Faszikulationen sind Minizuckungen kleiner Muskelstränge direkt unter der Haut, die man von außen sehen kann. Meist sind vom Faszikulieren die Unterschenkel betroffen.

Typischerweise zuckt beim Faszikulieren nicht ein großer Muskelstrang, sondern mehrere bis viele kleine. Sie zucken weder einzeln noch synchron. Es ist eher, als ob ein kleines Gewitter über die betroffene Stelle läuft, d.h. einzelne Stränge eines kleinen Gebiets zucken rasch hintereinander. Auch die vom Faszikulieren betroffenen Stellen, Untergebiete können rasch wechseln. Das "Gewittrige" ist so charakteristisch, dass man die Faszikulationen sofort erkennt, wenn man sie einmal gesehen hat.

Faszikulationen sind mit einer merkwürdigen Empfindung verbunden, die mehr oder weniger stark sein kann. Sie lässt sich schwer beschreiben, denn es gibt im Deutschen keine Bezeichnung dafür. Es ist kein Jucken, kein Brennen, eher wie wenn etwas schnell über die Haut kriecht, sagen die Betroffenen.

Nicht verwechseln sollte man Faszikulationen an den Unterschenkeln mit Restless legs. Das ist ein Unruhegefühl in den Beinen, das vor allem nachts auftritt und die Betroffenen mit einem unbändigen Bewegungsdrang aus dem Bett treibt. Restless legs treten ohne die charakteristischen Zuckungen auf.

Die von Faszikulationen Betroffenen reagieren sehr unterschiedlich darauf. Manche bemerken die Zuckungen gar nicht oder kaum und fühlen sich überhaupt nicht gestört (ähnlich wie das Zucken eines mit den Faszikulationen verwandten Tics z.B. im Gesicht, der häufig nur von anderen wahrgenommen wird). Diese Menschen betrachten ihre Faszikulationen eher als unwichtiges Kuriosum. So werden sie auch von vielen Ärzten gesehen. Wenn Ärzte Faszikulationen überhaupt kennen, können sie gewöhnlich nichts damit anfangen. Hat die neurologische Untersuchung keinen Befund erbracht (was meist der Fall ist), gelten sie den Spezialisten oft als psychosomatisch, oder als (nicht ganz ernst zu nehmendes) Begleitsymptom einer Depression.

Manche Patienten aber nehmen ihr Faszikulieren überdeutlich wahr, dann wird es zur quälenden Empfindung. Das mit dem Faszikulieren verbundene Gefühl macht sie fast wahnsinnig. Es okkupiert ihre ganze Aufmerksamkeit, sie können sich auf nichts anderes mehr konzentrieren. Oft laufen sie kopflos herum und fühlen sich wie ein Tiger im Käfig. Manche Betroffenen nimmt diese merkwürdige Empfindung beim Faszikulieren so mit, dass sie ernsthaft depressiv werden - auch deswegen, weil ihnen keiner glaubt (auch die Ärzte nicht), sie keiner versteht und sie nirgends Hoffnung auf Erlösung von ihrer Qual sehen. Tatsächlich verstärken sich Faszikulationen oft in Belastungssituationen, wenn sich allgemein die Spannung im Gewebe erhöht. Faszikulationen entstehen aber nicht aus psychischen Gründen, sondern werden meist durch ständigen Druck ausgelöst (z.B. durch einen Gipsverband, eine Schiene o.ä.) oft verbunden mit einer Fehlhaltung, die die Verspannung an den betroffenen Stellen insgesamt erhöht:

Behandlung

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® nehmen wir die von Faszikulieren betroffenen Patienten ernst und lassen uns von ihnen genau beschreiben und zeigen, wo sie das Faszikulieren spüren und sehen und was genau sie dabei empfinden. Natürlich schauen wir auch, ob gerade solche unwillkürlichen Zuckungen ablaufen. Wir behandeln dann bei Faszikulationen in erster Linie das Bindegewebe / Faszien der Haut und Unterhaut, wobei wir davon ausgehen, dass durch Verspannungen dort Rezeptoren gereizt werden, die die Minimotorik in Gang setzen. Sollten die Unterschenkel sich insgesamt in Dauerkontraktion befinden (manchmal fühlen sie sich an wie aus Holz), so behandeln wir auch gegen die zugehörige Fehlhaltung (meist ein Startmuster mit zurückgelegtem Oberkörper, was zu Dauer-Anspannung in den Waden führt). Schließlich lernen die Patienten in einem Körperbewusstseinstraining, wie sie die Entstehung weiterer Verspannungen und Faszikulationen vermeiden können.

Therapeuten zur Behandlung von Faszikulationen stehen auf der Therapeutenliste