Blasenbeschwerden
Dazu gehören Beschwerden wie
- Chronisch rezidivierende Blasenentzündung
- häufiger Harndrang, Reizblase
- Schwierigkeiten beim Wasserlassen
– Harnverhalt und
– Paruresis (Unmöglichkeit in Gegenwart anderer urinieren zu können)
– Andere Miktionsstörungen - Ausscheiden von Primärharn
- Kälteempfindlichkeit
- Blasenschmerzen und Harnröhrenschmerzen
- Bettnässen der Kinder
Die oben erwähnten Beschwerden kommen allein oder in Kombination sehr häufig vor. Man spricht nur selten davon, weshalb die Betroffenen oft meinen, sie allein seien von dem meist als peinlich empfundenem Problem betroffen. Frauen haben vor allem Blasenentzündungen weitaus häufiger als Männer, weil der Weg von außen bis zur Blase viel kürzer und ungeschützter als beim Mann ist, so dass sich leichter Erreger ansiedeln können.
Von der subjektiven Anatomie her ist festzustellen, dass die meisten Menschen (und auch etliche Ärzte) ihre Blase weiter oben lokalisieren, als ihre tatsächliche Lage ist. Die meisten meinen nämlich, sie befinde sich in der Mitte des Unterbauchs mit ihrem Mittelpunkt genau zwischen Schambein und Bauchnabel. Tatsächlich liegt sie viel tiefer, nämlich im kleinen Becken und kommt nur, wenn sie ganz gefüllt ist, über das Schambein hinauf. Die höhere subjektive Platzierung mag darauf zurück zu führen sein, dass man mit einem Druck auf den Unterbauch bei gefüllter Blase einen Harndrang auslösen kann, weswegen jeder meint, man habe auf die Blase gedrückt.
Zu beachten ist, dass urogenitale Probleme eine hohe Affinität zu Angst und Depression haben. Bei akuter Angst kommt es auch beim „Normalen“, also jemandem ohne Blasenleiden, zu Harndrang und manchmal zu einer Drang- Inkontinenz (man macht sich vor Angst in die Hose). Chronisch häufiger Harndrang ist daher oft mit behandlungsbedürftiger Angst verbunden, während Blasenschmerzen und -Krämpfe, häufige Blasenentzündungen wie auch Harnverhalt und Unterbauch- und Beckenbodenschmerzen eher mit Depression einhergehen. Blasenbeschwerden lassen ein spezifisch jämmerliches, elendes Grundgefühl entstehen. Die Betroffenen wirken sehr leidend, auch wenn sie sich bemühen, sich nichts anmerken zu lassen. Persistieren die Beschwerden auch in der Nacht (zum Beispiel der Handrang), ist auch der Schlaf der Patienten gestört, so dass sie sich oft tagsüber wie gerädert fühlen, Konzentrationsstörungen haben usw. (siehe auch unter »Schlafstörungen«, »Angst«, »Depression«).
Rezidivierende Blasenentzündungen
Chronisch rezidivierende, also immer wieder kehrende Blasenentzündung kann man, obwohl hier Bakterien eine Rolle spielen können, auch körpertherapeutisch behandeln. Meist liegt nämlich rezidivierenden Blasenentzündungen folgender Mechanismus zugrunde: Es gibt Verspannungen in Unterbauch und Beckenboden, durch die es zur Restharnbildung kommen kann, das heißt die Blase wird beim Wasserlassen nicht vollständig entleert. Damit werden aber eventuell vorhandene Bakterien nicht herausgespült. Vielmehr können sie sich nun im stehenden Harn gut vermehren. Die Behandlung mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® kann in diesen Fällen von rezidivierenden Blasenentzündungen die Restharnbildung beseitigen, indem sie die zugrunde liegenden Verspannungen auflöst und damit das Problem beseitigt.
Es gibt aber auch wiederkehrende „Blasenentzündungen“, bei denen sich gar keine Erreger finden lassen, die aber ähnlich Symptome aufweisen: Häufiger Harndrang, der so stark und plötzlich sein kann, dass er mit einer Dranginkontinenz verbunden ist, Schmerzen im Bereich der Harnröhre und Blase, Brennen beim Wasserlassen. Die Betroffenen (es überwiegen die Frauen) könnten schwören, dass sie eine Blasenentzündung haben, es lassen sich im Urin aber keine Erreger finden.
