzen vorn ist die Hohlkreuzhaltung mit zurück gelehntem Oberkörper, die wegen der Schwerkraft notwendigerweise mit durchgedrückten Knien und einem ständig angespannten Quadrizepsmuskel einhergeht (siehe unter »Startmuster« und unter »Bewegungsstörungen Beine«). Einseitige Knieschmerzen gehen häufig auf eine Schiefhaltung des ganzen Körpers zurück (siehe unter »Traumamuster«).
Meniskusschäden und Kniearthose
Oft werden Knieschmerzen automatisch auf einen beschädigten Meniskus (Außen- oder Innenmeniskus) zurückgeführt und als Meniskusschaden bezeichnet.
Bei den Menisken des Kniegelenks handelt es sich um halbrunde Knorpelscheiben, die sich innen und außen zwischen Oberschenkelknochen und Unterschenkelknochen befinden. Sie stellen eine Art Pufferung der Kniegelenke dar. Da Menisken aus Knorpelmaterial bestehen, verfügen sie über keinerlei Nervenanbindung, also auch über keinerlei Schmerzrezeptoren, so dass sie selbst total schmerzunempfindlich sind.
Vor allem bei abrupten Drehbewegungen kann es dazu kommen, dass ein Meniskus reißt. Das kann zu akuten Schmerzen führen, wobei nicht der Meniskus selbst weh tut, sondern die Weichteile auf die Meniskusteile durch ihre Verschiebung drücken können.
Häufiger kommt es zu einem allmählichen Aufarbeiten der Menisken und der Gelenkflächen der Knie, und zwar dadurch, dass bei Fehlhaltungen des Körpers und Fehlstellungen der Beine die Muskulatur das Kniegelenk zu stark zusammendrückt. Dadurch verschwindet zunächst die Sinovialflüssigkeit (die „Gelenkschmiere“ zwischen den Gelenkflächen) und der Spalt zwischen den Gelenkflächen wird immer schmaler, bis er ganz verschwunden ist. Schließlich reiben die beiden Seiten des Gelenks aufeinander. Als Ergebnis sieht man im Röntgenbild Unregelmäßigkeiten, kleine Einbuchtungen auf den Gelenkflächen und Menisken. Diese Unregelmäßigkeiten werden als Arthose bzw. Meniskusschaden bezeichnet. Der im Röntgenbild sichtbare Abrieb ist keine Abnutzungs-, Alters- oder Degenerationserscheinung, sondern Folge der muskulären Verspannung, die die Gelenke des Knies so stark zusammen drückt, dass schließlich die Gelenkflächen aufeinander reiben.
Auch die Kniearthrose kann nicht schmerzen, jedenfalls solange sie am Knorpel stattfindet, der die Gelenkflächen umgibt, da dieser von Haus aus über keinerlei Sinneszellen verfügt (siehe »Chronische Schmerzen« und den Artikel »Schmerztherapie ohne Chemie (PDF)«). Erst, wenn der Knorpel total aufgearbeitet ist und schließlich die blanken Knochen aufeinander reiben, schmerzen tatsächlich die Knochen bei der Kniearthrose. In allen anderen Fällen (und das sind die allermeisten) schmerzen bei Kniearthrose nicht die Knochen, sondern die verspannten Muskelansätze am Knie und / oder das Bindegewebe auf diesen Ansätzen.
Meniskusschäden und arthrotische Kniegelenke werden heutzutage häufig arthroskopisch operiert, wobei die Knorpel geglättet werden. Aber es ist bei weitem nicht jede Operation erfolgreich. Das merkt man spätestens dann, wenn der Knieschmerz auch nach der Operation noch anhält. Eine Studie, bei der die Wirkung arthroskopischer Knieoperationen mit derjenigen von Scheinoperationen am Knie verglichen wurden, erbrachte übrigens keinen Unterschied, d.h. die Scheinoperationen waren genauso erfolgreich bzw. erfolglos wie die tatsächlich durchgeführten Operationen.
Das Anhalten von Beschwerden nach der Operation erklärt sich meiner Meinung nach dadurch, dass die ursprüngliche Fehlbelastung durch die Muskulatur nicht behoben wurde. Die postoperativen Beschwerden behandeln wir daher wie reguläre Knieschmerzen. Dasselbe gilt für Knieschmerzen ohne vorausgegangene Operation, die zwar auf einen defekten Meniskus zurückgeführt werden, die aber tatsächlich nie dadurch verursacht wurden.
Behandlung
Da all diese Knieschmerzen von Muskel- und Bindegewebsverspannungen rund ums Knie herrühren, behandelt man in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® Muskeln und Bindegewebe mit Pandiculations, Myogelosen- oder Triggerpunktbehandlung sowie der Bindegewebsbehandlung und zwar zum einen am Knie direkt und zum andern entsprechend der zugrunde liegenden Fehlstellung, also zum Beispiel der dauernd gebeugten oder durchgestreckten Beine und dem damit verbundenen Spannungsmuster, das sich durch den ganzen Körper zieht (siehe unter »Bewegungsstörungen Beine«, »Fehlstellungen Beine«, »Fehlhaltungen«). Durch ein Körperbewusstseinstraining und bestimmte somatische Übungen helfen wir in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® dem Patienten, im Alltag nicht wieder in seine alten Fehlhaltungen und Spannungsmuster zu rutschen, so dass er dauerhaft von Knieschmerzen verschont bleibt. Nach erfolgreicher Behandlung können sich unter Umständen auch die lädierten Knorpel wieder regenerieren.
Therapeuten, die mit »Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl®« behandeln, finden Sie auf der Therapeutenliste.