Zu den Bewegungsstörungen der Beine gehören


Lähmungen

Lähmungen, vor allem spastische Lähmungen wie nach Schlaganfall, bei Spastikern oder nach Polio behandelt man in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® als erstes über die Agonisten, nicht wie sonst bei der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® üblich über die Antagonisten. Kann also zum Beispiel jemand das Knie nicht beugen (und deshalb schlecht gehen), so behandeln wir als erstes nicht den Quadriceps sondern die Hamstrings und den Triceps surae und hier bevorzugt das Bindegewebe/Faszien. Erst danach kann man eine Pandiculation der Hamstrings oder sonst ein in Bewegung bringen versuchen. Davor ist ja gerade das nicht möglich. Bei Schlaganfällen hat sich auch die spezielle Behandlung des Bindegewebes der Haut und Unterhaut als wichtig und notwendig erwiesen. Sie kann dazu beitragen, dass der Patient sein Bein wieder zu spüren und zu bewegen beginnt, was ihn meist mit großer Freude erfüllt.
Nach unserer Behandlung sollte der Patient die wieder bewegliche Gliedmaße bis zur nächsten Behandlung so viel als möglich bewegen, da er sonst die neu erworbene Bewegungsmöglichkeit schnell wieder verliert. Leider fehlt vielen Langzeitgelähmten dazu oft die Motivation, da sie längst resigniert haben. Dann wird die Behandlung langwierig.

Auch peripher, zum Beispiel durch Unfälle, bedingte Bewegungseinschränkungen der Beine, können wie zentral bedingte Störungen erlebt werden. Vor allem ist die Vorstellung, wie dieses Bein oder dieser Fuß sich je wieder normal bewegen lassen soll, total verschwunden. Die Betroffenen machen daher von sich aus auch kaum Versuche, die Extremität wieder in Gang zu bringen. Man darf ihnen das nicht als mangelnde Motivation auslegen, sondern muss sie ermuntern, es doch zu probieren, auch wenn es jenseits ihrer Möglichkeiten zu liegen scheint. Man lernt das Gehen durch das Gehen, das heißt in der Aktion.


Steifes Bein: Knie lässt sich nicht (kaum) beugen

Alle im Alltag durchgedrückten Knie weisen bei Überprüfung eine eingeschränkte Beugefähigkeit auf. Diese Bewegungseinschränkung ist am häufigsten mit Knieschmerzen verbunden. Sie ist sehr lästig, wenn man sich zum Beispiel nicht mehr richtig bücken kann. Man kommt einfach nicht mehr herunter, um etwas aufzuheben.

In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandelt man mit Pandiculations, Myogelosen- und Bindegewebs- / Faszienbehandlung den Quadrizepsmuskel, der sich in diesen Fällen immer in Dauerkontraktion befindet. Außerdem hält man nach einer Startreflex-Haltung (siehe Startmuster) Ausschau, also nach einer Hohlkreuzhaltung, bei der sich der Oberkörper weiter hinten befindet als das Becken. Bei dieser Haltung sind die Knie immer durchgedrückt. Lässt nur ein Knie sich schlecht beugen, handelt es sich meist um eine Schiefhaltung mit ungleicher Gewichtsverteilung. Hier ist im Alltag das Knie desjenigen Beines ständig durchgedrückt, auf dem mehr Gewicht lastet. Je nach Haltung behandelt man in der Sensomotorischen Körpertherapie nicht nur das Knie selbst, sondern das jeweilige Spannungsmuster, das sich durch den ganzen Körper zieht.
Sehr wichtig ist bei der eingeschränkten Beugefähigkeit der Knie das anschließende Körperbewusstseinstraining der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl®, um die Patienten daran zu hindern, wieder eine für sie schädliche Angewohnheit einzunehmen, die ihren Beschwerden zugrunde liegt. Die meisten Patienten müssen nach den manuellen Behandlungen neu gehen lernen.


Steifes Bein: Knie lässt sich nicht strecken

Wegen der Abhängigkeit der einzelnen Beinmuskeln beim Bewegen in der Schwerkraft voneinander, hat jemand, der ständig gebeugte Knie hat, gewöhnlich auch dauernd gebeugte Hüftgelenke und eine Dorsalflexion des oberen Sprunggelenks und es sind auch die Kniestrecker angespannt, so dass sich das Bein auch nicht ganz beugen lässt. Diese weiteren Bewegungseinschränkungen überprüft man in der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® als erstes.
Wegen der mangelnden Kniestreckung kann man die mit Sicherheit in Dauerkontraktion befindlichen Kniebeuger pandikulieren und deren Muskeln und Bindegewebe / Faszien behandeln. Dann behandelt man auch die Hüftbeuger und die Kniestrecker. Im anschließenden Körperbewusstseinstraining der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® geht es im Wesentlichen darum, Positionen im Alltag zu vermeiden, bei denen man die Knie in Dauerbeugung bringt (z. B. nicht am Schreibtisch mit nach hinten geklappten Unterschenkeln zu sitzen), bzw. zu lernen, dass man beim Gehen die Beine an einem Punkt auch streckt, so dass man nicht mit dauernd gebeugten Beinen geht. Als Ganzkörperbehandlung muss man häufig alles tun, um das Stoppmuster, also die vorgebeugte Haltung aufzulösen, denn dieses Fehlhaltungsmuster ist am häufigsten mit gebeugten Knie verbunden.

Diese medikamentenfreie Behandlung von Bewegungsstörungen der Beine wird von folgenden Therapeuten ausgeführt.