Tatsächlich spüren die Betroffenen aber direkt die Auswirkungen von Muskel- und Bindegewebsverspannungen im Bereich von Unterbauch und eventuell Beckenboden und Oberschenkel-Innenseiten. Die Behandlung mit Antibiotika ist in solchen Fällen natürlich sinnlos. Instinktiv behandeln sich übrigens viele Betroffene richtig, indem sie sich eine Wärmflasche auf die betroffenen Gebiete legen. Interessant ist dann, zu erfragen, wo die Wärmflasche genau hingelegt wird: auf den Unterbauch? Zwischen die Beine? Dort lassen sich die Hauptverspannungen finden und mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln.
Es gibt auch Blasenentzündungen mit oder ohne vermehrte Erreger (keimfrei ist in diesem Gebiet niemand), die speziell bei Frauen gehäuft nach Geschlechtsverkehr auftreten. Auch hier handelt es sich meist um direkte oder indirekte Auswirkungen von Verspannungen.
Vor einer körpertherapeutischen Behandlung sollte man allerdings abklären, ob die wiederkehrenden Blasenentzündungen nach Sex nicht durch eine Spirale bedingt sind, die die betreffende Frau sich zur Empfängnisverhütung hat einsetzen lassen. Es kann sich in solchen Fällen leicht eine ständige kleine, entzündete Wunde bilden. Die Erreger, die diese Wunde besiedeln, werden beim GV bestens verteilt und in den Harnröhreneingang gerieben. In diesen Fällen hilft Entfernen der Spirale sofort. Ist das nicht der Fall, kann meist mit einer Behandlung mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® geholfen werden.
Häufiger Harndrang, Reizblase
Der häufige Harndrang wird bei Frauen meistens Reizblase genannt, beim Männern Pollakisurie, manchmal wird der häufige Harndrang bei Männern auch der chronischen Prostatitis zugerechnet (siehe unter »Chronische Prostatitis«). Bei Der Harndrang kann so ausgedehnt sein, dass manche Patienten tagsüber alle 20 Minuten und nachts bis zu 10 mal die Toilette aufsuchen.
Bei der Reizblase bzw. der Pollakisurie ist die die Verbindung Angst - Harndrang besonders ausgeprägt. Der häufige Harndrang ist den Betroffnen meist peinlich und sie haben meist große Angst, in Gegenden ohne Toiletten zu kommen. Gewöhnlich kennen sie den Standort aller öffentlichen Toiletten auswendig. Das Dumme ist, dass der Drang umso stärker wird, je mehr die Angst steigt, nicht „müssen“ zu dürfen (weil zum Beispiel weit und breit keine Toilette anzutreffen ist), denn die Patienten spannen unwillkürlich vor lauter Angst immer noch mehr unten an, verstärken dadurch den Harndrang und drosseln gleichzeitig die Atembewegung in den Unterbauch ab. Dadurch hyperventilieren sie mit den oberen Atemmuskeln, was wiederum die Angst steigert – ein Teufelskreis. Manche fahren deshalb nicht mehr S-Bahn, weil es dort keine Toiletten gibt, manche meiden sogar Kino-, Theater- und Konzertbesuche, weil es ihnen peinlich ist, während der Vorstellung aufstehen und hinausgehen zu müssen. Das kann bis zu einer generellen Einengung des Lebens wie bei manchen Phobien führen.
In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln wir in Fällen von Reizblase, die mit Angst gekoppelt sind, nicht nur die Verspannungen der Muskulatur und des Bindegewebes von Unterbauch und eventuell Beckenboden, die den häufigen Harndrang bedingen, sondern auch die gesamte Atemmuskulatur und besonders die Stellen, wo die einzelnen Patienten ihre Angst empfinden, denn auch die Angst ist körpertherapeutisch behandelbar. Übungen und Körperbewusstseintraining zielen darauf, die betroffenen Muskeln von Unterbauch, Beckenboden und Atmung wieder spüren, willkürlich bewegen und entspannen zu können.
Oft besteht bei häufigem Harndrang, Reizblase, Pollakisurie eine extreme Kälteempfindlichkeit, d.h. die Betreffenden reagieren schon, wenn sie sich nur etwas der Kälte aussetzen, schon mit einer Verschlimmerung ihrer Beschwerden. Insbesondere gibt es eine Verbindung von kalten Füßen und Blasenproblemen. So lässt sich oft schon beim Gesunden durch kalte Füße der Drang zur Toilette auslösen. Bei Patienten mit Reizblase sind oft Unterbauch und / oder Beckenboden kälteüberempfindlich. So vertragen manche Patienten es nicht einmal, vor einer offenen Kühltruhe zu stehen oder auch nur im Geringsten kalt zu sitzen. Viele laufen bis in den Hochsommer hinein mit warmen Unterhosen herum.
Manches Blasenproblem ist auch schon durch ein Kältetrauma entstanden oder hat sich dadurch verschlimmert, z.B. durch wiederholtes oder längeres Sitzen auf kaltem Steinen, stundenlanges Verkühlen beim Surfen und ähnlichen Sportarten. Die Überempfindlichkeit auf Kälte geht wie die Hypersensibilisierung auf Berührung, Druck und andere Reize gewöhnlich auf Verspannungen im Unterhautbindegewebe zurück (siehe auch unter »Andere Missempfindungen«). Diese Bindegewebsverspannung hat sich während des Kälte- oder eines sonstigen Traumas gebildet und sich oft im Laufe der Zeit noch mehr ausgeprägt und weiter ausgedehnt. In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® untersuchen wir bei Blasenproblemen daher auch das Bindegewebe an den Füßen sowie an den übrigen kälteempfindlichen Stellen und behandeln es entsprechend (siehe auch unter »Füße«).
Ausscheiden von Primärharn
Bei den meisten Patienten mit häufigem Harndrang kommt, wenn sie urinieren, nur eine kleine Portion, manchmal nur ein paar Tropfen (normalerweise fasst die Blase etwa einen halben Liter und mehr). Es kommt bei manchen Patienten aber auch – vor allem in akuten Angstsituationen – vor, dass große Mengen wasserhellen Urins ausgeschieden werden. Dabei kommt es nach Auskunft des Facharztes für Urologie Dr. Günthert, München, zum Ausscheiden von Primärharn, also solchem, der noch nicht von den Nieren rückresorbiert ist. In diesen Fällen ist es gut, auch die Nierengegend mit zu behandeln.
Funktioneller Harnverhalt und
Paruresis (Unfähigkeit in Gegenwart anderer zu urinieren)
Funktioneller Harnverhalt und die Unfähigkeit, in Hör- oder Sichtkontakt von anderen zu urinieren, sind zwei unterschiedliche Krankheitsbilder, die aber darin übereinstimmen, dass bei beiden unwillkürlich die Schließmuskeln der Blase und die Muskeln des Unterbauchs angespannt gehalten werden, obgleich man bewusst unten aufmachen will. Es handelt sich also um eine unbewusste Harnzurückhaltung. Bei der urologischen Untersuchung finden sich keine organischen Hindernisse, also zum Beispiel keine Geschwüre in der Harnröhre. Häufig verschlimmern die eigenen Anstrengungen, den Harnverhalt zu überwinden, das Problem noch, denn es wird nicht selten versucht, mit dem Bauch zu pressen. Wegen des Synergismus von Unterbauch- und Beckenbodenmuskulatur zieht sich dabei aber automatisch die Beckenbodenmuskulatur inklusive des Blasenschließmuskels noch stärker zusammen. Auch beim funktionellen Harnverhalt kann in der Blase ein Restharn entstehen.
Der schließlich unwillkürlich und automatisch ablaufende Harnverhalt ist oft früher bewusst trainiert worden, z.B. weil im Beruf über Stunden keine Möglichkeit bestand, die Toilette aufzusuchen, oder weil der Patient selbst meinte, seine Arbeit nicht so lange unterbrechen zu können.
Bei der Unfähigkeit, in Gegenwart anderer zu urinieren Paruresis oder "shy bladder"), hat oft in der Vergangenheit irgendein peinliches Erlebnis stattgefunden, das mit Urinieren in Gegenwart anderer verbunden war. Man fürchtet dann vor allem, dass andere das eigene Urinieren hören könnten. Leider verschwinden die Beschwerden nicht, wenn man nur aufhört, den Harn nicht mehr bewusst zurück zu halten oder sich an das auslösende Erlebnis zu erinnern.
Die Betroffenen mit Harnverhalt helfen sich manchmal selbst, indem sie zuerst den Wasserhahn aufdrehen, um sich durch das Geräusch des plätschernden Wassers animieren zu lassen. Leider wirkt dieser Trick auch nicht immer und ist auch nicht immer durchführbar. Die Angewohnheit des Harnzurückhaltens ist oft schon so eingefleischt, dass man nur mittels manueller Methoden wie diejenigen der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® die chronisch verspannte Muskulatur und das Bindegewebe von Unterbauch und Beckenboden lösen kann. Neben den manuellen Methoden und Übungen zur bewussten Anspannung und Entspannung der betreffenden Muskulatur ist ein Körperbewusstseinstraining von Unterbauch und Beckenboden dringend erforderlich, damit die Patienten merken, dass sie nicht eine Krankheit haben, sondern etwas – wenn auch unwillkürlich – tun, so dass sie den Harn zurückhalten. Dann erst können sie diese Angewohnheit aufgeben.
Andere Miktionsstörungen
Funktionelle Miktionsstörungen sind Schwierigkeiten beim Wasserlassen, ohne dass ein organisches Hindernis (wie z.B. ein Geschwür in der Harnröhre) vorliegt. Es handelt sich um
- Startschwierigkeiten beim Urinieren
- Zu dünner Harnstrahl
- Verdrehter Harnstrahl
- Harnstrahl ohne Druck
- „Stottern“ beim Wasserlassen
- Nachträufeln
und ähnliche Beschwerden. Da man hier keine „organische“ Ursache findet, gelten auch diese Störungen oft als psychosomatisch in dem Sinne, dass sie nur im Kopf des Betroffenen stattfinden, was jedoch nicht stimmt. Wie beim oben dargestellten Harnverhalt liegt vielmehr auch hier eine funktionelle Enge in der Harnröhren- und Beckenbodenmuskulatur vor, die durch Verspannungen bedingt ist. Die Verspannungen können sich unter psychischen Belastungen (siehe Artikel »Alles psychosomatisch? (PDF)«) und bei entsprechenden Fehlhaltungen verstärken. Wie bei allen Blasenstörungen ist gewöhnlich auch bei funktionellen Miktionsstörungen die Atmung mit betroffen (siehe »Fehlatmung«).
In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln wir bei funktionellen Miktionsstörungen die Beckenbodenmuskulatur und Muskeln und Bindegewebe des Unterbauchs, so dass sich das ganze Gebiet außen wie innen entspannt. Somatische Übungen und ein Körperbewusstseintraining helfen, die unwillkürlich verspannte Bauch- und Beckenbodenmuskulatur wieder unter bewusste Steuerung zu bringen.
Blasenschmerzen und Harnröhrenschmerzen
Diese Beschwerden werden auch als Urethralsyndrom bezeichnet. Der Harnröhrenschmerz wird meist am Ende der Harnröhre empfunden. Meist besteht gleichzeitig ein vermehrter Harndrang. Die Schmerzen können bei diesem Beschwerdebild extrem sein, manchmal bestehen sie dauernd, manchmal anfallsweise für mehrere Tage. Es besteht eine Schmerzangst im Vorfeld. Schwerste Schmerzmittel helfen oft kaum.
Unserer Erfahrung nach handelt es sich um eine schwere Verspannung der Unterbauch- und Beckenbodenmuskeln, die auch Blase und Harnröhre in Mitleidenschaft zieht. Leider tragen daher urologische Untersuchungen wie Blasenspiegelungen, die für die Betroffenen sehr schmerzhaft sind, zur Verstärkung der Beschwerden bei.
In der Sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl® behandeln wir auch in diesen Fällen primär Unterbauch- und Beckenbodenmuskulatur, sekundär aber auch das zugehörige Spannungsmuster, das sich durch den ganzen Körper zieht (siehe auch unter »Fehlhaltungen«). Durch Übungen und Körperbewusstseinstraining lernen die Betroffenen, ihre unwillkürlich angespannten Muskeln willkürlich wieder zu entspannen.
Bettnässen der Kinder
Das Bettnässen der Kinder lässt sich mit Sensomotorischer Körpertherapie nach Dr. Pohl® gewöhnlich über das Bindegewebe am Unterbauch der kleinen Patienten behandeln. Manchmal muss man eine Ganzkörper-Fehlhaltung mitbehandeln. In Anbetracht des geringen Alters gehen die Behandlungen gewöhnlich recht schnell.
Therapeuten, die mit »Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl®« behandeln, finden Sie auf der Therapeutenliste.